Psychische Erkrankungen

Lesedauer unter 2 Minuten

Was ist eine probatorische Sitzung?

Lesedauer unter 2 Minuten

Autor/in

Barmer Internetredaktion

Qualitätssicherung

  • Andrea Jakob-Pannier (Diplom-Sozialpädagogin/ Psychologin/ Psychoonkologin, Barmer)
  • Laura Ostwald (Ambulante Versorgung, Barmer)

Die probatorische Sitzung folgt im Anschluss an eine psychotherapeutische Sprechstunde. Diese muss zunächst in Anspruch genommen werden, um zu klären, ob eine behandlungsbedürftige Störung vorliegt und – wenn ja – welche Form der Therapie geeignet ist. Sofern keine Akutbehandlung, also eine direkte intensive Behandlung, notwendig ist, folgen auf die psychotherapeutische Sprechstunde mindestens zwei probatorische Sitzungen.

In dem Wort „Probatorik“ steckt bereits genau das drin, was Versicherte von diesen Sitzungen erwarten dürfen: „probare“, das lateinische Wort für „ausprobieren“. Denn Ihre Krankenkasse übernimmt bis zu vier Probesitzungen à 50 Minuten bei Erwachsenen und bis zu 6 Sitzungen bei Kindern und Jugendlichen, die Sie vor dem eigentlichen Beginn der ambulanten Psychotherapie mit einer zugelassenen Psychologin oder einem Psychologen Ihrer Wahl in Anspruch nehmen dürfen. Gut zu wissen: Probatorische Sitzungen müssen nicht bei Ihrer Krankenkasse beantragt werden.

Hier geht es in allererster Linie darum, dass Sie prüfen können, ob sozusagen die Chemie mit ihrem Gegenüber stimmt. Das ist sehr wichtig, denn jede Form von Richtlinienpsychotherapie ist ein sehr intimer Prozess, in dem das Innerste während gemeinsamer Stunden nach außen gekehrt wird. Und dabei sind gegenseitiges Verständnis und Wohlfühlen essenziell.

Probatorische Sitzungen sind also Kennenlernstunden, in denen Sie persönliche, aber auch pragmatische Fragen zur Behandlungsform stellen dürfen und die Therapeutin oder der Therapeut sich wiederrum ein genaues Bild Ihrer Situation macht. Während der Corona-Pandemie können Sie die Probatorik übrigens auch per Video- oder Telefontherapie in Anspruch nehmen. Ob vor Ort oder digital – es gibt kein einheitliches Ablaufschema des Gesprächs, da Ihr Gegenüber ja erst mal herausfindet, wieso Sie überhaupt Hilfe suchen. Jedoch spielen z. B. die Häufigkeit und Intensität von Ängsten und das persönliche Empfinden von Depressionen bei der Diagnostik eine große Rolle. Sie müssen während der probatorischen Sitzungen keine dieser Fragen beantworten. Je tiefer Sie Einblick in Ihr Seelenleben geben, desto besser (und manchmal auch schneller) kann Ihnen geholfen werden. Eine Übersicht einzelner Therapiemöglichkeiten finden Sie hier.

Gut zu wissen: Bereits nach der ersten probatorischen Sitzung kann der Therapeut einen offiziellen Antrag auf Kurzzeit- oder Langzeittherapie stellen. Falls Sie – oder Sie beide – feststellen, dass das angebotene Behandlungskonzept Ihren seelischen Bedürfnissen nicht gerecht wird, muss Ihnen die Terminservicestelle einen zeitnahen Termin bei einem anderen Therapeuten oder einer Therapeutin vermitteln.

E-Mail

Meine Barmer

Nutzen Sie das Online-Postfach bei Meine Barmer zur persönlichen und datenschutzsicheren Kommunikation.

Zum Online-Postfach

Kontaktformular

Noch kein Online-Postfach? Nutzen Sie unser Kontaktformular.

Zum Kontaktformular

E-Mail an die Barmer

Senden Sie uns eine Nachricht an service@barmer.de

E-Mail für Interessenten

Sie sind noch nicht (selbst) bei der Barmer versichert und haben Interesse an einer Mitgliedschaft bei uns? Schreiben Sie uns gerne eine E-Mail an neukunde@barmer.de

Quellenangaben

Zertifizierung

Auf unsere Informationen können Sie sich verlassen. Sie sind hochwertig und zertifiziert. Dafür haben wir Brief und Siegel.

Redaktionelle Grundsätze
Webcode: a006170 Letzte Aktualisierung: 16.12.2020
Nach oben