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Aphthen: Ursachen, Symptome und Behandlung

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Redaktion:
Melanie Khoshmashrab (Medical Writer, Content Fleet GmbH)
Qualitätssicherung:
Dr. med. Anja Braunwarth (Ärztin)

Aphthen sind kleine schmerzhafte Geschwüre der Mundschleimhaut. Die weißlich-gelben Stellen mit gerötetem Rand sind nicht ansteckend und heilen meist von selbst ab. Die Behandlung lindert vor allem Beschwerden. 

Definition: Was sind Aphthen?

Aphthen zählen zu den häufigsten Veränderungen der Mundschleimhaut. Etwa 5 bis 25 Prozent der Weltbevölkerung haben wiederkehrende Aphthen.

Die Schleimhautveränderungen erscheinen zumeist als wenige Millimeter große, rundliche Stellen mit einem weißlich-gelben Belag und einem geröteten, leicht erhabenen Rand.

Eine Frau betrachtet sich in einem Handspiegel und fasst mit der Hand an ihre Unterlippe. Sie sieht besorgt aus.

Eine Aphthe kündigt sich oft durch Kribbeln oder Brennen an, bevor sich die Stelle rötet und leicht anschwillt.

Aphthen entstehen nicht durch Bakterien oder Viren. Anders als Herpes handelt es sich nicht um eine Infektion. Deshalb sind Aphthen nicht ansteckend. In der Regel heilen Aphthen von selbst und folgenlos ab.

Symptome: Was ist typisch für Aphthen?

Aphthen entstehen häufig an den Innenseiten der Lippen und der Wangenschleimhaut. Auch Aphthen an der Zunge sowie am Zahnfleisch und am weichen Gaumen kommen vor. Seltener bilden sich Aphthen im Rachen.

Aphthen machen sich meist mit Schmerzen und Brennen an den betroffenen Stellen im Mund bemerkbar. Selbst wenn sie nur winzig klein sind, können Aphthen beim Essen, Trinken und Sprechen stark brennen. Saure, scharfe oder sehr heiße Speisen verstärken das zusätzlich. Sitzen Aphthen im Rachen, kann auch das Schlucken schmerzhaft sein.

Gut zu wissen: Neben den typischen schmerzenden Stellen im Mund treten meist keine weiteren Beschwerden auf. Fieber oder ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl sprechen eher für andere Erkrankungen.

Infografik „Wo entstehen Aphthen?“. Dargestellt ist eine geöffnete Mundhöhle mit markierten Bereichen, an denen Aphthen häufig auftreten können. Hervorgehoben sind die Innenseite der Lippen, der weiche Gaumen, die Wangenschleimhaut, die Zunge und das Zahnfleisch. Die markierten Stellen sind durch Beschriftungen und Linien den jeweiligen Bereichen im Mund zugeordnet. Die Grafik stammt von der Barmer.

Aphthen können an verschiedenen Bereichen der Mundschleimhaut auftreten, darunter Lippeninnenseite, Wangen, Zunge, Zahnfleisch und weicher Gaumen.

Ursachen: Warum entstehen Aphthen?

Warum Aphthen entstehen, ist bislang nicht vollständig geklärt. Eine genetische Veranlagung gilt als wahrscheinlich. Bei entsprechend anfälligen Menschen können verschiedene Faktoren die Entstehung von Aphthen begünstigen. Dazu zählen unter anderem Stress, kleine Verletzungen der Mundschleimhaut, Immunreaktionen, Mangelzustände und Infektionen.

Als mögliche Auslöser kommen unter anderem infrage:

  • Kleine Verletzungen der Mundschleimhaut, etwa durch Zahnspangen, scharfkantige Zähne, versehentliches Beißen auf die Wange oder harte Lebensmittel
  • Psychischer Stress
  • Veränderungen der Hormone
  • Mangel an Eisen, Vitamin-B12 oder Folsäure
  • Infektionen
  • Erkrankungen wie Zöliakie oder chronisch-entzündliche Darmerkrankungen
  • Medikamente wie Ibuprofen oder Betablocker

Verlauf: Wie entstehen und heilen Aphthen im Mund?

Oft kündigt sich eine Aphthe mit einem Kribbeln oder Brennen an. Anschließend rötet sich die betroffene Stelle, schwillt leicht an und es entwickelt sich innerhalb von ein bis drei Tagen das typische weißlich-gelbe Mundgeschwür. Nach einigen Tagen lassen die Schmerzen in der Regel nach, bevor die Aphthe vollständig abheilt. 

Die meisten Aphthen heilen innerhalb von sieben bis 14 Tagen von selbst und rückstandslos ab. Größere Aphthen können mehrere Wochen bis zur Heilung benötigen und Narben hinterlassen.

