Zu sehen ist eine Frau beim Zahnbleaching
Zahngesundheit

Bleaching: Wie die Zahnaufhellung funktioniert

Lesedauer weniger als 5 Min

Redaktion:

Barmer

Qualitätssicherung:

Dr. med. Ursula Marschall (Fachärztin für Anästhesie, Barmer)

Weiße Zähne wirken gesund, gepflegt und selbstbewusst. Kein Wunder, dass Bleaching für viele interessant ist. Doch hinter dem schnellen Beauty-Effekt steckt mehr als nur ein kosmetischer Eingriff. Wie funktioniert Bleaching genau?
Was ist der Unterschied zwischen Zahnarzt und DIY? Und wie sicher ist das Ganze wirklich?

Was passiert beim Bleaching im Zahn?

Beim Bleaching geht es nicht nur um oberflächliche Aufhellung. Die Wirkstoffe dringen in den Zahn ein. Dort reagieren sie mit den eingelagerten Farbstoffen, also den Substanzen, die für Verfärbungen verantwortlich sind.

Diese Farbstoffe werden durch den chemischen Prozess:

  • aufgespalten
  • verändert
  • aufgehellt

Das Ergebnis: Der Zahn reflektiert das Licht anders und wirkt heller.

Wie funktioniert Bleaching?

Die Zahnfarbe wird hauptsächlich durch das Zahnbein, das sogenannte Dentin, geprägt. Der farblose Zahnschmelz beeinflusst das Aussehen der Zähne entscheidend mit. Da das Dentin, das unter dem Zahnschmelz liegt, dunkler ist, bekommen die Zähne vermehrt eine gelbliche Färbung. Je dünner der Zahnschmelz, desto gelblicher erscheinen die Zähne. Genussmittel wie Kaffee, Tee oder Rotwein tragen zu Zahnverfärbungen bei. 

Auch rauchen gehört dazu. Zahnbleaching geht gegen diese Verfärbungen an – üblicher Weise mit dem Bleichmittel Wasserstoffperoxid. Angelagerte Farbpigmente oxidieren durch die Zugabe von Sauerstoff, wobei die Zähne von dunklen Verfärbungen befreit werden. Beschleunigen lässt sich der Bleichprozess durch Wärme, etwa mittels UV-Licht oder Laser.

Warum verfärben sich Zähne überhaupt?

Zahnverfärbungen entstehen über Zeit.

Typische Ursachen sind:

  • Farbstoffe aus Lebensmitteln
  • Genussmittel
  • natürliche Alterungsprozesse

Diese Stoffe lagern sich im Zahn ein, genau dort setzt das Bleaching an.

Ist Bleaching gefährlich für die Zähne?

Bleaching birgt gewisse Risiken. Zum Beispiel können die Zähne empfindlicher werden und es kann zu Zahnfleischreizungen oder -entzündungen kommen. Dieses Risiko steigt, wenn das Bleaching nicht vom Zahnarzt oder der Zahnärztin durchgeführt wird,“ so Barmer-Expertin Marschall.

Greift Bleaching den Zahnschmelz an?

Wer sich Sorgen macht, dass Bleaching den Zahnschmelz angreift, kann beruhigt sein: Mittel, die in Deutschlang zum Zahnbleichen zugelassen sind, unabhängig davon ob vom Zahnarzt oder der Zahnärztin aufgetragen oder für zu Hause, schädigen den Zahnschmelz bei richtiger Anwendung nicht.

Bleaching beim Zahnarzt vs. zu Hause

Die Methode macht einen echten Unterschied. Nicht nur beim Ergebnis, sondern auch bei Sicherheit und Kontrolle.

Bleaching beim Zahnarzt

Beim professionellen Bleaching wird die Behandlung individuell geplant und durchgeführt.

Das bedeutet:

  • Konzentration der Wirkstoffe wird angepasst
  • Das Zahnfleisch wird geschützt
  • Anwendung wird kontrolliert

Dadurch ist die Behandlung gezielt steuerbar.

Zusätzlich wird vorab geprüft:

  • ob Zähne und Zahnfleisch gesund sind
  • ob Bleaching überhaupt sinnvoll ist

Wie läuft ein professionelles Zahnbleaching beim Zahnarzt ab?

In-Office-Bleaching

Beim Bleaching in der Praxis, dem so genannten In-Office-Bleaching, nutzt der Zahnarzt oder die Zahnäzrtin ein konzentriertes Aufhellungsmittel, das direkt auf die verfärbten Zähne aufgetragen und daraufhin durch eine Bleaching-Lampe oder einen Soft-Laser aktiviert wird. Dabei zerfällt das Peroxid und der entstehende aktive Sauerstoff kann seine Bleichwirkung entfalten.

