Nicht operative Therapie
Nicht jeder Meniskusriss muss operiert werden. Bei kleinen Rissen ohne Blockadegefühl oder bei degenerativen Schädigungen ohne starke Beschwerden ist eine sogenannte konservative Behandlung sinnvoll. Sie umfasst:
- Schonung, um das Knie zu entlasten
- Physiotherapie, um die Muskulatur zu stärken und die Beweglichkeit zu verbessern
- Kühlung und Schmerzmittel, um Entzündungen zu lindern
- Eine Bandage oder Orthese, die das Knie von außen stabilisiert
Operative Therapie
Muss ein Meniskusriss operiert werden? Das ist nicht immer nötig. Eine Operation wird empfohlen, wenn:
- Der Riss die Beweglichkeit des Knies blockiert
- Starke Schmerzen bestehen
- Die nicht operative Therapie mit Physiotherapie und Schonung keine Besserung bringt
Moderne Operationen bei Meniskusriss erfolgen meist minimalinvasiv per Arthroskopie. Bei diesem auch Gelenkspiegelung genannten Eingriff werden durch kleine Hautschnitte feine Instrumente und eine Kamera in das Knie eingeführt. Die Chirurgin oder der Chirurg entfernt geschädigte Meniskusteile (Teilentfernung) oder näht den Riss und versucht, den Meniskus wieder an seiner ursprünglichen Position zu verankern (Meniskusnaht), wenn er in einem gut durchbluteten Bereich liegt.
Nachsorge: Wie lange dauert die Heilung und wann ist man wieder fit?
Die Dauer der Heilung nach einem Meniskusriss hängt von mehreren Faktoren ab – vor allem davon, ob der Riss konservativ oder operativ behandelt wurde. Bei kleineren, stabilen Rissen, die ohne Operation ausheilen, kann die Genesung bereits nach vier bis sechs Wochen abgeschlossen sein. Entscheidend ist hier eine gezielte Physiotherapie, um das Knie zu stabilisieren und die Muskulatur wieder aufzubauen.
Nach einer Meniskus-OP, insbesondere bei einer Teilentfernung (Meniskusteilresektion), sind viele Betroffene ebenfalls nach etwa 4 bis 6 Wochen wieder belastbar. Wird der Meniskus jedoch genäht (Meniskusnaht), dauert die Heilung deutlich länger – in der Regel drei bis sechs Monate. In dieser Zeit sind Schonung und eine sorgfältige Nachsorge besonders wichtig, damit die Naht gut einheilen kann
Wie lange Betroffene nach einem Meniskusriss arbeitsunfähig sind, hängt von der Art der Therapie und der Tätigkeit ab. Bei körperlich anstrengenden Jobs kann die Arbeitsunfähigkeit auch mehrere Monate andauern.
Wie der Meniskus optimal heilt
Bei optimaler Therapie und konsequenter Nachsorge ist eine vollständige Heilung des Meniskus vor allem bei jüngeren Menschen und frischen Verletzungen möglich. Degenerative Risse hingegen können immer wieder Probleme verursachen, auch wenn die Schmerzen zwischenzeitlich nachlassen. Die Heilung eines Meniskusrisses lässt sich mithilfe verschiedener Maßnahmen fördern.
- Schonung, aber keine komplette Ruhe: Das Knie sollte geschont, aber nicht vollständig ruhiggestellt werden – leichte Bewegungsübungen fördern die Heilung.
- Physiotherapie ernst nehmen: Ein individuell angepasstes Reha-Programm ist entscheidend für den langfristigen Erfolg.
- Schwellungen kühlen: In den ersten Tagen helfen Kühlpacks, Schmerzen und Schwellungen zu reduzieren.
- Hochlagern und entlasten: Das Bein sollte regelmäßig hochgelegt und gegebenenfalls anfangs mit Gehhilfen entlastet werden.
- Sportpause einhalten: Sport nehmen Betroffene besser erst nach ärztlicher Rücksprache wieder auf – auch wenn das Knie sich schon gut anfühlt.
- Geduldig bleiben: Heilung braucht Zeit, eine zu frühe Belastung kann Rückschläge verursachen.