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Bindehautentzündung: Ursachen, Symptome und Behandlung

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Redaktion:
Jessie Gärisch (Medical Writer, Content Fleet GmbH)
Qualitätssicherung:
Dr. med. Klaus Mengedoht (Facharzt für Augenheilkunde)

Das Auge juckt und brennt, ist gerötet und tränt: Häufig steckt eine Bindehautentzündung dahinter. Die auch Konjunktivitis genannte Augenentzündung ist meist harmlos, kann jedoch sehr ansteckend sein. Dieser Beitrag erklärt, welche Symptome auftreten, wann ein Arztbesuch angezeigt ist und was sich gegen Bindehautentzündung tun lässt.

Definition: Was ist eine Bindehautentzündung?

Bei einer Bindehautentzündung ist die Schleimhaut, die den sichtbaren weißen Teil des Auges und die Innenseite der Augenlider überzieht, entzündet: Sowohl das „Weiße“ der Augäpfel als auch die Innenseiten der Augenlider erscheinen dann gerötet, empfindlich und gereizt. Das Auge tränt oder sondert Sekret ab. Der medizinische Fachbegriff für diese Augenentzündung ist Konjunktivitis.

Ein Mann mit allergischer Bindehautentzündung benutzt antiallergische Augentropfen, während er im Park ist.

Bei einer allergischen Bindehautentzündung können Antihistaminika als Augentropfen gegen Jucken und Brennen helfen.

Fachleute unterscheiden bei einer Bindehautentzündung je nach Auslöser ansteckende und nicht ansteckende Formen, denn die Entzündung der Bindehaut kann verschiedene Ursachen haben: etwa Bakterien, Viren, Allergene wie Pollen, schädliche Stoffe und ständige Reizungen.

Symptome: Wie sieht eine Bindehautentzündung aus?

Folgende Anzeichen können bei fast allen Formen der Konjunktivitis auftreten:

  • Gerötete und gereizte Augen
  • Austretendes Sekret, vor allem morgens
  • Tränenfluss oder glasig wirkende Augen
  • Fremdkörpergefühl
  • Lichtempfindlichkeit
  • Jucken und Brennen der Augen
  • Gerötete und geschwollene Augenlider
  • Eventuell leichte Schmerzen

Wann sich ärztlicher Rat empfiehlt

Bei typischen Symptomen einer Bindehautentzündung ist ein Besuch der Hausarztpraxis ratsam. Das gilt besonders, wenn sich die Symptome nicht innerhalb von sieben bis zehn Tagen bessern oder sich in kurzer Zeit verschlimmern.

Bestimmte Anzeichen sollten jedoch möglichst kurzfristig medizinisch abgeklärt werden. Dazu gehören:

  • Schlechtere Sehkraft
  • Starke Schmerzen im Auge
  • Starke Kopfschmerzen und Übelkeit
  • Zunehmende Lichtempfindlichkeit
  • Wiederkehrende Bindehautentzündungen
  • Starke Erschöpfung oder ein Leistungsknick

Besteht der Verdacht auf eine schwerwiegendere Augenerkrankung, erfolgt in der Regel eine Überweisung zu einer augenärztlichen Praxis.

Ursachen: Wie kommt es zu einer Bindehautentzündung?

Die Auslöser einer Bindehautentzündung sind vielfältig. Entscheidend ist, ob eine Bindehautentzündung ansteckend, also infektiös ist, oder nicht.

Infektiöse Bindehautentzündung

Eine ansteckende Bindehautentzündung wird meist durch Bakterien oder Viren ausgelöst, sehr selten durch Pilze oder Parasiten. Je nach Auslöser können sich die Symptome zwar leicht unterscheiden, alle infektiösen Bindehautentzündungen weisen jedoch Gemeinsamkeiten auf.

Sie beginnen in der Regel nur an einem Auge, können aber sehr leicht auf das andere Auge übergehen und auch von Mensch zu Mensch schnell weitergegeben werden. Eine gute Hygiene und häufiges Händewaschen sind also sehr wichtig.

  • Virale Bindehautentzündung: Zumeist sind Adenoviren, seltener Herpesviren die Verursacher. Bei einer viralen Konjunktivitis ist das Sekret eher wässrig-klar.
  • Bakterielle Bindehautentzündung: Sind die Augenlider morgens von dickflüssigem, weißem bis gelbem Sekret verklebt, deutet das auf eine bakterielle Bindehautentzündung hin. Die häufigsten Auslöser sind Staphylokokken, vereinzelt auch Chlamydien und Gonokokken.

