Junger Mann mit kurzen Haaren liegt im Dunklen im Bett und guckt depressiv
Schlaf

Schlecht schlafen bei Vollmond: Ist da wirklich was dran?

Lesedauer weniger als 6 Min

Redaktion:

Melanie Khoshmashrab (Medical Writer, Content Fleet GmbH)

Qualitätssicherung:

Viktoria Vida (Psychologin, Master of Science)

Vollmond und Schlaf: 3 Fakten

Diskussionsstoff

Es gibt Menschen, die schwören drauf, rund um Vollmond tatsächlich schlechter zu schlafen. Wissenschaftlich eindeutig belegt ist dieser Zusammenhang bislang nicht.

Mond-Antenne

Du schläfst bei Vollmond mies? Dann bist du vielleicht lichtempfindlich, denn Vollmondnächte sind oft heller. Oder du steckst in einer stressigen Phase, die deinen Schlaf ohnehin beeinflusst.

Schlaf-Support

Mit simplen Alltagstricks kannst du deinen Schlaf verbessern, nicht nur bei Vollmond. Verdunklung, weniger Screen-Zeit am späten Abend und gute Routinen machen den Unterschied.

Du wachst auf und fühlst dich, als hättest du die Nacht durchgemacht. Stimmt, gestern war ja Vollmond. War der schuld? Was hinter dem Mythos steckt und was die besten Hacks für guten Schlaf trotz Vollmond sind.

Erste Hilfe: 5 schnelle Hacks, wenn du bei Vollmond schlecht schlafen kannst

  • Highlights brauchst du …
    … nicht in der Nacht. Vollmondnächte können überraschend hell sein. Dann sind verdunkelnde Vorhänge oder eine Schlafmaske nützlich. Sie helfen, dass dein Gehirn die Nacht erkennt und leichter in den Schlafmodus schaltet.
  • Screen-Time kann …
    … zu später Stunde deinen Schlaf killen. Dein Smartphone strahlt intensiver als der Mond. Wenn du abends weniger scrollst und dein Gehirn etwas früher offline geht, kommt dein Körper schneller zur Ruhe.
  • Geregelte Schlafzeiten rocken …
    … eine gute Nacht. Dein Körper liebt Rhythmus. Wenn du immer etwa zur gleichen Zeit schlafen gehst und aufstehst, bleibt deine innere Uhr im Takt. Das ist nicht uncool, sondern smart.
  • Koffein kickt anders …
    … am Abend. Du liebst Kaffee? Kein Problem, aber am besten schmeckt deinem Schlaf die letzte Tasse einige Stunden vor dem Zubettgehen. Später könnte sie dich um eine gute Nacht bringen.
  • Abendroutine reißt was …
    … für den Morning-Glow. Ein kurzer Spaziergang, eine entspannte Playlist oder ein paar Seiten lesen. Kleine Rituale helfen deinem Nervensystem, runterzufahren. Dein Gehirn kapiert: Jetzt geht’s ins Traumland.

Was die Forschung über schlechtes Schlafen bei Vollmond sagt

Ist der Vollmond wirklich schuld an schlechten Nächten? Die Wissenschaft ist sich da nicht einig.

Eine Studie der Universität Basel mit kleiner Stichprobe zeigte, dass Menschen während der Vollmondphase im Schnitt etwa 20 Minuten weniger schlafen, länger zum Einschlafen brauchen und weniger Tiefschlaf haben.

Allerdings konnten andere Studien diesen Zusammenhang nicht bestätigen. In mehreren Untersuchungen fanden Forschende keinen klaren Einfluss der Mondphasen auf den Schlaf. Manche Menschen struggeln bei Vollmond, einen wissenschaftlich handfesten Beweis für alle gibt’s aber nicht.

Warum manche Menschen bei Vollmond schlechter schlafen

Und wieso um Himmels willen schläfst du dann bei Vollmond nicht gut? Keine Sorge, mit dir stimmt alles. Es könnte verschiedene Ursachen haben.

Vollmondnächte wirken auf deine innere Uhr

Der Vollmond reflektiert Sonnenlicht und kann die Nacht deutlich heller machen. Der psychologische Effekt sollte nicht unterschätzt werden. Licht beeinflusst deine innere Uhr und kann die Produktion von Melatonin beeinflussen.

Stress macht empfindlich

Steckst du gerade im Umzug, hängst über einer Uni-Arbeit oder bist aus anderen Gründen gestresst, fallen dir kleine Veränderungen eher auf. Vielleicht hast du gerade eine anstrengende Zeit, kommst unregelmäßig ins Bett oder hast einen Job mit Schichtarbeit. Dann kickt eine helle Vollmondnacht stärker rein.

Junge Frau mit roten Haaren liegt im Bett unter dem Kopfkissen versteckt

Kannst du bei Vollmond auch schlecht schlafen? Helle Vollmond-Nächte fühlen sich für viele einfach unruhiger an.

Erwartung bewirkt als Self-Fulfilling Prophecy

Oh nein, morgen ist Vollmond! Wenn du wegen des Mondkalenders annimmst, dass die Nacht eine Katastrophe wird, erlebst du womöglich genau das. Dein Kopfkino beeinflusst tatsächlich den Schlaf. Wer glaubt, bei Vollmond schlecht zu schlafen, achtet stärker auf jede Wachphase. Die Nacht fühlt sich dann unruhiger an.

