Junge Frau schaut auf eine Tablettenpackung
Schlaf

Medikamente bei Schlafstörungen: Was du zu Schlafmitteln wissen musst

Lesedauer weniger als 7 Min

Redaktion:

Miriam Frieß (Medical Writer, Content Fleet GmbH)

Qualitätssicherung:

Dr. med. Carla Knobloch (Ärztin, Content Fleet GmbH)

Die 3 wichtigsten Infos zu Schlafmitteln

Karussell mit 3 Elementen
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Ein letzter Ausweg

Schlafmittel können bei Schlafproblemen infolge von Angst, innerer Unruhe oder Panikattacken helfen. Es gibt sie frei verkäuflich oder auf Rezept.
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Vorsicht, Nebenwirkungen

Insbesondere rezeptpflichtige Schlafmittel können Tagesmüdigkeit und Erschöpfungszustände verursachen.
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Crash vermeiden

Wenn du über einen längeren Zeitraum Schlafmittel genommen hast, solltest du die Dosis nur unter ärztlicher Anleitung langsam reduzieren.

Zwei Uhr nachts und deine Gedanken kreisen immer noch um den Prüfungsstress und die WG-To-dos. Da klingen Schlafmittel verlockend, aber ist das wirklich die Lösung für deine Schlafstörungen? Das musst du zu den Medikamenten wissen. 

Welche Schlafmittel es gibt

Schon die dritte Nacht in Folge wälzt du dich nur hin und her, dabei kannst du Schlafmangel gerade jetzt am allerwenigsten gebrauchen?

Einige Medikamente gegen Einschlafstörungen oder Durchschlafstörungen versprechen schnelle Abhilfe. Das sind die Optionen.

Von pflanzlichen Mitteln bis Gummibärchen: Frei verkäufliche Schlafmittel

  • Antihistaminika: Das sind eigentlich Allergiemittel, die aber auch müde machen können. Wer gelegentlich ein Medikament dieser Stoffklasse gegen Heuschnupfen nimmt, weiß das.
  • Pflanzliche Schlafmittel: Hier kommen Pflanzen wie Lavendel, Baldrian, Passionsblume, Melisse und Hopfen zum Einsatz. Ihnen wird eine beruhigende Wirkung nachgesagt, auch wenn es handfeste wissenschaftliche Belege dafür noch nicht gibt.
  • Melatonin: Das ist ein Hormon, das dein Körper selbst produziert, um dir zu signalisieren: Jetzt ist Schlafenszeit. Melatonin gibt es aber auch als Nahrungsergänzungsmittel in Form von Tabletten, Sprays oder sogar als Weichgummi. Solche Präparate sind nicht unumstritten, aber kurzzeitig können sie deinem Körper auf die Sprünge helfen, gerade wenn deine eigene innere Uhr durch Jetlag oder Schichtarbeit aus dem Takt geraten ist.

Lass dich dazu in deiner Apotheke beraten und hol dir bei anhaltenden Schlafstörungen ärztlichen Rat ein.

Schlaf auf Rezept: Verschreibungspflichtige Medikamente für Schlafstörungen

Schon eine einzige schlechte Nacht kann dich ordentlich aus der Bahn werfen. Wenn die Schlafprobleme sogar mehr als einen Monat anhalten und du auch am Tag nicht richtig leistungsfähig bist, steckt womöglich eine chronische Schlafstörung (Insomnie) dahinter. Hier können stärkere Schlafmittel kurzfristig Linderung verschaffen.

Dazu kann dein Arzt oder deine Ärztin synthetische, verschreibungspflichtige Schlafmittel zur Behandlung deiner Schlafstörungen verordnen, zum Beispiel:

  • Benzodiazepine wie Oxazepam oder Diazepam
  • Z-Substanzen wie Zolpidem oder Zopiclon 

Solche Medikamente werden auch bei Angstzuständen oder Muskelverspannungen eingesetzt. Zur Behandlung von Schlafstörungen solltest du sie allerdings nicht länger als vier Wochen am Stück einnehmen.

Welche Nebenwirkungen können Schlafmittel haben?

Egal, ob du Einschlafprobleme oder Durchschlafprobleme hast: Schlafmittel wirken zunächst einmal wie eine einfache Lösung. Und manchmal sind sie das auch, aber Nebenwirkungen können ebenfalls auftreten.

