Zwei junge Frauen in einer Sauna
Vorsorge & Früherkennung

Sauna: Wie gesund ist sie wirklich?

Lesedauer weniger als 11 Min

Redaktion:

Dr. med. Madeleine Vinnemeier (Ärztin, Content Fleet GmbH)

Qualitätssicherung:

Dr. med. Carla Knobloch (Ärztin, Content Fleet GmbH)

Sauna-Fakten im Überblick

Sauna wirkt wie eine Sport-Session

Die Sauna hat sehr ähnliche Effekte wie eine kurze und moderate Sporteinheit. Der Körper gerät ins Schwitzen, zudem steigen Körpertemperatur, Puls und Blutdruck. 

Sauna tut dem Herzen gut

Häufige und regelmäßige Saunabesuche scheinen langfristig positive Effekte auf Blutdruck, Blutgefäße, Blutwerte, Entzündungen und sogar aufs Nervensystem zu haben.

Sauna ist meist unbedenklich

Menschen mit akuten Infekten oder Herzbeschwerden sollten auf Saunabesuche verzichten. Für gesunde Personen ist das Saunieren dagegen in der Regel problemlos möglich. 

Erst Hitze, dann Abkühlung, und zwischen den Saunagängen eine gemütliche Pause – für viele Menschen bedeutet Sauna Entspannung pur. Das Wechselbad der Temperaturen soll zudem die Abwehrkräfte pushen und sich positiv aufs Herz und auch auf das Nervensystem auswirken. Und obendrein soll das Saunieren glücklich machen. Was ist da dran, wie gesund ist die Sauna wirklich? 

Wieso gehen Menschen in die Sauna?

Saunieren ist nicht nur in Finnland, sondern auch hierzulande eine Art Volks-Hobby: Rund 5 Millionen Menschen ab 14 Jahren haben im Jahr 2025 regelmäßig die wohltuende Hitze aufgesucht. Was schätzen sie am großen Schwitzen besonders? Eine internationale Umfrage ergab, dass die Saunabesuche in erster Linie zur Entspannung dienen, gefolgt von allgemeinem Vergnügen, Kräftigung und sozialem Austausch. Viele Befragte besuchen die Sauna außerdem, um Schmerzen zu lindern, den Kreislauf zu stärken und den Schlaf zu verbessern.

Was bewirkt die Sauna im Körper? 

In der finnischen Sauna herrschen hohe Temperaturen. Wie gesund sind sie, und was passiert während der Saunagänge und der sich anschließenden Pausen im Körper?

Körperliche Reaktionen während des Saunagangs

Die trockene Hitze in der klassischen Sauna wirkt sich auf verschiedene Weise auf den Kreislauf und den Organismus aus: 

  • Die Körpertemperatur steigt um etwa 1 °C an. Der Körper beginnt zu schwitzen, um dem entgegenzuwirken. Dadurch verlieren wir Flüssigkeit – nicht etwa Körpergewicht. Auch für eine allgemeine Entgiftung, die der Sauna oft nachgesagt wird, gibt es bisher keine ausreichenden Nachweise.
  • Der Herzschlag erhöht sich auf etwa 120 bis 150 Schläge pro Minute. Bei gesunden Personen liegt die Herzfrequenz im Ruhezustand bei etwa 60 bis 80 Schlägen pro Minute.
  • Der Blutdruck steigt während des Saunagangs an.
  • Die Menge an Blut, die vom Herzen in einem bestimmten Zeitraum in den Körper gepumpt wird, erhöht sich.
  • Die Blutgefäße weiten sich, und ein Teil des Blutes verteilt sich von den Organen zu den äußeren Körperbereichen, also etwa zu Haut, Armen und Beinen. 

Ein Saunagang hat somit ähnliche Auswirkungen auf den Körper wie eine kurze moderate Sporteinheit.

Körperliche Reaktionen nach dem Saunagang

Direkt nach der Sauna passt sich der Körper erneut an. Die Körpertemperatur geht wieder zurück, und der Herzschlag normalisiert sich. Auch der Blutdruck sinkt nach dem Saunabesuch – interessanterweise auf Werte, die unterhalb des Blutdrucks vor dem Besuch liegen. Das ist etwa für Menschen mit Bluthochdruck vorteilhaft.

Welche Vorteile hat der Gang in die Sauna für die Gesundheit? 

