Schlafprobleme trotz Routine: Was kann im Körper dahinterstecken?
Manchmal sind die Ursachen von Schlafstörungen nicht nur Stress und zu viel Bildschirmzeit. Auch bei Jugendlichen können gesundheitliche Ursachen den Schlaf beeinflussen. Dann hilft normale Schlafroutine nicht mehr und es lohnt sich, ärztlich nachzuschauen:
- Schlafapnoe: Lautes Schnarchen plus Atemaussetzer sind keine Kleinigkeit. Der Schlaf wird dadurch oberflächlich, der Körper bekommt zu wenig Sauerstoff. Und morgens können Kopfschmerzen auftreten.
- Narkolepsie: Hier geht es nicht um „Ich bin halt müde“, sondern um extreme Tagesschläfrigkeit und plötzliches Einschlafen, teils sogar beim Essen, Lesen oder im Unterricht.
- Zähneknirschen (Bruxismus): Nächtliches Knirschen kann die Zähne schädigen und den Schlaf durch kleine Weckreaktionen unruhig machen. Stress, Ängste oder eine Kieferfehlstellung können die Ursache sein.
- Restless Legs: Wenn Beine abends kribbeln, ziehen, brennen oder sich nur durch Bewegung beruhigen lassen, könnte das Syndrom der unruhigen Beine dahinterstecken. Das erschwert oft das Ein- und Durchschlafen.
- Kleine-Levin-Syndrom: Ist sehr selten, aber wichtig zu kennen. Betroffene schlafen in Episoden extrem viel, teils 16 bis 18 Stunden pro Tag. Das gehört immer medizinisch abgeklärt.
Wann ärztliche Hilfe sinnvoll ist
Schlafprobleme sollten medizinisch untersucht werden, wenn sie länger als vier Wochen bestehen, öfter als dreimal pro Woche auftreten oder den Alltag deutlich beeinträchtigen. Das gilt auch, wenn Schnarchen, Atemaussetzer, starke Ängste oder extreme Müdigkeit am Tag dazukommen.
Erste Anlaufstelle ist die kinder- und jugendärztliche Praxis oder die Hausarztpraxis. Je nach Bedarf geht es weiter zur HNO-Praxis, in ein Schlaflabor, zur Neurologie oder Psychotherapie. Bei Verdacht auf Schlafapnoe oder Narkolepsie ist so eine Abklärung besonders wichtig.