Nebenwirkungen von pflanzlichen Mitteln

Pflanzlichen Mittel gelten überwiegend als unbedenklich, allerdings sind die Nebenwirkungen noch nicht gut untersucht:

  • Manche Baldrian-Präparate können gelegentlich Übelkeit und Bauchkrämpfe auslösen.
  • Außerdem warnt die Europäische Arzneimittelagentur beispielsweise vor Fahruntüchtigkeit bei Einnahme von Baldrianwurzelpräparaten und möglichen Risiken für den Kreislauf, wenn du Badezusätze verwendest. Letzteres solltest du dir auch gut überlegen, solange du offene Wunden hast.
  • Auch in der Schwangerschaft und Stillzeit ist Vorsicht geboten. Zu Mitteln wie Baldrian oder Lavendel fehlen hier Daten dazu, ob Risiken und Nebenwirkungen zu erwarten sind.

Lass dich also gut in deiner Apotheke beraten und probiere dann aus, was dir hilft und was du verträgst.

Nebenwirkungen von Melatonin

Auch wenn es ein körpereigenes Hormon ist: Nahrungsergänzungsmittel mit Melatonin können ab und zu Nebenwirkungen auslösen. 

Dazu gehören:

  • Müdigkeit
  • Benommenheit
  • Reduzierte Aufmerksamkeit am nächsten Tag
  • Blutdruckabfall
  • Reduktion der Körpertemperatur
  • Albträume

Wie sich das Mittel langfristig auf den Körper auswirkt, ist noch nicht gut untersucht.

Ein junger rothaariger Mann steht in der Küche und hält eine Tasse Tee in der Hand

Eine entspannte Abendroutine kann deinen Körper dabei unterstützen, selbst genug von dem Hormon Melatonin zu produzieren.

Nebenwirkungen von Antihistaminika

Zwar erhältst du Antihistaminika rezeptfrei in der Apotheke, das bedeutet aber noch lang nicht, dass keine Nebenwirkungen auftreten können.

Mögliche Nebenwirkungen sind:

  • Herabsetzen des Reaktionsvermögens auch am nächsten Tag
  • Mundtrockenheit
  • Herzklopfen
  • Schwindel
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Probleme beim Wasserlassen

Durch die oft bis zum nächsten Tag anhaltende Benommenheit kann auch das Risiko für Unfälle und Stürze erhöht sein.

Nebenwirkungen von verschreibungspflichtigen Schlafmitteln

Benzodiazepine und Z-Substanzen können ganz schön reinhauen. Sie setzen das Reaktionsvermögen herab und machen benommen und schläfrig, auch wenn du eigentlich gar nicht schlafen willst. Weil sie auch Verspannungen lösen, können sich deine Muskeln schwach anfühlen.

Dadurch erhöhen sie genauso wie Antihistaminika potenziell das Risiko für Unfälle.

Nimmst du sie längerfristig ein, sind folgende Nebenwirkungen möglich:

  • Verminderter Antrieb
  • Konzentrationsprobleme
  • Unruhe- und Erschöpfungszustände
  • Überforderungsgefühle
  • Stimmungsschwankungen
  • Herzrasen
  • Schwindel
  • Neue Schlafstörungen

Weil sie schneller im Körper abgebaut werden, gelten Z-Substanzen wie Zolpidem oder Zopiclon als besser verträglich als Benzodiazepine. Sie verursachen auch weniger Nebenwirkungen, können dich aber trotzdem ganz schön ausknocken.

Wichtig: Besonders kritisch wird es bei verschreibungspflichtigen Schlafmitteln, wenn du sie länger einnimmst, denn dann besteht die Gefahr, dass du davon abhängig wirst.

Wie werden Schlafmittel richtig abgesetzt?

Stell dir vor, du nimmst schon einige Wochen ein verschreibungspflichtiges Medikament gegen deine Schlafstörungen ein und stellst plötzlich fest: Das Mittel wirkt nicht mehr so gut wie am Anfang.

Das ist ein großes Problem bei Benzodiazepinen und Z-Substanzen. Der Körper gewöhnt sich daran und das kann schnell zur Abhängigkeit führen.

Deshalb sollten solche Schlafmittel auch nicht länger als vier Wochen eingenommen werden. Und wenn doch, sollten sie nicht von heute auf morgen abgesetzt werden.

Wenn Schlafmittel abrupt abgesetzt werden: Es kann zu Entzugssymptomen kommen oder zu sogenannten Rebound-Effekten. Die Schlafprobleme kommen nicht nur zurück, sondern wirken plötzlich noch heftiger.

Fazit: Wie sinnvoll sind Schlafmittel wirklich?

Wenn du dich nachts nur hellwach herumwälzt, ist das nicht nur nervig, sondern kann sich auch auf deine Leistungen in Schule, Ausbildung, Studium und Beruf auswirken. Langfristig wird Schlafmangel eine echte Belastung für deine Gesundheit.

Deshalb ist der Impuls, ein Schlafmittel zur Hilfe einzunehmen, absolut verständlich. Das sollte aber nicht ohne fachlichen Rat passieren. In deiner Arztpraxis oder Apotheke wirst du professionell informiert.

