Zwei junge Frauen und Männer sitzen in einem Stuhlkreis zusammen.
Leistungen

Gruppentherapie: Ablauf, Vorteile und Kostenübernahme

Lesedauer weniger als 5 Min
Redaktion:
Barmer,
Alexandra Zimmer (Medical Writer, Content Fleet GmbH)
Qualitätssicherung:
Dagmar Wieczorek (Psychologin, Barmer)

Mit Menschen sprechen, die Ähnliches erleben, und sich gegenseitig unterstützen: Eine Gruppentherapie macht genau das möglich. Gemeinsam mit anderen Betroffenen arbeiten Sie unter professioneller Begleitung in einem geschützten Umfeld an Ihren eigenen Themen. Die Barmer übernimmt die Kosten, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind.

Eine Gruppentherapie ist eine Psychotherapie in einer festen Kleingruppe und unter professioneller Leitung. Sie hilft dabei, Beschwerden besser zu verstehen und zu lindern, die eigenen Ressourcen zu aktivieren und sich mit anderen Betroffenen auszutauschen.

Das Wichtigste zur Gruppentherapie auf einen Blick:

  • Bewährtes Therapiekonzept: Eine wirksame Alternative oder Ergänzung zur Einzeltherapie.
  • Professionelle Begleitung: Approbierte Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten mit Zusatzqualifikation leiten die Sitzungen.
  • Therapie in festen Kleingruppen: Eine Gruppe besteht aus mindestens drei und maximal 9 Teilnehmenden.
  • 100 % Kostenübernahme: Die Barmer trägt bei medizinischer Notwendigkeit die Kosten der Behandlung.

Was macht eine Gruppentherapie aus?

Bei einer Gruppentherapie begleitet eine Psychotherapeutin oder ein Psychotherapeut mehrere Menschen gleichzeitig. Eine Gruppe besteht aus mindestens drei und maximal 9 Teilnehmenden.

Viele Teilnehmende berichten, dass der Austausch mit anderen Betroffenen entlastet und bereichert. Sie merken: Mit ihren Sorgen sind sie nicht allein. In der Gruppe entwickeln sie Strategien, um ihre persönlichen Herausforderungen Schritt für Schritt zu bewältigen.

Sie haben Hemmungen, sich vor anderen Menschen mitzuteilen? Gut zu wissen: Nicht nur für psychotherapeutische Fachkräfte gilt die Schweigepflicht. Auch die Gruppe einigt sich darauf, Besprochenes vertraulich zu behandeln.

Was erhalten Sie bei einer Gruppentherapie?

Approbierte Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten sind jeweils auf eines von vier anerkannten Therapieverfahren spezialisiert. Je nach Therapieverfahren stehen in der Gruppentherapie unterschiedliche Themen und Behandlungsansätze im Vordergrund.

Typische Themen in der Gruppentherapie:

  • Symptome ihrer Erkrankung besser verstehen und bewältigen
  • Umgang mit Stress
  • Selbstvertrauen stärken
  • Konflikte lösen und Beziehungen gestalten
  • Warnsignale früh erkennen und Rückfällen oder anderen Krisen vorbeugen
  • Neue Verhaltensweisen in einem geschützten Rahmen ausprobieren

Wie läuft die Gruppentherapie ab?

Der zeitliche Ablauf einer Gruppentherapie orientiert sich an Ihrem Behandlungsbedarf.

Einstieg mit Erstgespräch

Der Einstieg in eine Psychotherapie erfolgt über die psychotherapeutische Sprechstunde. In dem mindestens 50-minütigen Gespräch wird geklärt, ob die Psychotherapie allgemein für Sie die richtige Methode ist.

Danach testen Sie in bis zu vier Probesitzungen zu je 100 Minuten (probatorische Sitzungen), ob Gruppe und Therapieform zu Ihnen passen. Für Kinder und Jugendliche sind bis zu sechs Sitzungen erlaubt.

Eine Überweisung oder einen Antrag bei der Krankenkasse brauchen Sie dafür nicht.

Reguläre Sitzungen

Möchten Sie nach den Probesitzungen weitermachen, stellt Ihre Praxis den Antrag bei der Barmer. 

Meist starten Sie mit 12 Sitzungen. Das nennt sich Kurzzeittherapie. Eine Verlängerung ist möglich.

Die Gruppe umfasst in der Regel eine leitende Fachperson und drei bis neun Teilnehmende. Betreuen zwei Therapeutinnen oder Therapeuten die Gruppe, nehmen bis zu 14 Personen teil.