Nicht infektiöse Formen der Bindehautentzündung

Diese Formen der Bindehautentzündungen sind nicht ansteckend, betreffen meist beide Augen und sorgen für reichlich Tränenfluss.

Häufige Auslöser sind:

  • Allergien, etwa gegen Pollen, Tierhaare oder Hausstaub
  • Reizstoffe wie Staub, Rauch oder Kosmetika
  • Kontaktlinsen, etwa durch zu langes Tragen oder eine mangelnde Reinigung der Linsen
  • Andere Erkrankungen wie eine starke und dauerhafte Augentrockenheit (Sicca-Syndrom) oder die chronische Hauterkrankung Rosazea

Eine Frau steht im Grünen und reibt sich die kribbelnde Nase. In der linken Hand hält sie ein Taschentuch.

Risikofaktoren: Was kann eine Konjunktivitis fördern?

Zu den Faktoren, die das Risiko für eine Bindehautentzündung erhöhen, gehören:

  • Das Tragen von Kontaktlinsen
  • Infektionen der oberen Atemwege
  • Trockene Augen durch verengte Tränenwege
  • Ständige Reizung, etwa durch Staub, zu viel Sonne oder trockene Luft
  • Eine Verletzung der Bindehaut
  • Ein geschwächtes Immunsystem

Verlauf: Wie lange dauert eine Bindehautentzündung?

Die Dauer einer Bindehautentzündung hängt von der Ursache ab:

  • Bakteriell: Ein bis zwei Wochen
  • Viral: Zwei bis drei Wochen

Besteht die Bindehautentzündung nach vier Wochen immer noch, sprechen Fachleute von einer chronischen, also dauerhaften Bindehautentzündung.

Komplikationen sind selten: Sehr selten entzündet sich infolge der Konjunktivitis auch die Hornhaut des Auges. Die Entzündung kann in seltenen Fällen zu einer dauerhaften Sehverschlechterung führen. Das Risiko für eine Hornhautentzündung (Keratitis) ist sehr gering: Sie entwickelt sich bei etwa drei von 10.000 Menschen mit Bindehautentzündung.

Diagnostik: Wie lässt sich eine Konjunktivitis feststellen?

Bei Verdacht auf eine Bindehautentzündung stellen Ärztinnen und Ärzte Fragen zu den Beschwerden, ihrer Dauer und zu Vorerkrankungen. Zudem klären die Behandelnden, ob das gewohnte Sehvermögen schlechter ist. Wie das Sekret aussieht, gibt möglicherweise Aufschluss über die Ursache der Bindehautentzündung. 

Bei der Untersuchung von Auge und Augenlidern wird zudem auf Fremdkörper und Verletzungen geachtet. In seltenen Fällen wird ein Abstrich genommen, um den Erreger zu bestimmen.

Therapie: Wie lässt sich eine Bindehautentzündung behandeln?

In vielen Fällen heilt eine Bindehautentzündung innerhalb von ein bis zwei Wochen von selbst ab.

Lindernd wirkt bei allen Formen, regelmäßig eine sterile Kochsalzlösung oder ein konservierungsmittelfreies Tränenersatzmittel in die Augen zu tropfen.

Was bei einer bakteriellen Konjunktivitis hilft

Neben kühlenden Auflagen oder lindernden Tränenersatzmitteln oder Kochsalzlösung können in bestimmten Fällen antibiotische Augentropfen sinnvoll sein, etwa bei:

  • Menschen mit geschwächtem Immunsystem
  • Starken Schmerzen
  • Austritt von eitrigem Sekret aus den Augen
  • Kontaktlinsen, auf die trotz Bindehautentzündung nicht verzichtet werden kann

Gut zu wissen: Antibiotika beschleunigen die Heilung in vielen Fällen nicht. Lediglich eine von zehn bakteriellen Bindehautentzündungen klingt durch antibiotikahaltige Augentropfen schneller ab. Zudem können Antibiotika gefährliche Resistenzen befeuern. Das bedeutet, dass Erreger dann nicht mehr auf das jeweilige Antibiotikum reagieren.

