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Gelbfieber – Infektionsgefahr auf Reisen

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Autor

  • Birgit Frohn, Diplom-Biologin

Qualitätssicherung

  • Heidi Günther (Apothekerin bei der Barmer)
Inhaltsverzeichnis

Gelbfieber, auch schwarzes Erbrechen genannt, ist eine Viruserkrankung, die von Stechmückenweibchen der Gattung Aedes und Haemagogus übertragen wird. Die Erkrankung kommt im tropischen Afrika und nördlichen Südamerika vor. Sie zählt zu den sogenannten hämorrhagischen Fiebern und kann sehr schwer verlaufen. Denn neben hohem Fieber leiden die Betroffenen unter anderem an starken inneren Blutungen. So fordert Gelbfieber auch Todesopfer.

Ein Mann liegt krank auf der Couch

Das Gelbfiebervirus ist zu Recht gefürchtet, denn es verursacht nicht nur hohes Fieber, sondern auch schwere innere Blutungen. Aus diesem Grund gehört es auch zu den hämorrhagischen Fiebern. Weitere Symptome sind starke Durchfälle und Erbrechen.

Auf Grund der oftmals schweren Krankheitsverläufe ist die Sterblichkeit an Gelbfieber leider nach wie vor hoch: Bei etwa zehn bis 20 Prozent der Patienten endet die Erkrankung tödlich.

Eine ursächliche Therapie gegen Gelbfieber gibt es nicht. Einen sicheren Schutz gegen die Erkrankung bietet nur eine Impfung. Es gibt einige Länder, die diese Impfung für die Einreise sogar vorschreiben.


Wo kommt Gelbfieber vor?

Das Gelbfiebervirus kommt bei unterschiedlichen Arten von Affen nahe dem Äquator in Südamerika und Afrika vor. Neben Erkrankungen von Einzelpersonen kommt es hier auch immer wieder zu Epidemien. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) infizieren sich jährlich bis zu 200.000 Menschen mit Gelbfieberviren, von denen ca. 60.000 in Folge der Krankheit versterben.

Wie erfolgt eine Ansteckung?

Das Gelbfiebervirus wird auf den Menschen durch den Stich von Stechmücken übertragen. Träger des Gelbfiebervirus sind verschiedene Affenarten. Wenn eine Gelbfieber-Stechmücke einen infizierten Affen sticht, gelangen die Viren in den Magen der Mücke und vermehren sich dort. Über ihren Speichel überträgt sie anschließend die Viren bei einem Stich auf den Menschen.

Direkt von Mensch zu Mensch wird das Virus nur sehr selten übertragen. Das kann beispielsweise passieren, wenn ein Patient eine Bluttransfusion von einem Infizierten erhält.

Was sind Symptome bei Gelbfieber?

Die Inkubationszeit, also die Zeit zwischen dem Stich der Mücke und dem Auftreten der ersten Symptome, beträgt drei bis sechs Tage. Allerdings verläuft Gelbfieber bei jedem sehr unterschiedlich. Säuglinge und Kleinkinder, die in den Risikogebieten leben, erkranken oftmals gar nicht oder nur leicht. Bei nicht geimpften Menschen außerhalb der Risikogebiete kann die Erkrankung dagegen sehr schwer verlaufen. Dies geschieht in der Regel in zwei Phasen.

Phase 1 der Gelbfieberinfektion

Im ersten Stadium haben die Patienten grippeähnliche Symptome. Sie leiden an plötzlich einsetzendem hohen Fieber (39 - 40°C), Schüttelfrost, Muskel- und Kopfschmerzen sowie Übelkeit und Erbrechen. Hinzu kommt oftmals ein zu niedriger Pulsschlag. Denn trotz des hohen Fiebers schlägt das Herz bei einer Gelbfieberinfektion oft relativ langsam. Bei den meisten Patienten fällt das Fieber nach drei bis vier Tagen und sie werden nach der ersten Phase wieder gesund.

Daher hat Gelbfieber seinen Namen
In der toxischen Phase der Erkrankung können die Viren auch Nieren und Leber angreifen. Die Schädigung der Leber führt zu einer Gelbsucht, medizinisch Ikterus genannt. Von dieser Krankheitsfolge stammt auch der Name „Gelbfieber“.

Phase 2 der Gelbfieberinfektion

15 Prozent der Patienten durchlaufen die sogenannte toxische Phase der Erkrankung. In dieser steigt das Fieber nach einer kurzen Besserung erneut an und es werden verschiedene Organe geschädigt. Daher auch die Bezeichnung toxische Phase.
Es treten Blutungen im Rachenraum, Magen-Darm-Trakt, in der Haut und in anderen Organen auf. Zusätzlich haben die Betroffenen meist Nasenbluten, blutige Durchfälle und Bluterbrechen. Auch Nieren und die Leber werden von der Erkrankung in Mitleidenschaft gezogen.

Darüber hinaus können Störungen des zentralen Nervensystems auftreten, die sich unter anderem in Sprachschwierigkeiten, Bewegungsstörungen, Zittern und Krämpfen äußern. Zudem können auch Ödeme im Gehirn entstehen.