Kombination von Einzel- und Gruppentherapie

Gruppen- und Einzeltherapie können miteinander kombiniert werden. Dies kann von Beginn an als sogenannte Kombinationsbehandlung geplant und beantragt werden.

Läuft bereits eine Einzeltherapie und soll später zusätzlich eine Gruppentherapie hinzukommen, muss diese von der Therapeutin oder dem Therapeuten bei der Krankenkasse beantragt werden. Die Gruppentherapie wird dabei auf das bewilligte Therapiekontingent angerechnet.

Werden Einzel- und Gruppentherapie von unterschiedlichen Therapeutinnen oder Therapeuten durchgeführt, müssen sie ihre Behandlungen aufeinander abstimmen.

Bezahlt Ihre Krankenkasse eine Gruppentherapie?

Die Barmer übernimmt die Kosten für Ihre Behandlung, wenn

  • eine Psychotherapeutin oder ein Psychotherapeut mit Kassenzulassung die Gruppe leitet.
  • die therapeutische Leitung bestätigt, dass eine Gruppentherapie medizinisch notwendig und für Sie geeignet ist.

Neben den bundesweiten Gruppentherapieangebote steht Ihnen für Berlin und Brandenburg zudem ein regionales Vermittlungsangebot zur Verfügung.

Sie suchen Informationen über eine bestimmte psychische Erkrankung?

Symptome, Behandlung und Heilungschancen – alle Informationen von A-Z 

Krankheiten A-Z

FAQ: Häufige Fragen und Antworten zur Gruppentherapie

Ja, die Krankenkasse trägt die Kosten, wenn Sie die Behandlung bei zugelassenen Therapeutinnen
oder Therapeuten durchführen lassen. Voraussetzung ist, dass in einer psychotherapeutischen Sprechstunde geklärt wurde, ob eine psychische Erkrankung vorliegt und diese Behandlungsform für Sie geeignet ist. Die Abrechnung erfolgt direkt über Ihre Versichertenkarte. 
In den Sitzungen tauschen Sie sich unter fachkundiger Anleitung über Ihre Gedanken, Gefühle und
Herausforderungen aus. Die therapeutische Leitung kann Ihnen konkrete Techniken aus bewährten
Therapieverfahren vermitteln, die Sie dann im Alltag einsetzen können. Neben Gesprächen üben Sie
auch neue Verhaltensweisen in der geschützten Gruppenatmosphäre. Alle Beteiligten behandeln die
besprochenen Inhalte vertraulich.
Das Angebot richtet sich an Menschen mit psychischen Erkrankungen wie Ängsten, Depressionen, Zwangs- und Essstörungen, psychosomatischen oder Suchterkrankungen. Besonders hilfreich kann es sein, wenn Sie vom Austausch mit anderen profitieren möchten, die ähnliche
Herausforderungen erleben. Vor dem Start prüfen Sie gemeinsam mit Fachleuten in Probeterminen,
ob die Gruppe und das Format zu Ihnen passen. So können Hemmschwellen frühzeitig abgebaut
werden.
Eine Gruppentherapie ist nicht für jeden die passende Behandlungsform. Bei bestimmten schweren
oder akuten Erkrankungen, etwa psychotischen Störungen, akuter Suizidgefahr oder aktuellen
Suchterkrankungen, kann eine andere therapeutische Begleitung notwendig sein. Im Erstgespräch
wird gemeinsam mit der Therapeutin oder dem Therapeuten geprüft, welche Behandlungsalternative
individuell am besten geeignet ist.
Es stehen Ihnen verschiedene wissenschaftlich anerkannte Behandlungsverfahren zur Verfügung:
Verhaltenstherapie, tiefenpsychologisch fundierte und analytische Psychotherapie sowie Systemische
Therapie. Welches Verfahren zum Einsatz kommt, hängt von Ihren Beschwerden, Zielen und
Bedürfnissen ab.
Das zentrale Ziel ist es, Ihre Beschwerden besser verstehen und lindern zu können. Darüber hinaus
kann die Gruppe eine selbstbestimmte Lebensführung, Ihr Selbstvertrauen und Ihre sozialen
Fähigkeiten stärken, etwa im Umgang mit Konflikten. Der Austausch mit anderen Betroffenen kann
Ihnen helfen, sich weniger allein zu fühlen und neue Perspektiven zu gewinnen. Ein weiteres Ziel kann
es sein, Warnsignale rechtzeitig zu erkennen und zu lernen, Rückfällen oder anderen Krisen
vorzubeugen.