Die ersten Effekte des Aufenthalts in einer heißen Sauna sind direkt sicht- und messbar: Der Schweiß läuft, die Haut rötet sich, der Puls steigt, und im Anschluss sinkt direkt der Blutdruck. Doch wie sieht es auf lange Sicht aus, wie gesund sind regelmäßige Besuche der Sauna? Laut Prof. Dr. Axel Schmermund, Kardiologe im wissenschaftlichen Beirat der Patientenorganisation Deutsche Herzstiftung, haben regelmäßige Saunagänge durchaus ein gesundheitliches Potenzial: „Man kann mit guter Sicherheit sagen, dass häufige, auch intensive Saunagänge nicht schädlich sind. Ganz im Gegenteil. Leute, die das praktizieren, leben eher länger und besser.“

Sauna: Gut für das Herz und den Kreislauf

Zu den wichtigsten gesundheitlichen Vorteilen zählt, dass regelmäßiges Saunieren offenbar das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck, Erkrankungen der Herzkranzgefäße, Schlaganfall und plötzlichen Herztod senken kann. Eine finnische Studie mit Männern, die unterschiedlich häufig in die Sauna gingen, hat gezeigt: Bei Saunagängern, die etwa vier- bis siebenmal wöchentlich saunierten, waren die gesundheitlichen Vorteile stärker ausgeprägt als bei den Personen, die seltener eine Sauna aufsuchten. 

Mögliche positive Auswirkungen der Sauna auf die Gesundheit 

  • Der Blutdruck wird reduziert.
  • Die Funktion der Innenhaut der Blutgefäße verbessert sich, die Blutgefäße sind weniger steif. Verhärtete Arterien erhöhen dagegen beispielsweise das Risiko für Komplikationen des Herzens wie einen Herzinfarkt oder Schlaganfall.
  • Das autonome (auch vegetatives oder unwillentliches) Nervensystem, dem zum Beispiel auch der Herzschlag unterliegt, wird positiv beeinflusst.
  • Entzündungen und oxidativer Stress können reduziert werden. Oxidativer Stress entsteht in Zellen oder Geweben, wenn ein Übermaß an sogenannten reaktiven Sauerstoffverbindungen vorliegt, die Körperstrukturen wie das Erbgut angreifen können.
  • Bestimmte Blutwerte wie die Blutfettwerte können sich verbessern, aber auch Entzündungswerte und die Werte von Hormonen wie dem Stresshormon Cortisol. 

Allerdings sind diese Effekte mit Vorsicht zu beachten: In vielen Studien waren die Auswirkungen nur dann besonders ausgeprägt, wenn Menschen die Sauna häufiger aufsuchten, also etwa vier- bis siebenmal pro Woche wie in der oben genannten finnischen Studie.

Eine junge Frau mit Handtuch an einem sonnigen Tag im Badezimmer

Der regelmäßige Gang in die Sauna kann richtig gesund sein: Es gibt Hinweise auf gesundheitliche Benefits für Haut, Lungen und die mentale Gesundheit.

Weitere gesundheitliche Effekte der Sauna

Untersuchungen zeigten, dass regelmäßiges Saunieren noch weitere positive Auswirkungen auf die Gesundheit haben kann.

  • Reduktion des Demenzrisikos: Die Ursache dafür ist noch nicht geklärt. Ein Faktor könnte sein, dass sich die Effekte der Sauna auf das Herz-Kreislauf-System auch positiv auf das Gehirn auswirken. Die positiven Gefühle wären des Saunabesuchs können ebenfalls eine Rolle spielen.
  • Verbesserung der Lungenfunktion: Saunieren kann sich positiv auf Lungenerkrankungen wie Asthma und die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) auswirken.
  • Linderung von Schmerzen: Regelmäßige Besuche der Sauna können offenbar auch positive Auswirkungen auf mit Schmerzen verbundene Erkrankungen wie rheumatoide Arthritis sowie auf Kopfschmerzen haben. Insbesondere bei Spannungskopfschmerzen scheint Saunieren durch Muskelentspannung Linderung verschaffen zu können.
  • Stärkung der Hautbarriere: Die oberste Hautschicht kann bei häufigen Saunabesuchen stärker mit Flüssigkeit versorgt werden und sich besser von Flüssigkeitsverlusten und Veränderungen des Säureschutzmantels erholen.
  • Reduktion von Stress und Steigerung des allgemeinen Wohlbefindens: Menschen, die regelmäßig saunieren, fühlen sich entspannter.
  • Abschwächung von Entzündungsprozessen: Häufige Saunagänge können Entzündungswerte wie das C-reaktive Protein und entzündungsfördernde Botenstoffe der Immunzellen wie Interleukine reduzieren.
  • Stärkung des Immunsystems: Die regelmäßige Saunanutzung scheint das Risiko für Lungenentzündungen und andere Infektionen wie Erkältungskrankheiten zu verringern.

