Endometriose und Kinderwunsch: Frau in Unterwäsche, die ihre Hände auf ihren Bauch legt
Kinderwunsch

Endometriose und Kinderwunsch: Das sind deine Optionen

Lesedauer weniger als 7 Min
Redaktion:
Miriam Frieß (Medical Writer, Content Fleet GmbH)
Qualitätssicherung:
Julia Tomada (Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe)

Endometriose und Kinderwunsch: 3 Fragen, 3 Antworten

Karussell mit 3 Elementen
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Kannst du schwanger werden?

Endometriose kann die Fruchtbarkeit einschränken, Betroffene sind aber nicht automatisch unfruchtbar. Bei manchen klappt es auf natürliche Weise, andere brauchen medizinische Unterstützung.
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Kann dir eine OP helfen?

Bei Endometriose wächst gebärmutterschleimhautähnliches Gewebe außerhalb der Gebärmutter. Das kann durch eine OP entfernt werden. Dadurch kann sich die Chance auf eine Schwangerschaft erhöhen. 
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Welche Optionen gibt es noch?

Wirst du mit Endometriose nicht auf natürlichem Wege schwanger, können dir vielleicht Hormone helfen, die deinen Zyklus unterstützen. Ansonsten kann für manche eine künstliche Befruchtung infrage kommen.

Wieder nur ein Strich auf dem Schwangerschaftstest? Endometriose kann es dir echt schwer machen, schwanger zu werden. Was du über Endometriose und Fruchtbarkeit wissen musst.

Schwangerschaft trotz Endometriose: Ist das möglich?

Manche Frauen mit Endometriose brauchen mehr Zeit, Geduld und medizinische Unterstützung, um sich einen Kinderwunsch zu erfüllen.

Endometriose ist weit mehr als nur Regelschmerzen. Bei der Erkrankung wächst Gewebe außerhalb der Gebärmutter (Uterus), das der Gebärmutterschleimhaut ähnelt. 

Das äußert sich durch Symptome wie: 

  • Starke Unterleibsschmerzen
  • Heftige Regelblutungen
  • Schmerzen beim oder nach dem Sex
  • Probleme beim Wasserlassen oder Stuhlgang

Außerdem kann Endometriose die Fruchtbarkeit einschränken. 

Wichtig: Obwohl Endometriose einer der häufigsten Gründe für Unfruchtbarkeit ist, muss das nicht auch bei dir der Fall sein. Vielleicht kannst du dir deinen Kinderwunsch trotz Endometriose problemlos auf natürlichem Wege erfüllen. 

Good to know: Deine Fragen zum Thema Endometriose und Fruchtbarkeit besprichst du am besten direkt in deiner gynäkologischen Praxis.

Barmer Doc Sebastian: Was ist Endometriose?

Barmer Doc Sebastian erklärt, welche Symptome bei einer Endometriose auftreten und was gegen die Schmerzen hilft. Mehr Videos mit Sebastian gibt’s in unserer Playlist auf YouTube.

Endometriose und Kinderwunsch: Kann eine OP helfen?

Du kannst dir das zusätzliche Gewebe bei einer OP entfernen lassen. Das passiert üblicherweise über eine Bauchspiegelung.

Das kann dir die OP bringen:

  • Weniger Schmerzen
  • Schwächere Blutungen
  • Verbesserte Fruchtbarkeit

So kann eine OP dir dabei helfen, deinen Kinderwunsch zu erfüllen. 

Dass es danach mit einer Schwangerschaft klappt, ist aber nicht garantiert: Der Effekt des Eingriffs auf deine Fruchtbarkeit ist verhältnismäßig klein. Muss dabei gesundes Gewebe der Eierstöcke mit entfernt werden, kann das deine Chancen auf eine Schwangerschaft langfristig sogar schmälern.

Kinderwunschbehandlungen bei Endometriose: Was sind deine Optionen?

Trotz OP tut sich nichts oder der Eingriff kommt für dich nicht infrage? Dann kannst du deine Chancen auf eine Schwangerschaft vielleicht mit einer hormonellen Unterstützung oder einer künstlichen Befruchtung erhöhen.

