Kolloidales Silber: Wasser mit Silberpartikeln
Kolloidales Silber ist eine Flüssigkeit, in der winzige Silberpartikel (je nach Definition bis zu 1.000 Nanometer groß) in Wasser verteilt sind. Da die Silberpartikel extrem klein sind, schweben sie dauerhaft in der Flüssigkeit, ohne sich abzusetzen – deshalb erscheint die Lösung über längere Zeit hinweg gleichmäßig. Die Flüssigkeit sieht meist wie klares Wasser mit einem leicht metallischen Schimmer aus und wird deshalb auch als Silberwasser bezeichnet. Kolloidales Silber wird in der Regel in flüssiger Form eingenommen – typischerweise tropfenweise, direkt oder verdünnt in einem Glas Wasser. Manchmal wird es auch unter die Zunge geträufelt.
Kolloidales Silber ist frei verkäuflich im Internet und auch in Apotheken erhältlich. Es wird aufgrund seiner angeblich antibakteriellen Wirkung für die Behandlung von Schnupfen, Grippe und vielen weiteren Krankheiten beworben. Doch was ist da dran? Wie wirkt Silber überhaupt, welche Risiken bestehen?
Seit Jahrhunderten bekannt: Die antibakterielle Wirkung von Silber
Bereits im Altertum wurden Trinkwasser und verderbliche Nahrungsmittel in Silbergefäßen gelagert, um sie länger haltbar zu machen und Keime abzutöten. Heute findet Silber in der Medizin zum Beispiel in Wundverbänden oder Implantaten wie Hüftgelenk- und Zahnprothesen Anwendung, um bakterielle Infektionen zu verhindern. Auch in der Industrie dient es als keimhemmender Zusatzstoff, etwa bei der Wasseraufbereitung oder Verpackungen. Die Wirkung beruht auf Silberionen. Das sind elektrisch geladene Silberteilchen, die entstehen, wenn sich Silber im Wasser löst. Die Silberionen binden sich an verschiedene Eiweiße in dem Bakterium und blockieren deren Funktion – das Bakterium stirbt ab.
Wichtig: Dieser Mechanismus kann auch körpereigene Zellen beeinträchtigen. Deshalb wird Silber in der Medizin meist nur äußerlich, gezielt und wenn möglich zeitlich begrenzt eingesetzt.