Eichenprozessionsspinner: Eine Frau leidet unter Juckreiz
Hautgesundheit

Eichenprozessionsspinner: So schützt du dich vor Ausschlag und Allergie

Lesedauer weniger als 6 Min
Redaktion:
Miriam Frieß (Medical Writer, Content Fleet GmbH)
Qualitätssicherung:
Dr. med. Christina Hawlitschek (Dermatologin)

Eichenprozessionsspinner: 3 Fragen, 3 Antworten

Karussell mit 3 Elementen
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Warum hältst du besser Abstand?

Die Raupen des Eichenprozessionsspinners entwickeln feine Haare, die zum Beispiel Ausschläge, Atembeschwerden und allergische Reaktionen auslösen können.
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Wann sind die Raupen aktiv?

Wann genau die Raupen aktiv sind, hängt von der Witterung ab, denn sie mögen es gern warm. Oft sind sie ab April zu beobachten, im September ist die Saison meist wieder vorbei. 
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Wie kannst du dich schützen?

Von den Raupen und ihren Nestern solltest du Abstand halten und sie niemals anfassen. Bist du doch mit ihnen in Kontakt gekommen, dusch ausgiebig und wasch deine Kleidung bei 60 Grad.

Du hast den perfekten Schattenplatz am See unter der großen Eiche gefunden. Aber sind das da Spinnweben? Oder etwa Nester des Eichenprozessionsspinners? Warum du schnell einen anderen Platz suchen solltest.

Eichenprozessionsspinner: So schützt du dich richtig

Schon wieder sind ganze Parks abgesperrt, und alles nur wegen einer kleinen Raupe? Der Eichenprozessionsspinner hat es in sich. Seine Raupen tragen winzige Brennhaare, die bei Kontakt Hautausschlag auslösen und Augen und Atemwege reizen können. 

Deshalb solltest du Abstand halten, wenn du Eichen siehst, die wie mit Spinnweben behangen aussehen. Das könnte das Werk des Eichenprozessionsspinners sein.

Wie kannst du dich vor Kontakt schützen?

Es reicht nicht, die Raupen nicht anzufassen. Die Gifthaare der Raupen können abbrechen, sich durch den Wind verbreiten und lange Zeit in der Umwelt bestehen bleiben. 

  • Eichen sollst du weichen: Vermeide es, dich in befallenen Gebieten aufzuhalten, und umschiffe abgesperrte Bereiche.
  • Haut mit Kleidung schützen: Trage lange Hosen und langärmlige Shirts, wenn du in der Natur unterwegs bist; besonders in Gebieten mit vielen Eichen oder in denen sogar schon vor den Raupen gewarnt wird.
  • Raupennester nicht berühren: Befallene Eichen erkennst du daran, dass daran Nester wie aus Spinnweben hängen. Selbst wenn die Raupen längst verschwunden sind, diese Nester besser nicht anfassen. 

Was kannst du bei Kontakt mit den Raupen tun?

Wenn du glaubst, den Raupen des Eichenprozessionsspinners zu nah gekommen oder mit deren Härchen in Kontakt geraten zu sein, kannst du das tun: 

  • Kleidung im Freien wechseln: Vermeide es, die Härchen in dein Zuhause zu tragen. Ziehe dich draußen aus oder um.
  • Schuhe nass reinigen: Das Gleiche gilt für deine Schuhe. Auch die ziehst du besser draußen aus und säuberst sie gründlich mit Wasser.
  • Kleidung bei 60 Grad waschen: So gehst du sicher, dass deine Klamotten frei von Raupenhärchen sind und der brennende Giftstoff darin zerstört wird.
  • Everything Shower: Dusch dich ordentlich ab, wasch deine Haare und spül auch deine Augen sorgfältig aus.

Wenn du trotz aller Vorsicht Symptome entwickelst, such dir ärztliche Hilfe: 

  • Bei Ausschlag und Juckreiz: Geh so schnell wie möglich zum Hausarzt.
  • Bei Atemnot: Alarmier den Rettungsdienst via 112.

Das macht den Eichenprozessionsspinner so gefährlich

Die Raupen des Eichenprozessionsspinners produzieren ein Nesselgift namens Thaumetopoein. Es befindet sich in den winzig kleinen Brennhaaren, die die Tiere vor allem am Rücken tragen.

Die Raupen produzieren Härchen und Gift erst in einem gewissen Alter. Ab Ende April oder Anfang Mai kann das so weit sein: Dann beginnt die Saison des Eichenprozessionsspinners.

Spätestens im September ist der Spuk meist wieder vorbei. In der Nähe von Nestern bleiben die Härchen mitsamt Giftstoff allerdings sogar über Jahre zurück und können weiter für Probleme sorgen. Auch, wenn die Raupen längst zu Faltern geworden und ausgeflogen sind.

Symptome: Das passiert bei Kontakt mit den Brennhaaren der Raupe

Was juckt denn da so unter dem Shirt und warum ist deine Haut ganz rot? Du warst doch nur im Park joggen, was kann da schon passiert sein?

Vielleicht bist du unbemerkt mit den Brennhaaren des Eichenprozessionsspinners in Berührung gekommen. Die können an Haut und Schleimhäuten eine Entzündungsreaktion auslösen. So kann sich das äußern:

Frau sitzt auf Sofa dem Sofa, hält sich die Hände an den Kopf und hat scheinbar Schwindel oder Kopfschmerzen

Kommst du mit den Brennhaaren des Eichenprozessionsspinners in Kontakt, können Juckreiz, Hautausschlag oder Schwindel auftreten.

