Ärzte betrachten eine Röntgen-Aufnahme einer Lunge
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Lungenkrebs

Lesedauer unter 14 Minuten

Redaktion

  • Tina Heinz (TAKEPART Media + Science GmbH)

Qualitätssicherung

  • Annette Mittmann (Ärztin und medizinische Psychotherapeutin)

Lungenkrebs (auch Lungenkarzinom oder Bronchialkarzinom) ist eine Diagnose, die mit besonders vielen Ängsten verknüpft ist. Und das aus verständlichen Gründen: Bei Männern ist das Bronchialkarzinom die Krebserkrankung, die am häufigsten zum Tod führt, bei Frauen die zweithäufigste. Aber: In der Behandlung von Lungenkrebs werden laufend Fortschritte erzielt und Therapien, die speziell auf die Erkrankten zugeschnitten sind, können die Überlebensdauer verlängern - auch in fortgeschrittenen Stadien.

In Deutschland erkranken jährlich etwa 57.000 Menschen neu an Lungenkrebs. Männer sind häufiger betroffen als Frauen: 2018 erhielten etwa 35.290 Männer und 21.930 Frauen die Diagnose Lungenkrebs. Seit Ende der 1990er-Jahre verringert sich der Unterschied zwischen den Geschlechtern zunehmend. Das hängt vermutlich auch damit zusammen, dass sich das Rauchverhalten von Frauen und Männern in den letzten Jahrzehnten immer mehr angenähert hat. Tabakkonsum ist zwar nicht der einzige Faktor, der das Lungenkrebsrisiko erhöht, aber mit Abstand der wichtigste.

Anzeichen und Symptome von Lungenkrebs

In frühen Stadien verursacht Lungenkrebs häufig keine Beschwerden oder die Symptome sind sehr unspezifisch. Das Risiko, dass eine Lungenkrebserkrankung erst spät auffällt und diagnostiziert wird, ist deshalb relativ hoch. Nicht selten wird ein Tumor in der Lunge nur zufällig bei einer Untersuchung entdeckt, die eigentlich aus einem anderen Grund durchgeführt wird. 

Deshalb ist es gerade für Raucherinnen und Raucher wichtig, auf den eigenen Körper zu achten und Symptome, die auf eine Lungenkrebserkrankung hinweisen könnten, unbedingt ärztlich abklären zu lassen.

Mögliche Symptome für eine Lungenkrebserkrankung sind:

  • Chronischer Husten, der sich plötzlich verändert oder Husten mit blutigem Auswurf
  • Neu einsetzender Husten oder eine Bronchitis, die sich trotz Behandlung nicht bessert
  • pfeifende Atmung und/oder Atemnot
  • Schmerzen im Brustkorb (Thorax)
  • Heiserkeit, Veränderungen in der Stimme und Schluckbeschwerden
  • Fieberschübe und Nachtschweiß
  • Abgeschlagenheit, Schwäche und mitunter starker ungewollter Gewichtsverlust

All diese Symptome sind nicht spezifisch für Lungenkrebs, sie können also auch harmlose Ursachen haben. Halten die Beschwerden länger an (zwei bis vier Wochen), sollte aber in jedem Fall die Hausärztin oder der Hausarzt konsultiert werden, um die Ursache für die Symptome abzuklären.

Eine allgemeine Untersuchung zur Früherkennung von Lungenkrebs wird aktuell nicht angeboten. Denn es gibt zurzeit noch kein dafür geeignetes Verfahren, das für die gesamte Bevölkerung sinnvoll wäre. Für Menschen mit erhöhtem Lungenkrebsrisiko könnte sich eine niedrig dosierte Computertomografie als Methode zur Früherkennung eignen. Dies wird derzeit noch in Studien geprüft. Der mögliche Nutzen muss hier gegen die erhöhte Strahlenbelastung, die die Untersuchung mit sich bringt, abgewogen werden.

Auch andere Methoden sind denkbar. So arbeitet die Forschung an Atemluft-Tests, die zur Früherkennung eingesetzt werden könnten. Bestimmte Moleküle in der ausgeatmeten Luft können auf einen Tumor in der Lunge hindeuten.

