Persönlichkeitsveränderungen durch Cannabiskonsum: Junge Frau sitzt antriebslos auf einem Küchenschrank und lässt den Kopf hängen
Cannabis

Persönlichkeitsveränderung durch Cannabiskonsum: Kann Kiffen dein Verhalten verändern?

Lesedauer weniger als 6 Min
Redaktion:
Miriam Frieß (Medical Writer, Content Fleet GmbH)
Qualitätssicherung:
Lea Roland (Psychologin, Master of Science, Content Fleet GmbH)

Cannabis und Persönlichkeit: 3 Fragen, 3 Antworten

Karussell mit 3 Elementen
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Veränderst du dich durch Kiffen?

Ein Joint macht dich nicht gleich zu einem anderen Menschen. Regelmäßiger Cannabiskonsum kann aber deine mentalen Fähigkeiten wie deine Aufmerksamkeit und Emotionsverarbeitung beeinträchtigen.
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Macht Cannabis gleichgültig?

Das Klischee vom gleichgültigen Kiffer stimmt nur bedingt. Gelegentlich Konsumierende zeigen oft keinen Verlust von Ambitionen, während das bei einer Cannabisabhängigkeit anders aussieht.
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Wo beginnt die Sucht nach Cannabis?

Wenn du ein starkes Verlangen nach Cannabis hast, andere Interessen oder soziale Kontakte vernachlässigst und deinen Konsum nicht mehr steuern kannst, ist es Zeit, dir Hilfe zu suchen.

Dein WG-Kumpel zündet sich abends einen Joint an. Das ist nichts Neues, aber war der immer schon so apathisch? Diese Persönlichkeitsveränderungen können durch Cannabiskonsum entstehen.

Typisches Kiffer-Verhalten: Das macht Cannabis mit deiner Psyche

Vielleicht haben deine Eltern dir das auch schon beim obligatorischen Drogen-Vortrag eingetrichtert: Kiffen macht angeblich gleichgültig, dumm oder treibt dich in die Psychose. 

Was davon stimmt wirklich? Welche Merkmale können darauf hindeuten, dass jemand aus deinem Freundeskreis kifft? Was kannst du an dir selbst beobachten? Hier kommt dein Faktencheck.

Persönlichkeitsveränderungen durch Cannabiskonsum

Cannabis dreht deine Persönlichkeit nicht per se auf links. Aber genau wie beim Alkohol oder bei anderen Drogen ist auch der Konsum von Gras nicht ohne Risiko. 

Denn regelmäßiger Cannabiskonsum kann sich auf dein Gehirn auswirken und bestimmte Fähigkeiten und damit auch dein Verhalten langfristig beeinträchtigen. Das wiederum kann dazu führen, dass du wirkst, als hätte sich deine Persönlichkeit verändert. Besonders gravierend kann das sein, wenn du bereits in der Jugend regelmäßig Cannabis konsumierst.

Zum Beispiel: 

  • Gedächtnis und Lernen: Cannabiskonsum kann es schwieriger machen, sich an Erlebnisse zu erinnern und neue Sachen zu lernen.
  • Aufmerksamkeit: Durch Cannabis kannst du Schwierigkeiten damit bekommen, deine Aufmerksamkeit zu lenken und dich voll auf Aufgaben zu konzentrieren.
  • Emotionsverarbeitung: Cannabis kann dafür sorgen, dass du Emotionen schwerer verarbeitest und bei deinen Mitmenschen richtig erkennst. Vor allem bei negativen Emotionen kann das der Fall sein.

Das Klischee vom ambitionslosen Kiffer stimmt übrigens nur so halb: Laut Befragungen legen Cannabis-Konsumierende eine ähnliche Motivation an den Tag wie Menschen, die kein Cannabis zu sich nehmen. Das ändert sich allerdings im Falle einer Cannabisabhängigkeit, denn eine waschechte Sucht kann tatsächlich antriebslos machen.

Eine Frau sitzt am Boden und hält mit beiden Händen ihr Gesicht bedeckt.

Cannabiskonsum kann dir Probleme mit deiner Aufmerksamkeit und deinem Gedächtnis bescheren.

Die gute Nachricht: Die meisten dieser Effekte sind umkehrbar. Wenn du also mit dem Kiffen aufhörst, verbessern sich deine Aufmerksamkeitsspanne, dein Gedächtnis und andere Fähigkeiten wieder. Fachleute befürchten allerdings, dass bei einem langjährigen intensiven Konsum, insbesondere bei Beginn im Jugendalter, unumkehrbare Folgeschäden zurückbleiben können.

Cannabis und psychische Erkrankungen

Es riecht im WG-Flur nach Gras, dein Mitbewohner hat schon wieder knallrote Augen und redet irgendwie wirres Zeug? Gerade wenn Cannabis sehr hohe Konzentrationen des psychoaktiven Stoffs THC (Tetrahydrocannabinol) enthält, kann der Konsum tatsächlich Psychosen auslösen: Betroffene nehmen die Realität verändert wahr, sehen oder hören Dinge, die eigentlich nicht da sind.

Und THC ist schneller hoch dosiert eingenommen, als du vielleicht denkst, gerade weil die Konzentrationen des psychoaktiven Stoffs in den Pflanzen innerhalb der letzten Jahre stark gestiegen ist. 

