Frau sitzt in der Terrassentür und schaut in den Garten
Stress und Leistungsdruck

Warum Pausen wichtig sind und warum dein Körper sie dringend braucht

Lesedauer weniger als 3 Min

Redaktion:

Barmer

Qualitätssicherung:

  • Marie-Victoria Assel (Psychologin, Barmer),
  • Andrea Jakob-Pannier (Diplom-Sozialpädagogin/ Psychologin/ Psychoonkologin, Barmer)

Der Arbeitstag ist voll, der Kalender auch. Noch schnell eine Mail beantworten, ein Meeting vorbereiten, kurz durch Social Media scrollen und plötzlich sind Stunden vergangen, ohne dass du wirklich eine Pause gemacht hast. Viele Menschen stehen heute dauerhaft unter Druck. Stress gehört für viele zum Alltag. Doch genau in solchen Phasen braucht unser Körper etwas, das wir oft als Erstes streichen: Pausen

Warum Pausen für Körper und Kopf so wichtig sind

Der menschliche Körper ist nicht dafür gemacht, dauerhaft unter Spannung zu stehen. Stress aktiviert im Körper verschiedene Prozesse, die eigentlich nur kurzfristig sinnvoll sind, zum Beispiel, um schnell auf eine Herausforderung zu reagieren.

Hält dieser Zustand jedoch länger an, kann das belastend werden.

Pausen helfen dabei, diesen Stresszustand zu unterbrechen. Sie geben dem Körper die Möglichkeit, sich zu erholen und wieder in ein Gleichgewicht zu kommen.

Regelmäßige Pausen können deshalb:

  • Stress reduzieren
  • die Konzentration verbessern
  • die Leistungsfähigkeit erhalten
  • körperliche und mentale Erholung unterstützen

Selbst kurze Pausen können bereits positive Effekte haben.

Warum viele Menschen trotzdem kaum Pausen machen

Ob im Job oder im Alltag: Viele Menschen lassen Pausen aus. Häufig entsteht das Gefühl, ständig erreichbar sein zu müssen oder möglichst viel schaffen zu wollen.

Manche arbeiten deshalb einfach weiter. Selbst dann, wenn der Körper längst Signale sendet.

Typische Anzeichen können sein:

Wer diese Signale ignoriert, riskiert langfristig eine stärkere Belastung durch Stress.

Körpersignale ernst nehmen

Unser Körper zeigt meist deutlich, wenn er eine Pause braucht. Wichtig ist, diese Signale wahrzunehmen und nicht dauerhaft zu übergehen.

Typische Warnzeichen können sein:

  • Müdigkeit
  • Gereiztheit
  • Kopfschmerzen
  • Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren

Wer diese Hinweise ernst nimmt und rechtzeitig eine Pause einlegt, unterstützt aktiv die eigene Gesundheit.

Wie gute Pausen aussehen können

Nicht jede Pause wirkt automatisch erholsam. Entscheidend ist, wie sie genutzt wird.

Eine bewusste Pause kann helfen, Abstand vom Stress zu gewinnen und neue Energie zu sammeln.

Beispiele für erholsame Pausen können sein:

  • kurz aufstehen und sich bewegen
  • frische Luft schnappen
  • bewusst durchatmen
  • einen Moment abschalten

Wichtig ist vor allem, wirklich kurz aus dem Arbeitsmodus herauszugehen.

Auch kurze Pausen helfen

Viele Menschen denken, eine Pause müsse lange dauern, um etwas zu bringen. Das stimmt nicht.

Schon kurze Unterbrechungen können eine positive Wirkung haben. Sie helfen dem Körper, Stress abzubauen und die Konzentration wieder zu steigern.

Deshalb kann es sinnvoll sein, Pausen regelmäßig in den Alltag einzuplanen, statt erst dann zu pausieren, wenn die Erschöpfung bereits deutlich spürbar ist.

Pausen bewusst einplanen

Gerade in stressigen Phasen gehen Pausen schnell unter. Deshalb kann es hilfreich sein, sie bewusst einzuplanen.

Zum Beispiel:

  • feste Pausenzeiten einplanen
  • kurze Unterbrechungen im Arbeitsalltag nutzen
  • bewusst Abstand von Aufgaben nehmen

Regelmäßige Pausen helfen dabei, dauerhaft leistungsfähig zu bleiben und Stress besser zu bewältigen.

Pausen sind kein Luxus, sondern notwendig

Viele Menschen versuchen, möglichst viel in kurzer Zeit zu erledigen. Pausen erscheinen dabei oft wie verlorene Zeit.

Tatsächlich ist das Gegenteil der Fall.

Wer regelmäßig pausiert, unterstützt seine Gesundheit, verbessert die Konzentration und kann langfristig produktiver arbeiten.

Selbst kleine Pausen können dabei einen großen Unterschied machen.

Häufige Fragen zu Pausen und Erholung

Pausen sind wichtig, weil sie dem Körper helfen, sich von Stress zu erholen. Sie können die Konzentration verbessern, die Leistungsfähigkeit erhalten und körperliche sowie mentale Erholung unterstützen.
Ohne Pausen bleibt der Körper länger im Stresszustand. Das kann zu Erschöpfung, Konzentrationsproblemen oder innerer Unruhe führen.

Typische Anzeichen können sein:

  • Müdigkeit
  • Gereiztheit
  • Kopfschmerzen
  • Konzentrationsprobleme

Diese Signale zeigen, dass der Körper Erholung benötigt.

Eine Pause muss nicht lange dauern, um wirksam zu sein. Schon kurze Unterbrechungen können helfen, Stress zu reduzieren und neue Energie zu gewinnen.

Eine gute Pause bedeutet, kurz Abstand von der aktuellen Tätigkeit zu nehmen. Das kann zum Beispiel sein:

  • Bewegung
  • frische Luft
  • bewusstes Durchatmen
  • ein Moment der Ruhe
Regelmäßige Pausen über den Tag verteilt können helfen, Stress zu reduzieren und die Leistungsfähigkeit zu erhalten.

Literatur

  • Fritz, C., Ellis, A. M., Demsky, C. A., Lin, B. C., und Guros, F. (2013). Embracing work breaks. Organizational Dynamics, 42(4), 274-280.
  • Johannes Wendsche, Andreas Lohmann-Haislah: Arbeitspausen gesundheits- und leistungsförderlich gestalten. Hogrefe, Göttingen 2018
  • Gert Kaluza: Gelassen und sicher im Stress. Das Stresskompetenz-Buch: Stress erkennen, verstehen, bewältigen. Springer, Berlin 2018 (7. Auflage)
  • Singh, U., Ghadiri, A., Weimar, D. und Prinz, J. (2020). “Let’s have a break”: An experimental comparison of work-break interventions and their impact on performance. Journal of Business Research, 112, 128-135.
  • Bosch, C., Sonnentag, S., und Pinck, A. S. (2018). What makes for a good break? A diary study on recovery experiences during lunch break. Journal of Occupational and Organizational Psychology, 91(1), 134-157.
  • Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (Abruf am 01.10.2020): Stressreport Deutschland 2019

Weiterführende Informationen

Zertifizierung

Auf unsere Informationen können Sie sich verlassen. Sie sind hochwertig und zertifiziert.

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren