Erst Hitze, dann Abkühlung, und zwischen den Saunagängen eine gemütliche Pause – für viele Menschen bedeutet Sauna Entspannung pur. Das Wechselbad der Temperaturen soll zudem die Abwehrkräfte pushen und sich positiv aufs Herz und auch auf das Nervensystem auswirken. Und obendrein soll das Saunieren glücklich machen. Was ist da dran, wie gesund ist die Sauna wirklich?
Sauna: Wie gesund ist sie wirklich?
Wieso gehen Menschen in die Sauna?
Saunieren ist nicht nur in Finnland, sondern auch hierzulande eine Art Volks-Hobby: Rund 5 Millionen Menschen ab 14 Jahren haben im Jahr 2025 regelmäßig die wohltuende Hitze aufgesucht. Was schätzen sie am großen Schwitzen besonders? Eine internationale Umfrage ergab, dass die Saunabesuche in erster Linie zur Entspannung dienen, gefolgt von allgemeinem Vergnügen, Kräftigung und sozialem Austausch. Viele Befragte besuchen die Sauna außerdem, um Schmerzen zu lindern, den Kreislauf zu stärken und den Schlaf zu verbessern.
Was bewirkt die Sauna im Körper?
In der finnischen Sauna herrschen hohe Temperaturen. Wie gesund sind sie, und was passiert während der Saunagänge und der sich anschließenden Pausen im Körper?
Körperliche Reaktionen während des Saunagangs
Die trockene Hitze in der klassischen Sauna wirkt sich auf verschiedene Weise auf den Kreislauf und den Organismus aus:
- Die Körpertemperatur steigt um etwa 1 °C an. Der Körper beginnt zu schwitzen, um dem entgegenzuwirken. Dadurch verlieren wir Flüssigkeit – nicht etwa Körpergewicht. Auch für eine allgemeine Entgiftung, die der Sauna oft nachgesagt wird, gibt es bisher keine ausreichenden Nachweise.
- Der Herzschlag erhöht sich auf etwa 120 bis 150 Schläge pro Minute. Bei gesunden Personen liegt die Herzfrequenz im Ruhezustand bei etwa 60 bis 80 Schlägen pro Minute.
- Der Blutdruck steigt während des Saunagangs an.
- Die Menge an Blut, die vom Herzen in einem bestimmten Zeitraum in den Körper gepumpt wird, erhöht sich.
- Die Blutgefäße weiten sich, und ein Teil des Blutes verteilt sich von den Organen zu den äußeren Körperbereichen, also etwa zu Haut, Armen und Beinen.
Ein Saunagang hat somit ähnliche Auswirkungen auf den Körper wie eine kurze moderate Sporteinheit.
Körperliche Reaktionen nach dem Saunagang
Direkt nach der Sauna passt sich der Körper erneut an. Die Körpertemperatur geht wieder zurück, und der Herzschlag normalisiert sich. Auch der Blutdruck sinkt nach dem Saunabesuch – interessanterweise auf Werte, die unterhalb des Blutdrucks vor dem Besuch liegen. Das ist etwa für Menschen mit Bluthochdruck vorteilhaft.
Welche Vorteile hat der Gang in die Sauna für die Gesundheit?
Die ersten Effekte des Aufenthalts in einer heißen Sauna sind direkt sicht- und messbar: Der Schweiß läuft, die Haut rötet sich, der Puls steigt, und im Anschluss sinkt direkt der Blutdruck. Doch wie sieht es auf lange Sicht aus, wie gesund sind regelmäßige Besuche der Sauna? Laut Prof. Dr. Axel Schmermund, Kardiologe im wissenschaftlichen Beirat der Patientenorganisation Deutsche Herzstiftung, haben regelmäßige Saunagänge durchaus ein gesundheitliches Potenzial: „Man kann mit guter Sicherheit sagen, dass häufige, auch intensive Saunagänge nicht schädlich sind. Ganz im Gegenteil. Leute, die das praktizieren, leben eher länger und besser.“
Sauna: Gut für das Herz und den Kreislauf
Zu den wichtigsten gesundheitlichen Vorteilen zählt, dass regelmäßiges Saunieren offenbar das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck, Erkrankungen der Herzkranzgefäße, Schlaganfall und plötzlichen Herztod senken kann. Eine finnische Studie mit Männern, die unterschiedlich häufig in die Sauna gingen, hat gezeigt: Bei Saunagängern, die etwa vier- bis siebenmal wöchentlich saunierten, waren die gesundheitlichen Vorteile stärker ausgeprägt als bei den Personen, die seltener eine Sauna aufsuchten.
Mögliche positive Auswirkungen der Sauna auf die Gesundheit
- Der Blutdruck wird reduziert.
- Die Funktion der Innenhaut der Blutgefäße verbessert sich, die Blutgefäße sind weniger steif. Verhärtete Arterien erhöhen dagegen beispielsweise das Risiko für Komplikationen des Herzens wie einen Herzinfarkt oder Schlaganfall.
