Impostor-Syndrom: Eine junge Frau mit Selbstzweifeln betrachtet ihre Reflektion in einem Fenster
Psychische Gesundheit

Impostor-Syndrom: Bin ich gut genug?

Lesedauer weniger als 4 Min
Redaktion:
Barmer
Qualitätssicherung:
Dirk Weller (Diplom-Psychologe)

Impostor-Syndrom: Der Quick-Check

Karussell mit 3 Elementen
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Erfolg fühlt sich für dich oft nach Glück an?

Menschen mit Impostor-Syndrom schreiben ihre Erfolge häufig Zufällen, Glück oder günstigen Umständen zu statt den eigenen Fähigkeiten.
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Lob macht dich eher nervös als stolz?

Viele Betroffene haben das Gefühl, die Erwartungen beim nächsten Mal nicht mehr erfüllen zu können.
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Du hast Angst, irgendwann „aufzufliegen“?

Ein typisches Merkmal des Impostor-Syndroms ist die Sorge, andere könnten erkennen, dass man angeblich gar nicht so kompetent ist, wie alle denken.

Du hast eine Prüfung bestanden, bekommst Lob im Job oder positives Feedback im Praktikum. Trotzdem denkst du: „Das war nur Glück.“ Wenn du deine Erfolge oft kleinredest, könnte das Impostor-Syndrom dahinterstecken, auch als Imposter-Syndrom bekannt. So kannst du die Zweifel an deinen Fähigkeiten abbauen.

Was ist das Impostor-Syndrom?

Menschen mit Impostor-Syndrom glauben, kompetenter zu wirken, als sie tatsächlich sind. Sie haben das Gefühl, andere über ihre Fähigkeiten zu täuschen, obwohl sie objektiv oft gute oder sogar sehr gute Leistungen erbringen.

Das Phänomen zeigt sich meist durch drei typische Gedanken:

  • Die eigenen Fähigkeiten werden unterschätzt.
  • Erfolge werden auf Glück, Zufall oder äußere Umstände zurückgeführt.
  • Es besteht die Angst, irgendwann als „Hochstapler“ entlarvt zu werden.

Der entscheidende Unterschied zu echten Hochstaplern: Menschen mit Impostor-Syndrom sind meist keineswegs inkompetent. Sie glauben lediglich, dass sie es seien.

Impostor-Syndrom überwinden: Was hilft gegen die Selbstzweifel?

Die gute Nachricht: Gegen die negativen Gedankenschleifen lässt sich etwas tun.

Impostor-Syndrom: Betroffene verstecken permanent große Selbstzweifel.

Impostor-Syndrom: Du hast das Gefühl, deinen Erfolg nicht verdient zu haben? Mit ein paar einfachen Tricks kannst du lernen, dir selbst mehr zuzutrauen.

1. Eigene Erfolge sichtbar machen

Notiere dir Erfolge, Fortschritte und erreichte Ziele.

Wichtig ist dabei nicht nur das Ergebnis, sondern auch die Frage:

Welche Fähigkeiten haben dazu beigetragen?

So lernst du, Leistungen realistischer einzuordnen.

2. Herausforderungen trotzdem annehmen

Selbstzweifel verschwinden oft nicht, bevor man etwas Neues ausprobiert.

Das bedeutet: Nicht warten, bis man sich bereit fühlt, sondern Erfahrungen sammeln.

3. Andere Perspektiven einholen

Wer ständig nur auf die eigene kritische Sicht hört, übersieht häufig die Realität.

Ein ehrliches Feedback von Menschen, die deine Arbeit einschätzen können, kann helfen, das eigene Bild zurechtzurücken.

4. Komplimente annehmen

Viele Menschen mit Impostor-Syndrom relativieren sofort positives Feedback.

Stattdessen hilft manchmal eine einfache Antwort:

„Danke.“

Ohne Erklärung. Ohne Rechtfertigung. Ohne das Lob kleinzureden.

Woran erkennst du das Impostor-Syndrom?

Selbstzweifel kennt fast jeder. Beim Impostor-Syndrom treten sie jedoch besonders häufig und intensiv auf.

Typische Anzeichen sind:

  • Du freust dich kaum über eigene Erfolge.
  • Lob kannst du nur schwer annehmen.
  • Du glaubst, andere überschätzen deine Fähigkeiten.
  • Fehler beschäftigen dich deutlich länger als Erfolge.
  • Du hast ständig das Gefühl, noch mehr leisten zu müssen.
  • Du vergleichst deine Leistungen kritisch mit denen anderer.