Viele Betroffene entwickeln Aphthen wiederholt. Zwischen den einzelnen Schüben liegen beschwerdefreie Phasen, die unterschiedlich lang dauern können.

Diagnose: Wie werden Aphthen diagnostiziert?

Aphthen lassen sich meist anhand ihres typischen Erscheinungsbildes erkennen. Erste Anlaufstelle ist die Hausarztpraxis oder eine zahnärztliche Praxis. 

Eine weitere Abklärung kann sinnvoll sein, wenn:

  • Die Mundgeschwüre ungewöhnlich häufig auftreten.
  • Aphthen nach mehr als zwei Wochen nicht abgeheilt sind.
  • Weitere Beschwerden hinzukommen.

Denn auch bestehende Erkrankungen können Veränderungen der Mundschleimhaut verursachen, die Aphthen ähneln. Dazu zählen unter anderem chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa sowie die seltene Gefäßerkrankung Morbus Behçet.

Behandlung: Was hilft gegen Aphthen?

Ein Universalmittel gegen Aphthen gibt es nicht. Welche Behandlung infrage kommt, richtet sich vor allem nach Stärke und Dauer der Beschwerden.

Spezielle Gele, Salben, Sprays und Mundspülungen können die Schmerzen rasch lindern. Bei schweren oder häufig wiederkehrenden Aphthen verordnen Ärztinnen und Ärzte oft kortisonhaltige Präparate oder andere entzündungshemmende Medikamente.

Hausmittel bei Aphthen: Was Beschwerden lindern kann

Zusätzlich zu schmerzlindernden Maßnahmen können diese Tipps helfen: 

  • Weiche Zahnbürsten verwenden
  • Zähne und Mundraum sorgfältig pflegen
  • Reizende Lebensmittel meiden, etwa scharfe, saure, heiße oder sehr harte Speisen
  • Ausreichend trinken

Einige Betroffene setzen auf natürliche Mittel wie Kamillen- oder Salbeispülungen. Die Wirkung ist wissenschaftlich jedoch nur begrenzt belegt, die Spülungen ersetzen keine wirksame Schmerzbehandlung.

Aggressive Hausmittel wie hochprozentiger Alkohol oder Essig sind keine gute Wahl für die beschädigte Mundschleimhaut, da sie zusätzlich reizen können.

Junge Frau sitzt ihrer Zahnärztin auf dem Zahnarztstuhl gegenüber und lächelt in die Kamera

Regelmäßige Zahnvorsorge und gute Mundhygiene können helfen, Aphthen vorzubeugen und die Mundschleimhaut gesund zu halten.

Wann ärztliche Hilfe sinnvoll ist

Ein Arztbesuch ist sinnvoll, wenn Aphthen 

  • länger als zwei Wochen bestehen,
  • sehr groß sind,
  • häufig wiederkehren oder
  • stark schmerzen

Wichtig: Kommt es zusätzlich zu Fieber, Gewichtsverlust, Hautveränderungen, geschwollenen Lymphknoten oder wiederkehrenden Durchfällen, sollten mögliche andere Erkrankungen ärztlich abgeklärt werden. 

Bei kleinen Kindern ist ärztlicher Rat nötig, wenn sie wegen Schmerzen kaum noch essen oder trinken können.

Vorsorge: Wie lässt sich Aphthen vorbeugen?

Aphthen lassen sich nicht gänzlich verhindern. Es kann helfen, zu beobachten, ob die Beschwerden nach bestimmten Situationen oder Belastungen auftreten. Ein Symptomtagebuch ist dabei eine gute Unterstützung. Wer persönliche Auslöser kennt, kann versuchen, diese zu vermeiden.

Auch eine ausgewogene Ernährung, sorgfältige Mundhygiene, regelmäßige Zahnvorsorge und der Schutz der Mundschleimhaut vor kleinen Verletzungen können das Risiko verringern.

Kommen die Mundgeschwüre immer wieder, lohnt sich ein Arzt- oder Zahnarztbesuch. So lassen sich mögliche Ursachen wie ein Mangel an Eisen, Vitamin B12 oder Folsäure erkennen und behandeln.

