Impfungen

Lesedauer unter 3 Minuten

Welche Impfungen werden bei einer Schwangerschaft empfohlen und welche nicht?

Lesedauer unter 3 Minuten

Autor/in

Birgit Frohn, Diplom-Biologin

Qualitätssicherung

Heidi Günther (Apothekerin bei der Barmer)
Inhaltsverzeichnis

In der Schwangerschaft gilt: so wenig wie möglich, aber so viel wie nötig impfen. 

Was sollte eine werdende Mutter vor einer Impfung unbedingt klären?

Für werdende Mütter gibt es eine alles entscheidende Frage: Handelt es sich bei dem Impfstoff um einen Tot- oder um einen Lebendimpfstoff?

Gegen Impfungen mit einem Totimpfstoff in der Schwangerschaft existieren in der Regel keine Einwände. Ganz anders sieht es hingegen bei Impfungen mit einem Lebendimpfstoff aus, denn diese sind während einer Schwangerschaft grundsätzlich kontraindiziert, also nicht erlaubt.

Wann sollten Frauen mit Kinderwunsch ihren Impfstatus prüfen lassen?

Frauen mit Kinderwunsch sollten bereits vor einer Schwangerschaft ihren Impfstatus überprüfen lassen und den Frauenarzt darauf ansprechen.

Welche Impfstoffe sind in der Schwangerschaft erlaubt?

Für Totimpfstoffe stellt eine Schwangerschaft keine Kontraindikation dar. Das gilt zum Beispiel für Impfungen gegen Influenza, Tetanus, Diphtherie und Keuchhusten.

Die Influenza-Impfung in der Schwangerschaft ausdrücklich empfohlen

Eine Impfung gegen die Virusgrippe wird Schwangeren sogar ausdrücklich angeraten. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Influenza-Impfung allen Schwangeren ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel, bei erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens sogar ab dem ersten Schwangerschaftsdrittel.

Wann sollten Impfungen bei Schwangeren am besten durchgeführt werden?

Im ersten Drittel der Schwangerschaft sollten nur dringend erforderliche Impfungen durchgeführt werden, um zu verhindern, dass die in der Frühschwangerschaft häufig vorkommenden Spontanaborte fälschlicherweise mit der Impfung in Zusammenhang gebracht werden. Sind Impfungen erforderlich, sind nur Totimpfstoffe erlaubt. Aber auch bei Totimpfstoffen gilt der Grundsatz, dass aufschiebbare Impfungen auf einen Zeitpunkt nach der Geburt verlegt werden. Wer vor der Schwangerschaft noch nicht gegen Keuchhusten geimpft wurde, sollte dies in den ersten Tagen nach der Geburt nachholen.

In der Schwangerschaft gegen Keuchhusten impfen?

Der Gemeinsame Bundesausschuss ist der Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) gefolgt und hat die Keuchhusten-Impfung während der Schwangerschaft Mitte Mai 2020 in den Leistungskatalog aufgenommen. Frauen, die bei der Barmer versichert sind, konnten sogar schon seit März 2020 von dieser Leistung profitieren. Die STIKO empfiehlt die Impfung zu Beginn des 3. Schwangerschaftsdrittels, d.h. ab dem siebten Monat. Bei erhöhter Wahrscheinlichkeit für eine Frühgeburt sollte die Impfung ins 2. Schwangerschaftsdrittel, d.h. ab dem vierten Monat, vorgezogen werden. Die Impfung soll unabhängig vom Abstand zu vorher verabreichten Keuchhusten-Impfungen und in jeder Schwangerschaft erfolgen.

Welche Impfstoffe sind in der Schwangerschaft auf keinen Fall erlaubt?

Impfungen mit einem Lebendimpfstoff sind in der Schwangerschaft grundsätzlich nicht angeraten. Das betrifft Impfungen gegen Masern, Mumps, Röteln, Windpocken, Gelbfieber und Cholera.

Nach einer Impfung mit einem Lebendimpfstoff sollte entsprechend den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission eine Schwangerschaft für mindestens einen Monat vermieden werden.

Eine versehentliche Impfung mit einem Lebendimpfstoff in oder kurz vor einer Schwangerschaft ist jedoch keine Indikation zum Schwangerschaftsabbruch.

Kann während der Stillzeit und in der Zeit nach der Geburt geimpft werden?

In der Stillzeit können sowohl die Mutter als auch der gestillte Säugling in der Regel alle Impfungen erhalten, die von der STIKO empfohlen werden. Dies sind dann sowohl Tot- als auch Lebendimpfstoffe. Dennoch empfiehlt sich die Rücksprache mit dem Arzt auch dann, wenn die Mutter nicht stillen möchte oder nicht kann. Wer mit einem modernen Impfstoff geimpft wurde, wird selbst nicht an der Krankheit erkranken oder andere Menschen anstecken. Aber keine Regel ohne Ausnahme: Ist der Säugling schwach, ist es in seltenen Fällen möglich, dass eine geimpfte Mutter ihr Kind ansteckt. Gegen Gelbfieber sollten stillende Mütter grundsätzlich nicht geimpft werden. Denn es gibt vereinzelt Fälle, in denen die Babys anschließend an einer Entzündung des Gehirns und der Hirnhäute erkrankt sind.

Barmer Chat

Chat für Versicherte 

Sind Sie bei Meine Barmer registriert?
Loggen Sie sich vor dem Start des Chats für eine persönliche und datenschutzsichere Beratung ein und profitieren Sie außerdem von unseren erweiterten Chat-Zeiten.

Zum Chat für Versicherte

Chat für Interessenten

Ich habe keine eigene Mitgliedschaft bei der Barmer und bin an den Vorteilen interessiert.

Zum Chat für Interessenten


E-Mail

Meine Barmer

Nutzen Sie das Online-Postfach bei Meine Barmer zur persönlichen und datenschutzsicheren Kommunikation.

Zum Online-Postfach

Kontaktformular

Noch kein Online-Postfach? Nutzen Sie unser Kontaktformular.

Zum Kontaktformular

E-Mail an die Barmer

Senden Sie uns eine Nachricht an service@barmer.de

E-Mail für Interessenten

Sie sind noch nicht (selbst) bei der Barmer versichert und haben Interesse an einer Mitgliedschaft bei uns? Schreiben Sie uns gerne eine E-Mail an neukunde@barmer.de

Quellenangaben

Zertifizierung

Auf unsere Informationen können Sie sich verlassen. Sie sind hochwertig und zertifiziert. Dafür haben wir Brief und Siegel.

Redaktionelle Grundsätze
Webcode: a004975 Letzte Aktualisierung: 26.11.2019
Nach oben