Du hast den perfekten Schattenplatz am See unter der großen Eiche gefunden. Aber sind das da Spinnweben? Oder etwa Nester des Eichenprozessionsspinners? Warum du schnell einen anderen Platz suchen solltest.
Eichenprozessionsspinner: So schützt du dich vor Ausschlag und Allergie
Eichenprozessionsspinner: So schützt du dich richtig
Schon wieder sind ganze Parks abgesperrt, und alles nur wegen einer kleinen Raupe? Der Eichenprozessionsspinner hat es in sich. Seine Raupen tragen winzige Brennhaare, die bei Kontakt Hautausschlag auslösen und Augen und Atemwege reizen können.
Deshalb solltest du Abstand halten, wenn du Eichen siehst, die wie mit Spinnweben behangen aussehen. Das könnte das Werk des Eichenprozessionsspinners sein.
Wie kannst du dich vor Kontakt schützen?
Es reicht nicht, die Raupen nicht anzufassen. Die Gifthaare der Raupen können abbrechen, sich durch den Wind verbreiten und lange Zeit in der Umwelt bestehen bleiben.
- Eichen sollst du weichen: Vermeide es, dich in befallenen Gebieten aufzuhalten, und umschiffe abgesperrte Bereiche.
- Haut mit Kleidung schützen: Trage lange Hosen und langärmlige Shirts, wenn du in der Natur unterwegs bist; besonders in Gebieten mit vielen Eichen oder in denen sogar schon vor den Raupen gewarnt wird.
- Raupennester nicht berühren: Befallene Eichen erkennst du daran, dass daran Nester wie aus Spinnweben hängen. Selbst wenn die Raupen längst verschwunden sind, diese Nester besser nicht anfassen.
Was kannst du bei Kontakt mit den Raupen tun?
Wenn du glaubst, den Raupen des Eichenprozessionsspinners zu nah gekommen oder mit deren Härchen in Kontakt geraten zu sein, kannst du das tun:
- Kleidung im Freien wechseln: Vermeide es, die Härchen in dein Zuhause zu tragen. Ziehe dich draußen aus oder um.
- Schuhe nass reinigen: Das Gleiche gilt für deine Schuhe. Auch die ziehst du besser draußen aus und säuberst sie gründlich mit Wasser.
- Kleidung bei 60 Grad waschen: So gehst du sicher, dass deine Klamotten frei von Raupenhärchen sind und der brennende Giftstoff darin zerstört wird.
- Everything Shower: Dusch dich ordentlich ab, wasch deine Haare und spül auch deine Augen sorgfältig aus.
Wenn du trotz aller Vorsicht Symptome entwickelst, such dir ärztliche Hilfe:
- Bei Ausschlag und Juckreiz: Geh so schnell wie möglich zum Hausarzt.
- Bei Atemnot: Alarmier den Rettungsdienst via 112.
Das macht den Eichenprozessionsspinner so gefährlich
Die Raupen des Eichenprozessionsspinners produzieren ein Nesselgift namens Thaumetopoein. Es befindet sich in den winzig kleinen Brennhaaren, die die Tiere vor allem am Rücken tragen.
Die Raupen produzieren Härchen und Gift erst in einem gewissen Alter. Ab Ende April oder Anfang Mai kann das so weit sein: Dann beginnt die Saison des Eichenprozessionsspinners.
Spätestens im September ist der Spuk meist wieder vorbei. In der Nähe von Nestern bleiben die Härchen mitsamt Giftstoff allerdings sogar über Jahre zurück und können weiter für Probleme sorgen. Auch, wenn die Raupen längst zu Faltern geworden und ausgeflogen sind.
Symptome: Das passiert bei Kontakt mit den Brennhaaren der Raupe
Was juckt denn da so unter dem Shirt und warum ist deine Haut ganz rot? Du warst doch nur im Park joggen, was kann da schon passiert sein?
Vielleicht bist du unbemerkt mit den Brennhaaren des Eichenprozessionsspinners in Berührung gekommen. Die können an Haut und Schleimhäuten eine Entzündungsreaktion auslösen. So kann sich das äußern:
- Ausschlag
- Starker Juckreiz
- Bindehautentzündung
- Reizung der Atemwege, Husten
- Schwindel
- Fieber
Kommst du mit den Brennhaaren des Eichenprozessionsspinners in Kontakt, können Juckreiz, Hautausschlag oder Schwindel auftreten.
Die Härchen können in seltenen Fällen sogar allergische Reaktion mit Atemnot und starken Kreislaufproblemen hervorrufen. Das kann richtig gefährlich werden und sollte sofort ärztlich behandelt werden.
