Bevor die Behandlung beginnt, ist es wichtig, dass Sie eine gesicherte Diagnose erhalten. Dabei prüft eine qualifizierte Ärztin oder ein qualifizierter Arzt (Facharztpraxis für Innere Medizin und Angiologie, Haut- und Geschlechtskrankheiten, Physikalische und Rehabilitative Medizin oder mit Zusatzbezeichnung Phlebologie), ob andere Erkrankungen wie ein Lymphödem oder Adipositas vorliegen, die vorrangig behandelt werden müssen.
Behandlung
Wenn feststeht, dass Sie unter einem Lipödem leiden, sollte die konservative Therapie beginnen. Diese umfasst Behandlungen wie Kompression, manuelle Lymphdrainage oder Bewegungstherapie. Die Maßnahmen sollten Sie mindestens sechs Monate lang konsequent durchführen.
Wenn sich Ihre Beschwerden durch die konservative Behandlung nicht ausreichend bessern, kann ein operativer Eingriff infrage kommen. Hat Ihre qualifizierte Ärztin bzw. Ihr qualifizierter Arzt die gesicherte Diagnose gestellt, muss nach dem Ablauf von sechs Monaten nun durch eine andere Fachärztin oder einen anderen Facharzt die Entscheidung getroffen werden, ob eine Liposuktion medizinisch notwendig ist und die Voraussetzungen für eine Kostenübernahme durch die Krankenkasse erfüllt sind.
Diese Beurteilung erfolgt durch Fachärztinnen und Fachärzte für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie, durch andere chirurgische Fachrichtungen wie Allgemein-, Gefäß-, Unfall- oder Viszeralchirurgie sowie durch Fachärztinnen und Fachärzte für Haut- und Geschlechtskrankheiten.
Da jede Operation mit Risiken verbunden ist, sollten Nutzen und mögliche Nachteile sorgfältig gegeneinander abgewogen werden.
Operation
Die Operation wird individuell für Sie geplant. In vielen Fällen reicht nämlich ein einzelner Eingriff nicht aus, sodass mehrere Sitzungen notwendig sind. Dabei wird festgelegt, welche Körperbereiche behandelt werden und wie viel Fettgewebe jeweils entfernt werden kann.
Die Operation kann grundsätzlich ambulant durchgeführt werden. Ist aufgrund Ihrer individuellen gesundheitlichen Risikofaktoren eine engmaschigere Überwachung erforderlich, kann der Eingriff auch stationär in einem qualifizierten Vertragskrankenhaus erfolgen. Während des Eingriffs wird das Fettgewebe mit Hilfe feiner Kanülen abgesaugt (Liposuktion). Pro Eingriff darf nur eine begrenzte Menge entfernt werden – maximal etwa zehn Prozent des Körpergewichts.
Der Ablauf wurde vom Gemeinsamen Bundesausschusses klar geregelt. Je nach Verfahren wird meist eine örtliche Betäubung eingesetzt, sodass der Eingriff häufig ohne Vollnarkose möglich ist. Über mögliche Risiken werden Sie vorab ausführlich ärztlich beraten.
Nachsorge
Die Operation kann dazu beitragen, Ihre Schmerzen zu lindern und Ihren Alltag zu erleichtern. Wichtig ist jedoch: Die Operation heilt das Lipödem nicht. Es handelt sich weiterhin um eine chronische Erkrankung und das Fettgewebe kann sich erneut bilden.
Auch nach einer Operation kann es daher wichtig sein, die konservative Behandlung fortzusetzen. Dazu gehören vor allem das Tragen von Kompressionskleidung, regelmäßige Bewegung und bei Bedarf eine Lymphdrainage. Die Liposuktion ergänzt diese Maßnahmen, sie ersetzt sie jedoch nicht.
Eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung können die Behandlung des Lipödems zusätzlich wirksam unterstützen. Ziel dabei ist es, Ihre Gesundheit langfristig zu erhalten und einer erneuten Gewichtszunahme entgegenzuwirken.