Zahnarzt erklärt einer Patientin ein Röntgenbild
Zahngesundheit

Zahnfüllung: Welche ist die richtige?

Lesedauer weniger als 4 Min

Redaktion:

Natalie Tutzer (Medical Writer, TAKEPART Media + Science GmbH)

Qualitätssicherung:

  • Dr. med. Anja Braunwarth (Ärztin),
  • Marion Weiß (BARMER)

„Da ist ein Loch im Zahn.“ Ein Satz beim Zahnarzt und plötzlich musst du entscheiden:
Welche Füllung nehme ich? Was ist besser, haltbar oder unauffällig? Und was zahlt eigentlich die Krankenkasse? Die Auswahl an Zahnfüllungen ist verschieden. Und genau deshalb lohnt es sich, die Unterschiede zu verstehen.

Was ist eine Zahnfüllung und wann brauchst du sie?

Eine Zahnfüllung wird eingesetzt, wenn ein Zahn beschädigt ist. Meist entstanden durch Karies. Durch den Stoffwechsel der Kariesbakterien entsteht eine Säure, die den Zahnschmelz angreift. 

Ziel ist es:

  • das Loch zu schließen
  • den Zahn zu stabilisieren
  • weitere Schäden zu verhindern

Dabei wird die erkrankte Zahnhartsubstanz entfernt und der entstandene Hohlraum mit einem Material gefüllt. Im fortgeschrittenen Stadium, bei dem auch der Zahn unter dem Zahnschmelz, das Zahnbein, betroffen ist, wird mit rotierenden Instrumenten die gesamte betroffene Zahnsubstanz entfernt. Dank örtlicher Betäubung ist diese Behandlung weitestgehend schmerzlos.

Welche Zahnfüllungen gibt es?

Die Wahl der richtigen Füllung hängt stark von deiner individuellen Situation ab.

Grundsätzlich gibt es verschiedene Materialien, mit jeweils eigenen Eigenschaften.

Kunststofffüllungen (Komposit)

Kunststofffüllungen sind heute weit verbreitet, vor allem, weil sie sich optisch gut anpassen.

Durch Fortschritte der letzten Jahre haben sich Komposite zur Zahnfüllung immer weiter verbessert. Neue Materialmischungen machen die Kompositfüllungen stabil und langlebig. Durch die Vielzahl an Kompositen in verschiedenen Farben ist es möglich, speziell die Zähne im Frontzahnbereich so natürlich zu restaurieren, dass der ursprüngliche Defekt nicht mehr sichtbar ist. Gleichzeitig ist Komposit auch belastbar und für die Füllung von Backenzähnen geeignet.

Vorteile:

  • zahnfarben, kaum sichtbar
  • vielseitig einsetzbar

Besonderheit:
Sie werden schichtweise in den Zahn eingebracht und ausgehärtet.

Amalgamfüllungen

Amalgam ist ein klassisches Material, das lange verwendet wurde. Amalgam ist eine Mischung aus Silber, Kupfer, Zinn und Quecksilber. Es gehört zu den ältesten Materialien für die Zahnbehandlung. Dadurch ist es auch sehr gut erforscht. Amalgam ist weich, gut formbar und nach dem Aushärten sehr stabil, sodass es auch großem Kaudruck im Seitenzahnbereich standhält. Daher ist das Material grundsätzlich sehr gut als Füllung geeignet, auch für ausgedehnte Schäden. Zudem ist die Legierung kostengünstig. 

Es gibt außerdem keine wissenschaftlichen Hinweise darauf, dass moderne Amalgamfüllungen generell ein gesundheitliches Risiko darstellen. Intakte Amalgamfüllungen sollten aber nicht ohne Grund entfernt werden, da der Austausch tatsächlich Quecksilber freisetzen kann.

Eigenschaften:

  • sehr stabil
  • langlebig

Aber:
Die silberne Farbe ist deutlich sichtbar.

Glasionomerzement

Glasionomerzement ist ein mineralischer Zement, der speziell für die Zahnbehandlung entwickelt wurde. 

