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Beitragsbemessungsgrenze: Auswirkungen auf Krankenversicherung und Gehalt

Lesedauer weniger als 6 Min

Redaktion:

Oliver Treubel (Redakteur, Content Fleet GmbH)

Qualitätssicherung:

Geschäftsbereich Versicherung und Beitrag Barmer

Auswirkungen der Beitragsbemessungsgrenze: Drei Fragen

Welche Folgen hat sie?

Liegt das Gehalt über der jeweils geltenden Beitragsbemessungsgrenze, fallen für den Teil des Einkommens oberhalb der jeweiligen Beitragsbemessungsgrenze keine Beiträge in diesem Versicherungszweig an.

Wirkt sie sich auf Gehälter aus?

Bei Normalverdienenden wirkt sich eine höhere Beitragsbemessungsgrenze nicht aufs Nettogehalt aus. Gutverdienende erhalten einen geringeren Anteil beitragsfreies Gehalt.

Hat sie Einfluss auf die Steuer?

Weil Einkommen oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze beitragsfrei ist, können nur die Sozialversicherungsbeiträge bis zur Beitragsbemessungsgrenze steuerlich geltend gemacht werden.

Beitragsbemessungsgrenzen legen fest, bis zu welchem Bruttoeinkommen Beiträge in der Sozialversicherung anfallen. Aber was bedeutet es für Sie, wenn Sie mit Ihrem Gehalt über eine Beitragsbemessungsgrenze kommen?

Welche Auswirkungen hat die Beitragsbemessungsgrenze?

Die Beitragsbemessungsgrenzen deckeln den Anteil des Bruttojahresentgelts, für den bestimmte Sozialversicherungsabgaben fällig werden. Im Jahr 2026 liegt die Grenze für die Kranken- und Pflegeversicherung bei 69.750 Euro und die Grenze für die allgemeine Renten- und Arbeitslosenversicherung bei 101.400 Euro. Liegt das jährliche Einkommen darunter, hat die Beitragsbemessungsgrenze keinen Einfluss auf

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und Arbeitgeber.

Das bedeutet eine Überschreitung für die Krankenversicherung

Welche Auswirkung die Überschreitung der Beitragsbemessungsgrenze für die gesetzliche Krankenversicherung hat, lässt sich am besten an einem konkreten Beispiel erklären: 

  • Haben Sie ein jährliches Bruttogehalt von 75.000 Euro, liegt dieses 5.250 Euro über der Beitragsbemessungsgrenze für die Kranken- und Pflegeversicherung für das Jahr 2026.
  • Auf diese 5.250 Euro oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze zahlen Sie keine Beiträge für diese Versicherungen.

Was muss ich tun, wenn mein Gehalt die Betragsbemessungsgrenze überschreitet? 

Um etwas kümmern müssen Sie sich beim Überschreiten der Beitragsbemessungsgrenze nicht. Die Beiträge für die Krankenversicherung werden automatisch gedeckelt. Beachten Sie jedoch, dass auf das für die betroffenen Versicherungszweige beitragsfreie Einkommen (in diesem Beispiel 5.250 Euro) weiterhin etwa Lohnsteuer anfällt.

 

Das bedeutet eine Überschreitung für die Renten- und Arbeitslosenversicherung

Hier verhält es sich ganz ähnlich wie bei der Beitragsbemessungsgrenze für die Kranken- und Pflegeversicherung, nur dass die für die allgemeine Rentenversicherung und die Arbeitslosenversicherung gültige Grenze deutlich höher ist. Dementsprechend muss auch das Arbeitsentgelt höher sein, um sie zu überschreiten. Verdient eine Person 2026 beispielsweise 110.000 Euro im Jahr, liegt das Einkommen 8.600 Euro über der Beitragsbemessungsgrenze für die Renten- und Arbeitslosenversicherung (101.400 Euro). Diese 8.600 Euro sind für die Renten- und Arbeitslosenversicherung beitragsfrei. 

Ab welchem Einkommen können Sie in die private Krankenversicherung wechseln?

