Ein junges Mädchen streckt sich während sie Computer spielt.
E-Sport und Gaming

Mausarm, Gamer-Daumen & Co.: Diese Gaming-Beschwerden solltest du kennen

Lesedauer weniger als 3 Min

Redaktion:

Michaela Hövermann (Medical Writer, Content Fleet GmbH)

Qualitätssicherung:

Robin Becker (BSc Sportwissenschaft, MA Sportmanagement, BARMER)

Dein Handgelenk tut weh vom Zocken? Noch ein Match. Dann noch eins. Plötzlich sind drei Stunden vorbei und dein Nacken ist komplett verspannt.

Kein Wunder: Beim Gaming machen Hände und Handgelenke hunderte Klicks oder Controllerbewegungen pro Minute. Diese einseitige Belastung kann zu Beschwerden wie Mausarm, Gamer-Daumen, Karpaltunnelsyndrom oder Rücken- und Nackenschmerzen führen.

Das betrifft nicht nur Profi-E-Sportler. Auch beim entspannten Zocken können durch lange Sessions und wiederholte Bewegungen Überlastungen entstehen.

Die gute Nachricht: Wenn du die typischen Probleme kennst, kannst du ihnen oft frühzeitig entgegenwirken.

Die häufigsten Gaming-Beschwerden

Beim Gaming sitzt du meist lange und wiederholst immer die gleichen Bewegungen mit Maus, Tastatur oder Controller. Genau das kann zu sogenannten Repetitive Stress Injuries (RSI) führen, also Beschwerden durch einseitige Belastung.

Typische Beispiele:

  • Mausarm
  • Karpaltunnelsyndrom
  • Gamer-Daumen
  • Rücken- und Nackenschmerzen

Selbst im Profi-E-Sport sind solche Probleme bekannt: Manche Spieler mussten wegen Handgelenksverletzungen sogar längere Pausen einlegen oder ihre Karriere beenden.

Was ist ein Mausarm?

Ein Mausarm entsteht durch wiederholte Bewegungen von Hand und Unterarm. Zum Beispiel beim Klicken oder Scrollen mit der Maus. Diese dauerhafte Belastung kann Muskeln und Sehnen überfordern.

Typische Mausarm-Symptome

Mögliche Anzeichen sind:

  • Schmerzen im Handgelenk oder Unterarm
  • Kribbeln oder Missempfindungen
  • Kraftverlust in der Hand
  • Beschwerden bei bestimmten Bewegungen

Oft beginnen die Beschwerden mit einem leichten Ziehen oder Kribbeln, bevor sich stärkere Schmerzen entwickeln.

Karpaltunnelsyndrom beim Gaming

Beim Karpaltunnelsyndrom wird ein Nerv im Handgelenk eingeengt. Dadurch können Beschwerden in der Hand entstehen.

Mögliche Symptome

Typische Anzeichen sind zum Beispiel:

  • Kribbeln in den Fingern
  • Schmerzen im Handgelenk
  • eingeschränkte Beweglichkeit der Hand

Wenn die Beschwerden länger anhalten, sollte das medizinisch abgeklärt werden.

Was ist ein Gamer-Daumen?

Der sogenannte Gamer-Daumen ist eine Überlastung der Sehnen im Daumenbereich.

Er entsteht durch häufige, wiederholte Bewegungen, etwa beim Spielen mit Controller oder Smartphone.

Das kann zu Schmerzen, eingeschränkter Beweglichkeit oder Entzündungen führen.

Warum Gaming auch Rücken- und Nackenschmerzen verursacht

Viele Gaming-Sessions sehen ähnlich aus:

  • langes Sitzen
  • kaum Bewegung
  • hohe Konzentration auf Bildschirm und Eingaben

Dabei werden hauptsächlich Finger, Augen und Hände beansprucht, während der restliche Körper sich wenig bewegt.

Das kann zu Verspannungen im Nacken oder zu Rückenschmerzen führen.

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Was du selbst gegen Gaming-Beschwerden tun kannst

Wenn du viel zockst, solltest du auf deinen Körper achten. Schon kleine Veränderungen können helfen.

1. Regelmäßige Pausen einlegen

Unterbrich lange Gaming-Sessions immer wieder.

Kurze Pausen helfen dabei, monotone Bewegungen zu unterbrechen und deine Muskeln zu entspannen.

2. Bewegungen variieren

Versuche, deine Haltung regelmäßig zu verändern.

Das kann zum Beispiel bedeuten:

  • Sitzposition wechseln
  • Schultern bewegen
  • kurz aufstehen

Solche kleinen Bewegungen entlasten Muskeln und Gelenke.

3. Dehn- und Entspannungsübungen

Gezielte Übungen können helfen, Verspannungen zu lösen.

Zum Beispiel:

  • Schultern kreisen
  • Nacken bewegen
  • Hände ausschütteln

Solche Bewegungen unterbrechen die einseitige Belastung beim Gaming.

4. Ergonomisch sitzen

Auch deine Sitzhaltung spielt eine große Rolle.

Wichtig ist zum Beispiel:

  • möglichst aufrechte Sitzposition
  • Füße stabil auf dem Boden
  • Ellenbogen ungefähr im rechten Winkel

Das kann helfen, Rücken, Schultern und Arme zu entlasten.

5. Auf ergonomisches Equipment achten

Auch deine Gaming-Ausrüstung kann Einfluss auf deine Gesundheit haben.

Ergonomische Geräte können helfen, die Belastung zu reduzieren, zum Beispiel:

  • passende Maus für deine Hand
  • ergonomischer Stuhl
  • richtig eingestellter Monitor

Beim Gaming gilt: Technik sollte zum Menschen passen, nicht umgekehrt.

Gaming und Gesundheit: Prävention ist entscheidend

Viele Beschwerden entstehen durch lange, einseitige Belastungen.

Wenn du regelmäßig Pausen machst, deine Haltung variierst und dich bewegst, kannst du das Risiko deutlich reduzieren.

Denn auch beim Gaming gilt:
Ein gesunder Körper hilft dir, länger konzentriert zu bleiben und dein Hobby ohne Schmerzen zu genießen.

Häufige Fragen zu Beschwerden beim Gaming

Beim Gaming entstehen viele wiederholte Bewegungen von Hand und Fingern. Diese einseitige Belastung kann zu Überlastungsschäden wie Mausarm oder Sehnenreizungen führen.

Typische Beschwerden sind:

  • Mausarm
  • Gamer-Daumen
  • Karpaltunnelsyndrom
  • Rücken- und Nackenschmerzen

Hilfreich sind zum Beispiel:

  • regelmäßige Pausen
  • Bewegung und Dehnübungen
  • ergonomische Sitzhaltung
  • passende Gaming-Ausrüstung

Literatur und weiterführende Informationen

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