Befall im eigenen Garten: Das kannst du tun, wenn du ein Nest entdeckst
Die schöne alte Eiche im Garten deiner Eltern sieht plötzlich gespenstisch aus, wie mit einem feinen Netz überzogen? Das könnten Nester des Eichenprozessionsspinners sein.
Woran erkennst du Eichenprozessionsspinner im Garten?
Die Schädlinge befallen fast ausschließlich Eichen, die sie regelrecht kahl fressen können. Ihre Nester sehen aus wie ein weiß-graues, rundliches Geflecht aus Spinnweben und werden auch als Gespinst bezeichnet.
Die Raupen selbst sind in frühen Stadien braun-gelblich, später erkennst du sie an ihrer grau-schwarzen Färbung und ihren langen Haaren. Sie gehen in Gruppen auf Nahrungssuche und bilden dabei kleine Prozessionen. Daher auch der Name Eichenprozessionsspinner.
Good to know: Die sichtbaren langen Haare der Raupe sind nicht die Brennhaare. Die lassen sich mit bloßem Auge kaum erkennen.
Wie kannst du die Nester loswerden?
Wenn du Raupen des Eichenprozessionsspinners oder ihre Nester in deinem Garten findest, ist das besser ein Fall für Profis.
So gehen Fachleute dem Eichenprozessionsspinner an den Kragen:
- Absaugen der Nester samt Raupen und Brennhaaren
- Heißwasser oder Heißschaum, um die Raupen abzutöten und das Gift der Brennhaare zu zerstören
- Biologische oder chemische Mittel wie Fadenwürmer oder Insektizide, die den Eichenprozessionsspinner abtöten
Der Einsatz von biologischen oder chemischen Mitteln sollte allerdings sorgfältig bedacht werden. Dabei können auch andere Insekten getötet werden und Brennhaare trotzdem zurückbleiben.
Und du selbst kannst gar nichts tun? Nicht ganz. Du kannst kleine Helfer in den Garten einladen: Kohl- und Blaumeisen zählen zu den natürlichen Fressfeinden des Eichenprozessionsspinners. Deshalb kann es helfen, Nistkästen für die Vögel aufzuhängen. Ob du deinen Garten so allerdings wirklich frei von Eichenprozessionsspinnern halten kannst, ist wissenschaftlich noch nicht abschließend untersucht.
Eichenprozessionsspinner: Keine Panik, aber Vorsicht
Du kannst wie gewohnt deine Joggingrunden im Park drehen. Aber wenn du Warnschilder, Absperrband oder kahl gefressene Eichen siehst, kann etwas Vorsicht nicht schaden. Denn die fiesen Raupen und ihre Gifthärchen brauchst du nun wirklich nicht.
Eichenprozessionsspinner: Häufige Fragen und Antworten
Bis dir Reaktionen auf die Gifthärchen des Eichenprozessionsspinners auffallen, können mehrere Stunden vergehen. Nur bei echten Allergien kann es deutlich schneller gehen: Hier reagiert das Immunsystem in 15 bis 60 Minuten auf Härchen und Nesselgift.
Weiterführende Informationen
- NABU (Abruf vom 18.08.2026): Wie gefährlich sind Eichenprozessionsspinner?
- Umweltbundesamt (Abruf vom 18.08.2026): Eichenprozessionsspinner
Literatur
- Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (Abruf vom 18.08.2026): Eichenprozessionsspinner
- Berlin – Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege (Abruf vom 18.08.2026): Eichenprozessionsspinner
- Berufsverband der Deutschen Dermatologen (Abruf vom 18.08.2026): Was bei Raupendermatitis hilft
- Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (Abruf vom 18.08.2026): Gefahr durch den Eichenprozessionsspinner
- Bundeszentrum für Landwirtschaft (Abruf vom 18.08.2026): Warum und wie wird der Eichenprozessionsspinner bekämpft?
- Harald Maier (Abruf vom 18.08.2026): Was kommt dort durch die Luft geflogen …?
- Johannes Ring et al. (Abruf vom 18.08.2026): Kurzfassung der Leitlinie „Akuttherapie und Management der Anaphylaxie – Update 2021“ für Patienten und Angehörige
- NABU (Abruf vom 18.08.2026): Kein Grund zur Sorge
- NABU (Abruf vom 18.08.2026): Wie gefährlich sind Eichenprozessionsspinner?
- Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (Abruf vom 18.08.2026): Eichenprozessionsspinner
- Umweltbundesamt (Abruf vom 18.08.2026): Eichenprozessionsspinner
- Umweltbundesamt (Abruf vom 18.08.2026): Häufig gestellte Fragen zum Eichenprozessionsspinner