Schwangerschaft und Geburt

Väter während der Schwangerschaft

Lesedauer unter 8 Minuten
Eine Schwangere und ein junger Mann stehen in der Küche und freuen sich über den Babybauch

Autor/in

babyclub.de

Qualitätssicherung

  • Daniela Beerens (Gesundheitsinformation, Barmer),
  • Sophia Wels (Hebamme)
Inhaltsverzeichnis

Ihre Partnerin ist schwanger und Sie fragen sich, wie Sie sich am besten auf die neue Situation einstellen können? In diesem Beitrag bekommen Sie wertvolle Impulse für werdende Väter. 

Vom Paar zur Familie

Nachwuchs ist unterwegs – diese Nachricht nimmt jeder anders auf. Gefühle wie Freude, Stolz und einfach nur überglücklich sein vermischen sich vielleicht mit Gefühlen wie Verunsicherung und Bedenken. Auch zwischen Partnerin und Partner kann es zu unterschiedlichen Reaktionen kommen.

Dass Sie Vater werden bedeutet zum einen, dass Sie fruchtbar sind – darüber freuen sich grundsätzlich viele Männer – zum anderen aber auch, dass sich Ihr Leben bald grundlegend ändern wird und nun eine große Verantwortung auf Sie zukommt.

Wenn Sie bemerken, dass Ihre Partnerin in Bezug auf die Schwangerschaft anders empfindet als Sie, sollten Sie unbedingt miteinander darüber sprechen. Allzu schnell kann es sonst zu Missverständnissen kommen. Der Austausch von Empfindungen und Erwartungen hilft Ihnen beiden, sich in die neue Lage hineinzufinden und auch den anderen besser zu verstehen. Wichtig ist es auch, dass Sie sich gegenseitig Zeit geben, gedanklich in der neuen Situation anzukommen, denn die Freude braucht manchmal vielleicht etwas Zeit, bis sie sich zeigt – bei einigen Männern, aber auch bei manchen Frauen.

Schenken Sie Ihrer schwangeren Partnerin Geduld und Sicherheit, wenn sie von schlechter Laune, Sorgen oder Stimmungsschwankungen geplagt wird – zumal diese auch von der hormonellen Umstellung durch die Schwangerschaft verursacht werden können.

Möglicherweise beschäftigen Ihre Partnerin Dinge, an die Sie selbst (noch) gar nicht denken – haben Sie also ein offenes Ohr. Wenn eine emotionale Verstimmung Ihrer Partnerin länger anhält, seien Sie aufmerksam, da es sich auch um eine Schwangerschaftsdepression handeln könnte. Diese äußert sich oftmals etwa in anhaltender Niedergeschlagenheit, Lustlosigkeit, Selbstzweifeln und negativen Gedanken. Sollte sich eine entsprechende Vermutung erhärten, ist professionelle Hilfe gefragt. Erste Anlaufstelle wäre dann unter anderem die behandelnde Gynäkologin, der behandelnde Gynäkologe beziehungsweise die begleitende Hebamme.

Schwangerschaft: Zeit für gemeinsame Umstellung

Unter anderem bei der Ernährung sollte Ihre schwangere Partnerin nun auf bestimmte Dinge achten: Sie braucht jetzt einen besonders ausgewogenen Speiseplan mit Nahrungsmitteln, die viele Nährstoffe und Vitamine enthalten, dafür sollten andere Nahrungsmittel aber lieber weggelassen werden. Vielleicht ist die Schwangerschaft Ihrer Partnerin sogar eine gute Gelegenheit, Ihre eigenen Kochkünste zu verbessern. Viele Frauen mögen es, wenn ein Partner da ist, der für sie kocht. Sorgen Sie also gut für das leibliche, aber auch mentale Wohl Ihrer Partnerin und nehmen Sie diese Zeit zum Anlass für positive Veränderungen.

Rauchen ist für Ihre Partnerin jetzt ebenfalls tabu und auch Sie sollten daher – zumindest in Gegenwart Ihrer Partnerin beziehungsweise in der Wohnung – nicht mehr rauchen, da es für Ihre schwangere Partnerin und Ihr Kind besonders gesundheitsschädlich ist.

Denken Sie gemeinsam darüber nach, ob und an welchen Stellen Sie Ihren Lebensstil im Sinne einer gesunden Schwangerschaft anpassen sollten. Ihrer Partnerin wird es sicher leichter fallen, ihren Lebensstil umzustellen, sich gesund zu ernähren und zum Beispiel keinen Alkohol mehr zu trinken beziehungsweise nicht mehr zu rauchen, wenn auch Sie mitziehen!

Spätestens mit Beginn der Schwangerschaft ist also genau der richtige Zeitpunkt, gemeinsam über eine Umstellung des Lebensstils nachzudenken und gegebenenfalls Ihren Lebensstil gemeinsam entsprechend anzupassen.

