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Allergie

Kontaktallergie: Symptome, Ursachen und Behandlung

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Redaktion:

Barmer

Qualitätssicherung:

Dr. med. Utta Petzold (Dermatologin & Allergologin bei der Barmer)

Deine Haut juckt, brennt oder ist gerötet und das immer an derselben Stelle, an der ein Ring, eine Uhr, ein Pflaster oder Handschuhe sitzen? Dann steckt dahinter vielleicht eine Kontaktallergie. Wie eine Kontaktallergie entsteht, woran du sie erkennst und welche Behandlung hilft.

Was ist eine Kontaktallergie?

Eine Kontaktallergie ist eine allergische Reaktion der Haut auf bestimmte Stoffe, die sie berühren. Die Auslöser kommen zum Beispiel aus Kosmetik, Schmuck, Textilien, Pflanzen oder Handschuhen. Typisch: Die Reaktion tritt zeitverzögert auf, meist ein bis drei Tage nach dem Kontakt mit dem Stoff.

Medizinisch gehört die Kontaktallergie zu den Allergien vom Spättyp. Das Immunsystem reagiert überempfindlich: Bestimmte Zellen erkennen den Stoff als „fremd“ und lösen eine Entzündung in der Haut aus. Das kann bei dem ersten Kontakt oder auch erst nach wiederholtem Kontakt passieren.

Woran erkenne ich eine Kontaktallergie?

Die Symptome einer Kontaktallergie zeigen sich immer dort, wo der auslösende Stoff die Haut berührt. Typisch ist zum Beispiel die Stelle unter einem Ring, der Bereich unter einem Pflaster oder die Haut unter Latexhandschuhen.

Häufige Symptome einer Kontaktallergie sind:

  • gerötete Haut

  • Juckreiz

  • brennendes Gefühl

  • Schwellungen

  • nässende Bläschen

  • Krustenbildung, später oft trockene, schuppige Haut

Wenn du immer wieder an derselben Stelle solche Beschwerden hast und dort ein bestimmter Stoff aufliegt oder regelmäßig Kontakt hat, kann das auf eine Kontaktallergie hinweisen.

 

Welche Stoffe lösen eine Kontaktallergie aus?

Eine Kontaktallergie kann durch sehr unterschiedliche Substanzen ausgelöst werden. Viele davon begegnen dir im Alltag, bspw. bei Arbeit, Haushalt, Pflege oder Freizeit.

Typische Auslöser sind zum Beispiel:

  • Metalle: vor allem Nickel und Kobalt in Schmuck, Gürtelschnallen, Knöpfen oder Reißverschlüssen

  • Duftstoffe und Konservierungsstoffe in Kosmetik, Seifen, Cremes, Parfums, Reinigungsmitteln

  • Gummi und Latex, z. B. in Handschuhen oder Kondomen

  • Pflanzen, etwa bestimmte Blumen und Kräuter

  • Farbstoffe in Textilien oder Leder

Ob ein Stoff eine Kontaktallergie auslöst, hängt nicht nur von der Substanz selbst ab, sondern auch davon, wie lange und wie intensiv deine Haut damit in Berührung kommt.

Wie entsteht eine Kontaktallergie?

Damit eine Kontaktallergie entsteht, muss deine Haut mindestens einmal Kontakt mit dem auslösenden Stoff gehabt haben. Beim ersten Kontakt „lernt“ das Immunsystem den Stoff kennen. Es entwickelt eine spezielle Abwehrreaktion, ohne dass du unbedingt schon Beschwerden bemerkst.

Bei einem späteren Kontakt erkennt das Immunsystem den Stoff wieder. Dann kann es zu einer Entzündung in der Haut kommen, die du als Ausschlag, Rötung oder Juckreiz wahrnimmst. Diese Reaktion setzt oft erst nach 24 bis 72 Stunden ein, deshalb spricht man von einer Allergie vom Spättyp.

Wie wird eine Kontaktallergie festgestellt?

Wenn du den Verdacht auf eine Kontaktallergie hast, solltest du eine Hautärztin oder einen Hautarzt aufsuchen. Dort kann geprüft werden, ob eine Kontaktallergie vorliegt und welcher Stoff der Auslöser ist.

Ein wichtiger Test ist der Epikutantest (Patch-Test). Dabei werden kleine Kammern mit den Teststoffen auf deinen Rücken geklebt. Diese Pflaster bleiben in der Regel 24 bis 48 Stunden auf der Haut. Danach wird die Reaktion an den Teststellen kontrolliert.

Zeigt sich an einer der Teststellen eine typische Rötung, Schwellung oder Bläschenbildung, kann das auf eine Kontaktallergie gegen diesen Stoff hinweisen. So findet man heraus, welche Substanz du in Zukunft meiden solltest.

Ist eine Kontaktallergie heilbar?

Eine Kontaktallergie lässt sich in der Regel nicht vollständig heilen. Sobald dein Immunsystem auf einen Stoff sensibilisiert ist, kann es bei erneutem Kontakt immer wieder zu einer Reaktion kommen.

Die gute Nachricht: Wenn du den Auslöser kennst und konsequent vermeidest, kannst du Beschwerden meist sehr gut kontrollieren und Schübe deutlich reduzieren oder verhindern.

Wie wird eine Kontaktallergie behandelt?

Die Behandlung der Kontaktallergie hat zwei Ziele: den Auslöser meiden und die akuten Beschwerden lindern. Wichtige Bausteine sind:

Kontaktvermeidung

Wenn der auslösende Stoff bekannt ist, solltest du ihn so gut wie möglich meiden.