Wenn du oft schlecht schläfst, lohnt es sich auch, einen Blick auf deine Schlafhygiene zu werfen und das Problem an der Wurzel zu packen. 

Medikamente für Schlafstörung: Häufige Fragen und Antworten

Medikamente gegen Schlafstörungen sind Präparate, die Menschen helfen sollen, besser ein- oder durchzuschlafen. Sie werden beispielsweise dann verwendet, wenn Schlafprobleme durch Angst, innere Unruhe oder Panikattacken entstehen. Es gibt sowohl frei erhältliche als auch verschreibungspflichtige Varianten. Langfristig sollten sie jedoch nicht die einzige Lösung sein.
Ohne Rezept erhältlich sind Antihistaminika, die eigentlich Allergiemittel sind und müde machen, sowie pflanzliche Mittel wie Baldrian oder Lavendel. Auch Melatonin gibt es frei verkäuflich als Nahrungsergänzungsmittel in verschiedenen Formen. Verschreibungspflichtige Schlafmittel umfassen Benzodiazepine und sogenannte Z-Substanzen. Diese wirken stärker und werden bei chronischen Schlafstörungen verordnet. Sie sollten allerdings nicht länger als vier Wochen durchgehend eingenommen werden, weil sie abhängig machen können.
Es gibt pflanzliche Präparate mit Baldrian, Lavendel, Passionsblume, Melisse oder Hopfen, denen eine beruhigende Wirkung nachgesagt wird. Allerdings fehlen bislang handfeste wissenschaftliche Belege für deren Wirksamkeit und auch die Nebenwirkungen sind noch nicht gut untersucht. Gerade Schwangeren und Stillenden wird von einer Einnahme abgeraten. Lass dich auch zu pflanzlichen Mitteln in deiner Apotheke beraten.
Antihistaminika sind ursprünglich Allergiemittel, die als Nebeneffekt Müdigkeit auslösen. Melatonin ist ein Hormon, das der Körper eigentlich selbst abends produziert, das aber auch als Nahrungsergänzungsmittel zugeführt werden kann. Verschreibungspflichtige Wirkstoffe wie Benzodiazepine oder Z-Substanzen haben unter anderem eine entspannende und schlafanstoßende Wirkung. 
Die Nebenwirkungen variieren je nach Art des Schlafmittels erheblich. Pflanzliche Präparate haben meist überschaubare Nebenwirkungen wie gelegentliche Übelkeit. Antihistaminika und verschreibungspflichtige Mittel können das Reaktionsvermögen herabsetzen, was das Unfall- und Sturzrisiko erhöht. Weitere mögliche Nebenwirkungen sind Benommenheit, Schwindel, Konzentrationsprobleme oder Mundtrockenheit. Bei längerfristiger Einnahme von verschreibungspflichtigen Schlafmitteln können Nebenwirkungen wie Überforderungsgefühle, Unruhe- und Erschöpfungszustünde, Stimmungsschwankungen oder neue Schlafstörungen hinzukommen. Außerdem besteht bei ihnen ein hohes Risiko für Abhängigkeit.
Besonders bei verschreibungspflichtigen Mitteln wie Benzodiazepinen und Z-Substanzen gewöhnt sich der Körper schnell an die Substanzen, was zu Abhängigkeit führen kann. Um dies zu vermeiden, sollten solche Medikamente maximal vier Wochen am Stück eingenommen werden. Ein abruptes Absetzen sollte vermieden werden, da sonst Entzugssymptome oder verstärkte Schlafprobleme auftreten können. Die Dosis sollte schrittweise und unter ärztlicher Begleitung reduziert werden.
Verschreibungspflichtige Schlafmittel wie Benzodiazepine oder Z-Substanzen sollten maximal vier Wochen durchgehend eingenommen werden. Bei längerer Einnahme steigt das Risiko für Abhängigkeit deutlich an. Falls eine längere Einnahme erforderlich war, ist ein schrittweises Absetzen unter ärztlicher Aufsicht wichtig. Generell sollten Schlafmittel nur kurzfristig zur Linderung dienen und keine dauerhafte Lösung sein.
Ein Arztbesuch ist sinnvoll, wenn Schlafprobleme mehrmals wöchentlich auftreten, bereits seit einem Monat anhalten und zu ausgeprägter Tagesmüdigkeit führen. In solchen Fällen könnte eine chronische Schlafstörung dahinterstecken, die fachliche Behandlung erfordert. Auch vor der Einnahme von Schlafmitteln sollte ärztlicher oder pharmazeutischer Rat eingeholt werden. Langfristiger Schlafmangel belastet die Gesundheit erheblich und sollte nicht ignoriert werden.

Literatur und weiterführende Informationen

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