Gesundheitliche Risiken: Wer darf nicht in die Sauna?

Obwohl der Besuch einer Sauna für die meisten Menschen unbedenklich ist, sollte in bestimmten Fällen vorsichtshalber darauf verzichtet werden. Das gilt insbesondere für Personen mit akuten Infekten, Fieber und akuten Entzündungen. Vorsicht ist außerdem geboten bei niedrigem Blutdruck, da die Sauna den Blutdruck weiter senken kann und dann die Gefahr einer Ohnmacht besteht. Schwangere sollten Saunabesuche vorab mit ihrer Gynäkologin oder ihrem Gynäkologen besprechen.

Menschen mit akuten Herzbeschwerden sollten die Sauna ebenfalls meiden. Das betrifft unter anderem folgende Erkrankungen: 

  • Wiederkehrend auftretende Brustenge oder eine instabile Erkrankung der Herzkranzgefäße
  • Kürzlich erfolgter Herzinfarkt
  • Unkontrollierter Bluthochdruck
  • Instabile Herzschwäche
  • Schwere Verengung der Aortenklappen 

Bei Unsicherheiten ist eine vorherige kardiologische Abklärung ratsam, also ein Gespräch mit einer Herzspezialistin oder einem Herzspezialisten. 

Worauf ist bei Saunabesuchen zu achten? 

Saunieren ist keine Wissenschaft, einige Aspekte sollten aber doch beachtet werden. Wir haben insbesondere für den reibungslosen Einstieg die wichtigsten Empfehlungen des Deutschen Sauna-Bunds zusammengefasst: 

  • Vor dem Besuch aus hygienischen Gründen duschen. Im Anschluss die Haut gut abtrocknen.
  • Das Saunatuch in der Sauna unter den ganzen Körper legen, damit kein Schweiß auf das Holz gelangt. 
  • Acht bis fünfzehn Minuten in der Hitze der Sauna reichen völlig aus. Wer sich währenddessen hinlegt, sollte die letzten zwei Minuten im Sitzen verbringen, um den Kreislauf nach dem Liegen an die aufrechte Haltung zu gewöhnen. 
  • Zum Abkühlen möglichst zuerst an die frische Luft gehen, danach mit Wasser abkühlen. Von eiskalten Abkühlungen nach der Sauna rät der Kardiologe Prof. Dr. Schmermund ab – auch gesunden Menschen. „Für den Kreislauf ist das eine erhebliche Belastung“, warnt der Experte. Besser seien sanfte Temperaturübergänge. 
  • Zwischen den Saunagängen Pausen einlegen. 
  • Drei Saunagänge sind ausreichend. 
  • In den Pausen und nach dem Saunabesuch ausreichend trinken, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen. 

Wichtig: Vor und während des Saunabesuchs sollte kein Alkohol getrunken werden. Alkohol erhöht das Risiko für einen Blutdruckabfall, weitere Herzkomplikationen und Unfälle. 

Verantwortungsvolles Saunieren ist sicher und gesund, kann zudem zur Entspannung beitragen und das Wohlbefinden fördern. Noch besser für das Herz scheint eine Kombination aus regelmäßiger körperlicher Aktivität und regelmäßigen Saunabesuchen zu sein. Sport und Sauna haben offenbar ähnliche Effekte und wirken daher idealerweise zusammen.