Hormonelle Stimulation

Bestimmte Hormone können die Reifung der Eizellen, den Eisprung und den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut unterstützen. So können sie gute Voraussetzungen dafür schaffen, dass eine Eizelle befruchtet werden und sich einnisten kann. Diese Hormone können Ärztinnen oder Ärzte in Form von Tabletten oder Spritzen verabreichen.

Dann wird zusätzlich dein Zyklus mittels Ultraschalluntersuchungen kontrolliert. So kann dein Behandlungsteam den Tag deines Eisprungs und damit den optimalen Zeitpunkt für eine Befruchtung schätzen. 

Diese Methode ist aber ungeeignet, wenn durch Endometriose der Eisprung erschwert wird oder überhaupt nicht möglich ist.

Intrauterine Insemination

Hinter diesem kompliziert klingenden Namen steckt ein einfacher Prozess: Aufbereitete Spermien werden durch einen Katheter in die Gebärmutter eingebracht. 

Das ist vielleicht etwas unromantisch, kann aber effektiv sein: Der Samen landet ohne Umwege direkt im Uterus. Außerdem ist der Eingriff verhältnismäßig unkompliziert. Trotzdem kann dich ein solcher Termin natürlich stressen, dir Sorgen oder Angst machen, gerade, wenn so viel davon abhängt.

Diese Methode kann bei Bedarf mit einer hormonellen Stimulation kombiniert werden. Allerdings ist auch sie ungeeignet, wenn durch die Endometriose der Eisprung gar nicht erst stattfinden kann.

Künstliche Befruchtung der Eizelle

Auch das ist bei Endometriose möglich: Bei der künstlichen Befruchtung, zum Beispiel mittels In-vitro-Fertilisation (IVF), werden reife Eizellen entnommen und im Labor befruchtet. Diese dürfen sich dann in der Gebärmutter einnisten. 

Das läuft so ab:

  • Vorbereitung: Du bekommst über mehrere Wochen Hormone, um deine Eizellen zur Reifung anzuregen. Dabei sollen möglichst viele Eizellen heranreifen, denn nicht alle Eizellen sind befruchtungsfähig oder können sich zu einem Baby entwickeln.
  • Entnahme: Während einer Kurznarkose entnehmen dir dein Behandlungsteam die reifen Eizellen direkt aus dem Eierstock. Anschließend wählen sie die Zellen aus, bei denen die Chance am höchsten ist, dass sie erfolgreich befruchtet werden können.
  • Befruchtung: Die Eizellen werden im Labor mit den Spermien befruchtet, die bei Bedarf auch aus einer Samenspende stammen können. Alle befruchteten Eizellen stehen ab da für einige Tage unter Beobachtung: Das Fachpersonal untersucht, welche Eizelle sich zu einem Embryo entwickelt.
  • Transfer: Dir werden die Eizellen, die sich entwickeln konnten, schließlich in deine Gebärmutter eingesetzt. Oft bekommst du dazu noch Hormone, um die Gebärmutterschleimhaut zu unterstützen.

Hintergrund: Warum ist es mit Endometriose schwerer, schwanger zu werden?

Endometriose kann deinen Körper stark belasten. Das gebärmutterschleimhautähnliche Gewebe kann auf unterschiedlichen Wegen eine Schwangerschaft erschweren:

  • Verwachsungen: Vernarbungen, Verwachsungen und Verklebungen können die Funktion deiner Eierstöcke und Eileiter einschränken.
  • Entzündungen und Immunreaktionen: Endometriose kann dein Immunsystem dauerhaft in Alarmbereitschaft versetzen und chronische Entzündungsprozesse auslösen. Dadurch sind oft die Anzahl und Qualität der Eizellen beeinträchtigt, die Gebärmutterschleimhaut verändert oder Spermien in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt.
  • Zysten: Durch Endometriose können sogenannte Schokoladenzysten am Eierstock entstehen, was die Eizellreifung stören kann.
  • Schmerzen: Endometriose kann für starke Schmerzen beim Sex sorgen. Dass da die Lust vergeht und damit die Chancen auf eine Schwangerschaft sinken, liegt auf der Hand.

Ein Paar schaut zusammen auf einen Schwangerschaftstest

Endometriose muss nicht automatisch das Aus für deinen Kinderwunsch bedeuten. Jeder Fall ist anders und es gibt auch Frauen, die problemlos schwanger werden.

