Patientenrecht

Patientenverfügung

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Redaktion:
Internetredaktion Barmer
Qualitätssicherung:
Stab Justiziariat Barmer

Eine Patientenverfügung ist ein schriftliches Dokument, in dem du festlegst, welchen medizinischen Maßnahmen du zustimmst oder welche du ablehnst, falls du deinen Willen aufgrund einer Krankheit, eines Unfalls oder anderer gesundheitlicher Einschränkungen nicht mehr selbst äußern kannst.

Warum ist eine Patientenverfügung wichtig für mich? 

Eine Patientenverfügung hilft dir, für den Fall vorzusorgen, dass du medizinische Entscheidungen nicht mehr selbst treffen kannst. Mit ihr kannst du festlegen, welche Behandlungen du dir in bestimmten Situationen wünschst oder ablehnst.

Das kann zum Beispiel wichtig werden,

  • wenn du nach einem Unfall bewusstlos bist,
  • wenn du aufgrund einer schweren Erkrankung nicht mehr selbst entscheiden kannst,
  • wenn am Lebensende über weitere medizinische Maßnahmen entschieden werden muss.

So gibst du Ärztinnen, Ärzten und Angehörigen Orientierung und sorgst dafür, dass dein Wille auch dann berücksichtigt werden kann, wenn du ihn selbst nicht mehr äußern kannst.

Was passiert, wenn ich keine Patientenverfügung habe?

Wenn du keine Patientenverfügung erstellt hast und selbst nicht mehr entscheiden kannst, müssen andere Personen gemeinsam mit dem Behandlungsteam herausfinden, was deinem mutmaßlichen Willen entspricht.

Das kann für Angehörige belastend sein, insbesondere wenn unklar ist, welche medizinischen Maßnahmen du dir wünschen würdest. Mit einer Patientenverfügung kannst du deine Wünsche frühzeitig festhalten und für mehr Orientierung im Ernstfall sorgen.

 

 

Was kann ich in einer Patientenverfügung festlegen?

Mit einer Patientenverfügung kannst du festlegen, welche medizinischen Maßnahmen du in bestimmten Situationen wünschst oder ablehnst.

Dabei können beispielsweise folgende Fragen eine Rolle spielen:

  • Möchte ich wiederbelebt werden?
  • Möchte ich künstlich beatmet werden?
  • Möchte ich künstlich ernährt werden?
  • Welche Maßnahmen sollen zur Linderung von Schmerzen und Beschwerden ergriffen werden?
  • Welche lebenserhaltenden Maßnahmen wünsche ich mir und welche nicht?

Brauche ich eine Patientenverfügung und eine Vorsorgevollmacht?

Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht erfüllen unterschiedliche Aufgaben und können sich sinnvoll ergänzen.

  • Die Patientenverfügung regelt, welche medizinischen Maßnahmen du möchtest oder ablehnst.
  • Die Vorsorgevollmacht regelt dagegen, wer für dich Entscheidungen treffen darf, wenn du dazu selbst nicht mehr in der Lage bist.

Ob beide Dokumente für dich sinnvoll sind, hängt von deiner persönlichen Situation ab. Viele Menschen erstellen sowohl eine Patientenverfügung als auch eine Vorsorgevollmacht, um ihren Willen festzuhalten und gleichzeitig eine Vertrauensperson zu benennen, die ihre Interessen vertreten kann.

 

Kann ich meine Patientenverfügung selbst erstellen?

Ja. Du kannst deine Patientenverfügung selbst erstellen. Wichtig ist, dass sie schriftlich vorliegt und deine Wünsche möglichst klar und konkret beschreibt.

Für die Erstellung stellt das Bundesministerium der Justiz kostenlose Formulierungshilfen und Textbausteine zur Verfügung. Diese können dir dabei helfen, deine persönlichen Vorstellungen schriftlich festzuhalten.

Checkliste: So bereitest du deine Patientenverfügung vor

Bevor du eine Patientenverfügung erstellst 

Bevor du eine Patientenverfügung erstellst, solltest du dir über folgende Fragen Gedanken machen:

  • In welchen Situationen soll deine Patientenverfügung gelten?
  • Welche medizinischen Maßnahmen möchtest du ausdrücklich wünschen oder ablehnen?
  • Welche persönlichen Werte und Vorstellungen sind dir bei medizinischen Entscheidungen wichtig?
  • Möchtest du zusätzlich eine Vorsorgevollmacht erstellen und eine Vertrauensperson benennen?
  • Hast du offene Fragen, die du mit einer Ärztin, einem Arzt oder einer anderen fachkundigen Person besprechen möchtest?

Nachdem du die Patientenverfügung erstellt hast

Nachdem du deine Patientenverfügung erstellt hast, solltest du Folgendes beachten:

  • Hast du das Dokument unterschrieben?
  • Wissen Angehörige oder Vertrauenspersonen, dass eine Patientenverfügung existiert?
  • Ist klar, wo das Dokument aufbewahrt wird und wie es im Ernstfall gefunden werden kann?
  • Kennen bevollmächtigte Personen oder enge Angehörige deine Wünsche?
  • Überprüfst du die Patientenverfügung regelmäßig und aktualisierst sie bei Bedarf?

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