Junger Mann deutet an, sich einen Pickel auszudrücken
Hautgesundheit

Pickel ausdrücken im Todesdreieck: Der Fehler, den viele machen

Lesedauer weniger als 7 Min

Redaktion:

Katharina Weis (Medical Writer, Content Fleet GmbH)

Qualitätssicherung:

Dr. med. Christina Hawlitschek (Dermatologin)

3 gute Gründe, Pickel im Todesdreieck in Ruhe zu lassen

Karussell mit 3 Elementen
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Weil die Stelle besonders sensibel ist

Das „Todesdreieck“ befindet sich zwischen Oberlippe und Nasenwurzel. Es ist über Blutgefäße direkt mit dem Gehirn verbunden. Das bedeutet kurze Wege für Keime.
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Weil Ausdrücken alles schlimmer machen kann

Pickel im Todesdreieck ausdrücken? Keine gute Idee. Entzündet sich der Bereich, haben Keime auf dem Weg zum Gehirn leichtes Spiel. Das ist aber sehr selten. 
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Weil deine Haut meist selbst klarkommt

Die meisten Pickel im Todesdreieck heilen von allein gut ab. Bei starken Entzündungen, Fieber oder Schwellungen solltest du dir jedoch sofort ärztliche Hilfe holen.

Du scrollst auf TikTok und stolperst über ein Video: Im Krankenhaus wegen eines kleinen Pickels unter der Nase im Todesdreieck? Das ist doch total übertrieben. Oder vielleicht doch nicht? Was wirklich dran ist. 

So gefährlich sind Pickel im Todesdreieck wirklich

Schon mal vom Todesdreieck im Gesicht gehört? Klingt ziemlich dramatisch, gemeint ist damit einfach der Bereich von den Mundwinkeln bis zur Nasenwurzel, also Nase und Oberlippe. Und ja: Dort ist bei Entzündungen Vorsicht angesagt.

Pickel im Todesdreieck: Darum solltest du sie nicht ausdrücken

Über feine Blutgefäße ist die Haut im Todesdreieck direkt mit einem wichtigen venösen Blutgefäß zum Gehirn verbunden.

Worst-Case-Szenario: Wenn du einen Pickel im Todesdreieck ausdrückst, könnten dadurch Bakterien ins Blut gelangen und sich entlang des Blutgefäßes ausbreiten.

Das verursacht dann schlimmstenfalls eine sogenannte Sinusvenen-Thrombose, die unter anderem zu Schwellungen im Gehirn oder zu einem Schlaganfall führen kann.

Dass eine Infektion im Gesichtsbereich derart schwere Folgen hat, ist aber sehr, sehr selten.

Riskieren solltest du es trotzdem nicht. Pickel auszudrücken, kann außerdem dazu führen, dass sich die Heilung verzögert und sichtbare Narben bilden. So oder so: Es lohnt sich nicht.

Pickel ausdrücken? Im sogenannten Todesdreieck kann das mehr schaden als nützen.

Pickel ausdrücken? Im sogenannten Todesdreieck kann das mehr schaden als nützen.

Pickel im Todesdreieck: Unnötige Panikmache auf Social Media

Online stößt du auf ein Video, in dem jemand behauptet, durch einen Pickel im Todesdreieck im Krankenhaus gelandet zu sein. Ist da was dran? Möglich ist das zwar, es kommt aber sehr, sehr selten vor.

Die Behauptung, dass bereits versehentliches Berühren eines Pickels im Todesdreieck gefährlich ist, ist erst recht Panikmache: Das bewirkt noch lange keine Ausbreitung von Keimen oder einer Infektion.

Was bei einem Pickel im Todesdreieck hilft

Der erste Blick in den Spiegel nach dem Aufstehen zeigt: ein Pickel, direkt unter deiner Nase. Ganz klar, der Pickel soll weg, dir kribbelt es schon in den Fingern. Aber Verletzungen, zu großer Druck oder Bakterien von deinen Fingern machen die Sache eher schlimmer. Also besser Finger weg.

Ausdrücken: No! Heilung unterstützen: Go!

