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Zeckenstich: Welche Krankheiten können auftreten?

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Redaktion:

Internetredaktion Barmer

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Fachbereich Arzneimittel Barmer

Ein Zeckenstich ist meist harmlos. Trotzdem können Zecken beim Blutsaugen Krankheitserreger übertragen. Dieser Artikel zeigt, welche Krankheiten auftreten können, wann ärztlicher Rat sinnvoll ist und wie sich Zeckenstichen vorbeugen lässt.

Was ist ein Zeckenstich?

Beim Stechen saugen Zecken Blut. Medizinisch ist daher die Bezeichnung Zeckenstich korrekt, auch wenn umgangssprachlich oft von einem Zeckenbiss gesprochen wird.

Zu sehen ist eine Frau, barfuß auf einer Wiese

Besser nicht barfuß ins Gras: Geschlossene Schuhe und enge Hosenbeine machen es Zecken schwerer, die Haut zu erreichen. 

Welche Risiken bergen Zeckenstiche?

Die meisten Zeckenstiche haben keine ernsthaften gesundheitlichen Folgen. Beschwerden sind in der Regel mild und vorübergehend.

Zecken können jedoch Bakterien oder Viren übertragen. Gelangen diese Erreger über den Stich in den Körper, können sich Infektionskrankheiten entwickeln. Ernsthafte oder bleibende Folgen sind selten.

Welche Krankheiten übertragen Zecken?

In Deutschland können Zecken vor allem zwei Krankheiten übertragen:

  • Borreliose (Lyme‑Borreliose)
  • FSME (Frühsommer‑Meningoenzephalitis)

Beide Erkrankungen sind nicht von Mensch zu Mensch übertragbar.

In seltenen Fällen wurde nach Zeckenstichen zudem das Auftreten einer Fleischallergie beobachtet.

Gut zu wissen: Nicht jeder Stich führt zu einer Infektion. Entscheidend ist, ob die Zecke infiziert war und wie lange sie am Körper blieb. 

 

Wie erfolgt eine Ansteckung mit Borreliose oder FSME?

Eine Infektion mit Borreliose oder FSME ist nur möglich, wenn die Zecke selbst mit Bakterien oder Viren infiziert ist. Beim Stich können die Erreger über die Haut in die Blutbahn gelangen und sich von dort im Körper ausbreiten.

Wie häufig sind Borreliose und FSME?

Borreliose ist die mit Abstand häufigste durch Zecken übertragene Erkrankung. Etwa 20Prozent der Zecken tragen Borrelien.

Die FSME kommt insgesamt selten vor. Höchstens fünf Prozent der Zecken sind mit dem FSME‑Virus infiziert, in vielen Regionen tritt die Erkrankung gar nicht auf.

Was ist Borreliose?

Borreliose ist die häufigste Erkrankung, die durch Zecken übertragen wird. Die Infektionskrankheit wird durch Bakterien verursacht und kann sich Tage bis Wochen nach einem Zeckenstich bemerkbar machen. Wird sie früh erkannt, lässt sich die Borreliose in der Regel gut behandeln.

Symptome bei Borreliose

Ein charakteristisches frühes Symptom ist eine ringförmige Hautrötung rund um die Einstichstelle. Sie tritt meist innerhalb von Tagen bis Wochen nach dem Zeckenstich auf und verblasst häufig in der Mitte wieder. Diese Veränderung wird auch Wanderröte genannt.

Weitere mögliche Symptome

Verlauf und mögliche Spätfolgen

Unbehandelt kann die Borreliose im weiteren Krankheitsverlauf unterschiedliche Beschwerden verursachen. Dazu zählen unter anderem:

Im chronischen Spätstadium treten zudem häufig Gelenkentzündungen auf, die als mögliche Spätfolgen gelten.

Diagnose und Behandlung

Die Diagnose erfolgt häufig bereits anhand der typischen Hautrötung. Ein Bluttest ist im Frühstadium meist nicht erforderlich.

Borreliose lässt sich als bakterielle Erkrankung insbesondere frühzeitig gut mit Antibiotika behandeln. Bei späteren Verläufen kann eine mehrwöchige Therapie notwendig sein.

Eine ältere Frau sitzt in einer Arztpraxis auf dem Untersuchungstisch und schaut auf ihren Arm, während eine Schwester sie impft.

Gegen FSME schützt eine Impfung, besonders in Risikogebieten. Gegen Borreliose gibt es keinen Impfstoff.

Wie kann man sich vor Zeckenstichen schützen?

Empfohlene Schutzmaßnahmen sind:

  • geschlossene Schuhe bei Aufenthalten im Grünen
  • lange Kleidung, die möglichst viel Haut bedeckt
  • helle Kleidung, auf der Zecken schneller auffallen

Nach Aufenthalten in Wald oder Wiese sollte der Körper gründlich nach Zecken abgesucht werden. Zecken krabbeln oft mehrere Stunden, bevor sie stechen.

Chemischer Schutz und Impfung

Zeckensprays können laut RKI (Robert Koch‑Institut) einen zeitlich begrenzten Schutz bieten. Nach zwei bis vier Stunden lässt die Wirkung nach.

