Eine Frau betrachtet ihr eigenes Gesicht im Spiegel
Psychische Gesundheit

Derealisation: Wenn sich alles um dich herum fremd anfühlt

Lesedauer weniger als 5 Min

Redaktion:

Lea Roland (Medical Writer, Content Fleet GmbH)

Qualitätssicherung:

Dr. med. Ewgenia Stenmans (Neurologin, Assistenzärztin für Psychiatrie)

Derealisation: 3 Fragen und Antworten

Karussell mit 3 Elementen
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Was ist Derealisation?

Deine Umgebung wirkt plötzlich unwirklich, fremd oder du nimmst alles wie durch einen Schleier wahr. Viele Menschen kennen Momente oder Phasen, die sich so anfühlen. Oft ist das kein Grund zur Sorge.
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Derealisation oder Depersonalisation?

Bei Derealisation fühlt sich die Welt um dich herum fremd an. Bei Depersonalisation bist du dir selbst fremd. Beides kann gemeinsam auftreten.
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Was hilft?

Tiefe Atemzüge und Pausen können dir sofort helfen. Genügend guter Schlaf schützt langfristig. Und den abendlichen Joint oder das Glas Wein lässt du am besten weg, wenn du mit Derealisation struggelst.

Du schaust dich in der Mensa um und plötzlich wirkt alles wie eine Filmkulisse. Fremd, ganz weit weg. Das kann Derealisation sein. Und die ist häufiger, als du denkst.

Was Derealisation ist

Nach einer schlaflosen Nacht oder während du hektisch von A nach B rennst, kommt plötzlich dieses seltsame Gefühl: Deine Welt wirkt nicht mehr echt.

Das kann Derealisation sein. Dabei erlebst du die Dinge um dich herum als fremd, unwirklich, wie durch einen Nebel oder eine Kamera. Du nimmst alles wahr, aber dein Gehirn sendet das Signal: Irgendetwas passt nicht.

Oft tritt zusätzlich Depersonalisation auf. Das bedeutet, dein eigener Körper, deine Gefühle und Gedanken fühlen sich fremd an. Vielleicht erkennst du dich im Spiegel nicht oder du fühlst dich, als würdest du dir selbst beim Leben zuschauen.

Derealisation und Depersonalisation können verdammt unangenehm sein. Aber wusstest du, dass viele Menschen diese Gefühle kennen?

Was tun bei Derealisation: 4 Tipps, die dir schnell helfen

  1. Deep Breaths: Versuch, ganz langsam und bewusst ein- und vor allem auszuatmen. Klingt nach wenig, kann dir aber schnell helfen, behutsam in den Moment zurückzufinden.
  2. Nüchtern siegt: Ein Glas Wein, der abendliche Joint und andere Substanzen können Gefühle von Derealisation und Depersonalisation auslösen oder verstärken. Du hoffst auf Entspannung, aber bekommst genau das Gegenteil.
  3. Rede drüber: Du musst das nicht allein bewältigen. Mit einer Bezugsperson, deiner Hausärztin oder deinem Hausarzt über die Derealisation zu sprechen, kann enorm entlasten.
  4. Gut schlafen und entspannen: Guter Schlaf und Entspannung senken das Risiko für Derealisation und Depersonalisation. Ganz abgesehen davon, dass du mit der richtigen Mütze Schlaf und regelmäßigen Pausen allgemein leichter im Gleichgewicht bleibst.

5 typische Symptome bei Derealisation

  1. Unwirklichkeit: Deine Wohnung, dein Stamm-Supermarkt oder Lieblingsimbiss wirkt plötzlich seltsam fremd? Das ist total typisch für Derealisation.
  2. Schleier-Gefühl: Alles, was du wahrnimmst, scheint flach oder stumpf. Vielleicht fühlst du dich wie in einem schlechten Traum oder als würdest du durch eine Kamera schauen.
  3. Körperliche Symptome: Nicht nur im Kopf ist alles anders als sonst, auch dein Körper kann bei Derealisation reagieren, etwa mit Schwindel oder einem Kribbeln im Körper.
  4. Gefühlstaubheit: Egal, ob du gerade mitten in einem Lachanfall steckst, überrascht oder verängstigt bist – deine Gefühle kommen irgendwie nicht richtig bei dir an.
  5. Zeitverzerrung: Momente wirken verlangsamt oder als würdest du sie im Zeitraffer beobachten.

Welche Ursachen hinter Derealisation stecken

Warum und wie Derealisation und Depersonalisation entstehen, ist noch nicht ganz klar.

Aber es gibt Wissen zu den konkreten Auslösern, sprich: was das Gefühl der Derealisation in einem konkreten Moment auslösen oder verstärken kann.

Die häufigsten Auslöser von Derealisation

Momente der Derealisation oder Depersonalisation treffen dich scheinbar aus dem Nichts. Aber ein genauer Blick zeigt: Oft gibt es Vorboten.