Aufbau der Lunge

Wenn wir einatmen, strömt die Luft durch die Luftröhre in die Hauptbronchien. Diese Luftwege verlaufen in die Lungenflügel, wo sie sich fein verästeln. Am Ende dieser feinen Äste (Bronchiolen) sitzen die Lungenbläschen (Alveolen). In den etwa 300 Millionen Lungenbläschen findet der Gasaustausch statt: Eingeatmeter Sauerstoff wird ins Blut aufgenommen, Kohlendioxid an die Luft abgegeben, die ausgeatmet wird..

Tatsächlich haben wir mehr Lungenbläschen, als wir zum Überleben brauchen. Wenn es infolge eines Unfalls oder einer Erkrankung nötig ist, können deshalb einzelne Lungenlappen oder sogar ein ganzer Lungenflügel entfernt werden. Insgesamt hat jeder Mensch fünf Lungenlappen. Drei davon bilden den rechten Lungenflügel und die beiden anderen den etwas kleineren linken Lungenflügel.

Tumore können sich in allen Lungenabschnitten entwickeln. Am häufigsten kommen sie aber in den oberen Lungenabschnitten vor, weil diese durch die Atmung mehr mit schädigenden Substanzen in Kontakt kommen. Gutartige Tumore sind in der Lunge selten. In den meisten Fällen handelt es sich um bösartige Geschwülste.

Ursachen und Risikofaktoren für die Entstehung von Lungenkrebs

Damit eine Zelle sich in eine Krebszelle verwandelt, muss ihr Erbgut durch eine Mutation verändert werden. Das kann zufällig passieren. Es gibt aber auch bestimmte krebserregende (kanzerogene) Stoffe, die eine solche Mutation in der Zelle auslösen können. 

Rauchen ist zwar nicht der einzige, aber der mit Abstand größte Risikofaktor für Lungenkrebs. Bei Männern sind bis zu neun von zehn Erkrankungen auf aktives Rauchen zurückzuführen, bei Frauen sind es mindestens sechs von zehn. 

Das Lungenkrebsrisiko bei Raucherinnen und Rauchern steigt:

  • mit der Anzahl der Zigaretten, die sie am Tag rauchen,
  • mit der Dauer des Rauchens (Lebensjahre als Raucherin/Raucher),
  • bei einem frühen Einstiegsalter.

Menschen, die passiv rauchen, haben ebenfalls ein erhöhtes Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken.

Enthalten Light-Zigaretten oder Filter-Zigaretten weniger Schadstoffe?
Nein. Der Konsum von Light-Zigaretten bzw. Filter-Zigaretten senkt das Lungenkrebsrisiko nicht. Die Belastung fällt nicht geringer aus als bei gewöhnlichen Zigaretten. Trotzdem gibt es einen Unterschied: Filter- und Light-Zigaretten filtern gröbere Schadstoffpartikel heraus. Dadurch setzen sich mehr feinere Schadstoffpartikel tiefer in den Lungenrändern ab. Letztendlich gelangen also sogar mehr Schadstoffe in die Bronchien an den Lungenrändern. Das begünstigt die Entstehung von Adenokarzinomen. (Das Rauchen von Zigaretten ohne Filter führt eher zu Lungentumoren in den zentralen Atemwegen.)

Auch Umwelteinflüsse oder Schadstoffe im beruflichen Umfeld können das Krebsrisiko erhöhen. Insgesamt werden etwa 9 bis 15 von 100 Lungenkrebsfällen auf beruflich bedingten Kontakt mit krebserregenden Stoffen zurückgeführt.

Trotz allem, was wir mittlerweile über Risikofaktoren wissen: Einen hundertprozentigen Schutz vor Lungenkrebs gibt es nicht. Selbst wer alle Risikofaktoren meidet, kann Lungenkrebs bekommen. Andererseits muss nicht jeder Mensch, der sich Risiken aussetzt, zwangsläufig erkranken.

Männer erkranken im Schnitt mit 70 Jahren an Lungenkrebs, Frauen mit 69 Jahren. Die körperliche Verfassung und der allgemeine Gesundheitszustand sind für die Behandlung von großer Bedeutung. Falls zusätzlich zum Lungenkrebs noch andere Erkrankungen vorliegen, können die Behandlungsmöglichkeiten dadurch beeinflusst und eingeschränkt sein.