Was bei einer viralen Konjunktivitis hilft

Bei einer virusbedingten Bindehautentzündung werden in der Regel vor allem die Symptome behandelt, etwa mit:

  • kühlenden Auflagen, einer
  • isotonischen Kochsalzlösung, in die Augen getropft, oder einem
  • Tränenersatzmittel.

Selten kann es bei einer Virusinfektion etwa mit Herpesviren jedoch nötig sein, eine antivirale Augensalbe und gegebenenfalls antivirale Tabletten einzunehmen.

Gut zu wissen: Bei durch Viren ausgelösten Entzündungen haben antibiotische Augentropfen keinen Effekt. Es besteht sogar das Risiko, dass sie mehr schaden als nutzen, etwa wenn Menschen allergisch auf sie reagieren.

Was bei einer allergischen Konjunktivitis hilft

Zur Behandlung einer allergisch bedingten Bindehautentzündung gibt es verschiedene Optionen:

  • Antiallergische Augentropfen
  • Antiallergische Tabletten (Antihistaminika)
  • Mastzellenstabilisatoren, die länger wirken, aber frühzeitig angewendet werden müssen
  • Hyposensibilisierung zur Gewöhnung an die Allergieauslöser und zur Abschwächung der Beschwerden

Welche Hausmittel bei einer Bindehautentzündung helfen

Folgende Hausmittel können bei einer Bindehautentzündung hilfreich sein:

  • Kühle Kompressen können Jucken und Brennen lindern. Dafür die Kompressen mit abgekochtem, abgekühltem Wasser oder steriler Kochsalzlösung befeuchten und für kurze Zeit auf die Augen legen.
  • Tücher mit steriler Kochsalzlösung eignen sich zur Reinigung verklebter Augenlider besser als pures Wasser oder Tee.
  • Kamille-Teebeutel sind als Augenkompresse weniger geeignet, da sie allergische Reaktionen auslösen können.

Vorsorge: Wie lässt sich einer Bindehautentzündung vorbeugen?

Die wichtigste Maßnahme zur Vorbeugung ansteckender Bindehautentzündungen ist eine konsequente Hygiene. 

Dazu gehören folgende Maßnahmen:

  • Hände regelmäßig waschen
  • Augen möglichst nicht berühren
  • Handtücher, Waschlappen und Kosmetika nicht gemeinsam nutzen
  • Kontaktlinsen konsequent reinigen und die empfohlenen Tragezeiten einhalten

Bei einer bestehenden Bindehautentzündung: 

  • Regelmäßig die Hände desinfizieren
  • Regelmäßig gemeinsam genutzte Oberflächen desinfizieren, zum Beispiel Türklinken oder Tablets
  • Händeschütteln vermeiden

Zur Vorbeugung allergischer Bindehautentzündungen:

  • Allergieauslöser möglichst meiden, zum Beispiel Fenster geschlossen halten und häufig staubsaugen
  • Augenbefeuchtende Augentropfen (Tränenersatz) verwenden, um Allergene wie Pollen oder Staub aus den Augen zu spülen

Fazit: Bindehautentzündung auf einen Blick

  • Symptome: Typische Anzeichen einer Bindehautentzündung sind gerötete, juckende und brennende Augen. Sie können vermehrt tränen und Sekret absondern, zusätzlich sind die Augenlider oft gerötet und geschwollen.
  • Ursachen: Häufigster Auslöser einer Bindehautentzündung sind Viren oder Bakterien. Doch auch Allergien, trockene Augen und Reizungen durch Fremdkörper wie Staub und auch Kontaktlinsen erhöhen das Risiko einer Bindehautentzündung.
  • Verlauf: In der Regel heilt eine Bindehautentzündung innerhalb weniger Wochen von selbst. Besteht sie länger als vier Wochen, sprechen Fachleute von einer dauerhaften (chronischen) Konjunktivitis.
  • Diagnose: Um eine Bindehautentzündung zu diagnostizieren, fragt die behandelnde Person nach Beschwerden und Vorerkrankungen. Sie untersucht das Auge und ermittelt in bestimmten Fällen mit einem Abstrich den Erreger.
  • Therapie: Eine ansteckende Bindehautentzündung ist nur selten behandlungsbedürftig. Fachpersonal verordnet dann Augentropfen oder -salben. Bei Allergien können antiallergische Augentropfen helfen.
  • Vorsorge: Regelmäßig die Hände waschen, das Gesicht nicht berühren und keine Handtücher, Waschlappen und Kosmetika teilen – so lassen sich Ansteckungen am besten verhindern.