Die häufigsten Auslöser oder Verstärker von Derealisation und Depersonalisation:

  • Schlafentzug
  • Starker Stress
  • Cannabis, Alkohol und andere psychoaktive Substanzen
  • Akute Angst und Gefahrensituationen

Derealisation als Begleiterscheinung bei psychischen Erkrankungen

Eine Derealisation oder Depersonalisation kommt meistens nicht allein daher: Häufig begleiten die Zustände eine psychische Erkrankung, zum Beispiel eine Depression oder eine Angststörung, wie die Panikstörung.

Wann du bei Derealisation professionelle Hilfe brauchst

Gestern Nacht noch spät gearbeitet oder gefeiert, die ganze Woche lost zwischen all deinen Deadlines: Bei Stress oder Schlafmangel treten Derealisation und Depersonalisation häufiger auf und verschwinden von selbst, wenn sich alles wieder beruhigt und du ausgeschlafen hast.

Klappt nicht?

Ein Besuch in deiner Hausarztpraxis oder einer Psychotherapiepraxis lohnt sich:

  • Wenn Symptome der Derealisation und Depersonalisation deine Tage einnehmen und das über Wochen so geht.
  • Wenn dein Job, deine Leistungen in Uni oder Schule, deine Beziehungen oder andere Teile deines Lebens darunter leiden.

Fazit: Du bist mit Derealisation nicht allein

Ein erster Schritt kann bei Derealisation und Depersonalisation viel verändern: bewusst entschleunigen, tief durchatmen, mit genug Schlaf aufladen. Und wenn das alles nichts hilft, dann rede drüber. Du bist nicht allein.

Derealisation: Häufige Fragen und Antworten

Derealisation ist ein Zustand, bei dem die Umgebung plötzlich fremd und unwirklich erscheint. Menschen haben das Gefühl, ihre vertraute Welt wie durch eine Scheibe oder wie in einem Film wahrzunehmen. Das Gehirn meldet, dass etwas nicht stimmt, obwohl man alles normal sieht. Viele Menschen erleben solche Momente gelegentlich. Meist ist dies kein Anzeichen für eine ernsthafte Erkrankung.
Bekannte Orte erscheinen plötzlich merkwürdig und unvertraut. Die Wahrnehmung wirkt flach oder gedämpft, als würde man durch eine Kamera schauen oder sich in einem schlechten Traum befinden. Manchmal kommen körperliche Symptome wie Schwindel oder Kribbeln hinzu. Selbst intensive Gefühle, zum Beispiel beim Lachen, kommen nicht richtig an. Die Zeit kann sich verlangsamt oder beschleunigt anfühlen.
Der Hauptunterschied liegt darin, worauf sich das Fremdheitsgefühl bezieht. Bei Derealisation wirkt die äußere Umgebung unwirklich. Bei Depersonalisation hingegen entsteht das Gefühl, vom eigenen Körper, den eigenen Gefühlen und Gedanken entfremdet zu sein. Betroffene Personen erkennen sich vielleicht nicht im Spiegel oder haben das Gefühl, sich selbst von außen zu beobachten. Derealisation und Depersonalisation können gleichzeitig vorkommen.
Kurze Episoden von Derealisation verschwinden normalerweise von selbst wieder. Ärztliche Unterstützung ist aber sinnvoll, wenn die Fremdheitsgefühle über Wochen anhalten oder wiederholt über Monate auftreten. Auch wenn Studium, Beruf, Beziehungen oder andere Lebensbereiche darunter leiden, lohnt es sich, die Symptome abklären zu lassen. Der erste Anlaufpunkt kann die Hausarztpraxis oder eine psychotherapeutische Praxis sein. 
Zu wenig Schlaf, ständiger Stress sowie Alkohol, Cannabis und andere psychoaktive Substanzen können die Symptome auslösen oder verstärken. Als Soforthilfe kann bewusstes, langsames Atmen helfen, zurück in den Moment zu finden. Fachleute empfehlen, auf berauschende Substanzen zu verzichten, weil sie bei Derealisation und Depersonalisation kontraproduktiv sein können. Ausreichend guter Schlaf sowie regelmäßige Entspannungspausen senken das Risiko, dass die Fremdheitsgefühle zurückkommen oder weiter verstärkt werden. Mit vertrauten Personen oder medizinischem Fachpersonal über das Erlebte zu sprechen, kann sehr erleichternd wirken.
Gefühle von Derealisation können auch bei einer Schizophrenie auftreten. In der Regel werden sie aber durch Stress, Schlafentzug oder andere relativ harmlose Umstände ausgelöst. Derealisation zu erleben, heißt also nicht, dass eine psychotische Erkrankung dahintersteckt.

Weiterführende Informationen

Literatur

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