Viele Betroffene wirken nach außen selbstbewusst und erfolgreich. Die Unsicherheit bleibt jedoch oft verborgen.

Wer ist vom Impostor-Syndrom betroffen?

Eine klare Grenze gibt es nicht. Selbstzweifel treten bei den meisten Menschen gelegentlich auf.

Bei manchen werden diese Gedanken jedoch so dominant, dass sie ihren Alltag beeinflussen. Untersuchungen zeigen, dass Impostor-Gedanken in unterschiedlichen Gruppen verbreitet sind, etwa bei Studierenden, Promovierenden, Führungskräften oder Berufseinsteigenden.

Ob Frauen häufiger betroffen sind als Männer, wird wissenschaftlich unterschiedlich bewertet. Ein eindeutiges Ergebnis gibt es bislang nicht.

Wie entsteht das Impostor-Syndrom?

Warum manche Menschen besonders starke Selbstzweifel entwickeln, lässt sich nicht auf einen einzelnen Auslöser zurückführen.

Verschiedene Faktoren können dabei eine Rolle spielen:

Perfektionismus und hohe Erwartungen

Menschen mit Impostor-Gedanken sind Perfektionisten und stellen oft besonders hohe Ansprüche an sich selbst. Kleine Fehler fallen ihnen stärker auf als eigene Erfolge.

Geringes Selbstwertgefühl

Wer seine Leistungen grundsätzlich kritisch bewertet, schreibt Erfolge eher äußeren Umständen zu als den eigenen Fähigkeiten.

Prägungen aus der Kindheit

Auch familiäre Erfahrungen können Einfluss haben. Beispielsweise:

  • wenn Leistung besonders wichtig war
  • wenn Anerkennung stark an Erfolg geknüpft wurde
  • wenn Geschwistern bestimmte Rollen zugesprochen wurden
  • wenn eigene Fähigkeiten als ungewöhnlich oder untypisch wahrgenommen wurden

Diese Erfahrungen können dazu beitragen, dass Menschen Erfolge später weniger auf sich selbst zurückführen.

Junger Mann lächelt selbstbewusst

Selbstbewusst wirken, aber innerlich zweifeln: Das Impostor-Syndrom betrifft viele erfolgreiche Menschen.

Welche Folgen kann das Impostor-Syndrom haben?

Das Impostor-Syndrom betrifft nicht nur die eigene Wahrnehmung.

Viele Betroffene investieren besonders viel Energie in ihre Leistungen. Oft zeigen sich dabei zwei gegensätzliche Muster:

Alles perfekt machen

Manche arbeiten extrem gründlich, kontrollieren ständig Ergebnisse und setzen sich unter hohen Druck.

Alles auf den letzten Drücker erledigen

Andere schieben Aufgaben lange auf und arbeiten kurz vor der Deadline unter enormem Stress.

Beide Strategien können dazu führen, dass Betroffene mit ihrer Leistung dauerhaft unzufrieden bleiben.

Wann solltest du dir Unterstützung suchen?

Entscheidend ist die Frage, wie stark dich die Gedanken belasten.

Wenn die Selbstzweifel dauerhaft Stress verursachen oder dein Wohlbefinden beeinträchtigen, kann professionelle Unterstützung hilfreich sein.

Je nach Situation kommen unterschiedliche Angebote infrage, beispielsweise Coaching, Supervision oder psychotherapeutische Unterstützung.

Impostor-Syndrom: Häufige Fragen und Antworten

Das Impostor-Syndrom beschreibt starke Selbstzweifel trotz objektiv guter Leistungen. Betroffene glauben häufig, ihre Erfolge nicht verdient zu haben.
Nein. Das Impostor-Syndrom gilt nicht als eigenständige psychische Erkrankung. Es beschreibt ein Muster aus Gedanken und Überzeugungen.
Es gibt keinen inhaltlichen Unterschied. „Imposter-Syndrom“ ist eine häufig verwendete Schreibvariante. Gemeint ist dasselbe Phänomen.
Impostor-Gedanken können grundsätzlich jeden Menschen treffen. Sie wurden unter anderem bei Studierenden, Promovierenden und Führungskräften beobachtet.
Ja. Vielen Menschen helfen unter anderem eine realistischere Bewertung eigener Erfolge, Feedback von anderen und ein bewussterer Umgang mit Selbstzweifeln.

Literatur und weiterführende Informationen

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