Pflege und Freistellung

Familienpflegezeit: Eine Möglichkeit von Beschäftigten, sich zur Pflege von Angehörigen freistellen zu lassen

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Ein Rentnerpaar sitzt im Garten

Autor

  • Nina Henkels (Barmer Pflegekasse)

Qualitätssicherung

  • Ingrid Drolshagen (Barmer Pflegekasse)

Im Rahmen der Familienpflegezeit (§§ 2 und 3 FPfZG) können Sie die wöchentliche Arbeitszeit auf bis zu 15 Stunden reduzieren. Voraussetzung hierfür ist, dass der oder die Angehörige mindestens Pflegegrad 1 hat und zu Hause versorgt wird. Im Falle von pflegebedürftigen Kindern und Jugendlichen kann die Familienpflegezeit ebenfalls in Anspruch genommen werden, wenn diese außerhäuslich (z.B. in einer Spezialklinik) betreut werden oder die Versorgung abwechselnd zu Hause und in einer Einrichtung stattfindet. Die bestehende Pflegebedürftigkeit muss in jedem Fall durch eine Bescheinigung der Pflegekasse oder des Medizinischen Dienstes (MD) nachgewiesen werden.

Gibt es einen Rechtsanspruch auf Familienpflegezeit?

Ein Rechtsanspruch auf Familienpflegezeit besteht nicht für Beschäftigte in Unternehmen mit 25 oder weniger Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern (zur Berufsbildung Beschäftigte nicht mitgerechnet). In kleineren Unternehmen besteht dennoch die Möglichkeit, den Beschäftigten die Nutzung der Familienpflegezeit auf freiwilliger Basis zu ermöglichen.

Wer die Familienpflegezeit in Anspruch nehmen möchte, muss dies seinem Arbeitgeber gegenüber mindestens acht Wochen vorher schriftlich ankündigen. Sofern die Familienpflegezeit im Anschluss an die Pflegezeit genommen werden soll, muss dies drei Monate vorher angekündigt werden. Der Zeitraum der Freistellung ist jedoch bei der Kombination der verschiedenen Möglichkeiten der Freistellung auf insgesamt 24 Monate begrenzt.

Entgeltaufstockung unter Verwendung eines Wertguthabens

Es kann mit dem Arbeitgeber auf freiwilliger Basis eine sogenannte Entgeltaufstockung unter Verwendung eines Wertguthabens vereinbart werden. Beispielsweise könnte eine Arbeitnehmerin ihre Arbeitszeit so während der Familienpflegezeit von 100 auf 50 Prozent reduzieren, trotzdem aber 75 Prozent des letzten Bruttogehaltes bekommen. Als Ausgleich dafür müsste sie nach Beendigung der Familienpflegezeit wieder zu 100 Prozent arbeiten und bekäme dafür so lange nur 75 Prozent des Gehalts, bis der Vorschuss nachgearbeitet ist.

Unterstützung durch ein zinsloses Darlehen

Beschäftigte, die die Familienpflegezeit in Anspruch nehmen, haben Anspruch auf ein zinsloses Darlehen beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA), um den entstehenden Lohnausfall abzufedern. Die Höhe dieses Darlehens richtet sich nach der Höhe des Lohnausfalls. Der entsprechende Betrag wird monatlich ausgezahlt.

Quellenangaben

Webcode: s050059 Letzte Aktualisierung: 18.04.2019
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