Gegen FSME gibt es eine Schutzimpfung. Sie ist vor allem für Menschen sinnvoll, die sich häufig in FSME‑Risikogebieten aufhalten. Einen Impfstoff gegen Borreliose gibt es nicht.

Wie lassen sich Zecken richtig entfernen?

So entfernen Sie eine Zecke richtig:

1. Geeignetes Werkzeug nutzen
Verwenden Sie eine feine Pinzette, eine Zeckenkarte oder eine Zeckenzange. Bei sehr kleinen Zecken ist gutes Licht hilfreich.

2. Hautnah greifen
Fassen Sie die Zecke möglichst nah an der Haut, am Kopf beziehungsweise am Mundwerkzeug – nicht am Körper.

3. Langsam herausziehen
Ziehen Sie die Zecke gerade und langsam heraus. Nicht drehen und nicht quetschen.

4. Desinfizieren
Reinigen Sie die Stichstelle sorgfältig und waschen Sie sich die Hände.

5. Beobachten
Behalten Sie die Hautstelle vier bis sechs Wochen im Blick. Bei Veränderungen oder Beschwerden sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.

Wann sollte ärztlicher Rat eingeholt werden?

Eine ärztliche Abklärung ist sinnvoll bei

  • zunehmender oder ringförmiger Rötung,
  • Fieber,
  • Kopf‑ oder Gliederschmerzen.

Fazit: Zeckenstiche auf einen Blick

Definition: Ein Zeckenstich entsteht, wenn eine Zecke die Haut durchsticht und Blut saugt. Umgangssprachlich wird oft von einem Zeckenbiss gesprochen, medizinisch korrekt ist jedoch der Begriff Zeckenstich.

Bedeutung: Die meisten Zeckenstiche bleiben harmlos. In seltenen Fällen können Zecken Krankheitserreger übertragen, vor allem die Erreger der Borreliose und, deutlich seltener, der FrühsommerMeningoenzephalitis (FSME).

Ansteckung: Eine Infektion ist nur möglich, wenn die Zecke selbst infiziert ist. Die Erreger gelangen beim Stich in die Blutbahn. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist nicht möglich.

Symptome: Häufig treten keine Beschwerden auf. In den Tagen oder Wochen nach dem Stich können jedoch eine ringförmige Hautrötung, Fieber sowie Kopf oder Gliederschmerzen auftreten und sollten abgeklärt werden.

Diagnose und Behandlung: Borreliose wird oft anhand typischer Symptome erkannt und kann als bakterielle Erkrankung gut mit Antibiotika behandelt werden. Gegen FSME gibt es keine ursächliche Therapie, jedoch eine Schutzimpfung zur Vorbeugung.

Vorbeugung: Schutzkleidung, gründliches Absuchen des Körpers und das frühe Entfernen von Zecken senken das Risiko. Zeckensprays bieten einen zeitlich begrenzten Schutz, eine FSMEImpfung kann in Risikogebieten sinnvoll sein.

Häufige Fragen und Antworten zu Zeckenstichen

Nach einem Zeckenstich können vor allem zwei Krankheiten auftreten: Borreliose und, seltener, Frühsommer‑Meningoenzephalitis (FSME). Beide Erkrankungen werden durch infizierte Zecken übertragen und sind nicht von Mensch zu Mensch ansteckend.
Nein. Die meisten Zeckenstiche verlaufen harmlos und verursachen keine Erkrankung. Eine Infektion ist nur möglich, wenn die Zecke selbst Krankheitserreger trägt. Ernsthafte oder bleibende Folgen sind selten.
Die Borreliose tritt deutlich häufiger auf als FSME. Etwa 20 Prozent der Zecken tragen Borreliose‑Bakterien. Das FSME‑Virus kommt wesentlich seltener vor: Höchstens fünf Prozent der Zecken sind infiziert, in vielen Regionen gar keine.
Ein typisches frühes Zeichen der Borreliose ist eine ringförmige Hautrötung um die Einstichstelle, die sich meist Tage bis Wochen nach dem Stich entwickelt. Sie wird auch Wanderröte genannt. Zusätzlich können Fieber, Abgeschlagenheit oder Kopfschmerzen auftreten.

Eine ärztliche Abklärung ist sinnvoll, wenn

  • sich eine zunehmende oder ringförmige Rötung zeigt,
  • Fieber auftritt,
  • Kopf‑ oder Gliederschmerzen auftreten.
Die Einstichstelle sollte etwa vier bis sechs Wochen beobachtet werden. Veränderungen der Haut oder Allgemeinsymptome in diesem Zeitraum sollten ärztlich abgeklärt werden.
Gegen die Frühsommer‑Meningoenzephalitis (FSME) gibt es eine Schutzimpfung. Sie ist besonders für Menschen sinnvoll, die sich häufig in FSME‑Risikogebieten aufhalten. Gegen Borreliose gibt es derzeit keinen Impfstoff.
Ja. In Deutschland wurden vereinzelt Riesenzecken der Gattung Hyalomma beobachtet. Sie können unter anderem Fleckfieber und das Krim‑Kongo‑Fieber übertragen. Infektionen sind bislang sehr selten.

Weiterführende Informationen

Literatur



 

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