Aufgrund der Symptome wird diese Phase auch als „Spanische Flagge“ bezeichnet. Denn die Haut und die Schleimhäute bluten (rot) und es kommt zu einer Gelbsucht (gelb). Die Hälfte der Patienten, die an einer toxischen Phase leiden, verstirbt daran. Wer die Erkrankung überlebt, hat einen lebenslangen Immunschutz.

Mögliche Folgeerkrankungen des Gelbfiebers

Patienten, die eine Gelbfiebererkrankung überstanden haben, leiden in der Regel nicht an Folgeschäden; auch dann nicht, wenn sie die toxische Phase durchlebt haben.

Wie wird Gelbfieber diagnostiziert?

Wer aus dem Urlaub heimkehrt und kurze Zeit später an hohem Fieber leidet, sollte am besten möglichst schnell einen Tropenmediziner aufsuchen. Allerdings gibt es verschiedene tropische Erkrankungen, die gerade in der Anfangsphase dem Gelbfieber ähneln – so etwa Malaria oder das Dengue-Fieber.

Das Gelbfiebervirus lässt sich in der Regel bereits am ersten Tag der Erkrankung im Blut nachweisen, sodass zur Sicherung der Diagnose eine Blutuntersuchung durchgeführt wird. Daneben äußert sich die Erkrankung typischerweise auch durch abweichende Leber-, Nieren- und Blutwerte.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Gegen die Infektion gibt es bislang keine ursächliche Behandlungsmöglichkeit – also keine Medikamente, die direkt in das Krankheitsgeschehen eingreifen können. Deshalb lassen sich nur die Symptome der Krankheit behandeln, das heißt gegen Fieber und Schmerzen werden Mittel wie Ibuprofen oder Paracetamol verabreicht.

Trotz intensivmedizinischer Behandlungen wie Blutwäsche und künstlicher Beatmung endet die Erkrankung für 50 Prozent der Patienten mit toxischer Phase tödlich.

Wie kann ich mich gegen Gelbfieber schützen?

Der beste Schutz ist die Impfung. Wer in die Gelbfiebergebiete in Afrika und Südamerika reist, sollte sich also unbedingt gegen die Erkrankung impfen lassen.

Zusätzlich ist es in den Risikogebieten natürlich sehr wichtig, sich bestmöglich gegen Mückenstiche zu schützen. Dazu gehört das Tragen heller Kleidung mit langen Ärmeln und langen Hosen. An unbedeckten Körperstellen sollten Mückenschutzmittel aufgetragen werden. Ein Moskitonetz über dem Bett sollte ebenfalls nicht fehlen.

Wann und wie oft sollte man gegen Gelbfieber impfen?

Für die Immunisierung steht ein Lebendimpfstoff zur Verfügung, der nur ein einziges Mal geimpft werden muss. Dieser Lebendimpfstoff enthält abgeschwächte Gelbfieberviren. Der Körper reagiert auf die abgeschwächten Viren mit der Bildung von Antikörpern. Die Viren selbst sind dabei in der Regel nicht mehr in der Lage eine Erkrankung hervorzurufen.

Der Impfstoff ist hochwirksam: 96 Prozent der Geimpften entwickeln nach etwa zehn Tagen einen Immunschutz. Dieser besteht lebenslang. Eine Auffrischimpfung ist unter Umständen nur bei Personen empfehlenswert, bei denen das Immunsystem unzureichend reagiert. Das sind zum Beispiel Personen, die an einer HIV-Infektion leiden.

Das sollten Sie bei einer Impfung gegen Gelbfieber beachten:

  • Der Impfstoff ist nicht für Schwangere, Immungeschwächte und Personen mit einer Hühnereiweißallergie geeignet.
  • Schwere Nebenwirkungen treten nur sehr selten auf und können dann jedoch einer Gelbfieberinfektion ähneln. Insgesamt sind bisher weltweit nur etwa 30 Fälle mit schweren Nebenwirkungen und 17 Todesfälle bei über 400 Millionen Geimpften aufgetreten. In Deutschland gab es bisher keine Todesfälle.
  • Die Impfung darf nur von staatlich zugelassenen Gelbfieber-Impfstellen vorgenommen und muss im gelben internationalen Impfausweis dokumentiert werden. Das Dokument ist gültig, wenn der Impfarzt eigenhändig unterschreibt und die Impfung mit einem amtlichen Siegel beglaubigt

Die Gelbfieber-Impfung darf nur von zugelassenen Impfstellen vorgenommen werden. Dies liegt nicht daran, dass der Impfstoff so gefährlich ist. Vielmehr soll gewährleistet sein, dass die für diese Impfung international geltenden Impfvorschriften eingehalten werden.

Warum eine Reiseschutzimpfung wichtig ist

Eine Gelbfiebererkrankung kann wie erwähnt lebensgefährlich sein. Ursächliche Therapien gibt es bislang nicht. Dies ist auch der Grund, weshalb der Impfschutz gegen Gelbfieber so wichtig ist.

Zudem besteht für einige Länder Impfpflicht. Die WHO veröffentlicht regelmäßig eine aktuelle Liste der Länder in denen eine Impfpflicht besteht. Allerdings können die Länder ihre Einreisebestimmungen kurzfristig ändern, so dass die Liste nicht unbedingt den aktuellen Stand widerspiegeln muss.

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Webcode: a004745 Letzte Aktualisierung: 07.01.2020
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