Hierfür ist nicht die Beitragsbemessungsgrenze entscheidend, sondern die Versicherungspflichtgrenze. Für 2026 gilt: Ab einem Jahreseinkommen von mehr als 77.400 Euro können Sie sich freiwillig gesetzlich versichern oder in die private Krankenversicherung wechseln. Wenn Sie selbst nichts unternehmen, wechseln Sie zum Jahreswechsel automatisch von der Pflichtversicherung in die freiwillige Mitgliedschaft, sofern Ihr Einkommen auch im Folgejahr voraussichtlich über der dann geltenden Versicherungspflichtgrenze liegt. Ihr Arbeitgeber nimmt die Überprüfung vor, ob die Voraussetzungen erfüllt sind.

Das passiert bei Einkommen unterhalb einer Beitragsbemessungsgrenze

Wenn Sie mit Ihrem Jahreseinkommen unterhalb einer Beitragsbemessungsgrenze liegen, fallen auf Ihr gesamtes Einkommen Beiträge zur jeweiligen Sozialversicherung an. Am Beispiel der Krankenversicherung sah das im vergangenen Jahr wie folgt aus:

  • 2025 lag der Beitragssatz in der gesetzlichen Krankenversicherung bei 14,6 Prozent (gerechnet ohne den Zusatzbeitrag, der bei jeder Krankenkasse unterschiedlich ausfällt).

  • Das bedeutet: Arbeitnehmende zahlten davon die Hälfte, also monatlich 7,3 Prozent ihres Bruttoeinkommens für die gesetzliche Krankenversicherung. Arbeitgeber zahlten die anderen 7,3 Prozent. Auch den anfallenden Zusatzbeitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung zahlten Arbeitnehmende und Arbeitgeber je zur Hälfte.

Welchen Einfluss hat die Anpassung der Beitragsbemessungsgrenze?

Die Höhe der Beitragsbemessungsgrenzen orientiert sich an der aktuellen Lohnentwicklung in Deutschland, sie wird jährlich neu festgelegt. Weil sich die Höhe des Durchschnittseinkommens seit Jahren nach oben entwickelt, steigen ebenso die Beitragsbemessungsgrenzen Jahr für Jahr. Das gilt auch für 2026. Von dieser Erhöhung merken Normalverdienende weitestgehend wenig, denn sie hat keinen direkten Einfluss auf ihr Nettogehalt. 

Was die Beitragsbemessungsgrenze für Gutverdienende bedeutet

Für Gutverdienende mit einem Bruttoeinkommen oberhalb der bisherigen Grenzen sieht das anders aus: Sie sind direkt von einer Anpassung betroffen. Die Beitragsbemessungsgrenzen bestimmen, bis zu welchem Einkommen Beiträge gezahlt werden, also die maximale Höhe der beitragspflichtigen Einnahmen. Erhöht sich diese Grenze, werden automatisch höhere Beiträge bei gleichbleibendem Arbeitsentgelt fällig.

Wird die Beitragsbemessungsgrenze für die gesetzliche Rentenversicherung erhöht, zahlen Gutverdienende zwar höhere Beiträge, können dadurch aber auch mehr Rentenpunkte ansammeln. Entgeltpunkte in der Rentenversicherung werden im Verhältnis zum durchschnittlichen Arbeitsentgelt aller Arbeitnehmenden berechnet. 

Das heißt: Je höher das beitragspflichtige Einkommen über dem Durchschnittseinkommen liegt, umso mehr Entgeltpunkte können gesammelt werden. Indem Menschen mit einem Einkommen über der bisherigen Beitragsbemessungsgrenze nun Beiträge auf einen größeren Anteil ihres Einkommens zahlen, können sie auch höhere Rentenansprüche erwerben. 

Welche steuerlichen Auswirkungen hat die Beitragsbemessungsgrenze?

Wird eine Beitragsbemessungsgrenze erhöht, müssen Personen, deren Einkommen oberhalb der bisherigen Grenze lag, künftig auf einen größeren Teil ihres Bruttoeinkommens Beiträge zur jeweiligen Sozialversicherung zahlen. Dadurch verringert sich ihr Nettoeinkommen. Für Personen mit einem Gehalt unterhalb der bisherigen Beitragsbemessungsgrenze hat die Erhöhung keine Auswirkung.

Gut zu wissen: Sozialversicherungsbeiträge werden für Arbeitnehmende direkt in der Lohnsteuerberechnung berücksichtigt. Weil das Einkommen oberhalb der für die jeweilige Sozialversicherung relevanten Beitragsbemessungsgrenze beitragsfrei ist, können dafür auch keine Sozialversicherungsbeiträge steuerlich geltend gemacht werden – was nicht gezahlt wird, kann auch nicht abgesetzt werden.