Nehmen Sie Ihrer Partnerin nun auch mehr und mehr Arbeit im Haushalt ab. Unter anderem wenn schwer gehoben werden muss, sind nun Sie zuständig, da Schwangere ihren Rücken und Beckenboden schonen sollten. Fahren Sie am besten allgemein den Stresslevel in Ihrem gemeinsamen Leben herunter und konzentrieren Sie sich auf das Wesentliche. 

Sex in der Schwangerschaft

Solange es von ärztlicher Seite keinen anderslautenden Rat gibt und Sie und Ihre Partnerin sich damit gut fühlen, können Sie die ganze Schwangerschaft hindurch weiterhin sexuell aktiv bleiben. Manche Paare haben in dieser Zeit weniger Lust auf Sex, manche aber sogar noch mehr. Das kann besonders im zweiten Schwangerschaftsdrittel der Fall sein, wenn die Frau die anfänglichen Umstellungsbeschwerden hinter sich hat und die nun stark durchbluteten Geschlechtsorgane besonders empfänglich für Reize sind.

Schon jetzt eine Beziehung zum Kind aufbauen

Es dauert zwar eine ganze Zeit, bis Sie Ihr Kind in den Armen halten werden, doch auch während der Schwangerschaft können Sie bereits eine Beziehung zum Kind aufbauen.
Massagen sind eine ideale Entspannung für den strapazierten Babybauch Ihrer Partnerin. Außerdem können auch Sie Ihr Baby möglicherweise schon vor der Geburt spüren, wenn es seine Tritte und Stöße abgibt. Sie können Ihre Partnerin mit einer sanften Bauchmassage verwöhnen, sofern Ihre Partnerin das als angenehm empfindet und es keine Bedenken von Seite ihrer Gynäkologin, ihres Gynäkologen beziehungsweise ihrer Hebamme gibt – zum Beispiel wegen vorzeitiger Wehen oder einer Vorderwand-Placenta. Vielleicht möchten Sie auch einfach nur Ihre Hand auf den Babybauch Ihrer Partnerin legen, um Ihr Ungeborenes zu spüren.

Viele Paare beginnen nun vielleicht damit, gemeinsam einen Namen für das Kind zu finden. Hierzu schreiben sie Listen mit Namen, tauschen sie aus und einigen sich mit der Zeit auf den Namen, dessen Klang und Bedeutung ihnen am besten gefällt.

Die Vorsorgeuntersuchungen

Vermutlich ist Ihre Partnerin schon regelmäßige Patientin in einer gynäkologischen Praxis. Spätestens mit Beginn der Schwangerschaft sollte Ihre Partnerin eine Gynäkologin, einen Gynäkologen beziehungsweise eine Hebamme für die Begleitung der Schwangerschaft wählen. Hierbei ist es wichtig, dass Ihre Partnerin und Sie sich beide wohl und gut beraten fühlen. 

Bei der Barmer versicherte Frauen können sich vom Beginn der Schwangerschaft an Rat und Unterstützung durch eine freiberufliche Vertragshebamme holen und genießen viele Vorteile bei der ärztlichen Schwangerschaftsvorsorge.

Gehen Sie idealerweise auch gemeinsam zu den regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen in die gynäkologische Praxis beziehungsweise in die Hebammenpraxis. Die Kosten für die Schwangerschaftsvorsorgeuntersuchungen übernimmt die Krankenkasse Ihrer Partnerin. Es ist wichtig, keine dieser Untersuchungen auszulassen, damit Gesundheitsstörungen bei der werdenden Mutter beziehungsweise Fehlentwicklungen beim Ungeborenen rechtzeitig erkannt und adäquat behandelt werden können. Wenn Sie diese Termine gemeinsam mit Ihrer Partnerin wahrnehmen, erleben Sie die Schwangerschaft und die Entwicklung Ihres gemeinsamen Kindes ganz nah mit und sind zudem immer auf dem neuesten Stand, was die Gesundheit Ihrer Partnerin und des Ungeborenen betrifft. Das verbindet Sie noch mehr mit Mutter und Kind – und bleibt Ihnen sicherlich dauerhaft in Erinnerung. Vor allem die ganz besonderen Momente, wenn es beispielsweise auf die zwölfte Schwangerschaftswoche zugeht und der erste Ultraschall gemacht wird: das erste Bild von Ihrem gemeinsamen Kind und das kleine pochende Herz des Ungeborenen sind bewegende Momente.