Diagnose Lungenkrebs

Wenn man selbst Symptome an sich wahrnimmt, die auf eine Lungenkrebserkrankung hindeuten könnten, oder jemand aus der Familie an entsprechenden Beschwerden leidet, besteht vielleicht die Angst, den Verdacht ärztlich abklären zu lassen. Allerdings schafft nur der Arztbesuch Klarheit und beendet auch die Ungewissheit. Möglicherweise bestätigt sich der Krebsverdacht nicht und die Beschwerden haben eine harmlosere Ursache. Falls tatsächlich ein Tumor in der Lunge gefunden wird, hat die Arztpraxis die Möglichkeit, alle notwendigen Untersuchungen einzuleiten, sodass die Behandlung schnell beginnen kann.

Erste Anlaufstelle bei Anzeichen für Lungenkrebs ist in der Regel die Hausarztpraxis – hier wird dann gegebenenfalls eine Überweisung zu einer Fachpraxis veranlasst. Das Ziel der Untersuchungen ist zunächst, den Krebsverdacht auszuräumen oder zu bestätigen.

Ärztliches Gespräch (Anamnese) zu Lungenkrebs-Symptomen und Risikofaktoren

Eine ärztliches Gespräch (Anamnese) klärt Fragen zu vorliegenden Beschwerden, möglichen Vorerkrankungen und eventuellen Risikofaktoren. Es kann sinnvoll sein, sich vor dem Gespräch Notizen zu machen, damit im Anamnese-Gespräche alles Wichtige besprochen werden kann.

Untersuchungen zur Abklärung möglicher Lungenkrebs-Symptome

Die Ärztin oder der Arzt beurteilt bei einer körperlichen Untersuchung sowohl den Allgemeinzustand als auch mögliche Hinweise auf eine Lungenkrebserkrankung. Zusätzliche Informationen liefert eine Blutuntersuchung. Sie gibt Aufschluss über den Allgemeinzustand des Patienten sowie über die Funktionen einzelner Organe wie Nieren, Leber und des Knochenmarks. Eine Untersuchung auf Tumormarker wird bei Verdacht auf Lungenkrebs in der Regel nicht durchgeführt, da ihre Aussagekraft nicht besonders hoch ist.

Röntgenaufnahmen können dazu dienen, verdächtige Bereiche der Lunge, beispielsweise Tumorherde, ausfindig zu machen. Eine runde oder ovale Veränderung im Lungengewebe wird als Schatten auf der Lunge bezeichnet. Das kann auf einen Tumor hindeuten. Ein genaueres Bild über Größe, Lage und Ausdehnung des Tumors erlaubt eine Spiral-Computertomografie (CT). Die Aufnahmen können wichtige Hinweise darauf geben, ob sich ein Tumor operativ entfernen lässt und wie aufwendig die Operation wäre.

Falls sich der Verdacht einer Neubildung in der Lunge bestätigt, folgt im nächsten Schritt eine Biopsie, also die Entnahme einer Gewebeprobe. Damit lässt sich bestimmen, um welche Art von Tumor es sich handelt. Solche Gewebeproben können zum Beispiel im Rahmen einer Lungenspiegelung (Bronchoskopie) entnommen werden.

Je nachdem, wo der Tumor liegt und wie weit die Erkrankung fortgeschritten ist, stehen noch weitere Untersuchungsmethoden zur Verfügung, um eine möglichst genaue Einschätzung der Eigenschaften des Tumors und des Fortschritts der Erkrankung zu ermöglichen. Dabei wird auch untersucht, ob sich bereits Krebszellen in Lymphknoten und anderen Organen angesiedelt haben (Tochtergeschwülste, die als Metastasen bezeichnet werden).

Therapieformen und Behandlungsverlauf

Klassifikation des Tumors

Je nachdem, wie groß die Zellen des Tumorgewebes sind, lassen sich zwei Tumorarten unterscheiden:

  • kleinzelliger Lungenkrebs (SCLC: Small Cell Lung Cancer)
  • nicht-kleinzelligem Lungenkrebs (NSCLC: Non Small Cell Lung Cancer)

Forscherinnen und Forscher haben entdeckt, dass in Tumoren verschiedene genetische Veränderungen (Mutationen) auftreten können. Diese Eigenschaften des Tumors lassen sich nutzen, um individualisierte Behandlungskonzepte zu entwickeln.

Für einen individuellen Behandlungsplan ist nicht nur entscheidend, um welche Art von Tumor es sich handelt, sondern auch, wie weit die Erkrankung fortgeschritten ist. Um das Krankheitsstadium zu beschreiben, gibt es eine international einheitliche Einteilung (TNM-Klassifikation), bei der folgende Faktoren eine Rolle spielen:

  • Größe und Ausdehnung des Tumors,
  • Anzahl der befallenen Lymphknoten
  • das Auftreten von Metastasen in anderen Organen

Ausgehend von der TNM-Klassifikation wird die Erkrankung in vier Stadien eingeteilt. Im ersten Stadium ist der Krebs am wenigsten fortgeschritten, im vierten Stadium am weitesten. Die genaue Zuordnung ist eine Voraussetzung dafür, die richtige Therapie einleiten zu können und ist entscheidend für die Prognose. Die Einteilung erfolgt nach einem sogenannten Staging, einer Ausbreitungsbeurteilung, bei dem die Größe und Ausdehnung des Tumors (T), die Beteiligung der Lymphknoten (N) und das Vorhandensein von Metastasen (M) beurteilt wird. Nach diesem Staging entscheiden Fachleute verschiedener medizinischer Disziplinen gemeinsam, welche Behandlungsformen in welcher Reihenfolge für den erkrankten Menschen am sinnvollsten sind.

Therapie beim kleinzelligen Lungenkrebs

Kleinzellige Tumore machen etwa 15 Prozent der Erkrankungen aus. Diese Krebsform ist sehr aggressiv. Die Tumore wachsen schnell und bilden früh Metastasen. Die Diagnose wird häufig erst spät gestellt. Nur bei etwa 30 von 100 Erkrankten wird der Tumor in einem frühen oder sehr frühen Stadium entdeckt, in dem die Chance auf eine Heilung besteht. 

Chemotherapie

Eine Chemotherapie ist die am häufigsten gewählte Therapieoption bei einem kleinzelligen Bronchialkarzinom. Die Patientin oder der Patient bekommt spezielle Medikamente (Zytostatika), die das Wachstum sich schnell vermehrender Zellen (wie Krebszellen) bremsen. Die Chemotherapie wirkt jedoch im ganzen Körper auf sich schnell teilende Zellen. Darum kann sie Nebenwirkungen wie Haarausfall zur Folge haben.

Strahlentherapie

Als Ergänzung zur Chemotherapie kann eine Strahlentherapie durchgeführt werden. Dabei zerstören ionisierende Strahlen, ähnlich wie Röntgenstrahlen, die Krebszellen. Zu diesem Zweck wird genau festgelegt, von welchen Seiten und mit welcher Dosis bestrahlt werden muss, um möglichst nur den Tumor zu treffen und gesundes Gewebe zu schonen. Bei vielen Erkrankten wird auch der Schädel bestrahlt, um Hirnmetastasen zu behandeln oder zu verhindern, dass gestreute Zellen sich überhaupt zu Metastasen entwickeln.

Immuntherapie

Ein neuer Therapieansatz ist die Immuntherapie. Seit wenigen Jahren ist es in der EU zugelassen, eine Chemotherapie mit einem Immun-Checkpoint-Hemmer zu kombinieren. Checkpoints sind bestimmte Strukturen auf der Oberfläche der Krebszelle, die die Zelle vor der menschlichen Immunabwehr schützen. Immun-Checkpoint-Hemmer sorgen dafür, dass das Immunsystem des Körpers die Krebszellen als solche erkennt und angreift.

Operation

Eine Operation kommt beim kleinzelligen Lungenkrebs unter bestimmten Voraussetzungen infrage. Dieser Eingriff ist nur möglich, wenn der Allgemeinzustand der Betroffenen, der Tumor klein ist und nur wenige oder keine Lymphknoten befallen sind. Nach der Operation wird in den meisten Fällen eine Chemotherapie durchgeführt, um auch die winzigen Reste des Tumors zu zerstören.

Viele Erkrankte erleiden nach einer Behandlung des kleinzelligen Lungenkrebses einen Rückfall (Rezidiv). Je nach Gesundheitszustand wird dann entschieden, ob die vorangegangenen Therapieschritte wiederholt werden oder ob ein anderer Behandlungsplan sinnvoller ist.