- Das autonome (auch vegetatives oder unwillentliches) Nervensystem, dem zum Beispiel auch der Herzschlag unterliegt, wird positiv beeinflusst.
- Entzündungen und oxidativer Stress können reduziert werden. Oxidativer Stress entsteht in Zellen oder Geweben, wenn ein Übermaß an sogenannten reaktiven Sauerstoffverbindungen vorliegt, die Körperstrukturen wie das Erbgut angreifen können.
- Bestimmte Blutwerte wie die Blutfettwerte können sich verbessern, aber auch Entzündungswerte und die Werte von Hormonen wie dem Stresshormon Cortisol.
Allerdings sind diese Effekte mit Vorsicht zu beachten: In vielen Studien waren die Auswirkungen nur dann besonders ausgeprägt, wenn Menschen die Sauna häufiger aufsuchten, also etwa vier- bis siebenmal pro Woche wie in der oben genannten finnischen Studie.
Der regelmäßige Gang in die Sauna kann richtig gesund sein: Es gibt Hinweise auf gesundheitliche Benefits für Haut, Lungen und die mentale Gesundheit.
Weitere gesundheitliche Effekte der Sauna
Untersuchungen zeigten, dass regelmäßiges Saunieren noch weitere positive Auswirkungen auf die Gesundheit haben kann.
- Reduktion des Demenzrisikos: Die Ursache dafür ist noch nicht geklärt. Ein Faktor könnte sein, dass sich die Effekte der Sauna auf das Herz-Kreislauf-System auch positiv auf das Gehirn auswirken. Die positiven Gefühle wären des Saunabesuchs können ebenfalls eine Rolle spielen.
- Verbesserung der Lungenfunktion: Saunieren kann sich positiv auf Lungenerkrankungen wie Asthma und die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) auswirken.
- Linderung von Schmerzen: Regelmäßige Besuche der Sauna können offenbar auch positive Auswirkungen auf mit Schmerzen verbundene Erkrankungen wie rheumatoide Arthritis sowie auf Kopfschmerzen haben. Insbesondere bei Spannungskopfschmerzen scheint Saunieren durch Muskelentspannung Linderung verschaffen zu können.
- Stärkung der Hautbarriere: Die oberste Hautschicht kann bei häufigen Saunabesuchen stärker mit Flüssigkeit versorgt werden und sich besser von Flüssigkeitsverlusten und Veränderungen des Säureschutzmantels erholen.
- Reduktion von Stress und Steigerung des allgemeinen Wohlbefindens: Menschen, die regelmäßig saunieren, fühlen sich entspannter.
- Abschwächung von Entzündungsprozessen: Häufige Saunagänge können Entzündungswerte wie das C-reaktive Protein und entzündungsfördernde Botenstoffe der Immunzellen wie Interleukine reduzieren.
- Stärkung des Immunsystems: Die regelmäßige Saunanutzung scheint das Risiko für Lungenentzündungen und andere Infektionen wie Erkältungskrankheiten zu verringern.
Gesundheitliche Risiken: Wer darf nicht in die Sauna?
Obwohl der Besuch einer Sauna für die meisten Menschen unbedenklich ist, sollte in bestimmten Fällen vorsichtshalber darauf verzichtet werden. Das gilt insbesondere für Personen mit akuten Infekten, Fieber und akuten Entzündungen. Vorsicht ist außerdem geboten bei niedrigem Blutdruck, da die Sauna den Blutdruck weiter senken kann und dann die Gefahr einer Ohnmacht besteht. Schwangere sollten Saunabesuche vorab mit ihrer Gynäkologin oder ihrem Gynäkologen besprechen.
Menschen mit akuten Herzbeschwerden sollten die Sauna ebenfalls meiden. Das betrifft unter anderem folgende Erkrankungen:
- Wiederkehrend auftretende Brustenge oder eine instabile Erkrankung der Herzkranzgefäße
- Kürzlich erfolgter Herzinfarkt
- Unkontrollierter Bluthochdruck
- Instabile Herzschwäche
- Schwere Verengung der Aortenklappen
Bei Unsicherheiten ist eine vorherige kardiologische Abklärung ratsam, also ein Gespräch mit einer Herzspezialistin oder einem Herzspezialisten.
Worauf ist bei Saunabesuchen zu achten?
Saunieren ist keine Wissenschaft, einige Aspekte sollten aber doch beachtet werden. Wir haben insbesondere für den reibungslosen Einstieg die wichtigsten Empfehlungen des Deutschen Sauna-Bunds zusammengefasst:
- Vor dem Besuch aus hygienischen Gründen duschen. Im Anschluss die Haut gut abtrocknen.
- Das Saunatuch in der Sauna unter den ganzen Körper legen, damit kein Schweiß auf das Holz gelangt.
- Acht bis fünfzehn Minuten in der Hitze der Sauna reichen völlig aus. Wer sich währenddessen hinlegt, sollte die letzten zwei Minuten im Sitzen verbringen, um den Kreislauf nach dem Liegen an die aufrechte Haltung zu gewöhnen.