Welche Schlafprobleme es bei Vollmond gibt

Wer bei Vollmond von Schlafstörungen geplagt ist, spürt meist diese Auswirkungen:

  • Längeres Einschlafen
  • Häufigeres nächtliches Aufwachen
  • Leichterer, weniger tiefer Schlaf
  • Müdigkeit am nächsten Tag

Wie lange Schlafprobleme rund um den Vollmond andauern

Was beobachtest du bei dir selbst? Viele, die von schlechten Vollmondnächten berichten, erleben das Phänomen nur an wenigen Tagen rund um die Vollmondphase. Eindeutige wissenschaftliche Beweise gibt es dafür allerdings nicht. Aber tracke doch beim nächsten Vollmond einfach selbst, was bei dir abgeht.

Schlaf bei Vollmond: Lass dich nicht stressen

So ein großer praller Vollmond ist eine schöne Sache. Aber er braucht für dich nicht zu einem ebenso großen Problem zu werden. 

Vielleicht beeinflusst der Mond tatsächlich deinen Schlaf. Auch wenn Forschende dafür keine eindeutigen Beweise haben. Du brauchst dich jedoch nicht mit deinen Schlafproblemen abzufinden.

Deine Schlafqualität hängt vor allem von Dingen ab, die du selbst steuern kannst: Stresslevel, Screen-Time, Sleep-Schedule und Abendroutine. Schon mit kleinen Veränderungen spendierst du deinen Nächten ein echtes Upgrade. Und du darfst dich endlich wieder auf Vollmondnächte freuen.
 

Schlecht schlafen bei Vollmond: Häufige Fragen und Antworten

Die Forschung liefert hier kein eindeutiges Ergebnis. Zwar hat eine Untersuchung aus Basel gezeigt, dass Testpersonen in dieser Zeit rund 20 Minuten kürzer schliefen und weniger Tiefschlafphasen erreichten. Andere wissenschaftliche Arbeiten konnten diesen Effekt jedoch nicht nachweisen. 
Die erhöhte Helligkeit durch das reflektierte Sonnenlicht könnte die körpereigene Produktion des Schlafhormons Melatonin beeinträchtigen. Menschen in belastenden Lebenssituationen oder mit unregelmäßigem Schlafrhythmus reagieren möglicherweise empfindlicher auf solche Veränderungen. Nicht zu unterschätzen ist auch die psychologische Komponente: Wer fest damit rechnet, schlecht zu schlafen, verstärkt diesen Effekt eventuell selbst.
Betroffene berichten von verschiedenen Beschwerden. Häufig dauert das Einschlafen länger als gewöhnlich und man wacht nachts öfter auf. Der Schlaf bleibt insgesamt oberflächlicher, richtig tiefer Schlaf stellt sich kaum ein. Als Folge fühlt man sich am nächsten Morgen deutlich müder und weniger erholt.
Das vom Mond zurückgeworfene Sonnenlicht kann Nächte spürbar heller machen, was sich auf unseren Schlaf-Wach-Rhythmus auswirkt und die Ausschüttung von Melatonin hemmen kann. Wenn das Schlafzimmer nicht ausreichend abgedunkelt ist, produziert unser Körper weniger von diesem wichtigen Schlafhormon und das Gehirn findet schlechter in den Schlafmodus.
Wer überzeugt ist, bei Vollmond nicht schlafen zu können, achtet automatisch stärker auf jede unruhige Phase in der Nacht. Diese erhöhte Aufmerksamkeit lässt die Nacht subjektiv schlechter erscheinen. Letztlich kann also das eigene Kopfkino die Schlafqualität beeinflussen, selbst wenn der Mond objektiv betrachtet nichts damit zu tun hat.
Lichtempfindliche Personen können stärker auf die helleren Nächte reagieren. Menschen in stressigen Lebensphasen, etwa bei einem Umzug oder während wichtiger Prüfungen, nehmen Störungen intensiver wahr. Auch wer bereits einen unregelmäßigen Schlafrhythmus hat oder im Schichtdienst arbeitet, könnte anfälliger für diese zusätzliche Belastung sein.
Die Vollmondphase selbst umfasst etwa zwei bis drei Tage vor und nach dem exakten Vollmond, der Zusammenhang von dieser Phase und Schlafstörungen ist aber wissenschaftlich nicht eindeutig bewiesen. Wer es genau wissen möchte, kann sein Schlafverhalten beim nächsten Vollmond einfach beobachten und dokumentieren.
Eine gute Abdunklung des Schlafzimmers durch Vorhänge oder eine Augenmaske verhindert Störungen durch Licht. Smartphones und Bildschirme sollten am Abend nicht zu spät ausgeschaltet werden, da sie noch heller strahlen als der Mond. Feste Zubettgeh- und Aufstehzeiten unterstützen den natürlichen Rhythmus. Kaffee sollte mehrere Stunden vor dem Schlafengehen gemieden werden. Entspannende Abendrituale wie ein Spaziergang, Musik oder Lesen helfen dem Nervensystem beim Herunterfahren.

Literatur und weiterführende Informationen

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