Dein Handgelenk tut weh vom Zocken? Noch ein Match. Dann noch eins. Plötzlich sind drei Stunden vorbei und dein Nacken ist komplett verspannt.
Mausarm, Gamer-Daumen & Co.: Diese Gaming-Beschwerden solltest du kennen
Redaktion:
Michaela Hövermann (Medical Writer, Content Fleet GmbH)Qualitätssicherung:
Robin Becker (BSc Sportwissenschaft, MA Sportmanagement, BARMER)Kein Wunder: Beim Gaming machen Hände und Handgelenke hunderte Klicks oder Controllerbewegungen pro Minute. Diese einseitige Belastung kann zu Beschwerden wie Mausarm, Gamer-Daumen, Karpaltunnelsyndrom oder Rücken- und Nackenschmerzen führen.
Das betrifft nicht nur Profi-E-Sportler. Auch beim entspannten Zocken können durch lange Sessions und wiederholte Bewegungen Überlastungen entstehen.
Die gute Nachricht: Wenn du die typischen Probleme kennst, kannst du ihnen oft frühzeitig entgegenwirken.
Die häufigsten Gaming-Beschwerden
Beim Gaming sitzt du meist lange und wiederholst immer die gleichen Bewegungen mit Maus, Tastatur oder Controller. Genau das kann zu sogenannten Repetitive Stress Injuries (RSI) führen, also Beschwerden durch einseitige Belastung.
Typische Beispiele:
- Mausarm
- Karpaltunnelsyndrom
- Gamer-Daumen
- Rücken- und Nackenschmerzen
Selbst im Profi-E-Sport sind solche Probleme bekannt: Manche Spieler mussten wegen Handgelenksverletzungen sogar längere Pausen einlegen oder ihre Karriere beenden.
Was ist ein Mausarm?
Ein Mausarm entsteht durch wiederholte Bewegungen von Hand und Unterarm. Zum Beispiel beim Klicken oder Scrollen mit der Maus. Diese dauerhafte Belastung kann Muskeln und Sehnen überfordern.
Typische Mausarm-Symptome
Mögliche Anzeichen sind:
- Schmerzen im Handgelenk oder Unterarm
- Kribbeln oder Missempfindungen
- Kraftverlust in der Hand
- Beschwerden bei bestimmten Bewegungen
Oft beginnen die Beschwerden mit einem leichten Ziehen oder Kribbeln, bevor sich stärkere Schmerzen entwickeln.
Karpaltunnelsyndrom beim Gaming
Beim Karpaltunnelsyndrom wird ein Nerv im Handgelenk eingeengt. Dadurch können Beschwerden in der Hand entstehen.
Mögliche Symptome
Typische Anzeichen sind zum Beispiel:
- Kribbeln in den Fingern
- Schmerzen im Handgelenk
- eingeschränkte Beweglichkeit der Hand
Wenn die Beschwerden länger anhalten, sollte das medizinisch abgeklärt werden.
Was ist ein Gamer-Daumen?
Der sogenannte Gamer-Daumen ist eine Überlastung der Sehnen im Daumenbereich.
Er entsteht durch häufige, wiederholte Bewegungen, etwa beim Spielen mit Controller oder Smartphone.
Das kann zu Schmerzen, eingeschränkter Beweglichkeit oder Entzündungen führen.
Warum Gaming auch Rücken- und Nackenschmerzen verursacht
Viele Gaming-Sessions sehen ähnlich aus:
- langes Sitzen
- kaum Bewegung
- hohe Konzentration auf Bildschirm und Eingaben
Dabei werden hauptsächlich Finger, Augen und Hände beansprucht, während der restliche Körper sich wenig bewegt.
Das kann zu Verspannungen im Nacken oder zu Rückenschmerzen führen.
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Was du selbst gegen Gaming-Beschwerden tun kannst
Wenn du viel zockst, solltest du auf deinen Körper achten. Schon kleine Veränderungen können helfen.
1. Regelmäßige Pausen einlegen
Unterbrich lange Gaming-Sessions immer wieder.
Kurze Pausen helfen dabei, monotone Bewegungen zu unterbrechen und deine Muskeln zu entspannen.
2. Bewegungen variieren
Versuche, deine Haltung regelmäßig zu verändern.
Das kann zum Beispiel bedeuten:
- Sitzposition wechseln
- Schultern bewegen
- kurz aufstehen
Solche kleinen Bewegungen entlasten Muskeln und Gelenke.
3. Dehn- und Entspannungsübungen
Gezielte Übungen können helfen, Verspannungen zu lösen.
Zum Beispiel:
- Schultern kreisen
- Nacken bewegen
- Hände ausschütteln
Solche Bewegungen unterbrechen die einseitige Belastung beim Gaming.
4. Ergonomisch sitzen
Auch deine Sitzhaltung spielt eine große Rolle.
Wichtig ist zum Beispiel:
- möglichst aufrechte Sitzposition
- Füße stabil auf dem Boden
- Ellenbogen ungefähr im rechten Winkel
Das kann helfen, Rücken, Schultern und Arme zu entlasten.
5. Auf ergonomisches Equipment achten
Auch deine Gaming-Ausrüstung kann Einfluss auf deine Gesundheit haben.
Ergonomische Geräte können helfen, die Belastung zu reduzieren, zum Beispiel:
- passende Maus für deine Hand
- ergonomischer Stuhl
- richtig eingestellter Monitor
Beim Gaming gilt: Technik sollte zum Menschen passen, nicht umgekehrt.
Gaming und Gesundheit: Prävention ist entscheidend
Viele Beschwerden entstehen durch lange, einseitige Belastungen.
Wenn du regelmäßig Pausen machst, deine Haltung variierst und dich bewegst, kannst du das Risiko deutlich reduzieren.
Denn auch beim Gaming gilt:
Ein gesunder Körper hilft dir, länger konzentriert zu bleiben und dein Hobby ohne Schmerzen zu genießen.
Häufige Fragen zu Beschwerden beim Gaming
Typische Beschwerden sind:
- Mausarm
- Gamer-Daumen
- Karpaltunnelsyndrom
- Rücken- und Nackenschmerzen
Hilfreich sind zum Beispiel:
- regelmäßige Pausen
- Bewegung und Dehnübungen
- ergonomische Sitzhaltung
- passende Gaming-Ausrüstung
Literatur und weiterführende Informationen
- Sporthochschule Köln (Abruf vom 12.08.2022): Verletzungen im E-Sport – die häufigsten Beschwerden
- Gelenk-Klinik (Abruf vom 12.08.2022): Quervain-Krankheit
- Gesunde Arbeit (Abruf vom 22. Juli 2022): Mausarm vorbeugen. Übungen fürs Homeoffice
- MedSpecialists Magazin (Abruf vom 01. August 2022): Mausarm – Symptome, Ursachen und Behandlung
- NetDoktor (Abruf vom 22. Juli 2022): Mausarm
- NetDoktor (Abruf vom 01. August 2022): Schmerzen im Handgelenk