Die Härchen können in seltenen Fällen sogar allergische Reaktion mit Atemnot und starken Kreislaufproblemen hervorrufen. Das kann richtig gefährlich werden und sollte sofort ärztlich behandelt werden.

Befall im eigenen Garten: Das kannst du tun, wenn du ein Nest entdeckst

Die schöne alte Eiche im Garten deiner Eltern sieht plötzlich gespenstisch aus, wie mit einem feinen Netz überzogen? Das könnten Nester des Eichenprozessionsspinners sein.

Woran erkennst du Eichenprozessionsspinner im Garten?

Die Schädlinge befallen fast ausschließlich Eichen, die sie regelrecht kahl fressen können. Ihre Nester sehen aus wie ein weiß-graues, rundliches Geflecht aus Spinnweben und werden auch als Gespinst bezeichnet.

Die Raupen selbst sind in frühen Stadien braun-gelblich, später erkennst du sie an ihrer grau-schwarzen Färbung und ihren langen Haaren. Sie gehen in Gruppen auf Nahrungssuche und bilden dabei kleine Prozessionen. Daher auch der Name Eichenprozessionsspinner.

Good to know: Die sichtbaren langen Haare der Raupe sind nicht die Brennhaare. Die lassen sich mit bloßem Auge kaum erkennen.

Wie kannst du die Nester loswerden?

Wenn du Raupen des Eichenprozessionsspinners oder ihre Nester in deinem Garten findest, ist das besser ein Fall für Profis. 

So gehen Fachleute dem Eichenprozessionsspinner an den Kragen:

  • Absaugen der Nester samt Raupen und Brennhaaren
  • Heißwasser oder Heißschaum, um die Raupen abzutöten und das Gift der Brennhaare zu zerstören
  • Biologische oder chemische Mittel wie Fadenwürmer oder Insektizide, die den Eichenprozessionsspinner abtöten

Der Einsatz von biologischen oder chemischen Mitteln sollte allerdings sorgfältig bedacht werden. Dabei können auch andere Insekten getötet werden und Brennhaare trotzdem zurückbleiben.

Und du selbst kannst gar nichts tun? Nicht ganz. Du kannst kleine Helfer in den Garten einladen: Kohl- und Blaumeisen zählen zu den natürlichen Fressfeinden des Eichenprozessionsspinners. Deshalb kann es helfen, Nistkästen für die Vögel aufzuhängen. Ob du deinen Garten so allerdings wirklich frei von Eichenprozessionsspinnern halten kannst, ist wissenschaftlich noch nicht abschließend untersucht.

Eichenprozessionsspinner: Keine Panik, aber Vorsicht

Du kannst wie gewohnt deine Joggingrunden im Park drehen. Aber wenn du Warnschilder, Absperrband oder kahl gefressene Eichen siehst, kann etwas Vorsicht nicht schaden. Denn die fiesen Raupen und ihre Gifthärchen brauchst du nun wirklich nicht.

Eichenprozessionsspinner: Häufige Fragen und Antworten

Bis dir Reaktionen auf die Gifthärchen des Eichenprozessionsspinners auffallen, können mehrere Stunden vergehen. Nur bei echten Allergien kann es deutlich schneller gehen: Hier reagiert das Immunsystem in 15 bis 60 Minuten auf Härchen und Nesselgift.

Der Kontakt mit den Brennhaaren führt zu verschiedenen Beschwerden. Auf der Haut können Rötungen, Juckreiz, Knötchen und Quaddeln entstehen. Zudem sind Entzündungen der Augen, Atemwegsprobleme, Schwindelgefühle und Fieber möglich. In seltenen Fällen kommt es sogar zu schweren allergischen Reaktionen mit Atemnot und Kreislaufbeschwerden, die sofortige eine ärztliche Behandlung erfordern.
Die Hautreaktion verschwindet normalerweise innerhalb von ein bis zwei Wochen von selbst. Ärztinnen und Ärzte können kortisonhaltige Salben verordnen, die die Entzündung und den Juckreiz mildern. Zusätzlich ist es hilfreich, die betroffenen Bereiche zu kühlen.
Der Eichenprozessionsspinner wird leicht mit der Gespinstmotte verwechselt, die ebenfalls großflächig Bäume befällt. Ihre Raupen können Büsche und Bäume komplett in schleierartigen Gespinsten einweben. Im Gegensatz zum Eichenprozessionsspinner, der fast ausschließlich auf Eichen vorkommt, leben die Raupen der Gespinstmotte auf vielen Arten von Bäumen und auf Sträuchern. Außerdem sind sie haarlos und gelblich gefärbt, während die Raupen des Eichenprozessionsspinners stark behaart und dunkler gefärbt sind.
Ja, die Raupen stellen eine gesundheitliche Gefahr dar. Sie besitzen winzige Brennhaare mit einem Nesselgift, die bei Berührung Hautreaktionen auslösen sowie Augen und Atemwege reizen können. In seltenen Fällen können die Tiere sogar lebensbedrohliche allergische Reaktionen hervorrufen.

Weiterführende Informationen

Literatur

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