Geburtsvorbereitungskurse

Auf die Geburt Ihres Kindes vorbereiten können Sie sich, indem Sie unter anderem Ihre Partnerin zu einem Geburtsvorbereitungskurs begleiten oder auch alleine an einem solchen Kurs teilnehmen. Geburtsvorbereitungskurse werden grundsätzlich von freiberuflich tätigen Vertragshebammen angeboten. In der Regel erfahren Sie im Kurs Interessantes über den Umgang mit Schwangerschaftsbeschwerden, die Körperarbeit und Atemübungen für die Geburt, Stillen und Babypflege. Zudem können Sie sich hier mit anderen Paaren austauschen. Die Kosten für den Geburtsvorbereitungskurs Ihrer Partnerin rechnet die freiberuflich tätige Vertragshebamme direkt über die Versichertenkarte Ihrer Partnerin ab. Sie als angehender Vater erhalten eine Privatrechnung. Wenn Sie bei der Barmer versichert sind, kann Ihnen der Geburtsvorbereitungskurs im Rahmen der zusätzlichen Leistungen für Familien erstattet werden – Ihre Barmer berät Sie gerne dazu.

Noch ein Urlaub zu zweit

Viele Paare nutzen die vergleichsweise unbeschwerte Zeit der Schwangerschaft, um noch einmal zu zweit in den Urlaub zu fahren, bevor das Baby da ist. Für einen solchen Babymoon sollte man also rechtzeitig Urlaub planen.

Empfehlenswert ist dafür vor allem das zweite Trimester, denn hier sind die ersten Schwangerschaftssymptome wie Übelkeit und Müdigkeit meist abgeklungen, aber der Babybauch ist noch nicht so groß und schwer, dass er Ihre Partnerin zu sehr einschränkt.

Bis zum siebten Monat sind auch Flugreisen mit bis zu vier Stunden Flugzeit kein Problem. Die Belastung durch Höhenstrahlung liegt hier weit unter dem bedenklichen Bereich. Für längere Flugreisen sollte Ihre Partnerin allerdings ein ärztliches Unbedenklichkeitsattest einholen. Von Flugreisen absehen sollten Sie, wenn in der ersten Zeit der Schwangerschaft die Gefahr einer Fehlgeburt bestand. Auch spätestens in den letzten vier Wochen sollten Schwangere nicht mehr fliegen. Auf Nummer sicher gehen Sie, wenn Sie und Ihre Partnerin vorab Rücksprache mit der behandelnden Gynäkologin beziehungsweise dem behandelnden Gynäkologen halten.

Achten Sie darauf, dass Schwangere ein leicht erhöhtes Risiko für Thrombosen haben. Ihre Partnerin kann dem durch locker sitzende Kleidung, viel trinken, ausreichend Beinbewegung und Kompressionsstrümpfe vorbeugen.

Wägen Sie gut ab, in welches Land Sie reisen möchten und sprechen Sie im Zweifelsfall mit ihrer gynäkologischen Praxis. Von Reisen in exotische und tropische Länder beispielsweise ist abzuraten, da sich die notwendigen Vorsorgeimpfungen und -medikamente schlecht mit einer Schwangerschaft vertragen. Als Reiseziel sollten Sie ein Land auswählen, in dem Sie und Ihre Partnerin sich gut entspannen können und das keine zu großen Umstellungen abverlangt. Es gilt also unter anderem: kein Abenteuerurlaub, keine zu heißen Temperaturen und keine Höhenwanderungen über 1800 Meter. Außerdem sollten Sie sich sicher sein, dass die hygienischen Bedingungen und die medizinische Versorgung im Zielland gut und keine allzu großen Umstellungen der Ernährung notwendig sind.

Bei der Geburt dabei sein?

Heutzutage begleiten die allermeisten werdenden Väter ihre Partnerin mit in den Kreißsaal beziehungsweise bei der Geburt. Allerdings ist das kein Muss und Sie sollten vorab offen darüber sprechen, was Ihnen beiden jeweils am liebsten wäre.

Gerade in der langen Zeit der Eröffnungsphase kann Ihre Anwesenheit für Ihre Partnerin sehr wichtig sein. Sie müssen dabei gar nicht besonders viel tun. Viele Frauen empfinden es als große Hilfe und Sicherheit, wenn ihre Partner einfach „da“ sind, auch wenn er „bloß“ Händchen hält. Für viele Männer ist die Geburt des eigenen Kindes ein wundervolles Erlebnis, das sie auf keinen Fall würden missen wollen. Manche Männer hingegen würden eigentlich lieber außen vor bleiben. Es gibt aber auch Frauen, die lieber jemand anderen – wie zum Beispiel ihre Mutter – oder auch niemanden bei der Geburt dabeihaben möchten. Falls Sie sich doch dagegen entscheiden, die Geburt mit zu begleiten, ist auch das in Ordnung – sprechen Sie aber am besten vorab gemeinsam darüber.

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