Patientenrecht

Aufklärungspflicht - Ihr Recht auf Information und Aufklärung

Lesedauer unter 3 Minuten
Ärztin und Patientin im Beratungsgespräch

Autor

  • Ludwig Janssen (aHa-Texte Köln)

Qualitätssicherung

  • almeda GmbH
Inhaltsverzeichnis

Die Entscheidung, ob und auf welche Art eine Behandlung durch- oder fortgeführt wird, treffen nicht nur die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt, sondern diese gemeinsam mit Ihnen. Weil dies für medizinische Laien oft schwierig ist, haben Sie einen Anspruch auf ausführliche Information und Beratung. Das heißt, Ärztin und Arzt haben eine Aufklärungspflicht.

In einem persönlichen Gespräch müssen Ihre Ärztin/Ihr Arzt Sie rechtzeitig, verständlich und umfassend informieren. Dazu gehört die Auskunft über die Diagnose und die jeweilige Behandlung. Ebenso müssen die Erfolgschancen sowie richtiges Verhalten während der Therapie besprochen und geklärt werden. Zur Aufklärungspflicht gehören auch Informationen über alternative Therapien, Risiken und Nebenwirkungen. Nicht zu vergessen sind Hinweise zu möglichen Folgen einer Behandlung und deren Kosten.

Ärztinnen und Ärzte sind verpflichtet, Ihre Fragen verständlich zu beantworten. Erfolgt die Aufklärung nicht verständlich, nicht umfassend, nicht rechtzeitig oder gar nicht, und kommen Sie zu Schaden, haftet die Ärztin/der Arzt für die Folgen.

Niedergelassene Ärztinnen und Ärzte führen die Aufklärung in der Regel mündlich durch, bei einer Krankenhausbehandlung werden oft zusätzlich schriftliche Unterlagen hinzugezogen. Schriftliche Informationen in Form von Merkblättern oder Formularen dürfen die persönliche Aufklärung jedoch nicht ersetzen. Vielmehr ist der Inhalt schriftlicher Informationen in einem Aufklärungsgespräch mit Ihnen zu erörtern.

Ihr Recht auf Information und Aufklärung - die Aufklärungspflicht

Ihre Angaben helfen Ihrem Arzt bzw.beziehungsweise Ihrer Ärztin, die Ursachen für Ihre Beschwerden oder Ihre Erkrankung herauszufinden. Doch auch Sie haben über den gesamten Verlauf der Behandlung das Recht auf eine ausführliche Aufklärung und Beratung.

Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin sollte Sie verständlich, umfassend und rechtzeitig über die Diagnose und Therapie informieren. Bei stationärer Behandlung sollte die Aufklärung grundsätzlich spätestens einen Tag vor der Operation, bei ambulanter Behandlung spätestens am Tag des Eingriffs erfolgen.

Der Inhalt der Aufklärung richtet sich nach der konkreten Maßnahme. Zu dieser Aufklärungspflicht gehört unter anderem, Sie über mögliche Risiken, Erfolgschancen, Behandlungsalternativen und die Auswirkungen der Behandlung auf Ihren Alltag sowie deren Kosten zu informieren. Je intensiver diese Beratung ausfällt, umso leichter können Sie abwägen, entscheiden und letztlich in eine Behandlung einwilligen.

Dokumentation und Einsichtsrecht in die Patientenakte

Ärzte sind dazu verpflichtet, die Behandlung zu dokumentieren. Die Dokumentation enthält zum Beispiel die wesentlichen Behandlungsschritte sowie Angaben zu verordneten Medikamenten und Heilmitteln.

Sie oder eine von Ihnen ermächtigte Person haben das Recht, Ihre Krankenakte einzusehen und zu kopieren. Hierfür können Ihnen allerdings Kosten berechnet werden.

Im Falle einer Praxisauf- und -übergabe ist eine Weitergabe der Patientenakte an den Nachfolger oder die Nachfolgerin nur mit Ihrer Zustimmung möglich. Röntgenbilder sind hingegen Eigentum des Arztes bzw. der Ärztin. Wenn Sie Abzüge der Röntgenbilder möchten, so wird Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin Ihnen diese sicherlich anfertigen lassen. Hierfür können Ihnen jedoch recht hohe Kosten berechnet werden. Als preiswertere Variante können Sie ggf. um Kopien auf einem Datenträger bitten.

Datenschutz und Schweigepflicht

Ihre Patientendaten sind wichtige persönliche Daten, die es zu schützen gilt. Ärztinnen, Ärzte und andere Angehörige eines Heilberufes unterliegen einer Schweigepflicht. Eine Weitergabe Ihrer Patientendaten ist nur dann möglich, wenn Sie den Arzt bzw. die Ärztin von dieser Schweigepflicht entbinden.

Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin darf lediglich notwendige Informationen an Ihre Krankenkasse oder den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) weitergeben. Ihre Daten werden hier vertraulich behandelt.

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Webcode: s000333 Letzte Aktualisierung: 16.05.2019
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