Das Material hat eine matt-weiße Farbe und haftet gut am Zahn. Es wird außerdem langsam Fluorid freigesetzt, was den Zahn vor Karies schützt. Glasionomerzemente werden vor allem bei kleinen bis mittelgroßen Defekten im Bereich der Seitenzähne oder am Zahnhals sowie bei Milchzähnen verwendet.

Goldhämmerfüllungen und Gold-Inlays

Gold-Legierungen sind Verbindungen des Edelmetalls mit anderen Metallen wie Platin, Silber oder Kupfer, die je nach Zweck unterschiedlich zusammengestellt werden. Gold ist sehr gut als Material für Zahnfüllungen, Inlays und Onlays geeignet, da es gut verträglich ist und sich passgenau bearbeiten lässt. Es ist stabil, hält dem Kaudruck der Backenzähne stand und ist mit 15 Jahren und mehr die langlebigste Zahnfüllung.

Keramik-Inlays

Keramik ist aus mehreren Gründen ein gut geeignetes Füllmaterial für größere Zahnlöcher. Anhand eines Abdrucks des Zahns wird die Füllung passgenau vorbereitet und mit einem speziellen Kleber aus Kunststoff eingesetzt. Keramik ist widerstandsfähig und hält dem Druck der Backenzähne stand. Mit durchschnittlich acht bis zehn Jahren ist das Material langlebig. Keramikfüllungen sind verträglich, vollkommen geschmacksneutral und leiten keine Wärme weiter.

Welche Zahnfüllung ist die beste?

Die entscheidende Erkenntnis: Es gibt nicht die eine „beste“ Füllung.

Die richtige Wahl hängt davon ab:

  • wo sich der Zahn befindet
  • wie groß der Defekt ist
  • welche Anforderungen du hast (z. B. Ästhetik)

Entscheide daher gemeinsam mit deiner Zahnärztin oder deinem Zahnarzt, welches Material verwendet werden soll. Vom gewählten Material hängt ab, wie der Zahn vorbehandelt wird. Grundsätzlich wird immer versucht, möglichst viel gesunde Zahnsubstanz zu erhalten.

Eine einfache Entscheidungslogik

Zahn im sichtbaren Bereich (Frontzahn): eher unauffällige, zahnfarbene Lösung

Backenzahn mit hoher Belastung: stabile, belastbare Füllung wichtig

größere Defekte: Material muss besonders widerstandsfähig sein

Wann Füllungen erneuern?

Wie lange Füllungen im Einzelfall halten, hängt von der Größe, Art und Lage der Füllung ab. Gewohnheiten wie das häufige Essen sehr harter Speisen oder Zähneknirschen beeinflussen, wie stark eine Zahnfüllung abgenutzt wird. Zahnschmerzen oder eine Empfindlichkeit auf heiße, kalte oder saure Speisen können ein Hinweis darauf sein, dass eine Füllung undicht ist oder erneuert werden muss.

Eine sorgfältige und regelmäßige Zahnhygiene kann die Haltbarkeit von Füllungen verlängern, auch über die statistisch durchschnittliche Lebenszeit der Füllung hinaus.

Was zahlt die Krankenkasse bei Zahnfüllungen?

Die Krankenkasse übernimmt die Kosten für eine sogenannte ausreichende, zweckmäßige und wirtschaftliche Versorgung. Das bedeutet:

  • Standardmaterialien werden übernommen
  • hochwertigere oder ästhetischere Lösungen oft nur teilweise

Du kannst dich aber bewusst für eine andere Lösung entscheiden, dann aber mit Eigenanteil.

Häufige Fragen zu Zahnfüllungen

Eine Zahnfüllung repariert beschädigte Zähne, indem sie entstandene Löcher schließt und den Zahn stabilisiert.
Typische Materialien sind Kunststoff (Komposit), Amalgam und weitere je nach Einsatzbereich, wie zum Beispiel Gold-Inlays, Keramik-Inlays oder Glasionomerzement.
Das hängt von der Position des Zahns im Mund, der Größe des Schadens und deinen Anforderungen ab.
Die Haltbarkeit hängt vom Material und der Belastung ab und muss regelmäßig kontrolliert werden. Gold-Inlays können bspw. gut 15 Jahre halten und Keramik-Inlays gut 8 - 10 Jahre.

Literatur und weiterführende Informationen

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