Das kannst du tun:

  • In Ruhe lassen: Das mag nicht die schnelle Lösung sein, die du dir vielleicht wünschst, aber so unterstützt du die Heilung am besten. Möglichst keinen Druck auf den Pickel ausüben, nicht reiben, auch nicht beim Abtrocknen.
  • Pimple Patches: An dem Social-Media-Trend ist tatsächlich etwas dran. Die Minipflaster für Pickel nehmen Wundflüssigkeit auf, schützen die Wunde vor Bakterien von außen und verhindern nebenbei, dass du unbewusst daran rumfummelst. Manchmal kannst du schon über Nacht einen Unterschied sehen.
  • Vorsichtig behandeln: Vor allem Benzoylperoxid (in Aknemitteln) und Salicylsäure können Linderung verschaffen. Informier dich am besten vorher, was bei solchen Mitteln zu beachten ist. Noch besser: Die Pickel bei einer medizinischen Kosmetikbehandlung oder in einer dermatologischen Praxis vorsichtig öffnen lassen. Das ist wirklich die Aufgabe von Profis.

So behandelst du einen entzündeten Pickel im Todesdreieck richtig

Bei einem offenen und entzündeten Pickel im Todesdreieck solltest du vor allem vorsichtig vorgehen.

Darauf kommt’s jetzt an:

  • Den Pickel mit einem Hautdesinfektionsmittel desinfizieren
  • In Ruhe heilen lassen
  • Entzündung in deiner Hausarzt- oder Hautarztpraxis checken lassen, falls sie sich ausbreitet

Good to know: Bleibt eine Entzündung im Todesdreieck unbehandelt, kann sie sich von einer örtlich begrenzten Infektion zu einer ernsthaften Erkrankung entwickeln, einer Sinusvenen-Thrombose. Das hört sich gefährlich an, ist aber zum Glück eher selten.

Dann brauchst du bei einem Pickel im Todesdreieck schnelle Hilfe

Wann solltest du dir Hilfe holen? Wenn du einen stark entzündeten Pickel im Todesdreieck hast und mehrere der folgenden Symptome gleichzeitig bei dir auftreten oder sich innerhalb von Stunden verschlimmern:

  • Starke oder zunehmende Schwellung im Gesicht und/oder hinter einem Ohr
  • Fieber
  • Übelkeit oder Erbrechen
  • Kopfschmerzen, besonders wenn sie sich je nach Lage deines Kopfes verändern
  • Geschwollene oder gerötete Augen
  • Sehstörungen

Dann solltest du nicht bis zum nächsten Termin in deiner Praxis warten, sondern direkt ärztliche Hilfe suchen.

So beugst du Pickeln im Todesdreieck vor

Lange Partynächte, Unistress, Snacks statt echter Mahlzeiten: Deine Haut bekommt alles mit und antwortet darauf möglicherweise mit Hautunreinheiten oder Pickeln. Deshalb können schon kleine Änderungen des Lifestyles dabei helfen, Pickeln vorzubeugen.

Nahaufnahme eines weiblichen Gesichts mit Akne

Das „Todesdreieck“ reicht von den Mundwinkeln bis zur Nasenwurzel. 

Die richtige Pflege macht den Unterschied

Bei Pflege und Produkten gilt: Weniger ist mehr, da sind sich die Experten einig. Mit diesen Tipps fährst du in jedem Fall sicher:

  • Nutze milde, nicht zu fetthaltige Pflegeprodukte.
  • Drücke Pickel möglichst nicht aus.
  • Reinige dein Gesicht vor dem Schlafengehen mit milden Reinigungssubstanzen, um überschüssigen Talg oder Make-up zu entfernen.

Da geht was bei Schlaf, Ernährung und Entspannung

Ein Wochenende mit Party, Pizza, Popcorn und jeder Menge Spaß? Super, doch deine Haut sieht das möglicherweise anders. Dein Lifestyle kann eindeutige Auswirkungen auf die Reinheit deiner Haut haben.

Damit der Blick in den Spiegel nicht zum Jump-Scare wird:

  • Genug schlafen: Am Mythos vom Schönheitsschlaf ist wirklich was dran. Ein guter Schlaf stärkt auch deine Hautbarriere.
  • Gut essen: Deine Ernährung sollte viel Gemüse, Ballaststoffe, Hülsenfrüchte, wenig Fett und wenig Zucker beinhalten. Das kann sich positiv auf die Haut auswirken.
  • Regelmäßig entspannen: Auch Stress kann Hautunreinheiten pushen. Also auf Entschleunigung setzen, Stress reduzieren und Me-Time feiern.

Fazit: Die meisten Pickel im Todesdreieck sind kein Drama

Das Todesdreieck sorgt für viel Wirbel. Allein der Name klingt so gefährlich, dass das Thema auf Social Media ordentlich trendet. In der Regel sind Pickel im Todesdreieck aber gar nicht so dramatisch. Die meisten heilen problemlos von selbst ab.