Häufige Fragen und Antworten zur Sauna

Regelmäßiges Saunieren kann das Risiko für Herzprobleme und Gefäßerkrankungen verringern. Die Wärmebehandlung verbessert die Elastizität der Blutgefäße und senkt den Blutdruck langfristig. Auch Entzündungswerte und Stresshormone werden positiv beeinflusst. Zusätzlich können Schmerzen gelindert, die Abwehrkräfte gestärkt und das allgemeine Wohlbefinden gesteigert werden. Die Lungenfunktion und sogar das Demenzrisiko scheinen sich durch häufige Saunabesuche zu verbessern.
Menschen mit akuten Infektionen, Fieber oder Entzündungen sollten die Sauna meiden. Bei niedrigem Blutdruck besteht die Gefahr einer Ohnmacht, da die Hitze den Druck weiter senken kann. Personen mit akuten Herzproblemen wie kürzlichem Infarkt, instabiler Herzschwäche oder unkontrolliertem Bluthochdruck sollten ebenfalls verzichten. Alkoholkonsum vor oder während des Saunagangs erhöht das Risiko für Kreislaufprobleme und Unfälle. Schwangere sollten vorher mit ihrer Frauenärztin oder ihrem Frauenarzt sprechen.
Die positiven Gesundheitseffekte sind besonders ausgeprägt, wenn die Saunabesuche häufiger durchgeführt werden, also mehrmals pro Woche. Ein einzelner Saunagang sollte zwischen fünf und maximal zwanzig Minuten dauern, wobei acht bis fünfzehn Minuten als ideal gelten. Üblicherweise werden zwei bis drei Durchgänge mit Abkühlphasen und Ruhepausen dazwischen empfohlen.
Vor dem Saunagang sollte man duschen und sich danach gut abtrocknen. Wer sich in der Sauna hinlegt, sollte die letzten zwei Minuten aufrecht sitzen, um den Kreislauf zu schonen. Nach der Hitze empfiehlt sich zunächst frische Luft, dann eine Abkühlung mit Wasser – allerdings nicht eiskalt, da dies den Kreislauf stark belastet. Zwischen den Durchgängen sind Ruhepausen wichtig. Ausreichendes Trinken gleicht den Flüssigkeitsverlust aus.
Für gesunde Menschen ist Saunieren in der Regel problemlos möglich und empfehlenswert. Besonders Menschen, die ihr Herz-Kreislauf-System stärken oder Stress abbauen möchten, profitieren davon. Nicht geeignet ist die Sauna für Personen mit akuten Infekten, Fieber, instabilen Herzerkrankungen oder sehr niedrigem Blutdruck. Bei Unsicherheiten sollte vorab eine Ärztin oder ein Arzt befragt werden.
In der finnischen Sauna herrscht eine trockene Hitze bei Temperaturen von 80 bis 100 °C, Aufgüsse heben die Luftfeuchtigkeit durch heißen Wasserdampf phasenweise an. Die Temperatur in Dampfbädern beträgt nur etwa 43 °C, die Luftfeuchtigkeit dagegen 100 Prozent. Das kann für Menschen mit Atemwegs- oder Herzerkrankungen belastend sein. In der Infrarotkabine kommen Wärmestrahlen bei einer Raumtemperatur von etwa 45 bis 60 °C zum Einsatz, sie ist dadurch schonender. 
Nein, beim Saunieren verliert man lediglich Flüssigkeit durch Schwitzen, aber kein Körpergewicht. Eine entgiftende Wirkung ist bisher nicht ausreichend belegt.
Vor dem Saunagang sollte man aus Hygienegründen duschen und die Haut abtrocknen. Wichtig ist ein Handtuch unter dem gesamten Körper, damit kein Schweiß auf das Holz gelangt. Nach dem Schwitzen sind sanfte Temperaturübergänge statt eiskalter Abkühlung zu bevorzugen. Ausreichendes Trinken in den Pausen und danach gleicht den Flüssigkeitsverlust aus. Alkohol sollte vor und während des Saunierens unbedingt vermieden werden, da er das Risiko für Kreislaufprobleme erhöht.
Regelmäßiges Saunieren scheint das Risiko für Erkältungen, Lungenentzündungen und andere Infekte senken zu können. Bei Muskel- und Gelenkschmerzen sowie rheumatischen Beschwerden können häufige Saunabesuche Linderung verschaffen. Spannungskopfschmerzen können durch die entspannende Wirkung auf die Muskulatur positiv beeinflusst werden. Bei akuten Infekten oder Fieber sollte man allerdings auf die Sauna verzichten.
Vor dem Saunabesuch sollte man sich aus hygienischen Gründen duschen. Ein Saunatuch sollte so ausgebreitet werden, dass es unter dem gesamten Körper liegt und kein Schweiß auf das Holz tropft.

Literatur und weiterführende Informationen

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