Sucht

Was im Körper passiert, wenn du mit dem Rauchen aufhörst

Lesedauer unter 4 Minuten
Eine junge Frau schaut in den Spiegel und macht einen Kussmund.

Autor

Internetredaktion Barmer

Qualitätssicherung

  • Andrea Jakob-Pannier (Diplom-Sozialpädagogin/ Psychologin/ Psychoonkologin, Barmer),
  • Marie-Victoria Assel (Psychologin, Barmer)
Inhaltsverzeichnis

Die ersten Tage nach dem Aufhören sind die schwersten. Jetzt hilft es, sich vorzustellen, wie in deinem Körper die Reparatur-Maschine anläuft. Es tut sich etwas. Und zwar zum Guten.

Warum kommen nach dem Rauchen Entzugserscheinungen? 

Schlechte Laune, Gereiztheit, Kopfschmerzen, gigantischer Appetit. Und dauernd der Gedanke an die nächste Zigarette. Die ersten Tage nach der letzten Zigarette können brutal sein. Im Körper stecken noch Reste von Nikotin. Er verlangt nach mehr – bekommt es aber nicht. Experten nennen das Entzugserscheinungen.

Aber hey, das ist ganz normal. Und es ist gut so. Entzugserscheinungen signalisieren, dass im Körper jetzt einiges angeschoben wird. Er fängt an, aufzuräumen und sich selbst zu reinigen. Weil er endlich die Chance und Ruhe dazu hat und nicht mehr mit den Giftstoffen der Zigarette zu kämpfen hat. „Regeneration“ nennt sich das Zauberwort – ein bisschen so, wie wenn er sich nach einer Krankheit wieder erholt.

Der menschliche Körper ist eine Regenerations-Power-Maschine, die es eilig hat. Direkt nach der letzten Zigarette schaltet das Programm um auf „Go“.

Nehme ich automatisch zu, wenn ich mit dem Rauchen aufhöre?

Ja, es ist wahr, viele Menschen, die mit dem Rauchen aufhören, nehmen in den ersten Monaten oder Jahren zu. Zum einen weil sich der Stoffwechsel verändert: Der Körper verbrennt ohne Zigaretten pro Tag rund 200 Kilokalorien weniger. (Ein guter Beweis dafür, wie hart sein Kampf gegen die Zigarettenfolgen davor war.) Mit der Zeit pendelt sich das aber ein.

Außerdem wird der Schokoriegel oder der Energy Drink für viele Ex-Raucher zum Zigarettenersatz: nicht gut! Sport und eine gesunde Ernährung sind besser. Ein paar Kilo mehr auf den Hüften sind vielleicht aber auch gar nicht sooooo schlimm. Zumindest besser, als weiter zu rauchen.

Ab man verbessert sich meine Gesundheit, wenn ich mit dem Rauchen aufhöre? 

Schon 20 Minuten nach dem Rauchstopp macht sich der Verzicht bemerkbar:

Puls und Blutdruck pendeln sich auf einem normalen Niveau ein. Die Durchblutung verbessert sich. Zigarettenrauch ist nämlich keine Entspannung für den Körper, sondern purer Stress.

8 Stunden nach der letzten Zigarette tut sich was in deinem Körper:

Der Kohlenmonoxidgehalt im Blut sinkt auf den Normalwert.  Sauerstoff ist darin jetzt wieder so viel enthalten, wie es sich gehört. Das ist wichtig, weil die Organe viel Sauerstoff brauchen.

24 Stunden ohne Rauchen:

Das Risiko, einen Herzinfarkt zu bekommen, geht nach 24 Stunden deutlich zurück. Vielleicht hast du gar nicht so viel Angst vor einem Herzanfall. Dieser Fakt zeigt dir aber, wie anstrengend Zigaretten für das Herz sind.

2 Tage nach der letzten Zigarette bessert sich deine Gesundheit weiter:

Die Enden der Nervenbahnen erholen sich. Das merkt man vor allem schnell am Geschmacks- und Geruchssinn. Beides funktioniert wieder besser. Also volle Konzentration darauf, wie das Essen schmeckt und wie Blumen oder Gras riechen! Intensiver, oder?

2 Wochen bis 3 Monaten ohne Rauchen bewirken:

Der Kreislauf stabilisiert sich und die Lungenfunktion verbessert sich.