Und wenn doch mal ein Pickel auftaucht? Dann weißt du jetzt, was zu tun ist. Und was du besser sein lässt.

Pickel ausdrücken im Todesdreieck: Häufige Fragen und Antworten

Mit diesem dramatisch klingenden Begriff wird eine bestimmte Gesichtspartie bezeichnet, die sich von der Nasenwurzel bis zu beiden Mundwinkeln erstreckt. Somit umfasst dieser Bereich im Wesentlichen Nase und Oberlippe. Die Haut in dieser Zone ist über ein Venennetz direkt mit einem bedeutenden Blutgefäß zum Gehirn verbunden. Diese anatomische Besonderheit macht die Region anfälliger für Komplikationen bei Entzündungen.
Beim Quetschen eines Pickels können Bakterien in die Blutbahn eindringen und sich entlang der Venenwege in Richtung Gehirn bewegen. Im schlimmsten Fall kann dies zu einer Sinusvenen-Thrombose führen, die Hirnschwellungen oder sogar einen Schlaganfall auslösen kann. Allerdings sind solche dramatischen Folgen extrem unwahrscheinlich. Hinzu kommt, dass das Manipulieren an Pickeln generell die Abheilung verzögern und Narbenbildung fördern kann. Trotz der Seltenheit sollte man das Risiko nicht eingehen.
Die Haut in dieser Gesichtsregion ist über ein spezielles Venensystem mit dem Sinus cavernosus verbunden, einem wichtigen venösen Blutleiter zum Gehirn. Wenn Bakterien durch das Ausdrücken in die Blutbahn gelangen, können sie sich entlang dieser direkten Verbindung ausbreiten. Diese anatomische Nähe macht die Region besonders anfällig für eine Keimverschleppung.
Alarmsignale sind vor allem dann gegeben, wenn mehrere Beschwerden gleichzeitig auftreten oder sich rasch verschlechtern. Dazu zählen ausgeprägte oder zunehmende Schwellungen im Gesicht sowie Fieber. Auch Kopfschmerzen, die sich je nach Kopfposition verändern, sowie Übelkeit und Erbrechen sind Warnzeichen. Geschwollene oder gerötete Augen und Sehstörungen sollten ebenfalls ernst genommen werden.
Die beste Strategie ist, den Pickel einfach in Ruhe zu lassen und die natürliche Heilung abzuwarten. Keinen Druck ausüben, nicht daran reiben und auch beim Abtrocknen vorsichtig sein. Spezielle Pickel-Pflaster, sogenannte Pimple Patches, können helfen, indem sie die Wunde schützen und Flüssigkeit aufnehmen. Produkte mit Benzoylperoxid oder Salicylsäure können unterstützend wirken, eine professionelle Behandlung durch medizinisches Fachpersonal ist aber die sicherste Option.
Sofortige ärztliche Hilfe ist erforderlich, wenn ein stark entzündeter Pickel vorliegt und verschiedene Symptome gleichzeitig auftreten. Besonders wenn sich Beschwerden wie starke Gesichtsschwellungen, Fieber, Kopfschmerzen, Übelkeit oder Sehstörungen innerhalb von Stunden verschlimmern. In solchen Fällen sollte man nicht auf den nächsten regulären Termin warten. Auch bei sich ausbreitenden Entzündungen ist eine ärztliche Kontrolle ratsam.
Mitesser selbst sind zunächst unbedenklich, da sie lediglich verstopfte Poren darstellen. Problematisch wird es erst dann, wenn beim Ausdrücken der Mitesser die Haut verletzt wird. Gelangen durch diese Verletzung Bakterien in die Wunde, kann sich daraus eine Entzündung entwickeln. Das Risiko entsteht also nicht durch den Mitesser selbst, sondern durch die Manipulation daran.
Eine sanfte Gesichtsreinigung mit milden, nicht zu fetthaltigen Produkten ist grundlegend, besonders vor dem Schlafengehen. Ausreichend Schlaf stärkt die Hautbarriere und wirkt sich positiv aus. Eine Ernährung mit viel Gemüse, Ballaststoffen und Hülsenfrüchten bei gleichzeitig wenig Fett und Zucker kann die Hautgesundheit unterstützen. Auch Stressreduktion und regelmäßige Entspannung können helfen, da Stress Hautunreinheiten begünstigt. Generell gilt: Weniger ist mehr bei Pflegeprodukten, und Pickel sollten nicht ausgedrückt werden.

Weiterführende Informationen

Literatur

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