Therapie beim nicht-kleinzelligen Lungenkrebs

Der nicht-kleinzellige Lungenkrebs macht etwa 85 Prozent der Erkrankungen aus. In frühen Stadien der Lungenkrebserkrankung besteht das Ziel darin, den Tumor vollständig operativ zu entfernen und den Erkrankten oder die Erkrankte langfristig zu heilen. In fortgeschrittenen Stadien geht es vor allem darum, die Krankheit aufzuhalten und die Beschwerden zu lindern.

Operation

Bei etwa 25 bis 30 Prozent der Patientinnen und Patienten wird der Krebs so früh erkannt, dass eine Operation möglich ist. Normalerweise entfernen die Ärzte bei der Operation den ganzen Lungenlappen, der vom Tumor befallen ist. Je nach Größe des Tumors kann es auch nötig sein, einen ganzen Lungenflügel operativ zu entfernen. Sicherheitshalber werden auch die benachbarten Lymphknoten entfernt.

Wenn die Erkrankung weiter fortgeschritten ist, kommt eine Operation meistens nicht infrage. Das Gleiche gilt, wenn die Patientin oder der Patient an bestimmten Vorerkrankungen leidet, etwa einer Herzerkrankung, oder wenn die Lungenfunktion bereits zu stark eingeschränkt ist.

Ergänzende Chemotherapie

Das entfernte Gewebe wird untersucht, um genau bestimmen zu können, wie weit der Krebs sich bereits ausgebreitet hat. Wenn diese Untersuchung ergibt, dass auch Lymphknoten befallen sind, bekommt die erkrankte Person nach der Operation eine Chemotherapie, um das Risiko eines Rückfalls zu senken.

Chemotherapie und Bestrahlung vor der Operation

Je nach Stadium und Gesundheitszustand der Patientin beziehungsweise des Patienten kann auch vor der Operation eine Chemotherapie oder eine Bestrahlung sinnvoll sein, um die Tumorausdehnung zu verringern und so den chirurgischen Eingriff zu vereinfachen.

Zielgerichtete Therapie bei Lungenkrebs

Jede Lungenkrebserkrankung verläuft individuell. Die genetischen Eigenschaften des Tumors entscheiden darüber, ob zur Behandlung auch eine zielgerichtete Therapie infrage kommt, die sich an den molekularen Eigenschaften des Tumors orientiert. Künstlich hergestellte Antikörper können sich gegen bestimmte Eigenschaften der Krebszellen richten und deren Wachstum stoppen oder sie sogar zerstören. Wenn im Tumorgewebe bestimmte Rezeptoren vorhanden sind, kann auch eine Immuntherapie zum Einsatz kommen.

Palliativtherapie: Lindernde Behandlung

Wenn der Lungenkrebs so weit fortgeschritten ist, dass die Erkrankung nicht mehr geheilt werden kann, ist es die Aufgabe der Palliativmedizin, die Lebensqualität im letzten Lebensabschnitt so weit wie möglich zu erhalten. Der lateinische Begriff „palliativ“ bedeutet „ummantelnd“.

Die Ziele dabei sind:

  • Beschwerden wie Schmerzen, Übelkeit, Atemnot oder Appetitlosigkeit lindern
  • unnötige Untersuchungen, Behandlungen und Stress vermeiden
  • die erkrankte Person pflegerisch und psychosozial begleiten
  • kraftspendende Lebensinhalte aufrechterhalten.

Das Lungenkrebs-Palliativteam besteht aus vielen verschiedenen Spezialistinnen und Spezialisten unterschiedlicher fachlicher Disziplinen wie Pflege, Ergotherapie, Psychiatrie, Ernährungsberatung und Sozialarbeit. Die Begleitung kann durch einen ambulanten Hospizdienst, aber auch stationär in einem Hospiz erfolgen.

Wann können Menschen mit Lungenkrebs palliative Betreuung in Anspruch nehmen?
Viele Erkrankte entscheiden sich spät für eine palliative Betreuung. Dahinter steckt häufig die Angst vor dem Lebensende („Soweit ist es noch nicht!“). Oder die Patientinnen und Patienten nehmen an, dass sie zwischen anderen Therapieoptionen und einer Palliativtherapie wählen müssen. Aber beides schließt sich nicht gegenseitig aus: Es ist möglich, eine Operation, Chemotherapie, Bestrahlung und/oder Immuntherapie mit einer palliativen Begleitung zu kombinieren. Vielfach gelingt es, Lungenkrebs-Symptome und die Beschwerden durch Nebenwirkungen mit einer palliativen Therapie zu lindern. Aber Menschen mit Lungenkarzinom können eine palliative Therapie auch dann wählen, wenn andere therapeutische Möglichkeiten ausgeschöpft sind oder für sie nicht mehr infrage kommen.

An klinischen Studien teilnehmen

Unter Umständen können an Lungenkrebs Erkrankte an einer klinischen Studie teilnehmen. Die Forschung arbeitet ständig daran, bessere Therapiemöglichkeiten zu entwickeln und die Überlebensaussichten bei schwerwiegenden Erkrankungen wie Lungenkrebs zu erhöhen. Die Teilnahme an einer klinischen Studie kann den Zugang zu neuen Behandlungsmöglichkeiten eröffnen. Diese Möglichkeit sollten Erkrankte mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt besprechen und Vor- und Nachteile sorgfältig abwägen.

FAQ: Häufige Fragen zu Lungentumoren

Hinweis: Bitte beachten Sie, dass die Antworten auf die folgenden häufig gestellten Fragen einen Arztbesuch nicht ersetzen sollen und können.

Manchmal zeigen sich bei einem Lungenkarzinom Verdickungen an den Fingerendgliedern. Diese werden als „Trommelschlegelfinger“ bezeichnet. Teilweise wölben sich die Fingernägel zusätzlich stark in Längsrichtung („Uhrglasnägel“). Treten derartige Veränderungen an den Händen auf, sollte umgehend eine Arztpraxis aufgesucht werden. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass eine ernsthafte Erkrankung vorliegt. Dabei kann es sich um einen Lungentumor, aber auch um eine Herzerkrankung oder eine Erkrankung des Magen-Darm-Trakts handeln.

Lungenkrebs gehört bei Männern und Frauen zu den aggressiven Krebsarten. Wird der Tumor in einem sehr frühen Stadium entdeckt, kann der Lungenkrebs heilbar sein. Dafür müssen sämtliche Krebszellen restlos entfernt und/oder vollständig zerstört werden. Das gelingt in der Regel durch eine Operation, die teilweise mit weiteren Therapiemaßnahmen wie Chemotherapie und Bestrahlung kombiniert wird.

Ein anhaltender Husten, der sich plötzlich verändert, oder ein neu auftretender Husten gehören zu den häufigsten Symptomen bei Lungenkrebs. Der Husten kann trocken, aber auch mit blutigem Auswurf verbunden sein. Da viele Raucherinnen und Raucher an „Raucherhusten“ gewöhnt sind, besteht die Gefahr, dass sie dieses Alarmsignal übersehen.

Bei Lungenkrebs kann es zu blutigem Auswurf kommen. Jedoch kann auch bei anderen Erkrankungen wie einer Bronchitis Auswurf die Folge sein. Bei Auswurf jeglicher Art sollte eine ärztliche Abklärung erfolgen.

Auf dem Röntgenbild zeigen sich Lungentumore in den Randbereichen der Lunge ab einer Größe von mehreren Millimetern Durchmesser als helle, oft rundlich wirkende, klar abgrenzbare Flecken. Ein Lungentumor im zentralen Bereich der Lunge kann schwerer auszumachen sein. Ein genaueres Bild als das konventionelle Röntgenbild liefert eine Computertomografie.

Risikofaktoren mindern durch gesunde Lebensweise

Der wichtigste Schritt, um das eigene Lungenkrebsrisiko zu verringern, ist der Rauchstopp. Wer mit dem Rauchen aufhört, steigert sein Krebsrisiko nicht weiter. Je länger man nicht mehr raucht, desto weiter sinkt das Risiko zu erkranken. Lehnen Sie Rauchen daher ab.

Auch eine gesunde Ernährung ist wichtig. Wer viel Obst und Gemüse isst, verringert erwiesenermaßen sein Risiko, an Krebs zu erkranken.

Außerdem kann Bewegung helfen, das persönliche Krebsrisiko zu senken. Expertinnen und Experten raten zu mindestens 150 Minuten leichtem Training oder 75 Minuten intensivem Training pro Woche. Genauere Informationen finden Sie in unserem Artikel: Krebs vorbeugen - Wie kann man sich schützen?

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