1 bis 9 Monaten später macht sich der Rauchverzicht so bemerkbar: 

Hustenanfälle und Kurzatmigkeit werden seltener, verstopfte Nasennebenhöhlen befreien sich, die Lunge reinigt sich, die Verschleimung der Atemwege nimmt ab. Keine Ausreden beim Sport mehr!

1 Jahr ohne Zigaretten - und die Erholung geht weiter:

Das Risiko einer koronaren Herzkrankheit sinkt auf die Hälfte des Risikos eines Rauchers. Das Herz erholt sich.

5 Jahre rauchfrei 

Das Risiko, an Mund-, Rachen- oder Speiseröhrenkrebs zu erkranken, ist halb so groß wie das eines Rauchers. Das Risiko für Gebärmutterhalskrebs fällt auf das eines Nichtrauchers. Das Schlaganfallrisiko kann nach 2 bis 5 Jahren auf das eines Nichtrauchers fallen.

10 Jahre ohne Rauchen - Das Lungenkrebs-Risiko ist jetzt deutlich geringer:

Das Risiko, an Lungenkrebs zu sterben, ist etwa halb so hoch wie das einer Person, die noch raucht. Es lohnt sich also, langfristig dabeizubleiben.

Überzeugt vom Regenerations-Wellness-Programm des Körpers? Je mehr du dir die Prozesse bildlich vorstellst und in deinen Körper hineinfühlst, umso besser kannst du nachspüren, wie gut der Rauch-Stopp tut. Das kann dir helfen, standhaft zu bleiben.

Die Grafik zeigt: Das passiert im Körper, wenn du mit dem Rauchen aufhörst.


Warum es nie zu spät ist, mit dem Rauchen aufzuhören

Egal, wie lange und wie viele Zigaretten du schon geraucht hast, zum Aufhören ist es nie zu spät. Die Reparatur-Skills hat der Körper bis ins hohe Alter. Wer zum Beispiel mit 40 stoppt, gewinnt neun wertvolle Jahre an Lebenszeit gegenüber Leuten, die weiter qualmen. Zumindest statistisch betrachtet. Insofern stehen bei jungen Menschen die Chancen noch besser, dass sich der Körper komplett erholt.

Ach ja, von wegen Statistik: Die Zahlen oben sind nur Durchschnittswerte. Im Einzelfall hängen die Werte immer vom Alter, der Menge an bereits gerauchten Zigaretten und anderen Faktoren ab.

Die Botschaft ist aber klar: Nur ein bisschen aufzuhören bringt nicht viel. Ganz oder gar nicht.

Barmer Chat

Chat für Versicherte (geschlossen)

Sind Sie bei Meine Barmer registriert?
Loggen Sie sich vor dem Start des Chats für eine persönliche und datenschutzsichere Beratung ein und profitieren Sie außerdem von unseren erweiterten Chat-Zeiten.

Der Chat ist erreichbar jeweils von Montag - Freitag zwischen:
08:00 - 09:00 Uhr
12:00 - 13:00 Uhr
16:00 - 18:00 Uhr

Chat für Interessenten

Ich habe keine eigene Mitgliedschaft bei der Barmer und bin an den Vorteilen interessiert.

Nutzen Sie unseren Chat für Interessenten im Bereich "Mitglied werden"


E-Mail

Meine Barmer

Nutzen Sie das Online-Postfach bei Meine Barmer zur persönlichen und datenschutzsicheren Kommunikation.

Zum Online-Postfach

Kontaktformular

Noch kein Online-Postfach? Nutzen Sie unser Kontaktformular.

Zum Kontaktformular

E-Mail an die Barmer

Senden Sie uns eine Nachricht an service@barmer.de

E-Mail für Interessenten

Sie sind noch nicht (selbst) bei der Barmer versichert und haben Interesse an einer Mitgliedschaft bei uns? Schreiben Sie uns gerne eine E-Mail an neukunde@barmer.de

Quellenangaben

Zertifizierung

Auf unsere Informationen können Sie sich verlassen. Sie sind hochwertig und zertifiziert. Dafür haben wir Brief und Siegel.

Redaktionelle Grundsätze
Webcode: a005936 Letzte Aktualisierung: 30.09.2020
Nach oben