Häufige Fragen und Antworten zu Bindehautentzündung

Bei dieser Erkrankung entzündet sich die Schleimhaut, die die weiße Augenhaut und die Innenseiten der Augenlider bedeckt. Die betroffenen Bereiche sind gerötet, reagieren empfindlich und fühlen sich gereizt an. Es kommt zu Tränenbildung oder Absonderung von Sekret. In der Medizin wird die Bindehautentzündung als Konjunktivitis bezeichnet.
Die betroffenen Augen sind bei einer Bindehautentzündung gerötet und gereizt, morgens zeigt sich oft austretendes Sekret. Die Augen tränen vermehrt oder erscheinen glasig, während sich die Lider röten und anschwellen. Typisch sind außerdem ein Fremdkörpergefühl, Juckreiz, Brennen sowie erhöhte Lichtempfindlichkeit. Manchmal treten auch leichte Schmerzen auf.
Am häufigsten sind Viren oder Bakterien die Verursacher einer Bindehautentzündung. Daneben können auch allergische Reaktionen, zu trockene Augen und reizende Partikel wie Staub die Entzündung hervorrufen. Ebenso erhöhen Kontaktlinsen das Erkrankungsrisiko.
Wenn Viren oder Bakterien die Auslöser sind, kann die Erkrankung auf andere Menschen übertragen werden. Bei Erwachsenen kommt die virale Variante mit bis zu 75 Prozent am häufigsten vor. Sie heilt typischerweise nach zwei bis drei Wochen ab, bei der bakteriellen Form dauert es in der Regel ein bis zwei Wochen. Die Übertragung erfolgt hauptsächlich durch Schmierinfektionen, also den Kontakt mit infektiöser Flüssigkeit.
Ärztinnen und Ärzte erkundigt sich, welche Beschwerden wie lange bestehen und ob Vorerkrankungen vorliegen. Dabei prüfen sie auch, ob sich die Sehfähigkeit verschlechtert hat. Das Auge und die Lider werden auf Fremdkörper und Verletzungen untersucht, wobei das Aussehen des abgesonderten Sekrets wichtige Hinweise liefert. Nur in seltenen Fällen wird ein Abstrich zur Bestimmung des Erregers durchgeführt.
Die passende Therapie richtet sich nach der Ursache und Schwere der Bindehautentzündung. Meist heilt die Erkrankung innerhalb von ein bis drei Wochen ohne spezielle Behandlung ab. Eine Kochsalzlösung oder augenbefeuchtende Augentropfen (sogenannter Tränenersatz) können die Beschwerden lindern. Antibiotische Tropfen kommen bei bakteriellen Formen nur in bestimmten Fällen zum Einsatz. Bei allergischen Reaktionen können antiallergische Tropfen und eventuell Tabletten helfen.
Bei deutlichen Anzeichen sollte die Hausarztpraxis aufgesucht werden. Besonders dringend ist medizinische Abklärung bei Sehverschlechterung, starken Augen- oder Kopfschmerzen sowie zunehmender Lichtempfindlichkeit. Auch bei wiederkehrenden Entzündungen, starker Erschöpfung und auftretender Übelkeit sollte nicht gezögert werden. Spätestens wenn sich die Beschwerden nach sieben bis zehn Tagen nicht bessern, ist ein Arztbesuch ratsam.
Regelmäßig gründlich die Hände zu waschen und Berührungen im Gesichtsbereich zu vermeiden, sind die wichtigsten Schutzmaßnahmen. Handtücher und Waschlappen werden besser nicht geteilt, Kontaktlinsen sollten sorgfältig gereinigt und Tragezeiten eingehalten werden. Auch das Desinfizieren von Oberflächen und häufig genutzten Gegenständen hilft. Menschen mit Allergien sollten die auslösenden Substanzen möglichst meiden.
Bei der bakteriellen Form kleben vor allem morgens die Lider durch dickflüssiges, gelblich-weißes Sekret zusammen. Die virale Variante zeigt sich mit eher wässrig-klarem Sekret. Allergische Entzündungen gehen mit starkem Tränenfluss einher und betreffen meist beide Augen gleichzeitig. Eine virale oder bakterielle Bindehautentzündung dagegen beginnt typischerweise an einem Auge und kann dann auf das andere übergreifen.

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