Fazit: Aphthen auf einen Blick

  • Symptome: Aphthen bilden sich im Mund als kleine weißlich-gelbliche Stellen mit gerötetem Rand. Beim Essen, Trinken und Sprechen können sie brennen oder schmerzen.
  • Ursachen: Warum Aphthen auftreten, ist nicht vollständig geklärt. Eine genetische Veranlagung gilt als wahrscheinlich. Als mögliche Auslöser kommen unter anderem Immunreaktionen, kleine Verletzungen der Mundschleimhaut, Stress, Mangelzustände oder Infektionen infrage.
  • Verlauf: Zuerst kribbelt oder brennt es. Innerhalb von ein bis drei Tagen entsteht das typische Mundgeschwür. Kleine Aphthen heilen zumeist innerhalb von sieben bis 14 Tagen ab.
  • Diagnose: Die Ärztin oder der Arzt erkennt Aphthen in der Regel anhand ihres typischen Erscheinungsbildes.
  • Therapie: Gele, Salben und Mundspülungen können Schmerzen lindern. Bei schweren Verläufen sind meistens entzündungshemmende Medikamente nötig.
  • Vorbeugung: Aphthen sind nicht ansteckend. Wirklich vorbeugen kann man ihnen nicht. Um das Risiko zu senken, kann es helfen, Verletzungen der Mundschleimhaut zu verhindern und mögliche Auslöser zu meiden.

Häufige Fragen und Antworten zu Aphthen

Aphthen werden nicht von Viren verursacht. Im Gegensatz zu Herpes handelt es sich bei Aphthen nicht um eine Infektion. Die Mundgeschwüre entstehen auch nicht durch Bakterien und sind daher nicht von Mensch zu Mensch übertragbar.
Die genauen Gründe sind noch nicht vollständig erforscht.  Eine erbliche Anfälligkeit gilt als wahrscheinlich. Bei entsprechend anfälligen Menschen können verschiedene Faktoren die Bildung der Geschwüre begünstigen. Dazu zählen etwa eine Fehlreaktion des Abwehrsystems, kleinere Verletzungen im Mund, seelische Belastung, hormonelle Schwankungen oder ein Mangel an Eisen, Vitamin B12 oder Folsäure. Auch Infektionen, bestimmte Vorerkrankungen oder Medikamente, wie zum Beispiel Ibuprofen oder Beta-Blocker, können eine Rolle spielen.
Spezielle Gele, Salben, Sprays und Mundspülungen können die Schmerzen schnell lindern. Zusätzlich hilft es, eine weiche Zahnbürste zu benutzen, gründlich Zähne zu putzen und ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Auf scharfe, saure, sehr heiße oder harte Nahrungsmittel besser verzichten, da diese die Beschwerden verstärken können.
Es gibt nicht das eine Mittel, das für alle Betroffenen optimal ist. Die passende Behandlung hängt davon ab, wie stark die Beschwerden sind und wie lange sie andauern. Bei leichteren Fällen helfen schmerzlindernde Gele und Spülungen, bei schwereren oder häufig wiederkehrenden Aphthen verschreiben Ärztinnen und Ärzte häufig kortisonhaltige oder andere entzündungshemmende Präparate.
Saure, scharfe und sehr heiße Speisen verstärken das Brennen zusätzlich. Aggressive Mittel wie hochprozentiger Alkohol oder Essig sind ebenfalls ungünstig, weil sie die bereits geschädigte Schleimhaut weiter reizen können.
Ein Arztbesuch ist ratsam, wenn die Mundgeschwüre länger als zwei Wochen bestehen bleiben, besonders groß sind, oft wiederkommen oder sehr starke Schmerzen verursachen. Besonders wichtig wird der Gang zur Ärztin oder zum Arzt, wenn zusätzliche Symptome wie Fieber, Gewichtsverlust, Hautveränderungen, geschwollene Lymphknoten und wiederholte Durchfälle auftreten. Bei Kindern sollte ärztlicher Rat eingeholt werden, wenn sie aufgrund der Schmerzen kaum noch essen oder trinken können.
Mögliche Mangelzustände, die Aphthen begünstigen können, sind ein Mangel an Eisen, Vitamin B12 oder Folsäure. Wenn Aphthen immer wiederkehren, kann ein Arztbesuch sinnvoll sein, um solche Mängel festzustellen und entsprechend zu behandeln.
Es gibt keine wissenschaftlichen Hinweise darauf, dass Aphthen einen Zusammenhang mit dem Menstruationszyklus, der Menopause oder einer Schwangerschaft haben. Wer schwanger ist und Aphthen hat, sollte reizende Speisen meiden und auf eine schonende Mundpflege achten. Bevor Schwangere Medikamente verwenden, kann eine Beratung bei der Frauenärztin, dem Frauenarzt oder in der Apotheke Sicherheit geben. 
Fieber selbst verursacht keine Aphthen. Treten Aphthen zusammen mit Fieber auf, sollte dies ärztlich abgeklärt werden, da Fieber nicht zu den typischen Symptomen von Aphthen gehört. 

Weiterführende Informationen

  • gesund.bund.de (Abruf vom 16.09.2026): Aphthen
  • Universitätsspital Zürich (USZ) (Abruf vom 16.09.2026): Aphthen im Mund

Literatur

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