- Zum Abkühlen möglichst zuerst an die frische Luft gehen, danach mit Wasser abkühlen. Von eiskalten Abkühlungen nach der Sauna rät der Kardiologe Prof. Dr. Schmermund ab – auch gesunden Menschen. „Für den Kreislauf ist das eine erhebliche Belastung“, warnt der Experte. Besser seien sanfte Temperaturübergänge.
- Zwischen den Saunagängen Pausen einlegen.
- Drei Saunagänge sind ausreichend.
- In den Pausen und nach dem Saunabesuch ausreichend trinken, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen.
Wichtig: Vor und während des Saunabesuchs sollte kein Alkohol getrunken werden. Alkohol erhöht das Risiko für einen Blutdruckabfall, weitere Herzkomplikationen und Unfälle.
Verantwortungsvolles Saunieren ist sicher und gesund, kann zudem zur Entspannung beitragen und das Wohlbefinden fördern. Noch besser für das Herz scheint eine Kombination aus regelmäßiger körperlicher Aktivität und regelmäßigen Saunabesuchen zu sein. Sport und Sauna haben offenbar ähnliche Effekte und wirken daher idealerweise zusammen.
Häufige Fragen und Antworten zur Sauna
Literatur und weiterführende Informationen
- Christos Tsagkaris, et al. (Abruf vom 26.01.2026): Infrared Radiation in the Management of Musculoskeletal Conditions and Chronic Pain: A Systematic Review
- Cochrane (Abruf vom 26.01.2026): Könnten niedrigere Blutdruckzielwerte im Vergleich zu Standardzielwerten zusätzliche gesundheitliche Vorteile für Menschen mit chronischer Nierenerkrankung und Bluthochdruck bieten?
- Deutscher Sauna-Bund e. V. (Abruf vom 26.01.2026): Zehn Goldene Regeln für gesundheitsförderndes Saunabaden
- Deutsche Herzstiftung e. V. (Abruf vom 26.01.2026): Welcher Puls ist normal?
- Deutsches Ärzteblatt (Abruf vom 26.01.2026): Demenz: Mehrere Saunagänge die Woche reduzieren das Risiko
- Deutsches Ärzteblatt (Abruf vom 26.01.2026): Saunabesucher leben länger
- Deutsches Krebsforschungszentrum (Abruf vom 26.01.2026): Oxidativer Stress: harmloser als gedacht?
- Deutsche Sporthochschule Köln (Abruf vom 26.01.2026): Herzratenvariabilität - was ist das und warum ist sie wichtig im Sport und Gesundheitsmanagement?
- Deutsche UNESCO-Kommission (Abruf vom 26.01.2026): UNESCO erkennt 14 Traditionen als Immaterielles Kulturerbe der Menschheit an
- Ilkka Heinonen, Jari A. Laukkanen (Abruf vom 26.01.2026): Effects of heat and cold on health, with special reference to Finnish sauna bathing
- Jari A. Laukkanen, Tanjaniina Laukkanen, Setor K. Kunutsor (Abruf vom 26.01.2026): Cardiovascular and Other Health Benefits of Sauna Bathing: A Review of the Evidence
- Jari A. Laukkanen, Setor K. Kunutsor (Abruf vom 26.01.2026): The multifaceted benefits of passive heat therapies for extending the healthspan: A comprehensive review with a focus on Finnish sauna
- Jessica K. Atencio, et al. (Abruf vom 26.01.2026): Comparison of thermoregulatory, cardiovascular, and immune responses to different passive heat therapy modalities
- Joy N. Hussain, Ronda F. Greaves, Marc M Cohen (Abruf vom 26.01.2026): A hot topic for health: Results of the Global Sauna Survey
- Oliver Driesen (Abruf vom 26.01.2026): Sauna-Bund: Wohlige Wärme selbst nach Infarkt
- Rafał Szafraniec, Rafał Poręba, Jarosław Domaradzki (Abruf vom 26.01.2026): Acute Finnish sauna heating and cold water immersion effects on cardiovascular dynamic response in normotensive women
- Rhonda P. Patrick, Teresa L. Johnson (Abruf vom 26.01.2026): Sauna use as a lifestyle practice to extend healthspan
- Sascha Ketelhut, Reinhard G. Ketelhut (Abruf vom 26.01.2026): The blood pressure and heart rate during sauna bath correspond to cardiac responses during submaximal dynamic exercise
- Statista (Abruf vom 26.01.2026): Anzahl der Personen in Deutschland, die in der Freizeit in die Sauna oder ins Dampfbad gehen, nach Häufigkeit von 2019 bis 2025
- Susan J. Zieman, Vojtech Melenovsky, David A. Kass (Abruf vom 26.01.2026): Mechanisms, Pathophysiology, and Therapy of Arterial Stiffness
- Tanjaniina Laukkanen et al. (Abruf vom 26.01.2026): Acute effects of sauna bathing on cardiovascular function
- Tanjaniina Laukkanen, Hassan Khan, Francesco Zaccardi, Jari A. Laukkanen (Abruf vom 26.01.2026): Association between sauna bathing and fatal cardiovascular and all-cause mortality events