Der regelmäßige Konsum der Droge langfristig das Risiko für bestimmte psychische Symptome und Erkrankungen, darunter:

  • Schizophrenie: Das ist eine psychische Erkrankung, bei der Psychosen über längere Zeit bestehen oder – insbesondere ohne geeignete Therapie – episodisch wiederkehren können.
  • Manie bei einer bipolaren Störung: Übermäßig gehobene Stimmung bis hin zur Euphorie oder Gereiztheit und Aggression, stark gesteigerter Antrieb, rasende Gedanken sowie Selbstüberschätzung zählen zu den Anzeichen für eine Manie.
  • Sucht nach Cannabis: Wie bei anderen Drogen auch besteht bei Cannabis das Risiko, abhängig davon zu werden.

Vom Realitätsverlust nach dem Cannabiskonsum bis hin zur Sucht: Gerade beim Konsum in der Jugend und im frühen Erwachsenenalter ist das Risiko für solche psychischen Erkrankungen deutlich erhöht. Vielleicht ist also mal ein ernstes Wörtchen mit deinem WG-Kumpel angesagt?

Die wichtigsten Fakten zu Cannabis

Cannabis ist eine Pflanze aus der Familie der Hanf-Gewächse mit psychoaktiven Wirkstoffen, die euphorisierend und entspannend wirken können. Je nachdem, was du von der Cannabispflanze konsumierst, hat die Droge einen anderen Namen:

  • Marihuana: Damit sind getrocknete Blüten und Blätter der Cannabispflanze gemeint.
  • Haschisch: Das ist das getrocknete Harz der Blütenstände.

Cannabis gibt’s nicht nur als Joint oder in der Wasserpfeife, sondern wird auch für Kekse verwendet oder als Öl konsumiert. In seltenen Fällen kann die Droge auch als Medikament auf Rezept eingesetzt werden, zum Beispiel bei chronischen Schmerzen, Spastik oder bestimmten Tumorerkrankungen.

Seit 2024 ist selbst ohne Rezept der Verkauf und Konsum in Deutschland unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt.

Achtung, Suchtgefahr: Daran erkennst du kritischen Cannabiskonsum

Im Jahr 2024 zeigten rund 1,2 Prozent der Männer und 0,7 Prozent der Frauen in Deutschland die für eine Diagnose nötigen Merkmale für eine Cannabissucht.

So erkennst du, ob du selbst betroffen sein könntest:

  • Du hast ein echtes Craving, verspürst also den starken Wunsch nach Cannabis.
  • Dir fällt es schwer, deinen Konsum einzuschränken.
  • Dein Cannabiskonsum hat sich in letzter Zeit gesteigert.
  • Für Cannabis vernachlässigst du andere Dinge in deinem Leben wie dein Studium oder deine sozialen Kontakte.
  • Dein Konsum hat schon zu Problemen geführt. Du hast deshalb zum Beispiel Termine vergessen oder deine Noten werden immer schlechter.
  • Du machst so weiter wie bisher, obwohl du merkst, dass die Droge negative Folgen für dich hat.

Wenn dein Cannabiskonsum überhandnimmt und langsam dein Leben bestimmt, ist es Zeit, etwas zu verändern. Du musst dich für deine Abhängigkeit auch nicht schämen. Was wirklich zählt: Es ist möglich, da wieder rauszukommen.

Fazit: Verändert Cannabis wirklich deine Persönlichkeit?

Cannabis macht keinen anderen Menschen aus dir, schränkt aber möglicherweise deine kognitive Leistungsfähigkeit ein. Du kannst zum Beispiel Probleme mit deiner Aufmerksamkeit und deinem Gedächtnis bekommen. 

Zusätzlich kann sich eine Cannabissucht in deinem Verhalten niederschlagen, ebenso wie andere psychische Erkrankungen, für die du durch den Konsum anfälliger sein kannst.

Wenn dir also an dir selbst oder an Menschen in deinem Umfeld Verhaltens- oder Wesensänderungen auffallen, ist es Zeit, ehrlich hinzuschauen. Auch wenn es schwerfallen kann: Von Cannabis loszukommen, ist möglich. 

Persönlichkeitsveränderung durch Cannabiskonsum: Häufige Fragen und Antworten

Regelmäßiges Kiffen verändert dich nicht grundlegend als Person, kann aber bestimmte geistige Fähigkeiten dauerhaft schwächen. Dein Kurzzeitgedächtnis, deine Konzentrationsfähigkeit und die Art, wie du Gefühle bei dir und anderen wahrnimmst, können beeinträchtigt werden. Besonders das Erkennen negativer Emotionen fällt dann schwerer. Gerade bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen zeigen Studien, dass die Droge die gesunde Hirnentwicklung stören kann.

Die positive Nachricht ist: Die meisten dieser Effekte bilden sich zurück, wenn du aufhörst zu konsumieren. Bei sehr langem und intensivem Konsum befürchten Fachleute allerdings bleibende Schäden.

Cannabiskonsum kann das Risiko für einige psychische Erkrankungen erhöhen. Dazu gehören insbesondere Schizophrenie und manische Episoden. Gerade junge Menschen sind gefährdet. Auch eine Cannabisabhängigkeit selbst zählt zu den psychischen Folgen. 
Neben den Effekten auf die Psyche kann regelmäßiger Cannabiskonsum auch andere gesundheitliche Folgen haben. Dazu zählen Probleme der Atemwege, wenn du das Cannabis rauchst, Übelkeit und Erbrechen sowie ein erhöhtes Risiko für Hodenkrebs. Außerdem gilt Cannabis als schädlich für ungeborene Kinder und Babys, weshalb du in der Schwangerschaft und Stillzeit darauf verzichten solltest.

Weiterführende Informationen

Literatur

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