Bleaching mit Schiene

Gängig ist auch die Zahnaufhellung mit einer mit Bleichmittel beschichteten Kunststoffschiene. Der Zahnarzt oder die Zahnärztin befüllt die Kunststoffschiene mit Bleichmittel, setzt sie auf die Zähne auf und entfernt sie nach circa einer Stunde wieder. 

Der Patient oder die Patientin kann die Materialien auch mit nach Hause nehmen und die Bleaching-Schiene täglich mit Bleaching-Gel befüllen und eine bestimmte Zeit tragen.

Bleaching zu Hause

Beim Bleaching zu Hause kommen frei verfügbare Produkte zum Einsatz.

Diese sind:

  • weniger individuell abgestimmt
  • in der Anwendung eigenverantwortlich

Das kann funktionieren erfordert, aber mehr Aufmerksamkeit. Der entscheidende Punkt: Du bist selbst für Anwendung und Dosierung verantwortlich.

Wie funktioniert Bleaching mit Produkten aus der Drogerie?

Mittel für den Hausgebrauch werden aufgepinselt oder aufgeklebt. Es gibt inzwischen auch vorgefertigte Schienen aus Kunststoff, die mit Bleichgel gefüllt sind beziehungsweise werden. Selbst Mundstücke mit eingebauter LED-Lampe existieren am Markt, aber auch Bleich-Streifen, so genannte White Stripes.

Was ist besser: Bleaching beim Zahnarzt oder zu Hause?

Weil in Bleaching-Sets für zu Hause eine geringere Konzentration an Wirkstoff steckt, lässt sich damit auch nur eine geringere Bleichwirkung erzielen. Dafür sind die Mittel vergleichsweise preiswert. Auf die Beratung vorab vom Zahnarzt oder der Zahnärztin solltest du nicht verzichten – auch, wenn es schlussendlich das Home-Bleaching sein soll.

Was kostet Bleaching?

Die Kosten unterscheiden sich deutlich je nach Methode.

Beim Zahnarzt

  • höhere Kosten
  • dafür individuell abgestimmt
  • medizinisch begleitet

Zu Hause

  • günstiger
  • weniger Aufwand
  • weniger individuell

Bleaching ist eine ästhetische Behandlung. Das bedeutet: Bleaching ist üblicherweise keine Leistung, die die Krankenkasse übernimmt und so müssen Patientinnen und Patienten diese kosmetische Behandlung selbst zahlen“, so Medizinerin Marschall. In der Praxis, beim sogenannten In-Office-Bleaching, koste eine Behandlung zwischen 300 und 800 Euro, je nach Verfahren und Aufwand. Preisgünstiger ist das Home-Bleaching: Hier gibt es viel Auswahl zu günstigeren Preisen. Ab etwa 60 Euro geht es los.

Sorgen auch whitening Zahncremes für weißere Zähne?

„Um das Zahnbein heller zu machen, benötigt es Bleichmittel“, sagt Marschall. Selbst Zahnpasten, die Bleichmittel enthielten, hätten kaum eine Wirkung und könnten lediglich Verfärbungen verringern und dazu beitragen, dass die natürliche Zahnfarbe wieder zum Vorschein komme.

Fazit: Bleaching ist effektiv, aber keine schnelle Beauty-Abkürzung

Bleaching kann sichtbare Ergebnisse liefern.

Aber:

  • Zahnarzt oder Zahnärztin und DIY unterscheiden sich deutlich
  • Die Kosten trägst du meist selbst
  • Die richtige Anwendung entscheidet über Sicherheit

Häufige Fragen zu Zahnbleaching

Beim Bleaching werden Zahnverfärbungen durch wasserstoffperoxidhaltige Gele chemisch entfernt, um die Zähne um mehrere Nuancen aufzuhellen. Dabei werden Farbpigmente im Zahnschmelz aufgespalten. Dies geschieht entweder intensiv beim Zahnarzt (In-Office-Bleaching) oder schrittweise zu Hause mit individuell angefertigten Schienen (Home-Bleaching).
Nicht grundsätzlich, aber die falsche Anwendung kann zu empfindlichen Zähnen oder Reizungen führen.
Beim Zahnarzt oder der Zahnärztin ist es meist teurer, zu Hause günstiger. Die Kosten werden in der Regel nicht von der Krankenkasse übernommen, da es sich um eine kosmetisch Behandlung handelt.

Literatur und weiterführende Informationen:

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