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Auswirkungen der Beitragsbemessungsgrenze: Alle Fragen und Antworten im FAQ

Beitragsbemessungsgrenze 2026 berechnen: Liege ich darüber oder darunter?

Die Beitragsbemessungsgrenze 2026 für die Krankenversicherung und Pflegeversicherung beträgt 69.750 Euro brutto im Jahr, die Beitragsbemessungsgrenze 2026 für Rentenversicherung und Arbeitslosenversicherung 101.400 Euro brutto im Jahr. Auf den Monat gerechnet sind das 5.812,50 beziehungsweise 8.450 Euro.

Die Beitragsbemessungsgrenze 2026 für die Krankenversicherung und Pflegeversicherung beträgt 69.750 Euro brutto im Jahr, die Beitragsbemessungsgrenze 2026 für Rentenversicherung und Arbeitslosenversicherung 101.400 Euro brutto im Jahr. Das darüberliegende Einkommen ist beitragsfrei. Die Regelung greift automatisch.

Wenn Sie mit Ihrem Jahreseinkommen unterhalb einer Beitragsbemessungsgrenze liegen, gelten für Ihr gesamtes Einkommen die aktuellen Beitragssätze zur jeweiligen Sozialversicherung.

Für den Teil Ihres Jahreseinkommens, der oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze liegt, werden keine Sozialversicherungsbeiträge fällig – nur für den Teil Ihres Einkommens bis zur Beitragsbemessungsgrenze.

Beitragsbemessungsgrenze & Nettogehalt: Auswirkungen auf Arbeitnehmer & Arbeitgeber

Beitragsbemessungsgrenzen sind nur dann für das Nettoeinkommen relevant, wenn das Bruttoeinkommen darüberliegt. Wird die Grenze erhöht, müssen bis zu einem höheren Einkommen Sozialversicherungsbeiträge gezahlt werden – das schmälert in der Regel das Nettogehalt im Vergleich zu einer niedrigeren Beitragsbemessungsgrenze.

Sie zahlen bei einer Erhöhung künftig höhere Beiträge zur jeweiligen Sozialversicherung, wenn Ihr Einkommen über der bisher geltenden Beitragsbemessungsgrenze liegt. Erhöht sich die Beitragsbemessungsgrenze für die Rentenversicherung, können Menschen mit einem Einkommen oberhalb der bisher geltenden Grenze nun auch höhere Rentenansprüche erwerben, weil sie automatisch mehr Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung zahlen.

Ja. Weil jegliches Einkommen oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze beitragsfrei ist, können Sie auch nur die Sozialversicherungsbeiträge bis zur Beitragsbemessungsgrenze steuerlich geltend machen.

Ja, Beitragsbemessungsgrenzen sind auch für Arbeitgeber relevant, denn sie zahlen die Hälfte der Sozialversicherungsbeiträge ihrer Arbeitnehmenden. Das bedeutet auch für sie: Bei der Erhöhung einer Beitragsbemessungsgrenze sind nun bis zu dieser neuen Grenze die Sozialversicherungsbeiträge zu zahlen.

Beitragsbemessungsgrenze vs. Versicherungspflichtgrenze: PKV-Wechsel 2026

Bei Überschreiten der Versicherungspflichtgrenze können Sie zum Jahreswechsel in die private Krankenversicherung wechseln, wenn Ihr Einkommen auch im Folgejahr die dann geltende Versicherungspflichtgrenze überschreiten wird. Sie können aber auch bei Ihrer gesetzlichen Krankenversicherung in die freiwillige Krankenversicherung wechseln.
Bei Überschreiten der Versicherungspflichtgrenze können Sie in die private Krankenversicherung wechseln. Alternativ können Sie bei Ihrer gesetzlichen Krankenversicherung in die freiwillige Krankenversicherung wechseln.

Bundesministerium für Arbeit und Soziales (Abruf vom 08.01.2026): Informationen zur Rentenberechnung 

Bundesministerium für Gesundheit (Abruf vom 08.01.2026): Beiträge 

Bundesministerium für Gesundheit (Abruf vom 08.01.2026): Versicherte in der gesetzlichen Krankenversicherung 

Bundesregierung (Abruf vom 08.01.2026): Rechengrößen in der Sozialversicherung 

Deutsche Rentenversicherung (Abruf vom 08.01.2026): Beitragsbemessungsgrenze (BBG) 

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