  • Beispiel: nickelfreier Schmuck, andere Handschuhmaterialien, duftstoffarme Pflegeprodukte

Hautpflege

Eine passende Hautpflege mit geeigneten Produkten unterstützt die Hautbarriere und kann Reizungen vorbeugen.

Medikamente zur Behandlung

  • Bei akuten Entzündungen kommen häufig kortisonhaltige Cremes oder Salben zum Einsatz.

  • In manchen Fällen können zusätzlich Kortison-Tabletten verordnet werden

Jedoch hat Kortison immer Nebenwirkungen: Es kann bei einer längeren Anwendung die Haut dünner, empfindlicher und fleckig machen. Deshalb sollten kortisonhaltige Präparate nur kurzzeitig und nach Rücksprache mit einem Arzt oder einer Ärztin aufgetragen werden.

Therapie mit UV-Licht

Wenn ein Ekzem bereits chronisch geworden ist, kann auch eine Bestrahlung mit UV-Licht (UVB-Therapie) oder aber Bestrahlungen mit UV-A-Licht sinnvoll sein.

Welche Behandlung zu dir passt, hängt von deinen Beschwerden, dem betroffenen Hautbereich und dem Auslöser ab. Das besprichst du am besten individuell mit der behandelnden Ärztin oder dem Arzt.

Kontaktallergie im Alltag: was kannst du tun?

Wenn eine Kontaktallergie bei dir festgestellt wurde, geht es im Alltag vor allem darum, den Kontakt mit dem Auslöser zu vermeiden. Dabei helfen dir konkrete Anpassungen:

  • Schmuck und Accessoires wählen, die den auslösenden Stoff nicht enthalten

  • Handschuhe aus verträglichen Materialien nutzen

  • Pflegeprodukte und Reinigungsmittel ohne den allergieauslösenden Stoff verwenden

  • Arbeitsabläufe anpassen, wenn bestimmte Stoffe im Job eine Rolle spielen

So senkst du das Risiko neuer Schübe und entlastest deine Haut dauerhaft.

Häufige Fragen und Antworten zu Kontaktallergien

Eine Kontaktallergie ist eine Form der allergischen Hautreaktion, bei der das Immunsystem auf bestimmte Stoffe (Allergene) reagiert, die mit der Haut in Berührung kommen. Diese Reaktion erfolgt meist verzögert, oft erst Stunden bis Tage nach dem Kontakt. Die Haut reagiert dann mit Entzündungen oder Ekzemen.
Die Kontaktallergie entsteht durch eine Sensibilisierung des Immunsystems gegen eine eigentlich harmlose Substanz. Nach erstem Kontakt bildet der Körper Abwehrzellen, die bei erneutem Kontakt eine überschießende Immunreaktion auslösen und Hautveränderungen hervorrufen.

Typische Symptome sind:

  • Hautrötung
  • Juckreiz und Brennen
  • Quaddeln oder Bläschen
  • Nässen oder Schuppenbildung
  • Krustenbildung oder chronische Verdickung der Haut
    Die Beschwerden erscheinen meist an den Stellen, die mit dem Allergen in Kontakt kamen.
Kontaktallergien sind relativ häufig: Studien zeigen, dass ein großer Teil der Bevölkerung gegen mindestens eine Substanz, die die Haut berührt, sensibilisiert ist.

Häufige Allergene sind:

  • Metalle wie Nickel
  • Duftstoffe oder Konservierungsstoffe in Kosmetika
  • Pflanzenstoffe und ätherische Öle
  • Latex
  • Klebstoffe oder Chemikalien
    Diese können in Schmuck, Kleidung, Pflegeprodukten oder Haushaltsmitteln vorkommen.
Ein Hautarzt, eine Hautärztin oder Allergologe oder Allergologin führt meist einen Epikutantest (Patch-Test) durch: Dabei werden mögliche Allergene über zwei bis drei Tage mit Pflastern auf die Haut aufgebracht, und die Reaktion darauf wird beobachtet, um den Auslöser zu identifizieren.
Eine Kontaktallergie ist nicht vollständig heilbar, weil die Sensibilisierung meist ein Leben lang besteht. Die beste Maßnahme ist, den Kontakt mit dem auslösenden Allergen so gut wie möglich zu vermeiden.
  • Kontakt mit dem Allergen vermeiden
  • Betroffene Hautstellen reinigen und mit rückfettenden Pflegeprodukten behandeln
  • Arztbesuch bei anhaltenden Beschwerden, bei dem ggf. kortisonhaltige Salben verordnet werden, um Entzündungen zu reduzieren
  • In schweren Fällen kann bei ärztlicher Kontrolle eine andere Therapie wie UV-Licht-Behandlung erforderlich sein.
Ist der Kontaktallergie-Auslöser beruflich bedingt (z. B. bei Friseuren), sollte der Hautarzt oder die Hautärztin oder Betriebsarzt oder Betriebsärztin den Fall melden. Wenn die Erkrankung als Berufskrankheit anerkannt wird, können Schutzmaßnahmen finanziell unterstützt werden.

Literatur

  • Zentrum für Rhinologie und Allergologie (Abruf: 25. Juni 2020):  Kontaktallergien
  • Deutscher Allergie- und Asthmabund (Abruf: 22. Juni 2020): Die Kontaktallergie
  • HelmholtzZentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt (Abruf: 22. Juni 2020): Kontaktallergene

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