Gut zu wissen: Auch mit Adenomyose kann es dir schwerer fallen, schwanger zu werden und deinen Kinderwunsch zu erfüllen. Diese Erkrankung ähnelt Endometriose und tritt häufig mit ihr zusammen auf, allerdings wächst dabei Gebärmutterschleimhaut in die Muskelwand des Uterus ein.

Endometriose und Kinderwunsch: Du bist nicht allein

Ein Kinderwunsch mit Endometriose kann sich manchmal anders anfühlen, als du es dir vorgestellt hast. Zwischen Arztterminen, Fragen zur eigenen Fruchtbarkeit und dem Wunsch, die Zukunft zu planen, gibt es oft viele Gedanken, die gleichzeitig Raum einnehmen. Umso wichtiger ist es, dass du gut auf dich achtest und dir die Unterstützung holst, die dir guttut.
 

Endometriose und Kinderwunsch: Häufige Fragen und Antworten

Es gibt verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, die dir helfen können. Eine operative Entfernung des Gewebes per Bauchspiegelung ist eine Option. Alternativ kannst du mit einer Kinderwunschbehandlung nachhelfen, etwa mit hormoneller Unterstützung, direkter Einbringung von Spermien in die Gebärmutter oder künstlicher Befruchtung im Labor. Welche Methode für dich geeignet ist, hängt davon ab, wie ausgeprägt deine Erkrankung ist und wo genau das Gewebe wächst. Am besten besprichst du die Optionen direkt in deiner gynäkologischen Praxis.
Eine OP, bei der das Endometriose-Gewebe entfernt wird, kann dabei helfen, schwanger zu werden. Wie lange es dauert, bis es nach der OP klappt, ist sehr individuell und dafür gibt es keinen Zeitplan. Am häufigsten können sich Betroffene aber innerhalb von acht bis zehn Monaten über eine Schwangerschaft freuen. Wichtig ist aber zu wissen, dass es bei der OP keine Garantie dafür gibt, dass du danach schwanger wirst. Klappt es also trotz OP nicht, sprich mit deiner Ärztin oder deinem Arzt über weitere Optionen. 
Das gebärmutterschleimhautähnliche Gewebe außerhalb der Gebärmutter kann mehrere Probleme verursachen. Vernarbungen und Verwachsungen können die Funktion der Fortpflanzungsorgane stören, während dauerhafte Entzündungsprozesse die Eizellqualität und Gebärmutterschleimhaut negativ beeinflussen. Zysten am Eierstock können die Eizellreifung behindern. Zudem können Schmerzen beim Sex auftreten, was dir die Lust vermiesen kann.
Die Erkrankung gehört zu den häufigsten Ursachen für eingeschränkte Fruchtbarkeit. Körperliche Veränderungen wie Verklebungen, chronische Entzündungen und Zysten können den Weg zur Schwangerschaft erschweren. Wichtig ist jedoch: Nicht alle Betroffenen haben Fruchtbarkeitsprobleme – manche können auf natürlichem Weg schwanger werden. Falls deine Fruchtbarkeit beeinträchtigt ist, gibt es medizinische Unterstützungsmöglichkeiten.
Die Behandlung von Endometriose zielt darauf ab, die Beschwerden zu lindern, da die Erkrankung nicht heilbar ist. Zu den Behandlungsmöglichkeiten zählt die operative Entfernung des Endometriose-Gewebes und die Einnahme der Pille, die dessen Wachstum hemmt. Falls du hormonelle Verhütungsmittel wie die Pille gegen Endometriose einnimmst, solltest du diese aber nach ärztlicher Rücksprache absetzen, wenn du schwanger werden möchtest. Die passende Behandlungsstrategie besprichst du am besten individuell mit deinem Behandlungsteam.
Bei aktiver Familienplanung kommen vor allem Hormone zum Einsatz, die die Fruchtbarkeit unterstützen. Diese können als Tabletten oder Spritzen verabreicht werden und helfen dabei, die Eizellreifung anzuregen, den Eisprung zu fördern und die Gebärmutterschleimhaut aufzubauen. Auch bei einer künstlichen Befruchtung bekommst du über mehrere Wochen Hormone, um möglichst viele Eizellen reifen zu lassen. 

Weiterführende Informationen

Literatur

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