Ein Mann steht im Badezimmer und hält sein Smartphone und ein Medikament in der Hand
CDR-Bericht

Barmer eCare Update: Welche neuen Funktionen bringt die App?

Lesedauer weniger als 4 Min

Redaktion:

Jessica Braun

Qualitätssicherung:

Bérengère Codjo

Schnellere und einfachere Verifizierung und smarte Zusatzfunktionen: Mit der Barmer eCare können Versicherte weit mehr, als nur ihre elektronische Patientenakte einzusehen. Ein Überblick über alle Neuerungen.

Es gibt einen Ort, an dem Versicherte ihre Gesundheit managen können: die Barmer eCare. Die App ermöglicht Barmer-Mitgliedern nicht nur sicheren und schnellen Zugriff auf ihre elektronische Patientenakte (ePA). Sie finden dort auch viele innovative Funktionen vom Wechselwirkungs-Check bis zum Impfstatus. Diese helfen ihnen, gesund zu werden oder zu bleiben. Welche neuen Features die eCare bereits bietet und welche kommen, lesen Sie hier.

Keine PIN mehr nötig: Schneller registrieren mit neuem Identifizierungsverfahren

Die ePA ist in der Versorgung angekommen. Fast alle Barmer-Versicherten verfügen über eine eigene Akte. Um in diese hineinzuschauen, ist jedoch die eCare-App nötig. Für diese müssen sich Versicherte identifizieren. Ein bislang recht komplizierter Prozess, der eine von zwei PINs erforderte: die des Personalausweises oder die der Gesundheitskarte.

Bérengère Codjo

Als Projektmanagerin Digital ist Bérengère Codjo bei der Barmer verantwortlich für die Kommunikation zur ePA.

Mit einem neuen Verfahren macht die Barmer die Identifizierung in der eCare nun einfacher. Dieses kommt ohne PIN aus. „Seit März 2026 können Versicherte sich stattdessen mit Ihrem Personalausweis und ihrem Smartphone verifizieren“, sagt Bérengère Codjo, Projektmanagerin Digital bei der Barmer. Sie müssen dazu nur den Chip des Personalausweises mit dem Smartphone auslesen, diesen in die Kamera halten und zum Abgleich ein Selfie aufnehmen. „Das ist benutzerfreundlicher und genauso sicher.“

Voraussetzung für das Verfahren ist ein Ausweisdokument mit elektronischem Chip: deutscher Personalausweis (Ausstellung ab 2. August 2021), deutscher Reisepass oder elektronischer Aufenthaltstitel.

Die Barmer ist die erste Krankenkasse, die dieses Verfahren bundesweit einsetzt – voraussichtlich ab dem Sommer 2026 auch für EU- und EFTA-Reisepässe.

Wechselwirkungen auch bei frei verkäuflichen Medikamenten prüfen

Wer mindestens drei verschreibungspflichtige Medikamente einnimmt und das mindestens 28 Tage lang, hat Anspruch auf einen Medikationsplan. Er bietet einen praktischen Überblick über alle verordneten Medikamente. Das dient unter anderem dazu, sowohl den Versicherten als auch ihren Ärztinnen und Ärzten einen gemeinsamen und vollständigen Überblick über die eingenommenen Medikamente zu geben. Dieser Überblick bedeutet nicht nur mehr Transparenz, sondern auch mehr Sicherheit. In der ePA liegt dieser Medikationsplan ab Ende Juni 2026 in digitaler Version vor. Die eCare-App ergänzt diesen Service: „Versicherte können in der App Medikamente, die sie selbst kaufen, manuell hinzufügen“, sagt Bérengère Codjo. Die eCare gleicht diese Präparate dann mit den ärztlich verordneten ab und warnt vor möglichen Wechselwirkungen.

Beipackzettel jederzeit griffbereit

Muss ich das Medikament vor oder nach dem Essen einnehmen? Wer lieber nochmal nachschauen möchte, findet schon heute in der eCare die digitalen Beipackzettel vieler gängiger Medikamente. Diese stammen aus einer Datenbank der Herstellerverbände, die nach und nach erweitert wird. Bis 2028 sollen alle in Deutschland erhältlichen Arzneimittel so digital abrufbar sein. So haben Versicherte schnell alle relevanten Informationen zur Hand – selbst wenn sie die Originalverpackung schon weggeworfen haben.

E-Rezepte für Hilfsmittel in der App einlösen (Pilotprojekt)

Während das E-Rezept für verschreibungspflichtige Medikamente bereits Pflicht ist, steht es für Hilfsmittel wie Bandagen oder Einlagen noch aus. Mit der eCare brauchen Versicherte trotzdem kein klassisches Papierformular. „Die Barmer ist eine von sieben Krankenkassen, die derzeit die papierlose Version in einem Pilotprojekt testet“, so Bérengère Codjo. Der Vorteil: Versicherte können ihre Verordnungen so bequem von der orthopädischen Praxis über die eCare erhalten und direkt an Sanitätshäuser weiterleiten.

Laborwerte im Blick behalten und verstehen

Wer beispielsweise einen Gesundheitscheck macht oder regelmäßig Blut spenden geht, erhält oft eine ganze Reihe Daten – von der Anzahl der roten Blutkörperchen bis hin zum Cholesterinspiegel. Versicherte können diese Werte in der eCare nun einfach selbst eintragen und wie in einem digitalen Tagebuch verwalten. Bérengère Codjo: „Durch die Dokumentation lässt sich verfolgen, wie sich Werte und damit der Gesundheitszustand über einen längeren Zeitraum hinweg entwickeln. Ein wichtiges Werkzeug für ein aktives Gesundheitsmanagement.“ Ein integriertes Glossar liefert auf Wunsch Erklärungen zu den relevanten medizinischen Begriffen.

Digitale Unterstützung bei Brustkrebs

Eine Brustkrebsdiagnose verändert alle Lebensbereiche: Alltägliches wird zur Herausforderung. Um Versicherte in dieser schwierigen Zeit zu unterstützen, hat die Barmer einen digitalen Lotsen für die eCare entwickelt. Dieser begleitet Versicherte durch die Behandlung und Nachsorge. Übersichtliche Module erklären die einzelnen Stationen und liefern die zum jeweiligen Zeitpunkt wichtigen Informationen.

Ab Ende 2026 ist der Versorgungspfad Brustkrebs in der eCare verfügbar. Weitere Pfade, unter anderem für Prostata- und Darmkrebs, sind bereits in Vorbereitung.

Funktionen der eCare im Demo-Modus ausprobieren

Die eCare begleitet Versicherte ein Leben lang. Für die Barmer heißt das, die App kontinuierlich weiterzuentwickeln. „Wir wollen heute schon smarte und gut bedienbare Gesundheitsfunktionen anbieten“, sagt Bérengère Codjo. Wer sich ein Bild davon machen möchte, kann die eCare im Demo-Modus ausprobieren. Einfach die App herunterladen. Eine Registrierung ist nicht nötig, auch keine Barmer-Mitgliedschaft. Hier geht’s zum Download

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