Junge Frau mit drei Ohrringen und Tattoo am Arm streift sich die Haare hinter das linke Ohr
Schmerzen

Daith-Piercing als Hilfe bei Migräne? Dein ehrlicher Check

Lesedauer weniger als 4 Min
Redaktion:
Miriam Frieß (Medical Writer, Content Fleet GmbH)
Qualitätssicherung:
Dr. med. Ewgenia Stenmans (Neurologin, Assistenzärztin für Psychiatrie)

Daith-Piercing: 3 Fragen, 3 Antworten

Karussell mit 3 Elementen
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Was ist das Daith-Piercing?

Das Daith-Piercing ist ein Piercing am Ohr, das durch die Knorpelfalte direkt über dem Höreingang gestochen wird. Online wird es regelmäßig als Hilfe bei Migräne gefeiert.
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Hilft das Piercing bei Migräne?

Die Idee dahinter ist, dass ein Daith-Piercing einen bestimmten Punkt stimuliert, der auch bei Akupunktur gegen Migräne verwendet wird. Wissenschaftlich belegt ist das allerdings nicht.
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Akupunktur am Ohr gegen Migräne?

Die klassische Akupunktur schafft das, was sich viele vom Daith-Piercing erhoffen: Sie kann tatsächlich dabei helfen, die Anzahl an Migräneanfällen zu senken.

Du liegst mit pochendem Schädel im Bett, scrollst halb verzweifelt durch Reels und landest beim Daith-Piercing als Migräne-Hoffnung. Verlockend? Ja. Belegt? Hier kommt dein Reality-Check.

Daith-Piercing gegen Migräne: Was ist wirklich dran am Hype?

Falls du gerade über ein Daith-Piercing als Migräne-Fix nachdenkst: Ein Termin in deiner Arztpraxis bringt dir vermutlich mehr als einer im Piercingstudio. 

Online gibt es immer wieder Stimmen, die das durch die Knorpelfalte direkt über dem Gehörgang gestochene Ohrpiercing als schnelle Hilfe bei Migräne und Clusterkopfschmerzen feiern. Nur ein Pieks und schon hast du angeblich weniger Anfälle.

Klingt zu gut, um wahr zu sein?

Ist es wahrscheinlich auch. Es gibt keine stichhaltigen wissenschaftlichen Belege, dass das Daith-Piercing tatsächlich gegen Migräne hilft.

Piercing und Akupunktur: Helfen Nadelstiche gegen Migräne?

Der Gedanke, dass ein Piercing am Ohr gegen Kopfschmerzen und Migräne helfen könnte, lässt sich aus Methoden der Traditionellen Chinesischen Medizin, speziell aus der Akupunktur ableiten. Das Piercing soll einen bestimmten Punkt des Körpers anregen und so Beschwerden lindern.

Der Knackpunkt: Ein Piercing ist ein Schmuckstück, keine gezielte medizinische Behandlung. Bei Akupunktur setzen geschulte Therapeutinnen und Therapeuten die Nadeln kontrolliert und zeitlich begrenzt.

Dann lieber direkt auf Akupunktur setzen: Dass sie ein echter Lifehack bei Migräne ist, haben auch schon Forschende bestätigt. Akupunktur kann tatsächlich helfen, Migräneattacken zu reduzieren. In deiner Hausarztpraxis kannst du dich dazu beraten lassen. Die Sitzungen finden normalerweise zweimal in der Woche statt. Plan dir für eine Behandlung etwa 20 bis 30 Minuten ein. 

Eine Frau wird am Rücken mit Akupunkturnadeln behandelt

Akupunktur ist nicht nur bei Migräne ein Thema: Auch bei Rücken- und Gelenkschmerzen sprechen viele Erkenntnisse dafür, dass sie helfen kann.

Daith-Piercing gegen Migräne: Ausprobieren schadet nicht?

Vielleicht denkst du dir jetzt: Kann doch nicht schaden, das mal auszutesten. Und cool aussehen tut es auch. Ein Daith-Piercing solltest du dir aber durchaus gut überlegen: 

  • Stress für dein System: So ein Piercing ist kein normaler Ohrläppchen-Pieks. Es geht durch Knorpel und der ist beim Heilen oft ziemlich empfindlich. Wenn die Stelle gereizt ist, kann dein Ohr tagelang im Alarmmodus hängen: warm, geschwollen, druckempfindlich. Ein Daith-Piercing kann beim Stechen auch Schmerzen verursachen. Einfach unnötiger Zusatzstress.
  • Langfristige Schäden: Die meisten Infektionen lassen sich behandeln, aber easy ist das nicht immer. Im schlimmsten Fall bleiben Narben oder der Knorpel verändert sich. Genau deshalb rät auch die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft vom Daith-Piercing als Migräne-Behandlung ab.

Da sollten eher die Profis ran: Die erste Anlaufstelle bei Kopfschmerzattacken ist deine Hausarztpraxis. Steht die Diagnose Migräne schon, bist du in einer neurologischen Fachpraxis gut aufgehoben.

Fair Take: Was kann das Daith-Piercing denn nun?

Dein Schmerz ist real. Wenn du von Migräne betroffen bist, hilft dir ein kleiner Ring am Ohr aber eher nicht weiter. Stattdessen bekommst du in deiner Arztpraxis den nötigen Support, um wirksam etwas gegen deine Anfälle zu unternehmen.

Wenn du ein Daith-Piercing haben möchtest, weil du es cool findest, go for it. Ein schneller Migräne-Fix ist es jedoch definitiv nicht.

Häufige Fragen und Antworten zu Daith Piercing

Das Daith-Piercing gilt als eines der unangenehmeren Ohren-Piercings. Die meisten Menschen berichten von einem intensiven, scharfen Schmerz beim Stechen. Das Stechen selbst dauert mit sechs bis neun Sekunden vergleichsweise lang, was den Prozess zusätzlich unangenehm macht. Auch einige Tage danach fühlen viele noch ein dumpfes Pochen.
Bei diesem speziellen Ohrschmuck handelt es sich um einen Ring, der durch den Knorpel oberhalb des Gehörgangs gestochen wird. Die Theorie dahinter: Das Piercing soll eine bestimmte Körperstelle dauerhaft stimulieren, ähnlich wie bei Akupunktur, und so gegen Migräne oder Clusterkopfschmerzen helfen. Wissenschaftlich nachgewiesen ist diese Wirkung allerdings nicht. Im Grunde ist es ein Schmuckstück und keine medizinische Behandlung.
Obwohl das Piercing in sozialen Medien oft als Wundermittel gegen Kopfschmerzattacken angepriesen wird, fehlen dafür wissenschaftliche Beweise. Die Annahme basiert auf Akupunktur-Prinzipien, doch ein dauerhafter Schmuckring kann eine gezielte, zeitlich begrenzte Nadelbehandlung nicht ersetzen. Wer unter Migräne leidet, sollte besser ärztlichen Rat einholen, anstatt auf den Piercing-Trend zu setzen.
Nein, da es keine wissenschaftlichen Belege für die Wirksamkeit von Piercings gegen Migräne gibt. Weil sie zudem Risiken wie Infektionen und Entzündungen bergen können, werden Migräne-Piercings nicht von der Krankenkasse übernommen.
Der Stich durch den Knorpel kann schmerzhaft und die Heilung langwierig sein. Entzündungen sind keine Seltenheit und können im schlimmsten Fall zu dauerhaften Knorpelschäden oder Narben führen. Deshalb raten auch Fachgesellschaften von dieser Form der Selbstbehandlung bei Migräne ab.

Literatur und weiterführende Informationen

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