Wie lange muss man eine lose Zahnspange tragen?
Eine lose Zahnspange muss lange genug getragen werden, damit sie wirken kann. Als Orientierung: mindestens 14 bis 16 Stunden am Tag.
Die genaue Tragedauer legt die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt fest. Sie hängt davon ab:
- welche Fehlstellung behandelt wird
- welche Spangenart eingesetzt wird
- wie weit die Behandlung fortgeschritten ist
- wie gut die Spange getragen wird
- wie das Gebiss auf die Behandlung reagiert
Für Eltern und Jugendliche ist das der wichtigste Punkt: Die lose Zahnspange kann nur arbeiten, wenn sie im Mund ist.
Warum Tragezeit über den Erfolg entscheidet
Eine feste Zahnspange wirkt dauerhaft, weil sie fest an den Zähnen sitzt. Eine lose Zahnspange wirkt nur dann, wenn sie getragen wird. Wird sie zu selten eingesetzt, kann das die Behandlung verzögern oder den Erfolg gefährden.
Im Alltag heißt das:
- Die Spange sollte nicht ständig „kurz raus“ genommen werden.
- Tragezeiten sollten möglichst fest in den Tagesablauf eingebaut werden.
- Eltern sollten gerade bei jüngeren Kindern mit darauf achten.
- Jugendliche brauchen eine klare Vorstellung, warum die Tragezeit wichtig ist.
Der einfache Merksatz: Dose ist Pause. Mund ist Behandlung.
Wann darf die lose Zahnspange raus?
Lose Zahnspangen können herausgenommen werden. Das ist ein großer Vorteil.
Typische Situationen sind:
- beim Essen
- beim Zähneputzen
- beim Sport
- bei besonderen Anlässen
Auch hier gilt: Herausnehmen ist okay, solange die vorgegebene Tragezeit insgesamt erreicht wird. Praktisch ist deshalb ein fester Plan: Wann wird die Spange getragen? Wann ist sie draußen? Wo wird sie sicher aufbewahrt? So wird aus der Spange kein Dauerstreit im Familienalltag.
Welche Vorteile hat eine lose Zahnspange?
Lose Zahnspangen haben mehrere Vorteile.
Sie kann herausgenommen werden
Das erleichtert Essen, Zähneputzen und Sport.
Die Mundhygiene ist einfacher
Weil die Spange nicht fest auf den Zähnen sitzt, können Zähne und Zahnzwischenräume meist leichter gereinigt werden als bei einer festen Zahnspange.
Sie kann im Wachstum helfen
Bestimmte lose Zahnspangen können das Kieferwachstum beeinflussen, besonders bei Kindern und Jugendlichen.
Sie kann nach der Behandlung stabilisieren
Passive Platten helfen, das Ergebnis nach einer Zahnkorrektur zu halten.
Welche Nachteile hat eine lose Zahnspange?
Der größte Nachteil ist die Abhängigkeit von der Mitarbeit. Eine lose Zahnspange wirkt nur, wenn sie ausreichend lange getragen wird. Wird sie vergessen, stört sie oder landet sie regelmäßig in der Dose, kann das die Behandlung erschweren.
Weitere mögliche Nachteile:
- Anfangs kann das Sprechen ungewohnt sein.
- Die Spange kann drücken.
- Es kann Schmerzen oder ein Spannungsgefühl geben.
- Die Behandlung kann länger dauern, wenn die Tragezeit nicht eingehalten wird.
- Die Spange kann verloren gehen oder beschädigt werden.
Deshalb ist eine lose Zahnspange nicht nur eine medizinische Behandlung, sondern auch eine Alltagsroutine.
Wie läuft die Behandlung mit loser Zahnspange ab?
Eine Behandlung mit loser Zahnspange beginnt mit einer kieferorthopädischen Untersuchung.
Dabei wird geprüft:
- welche Fehlstellung vorliegt
- welche Behandlung sinnvoll ist
- welche Spangenart infrage kommt
- wie lange die Spange ungefähr getragen werden muss
- wie regelmäßig Kontrollen nötig sind
Anschließend wird die Zahnspange individuell angepasst. Während der Behandlung gibt es Kontrolltermine. Dabei prüft die Kieferorthopädin oder der Kieferorthopäde, ob die Spange richtig sitzt und ob die Behandlung wie geplant verläuft. Je nach Spangenart können Elemente angepasst oder nachgestellt werden.
Wie reinigt man eine lose Zahnspange richtig?
Eine lose Zahnspange muss täglich gereinigt werden. Denn auch auf ihr können sich Beläge und Bakterien sammeln.
Tägliche Reinigung
Am besten wird die Spange täglich mit einer Zahnbürste und etwas Zahnpasta gereinigt. Dabei sollten alle Flächen vorsichtig geputzt werden, auch Klammern, Drähte und Kunststoffanteile.
Zusätzliche Reinigung
Zusätzlich kann die Spange in einem Glas Wasser mit Mundspüllösung oder Reinigungstabletten gespült werden. Wichtig: Die Zahnspange darf nicht ausgekocht werden. Der Grund: Kunststoffplatten können sich durch Hitze verformen. Dann passt die Spange möglicherweise nicht mehr richtig.
Wie bewahrt man eine lose Zahnspange richtig auf?
Wenn die Spange nicht getragen wird, gehört sie in eine Spangendose. Nicht lose in die Tasche. Nicht in eine Serviette. Nicht auf den Tisch. Nicht in die Hosentasche.
Eine Dose schützt die Zahnspange vor:
- Schmutz
- Beschädigung
- Verlust
- Verwechslung
Praktisch ist außerdem: Name und Telefonnummer auf die Spangendose schreiben. Gerade in Schule, Sportverein oder Ferienbetreuung kann das helfen, wenn die Spange liegen bleibt.
Was kostet eine lose Zahnspange?
Die Kosten hängen davon ab, ob die Behandlung medizinisch notwendig ist und welche Fehlstellung vorliegt. Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt die Kosten einer medizinisch notwendigen kieferorthopädischen Behandlung für Kinder und Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr, wenn eine mittlere bis starke Zahn- oder Kieferfehlstellung nach den kieferorthopädischen Indikationsgruppen vorliegt. Außerdem ist wichtig: Bei der Barmer können Versicherte nach erfolgreichem Abschluss einer kieferorthopädischen Behandlung den geleisteten Eigenanteil zurückerstattet bekommen.
Kostenfragen sollten deshalb früh geklärt werden, am besten vor Behandlungsbeginn.