Ein Paar geht mit einem Regenschirm durch eine Allee
Ernährung

Vitamin-D-Mangel: Symptome, Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten

Lesedauer weniger als 14 Min

Redaktion:

Dr. med. Madeleine Vinnemeier (Ärztin, Content Fleet GmbH)

Qualitätssicherung:

Dr. med. Marina Müller-Bernhard (Ärztin)

Drei Fakten: Das sollten Sie über Vitamin-D-Mangel wissen

Was ist Vitamin D?

Vitamin D gehört zu den fettlöslichen Vitaminen. Die aktive Form von Vitamin D bildet der Körper selbst in Leber und Nieren, nur ein kleiner Teil wird über die Nahrung aufgenommen.

Wie entsteht ein Mangel?

Ein Vitamin-D-Mangel kann entstehen, wenn wir uns nicht lange genug im Freien aufhalten. Der Körper benötigt die UV-B-Strahlung der Sonne, um das Vitamin zu bilden. 

Welche Symptome gibt es?

Knochen- und Muskelschmerzen sowie Muskelschwäche können die Folge eines Vitamin-D-Mangels sein. Bei Kindern im Wachstum kann er zu einer Verformung der Knochen führen.

Wenn der Winter naht, ist Vitamin D der absolute Renner unter den Nahrungsergänzungsmitteln. Influencerinnen und Influencer bewerben diverse Vitamin-D-Präparate, darunter Tropfen, Kapseln oder Tabletten. Auch außerhalb der sozialen Medien kommt man an dem Hype des vermeintlichen Allheilmittels kaum vorbei. Doch was ist dran am Trend? Leiden wir alle an einem Vitamin-D-Mangel und sollten wir wirklich allesamt die Ersatzprodukte einnehmen? Wie macht sich ein Vitamin-D-Mangel überhaupt bemerkbar, wer ist besonders gefährdet? Und welche Folgen hat eine mögliche Überdosierung? 

Vitamin-D-Mangel feststellen

Von einem Mangel an Vitamin D wird gesprochen, wenn das Vitamin im Körper über längere Zeit fehlt und zudem relevante Symptome eines Vitamin-D-Mangels vorliegen. 

Wichtig dabei ist zu beachten: 

  • Ein einmalig erniedrigt gemessener Wert bedeutet nicht automatisch, dass ein Vitamin-D-Mangel vorliegt. Die Werte unterliegen normalen saisonalen Schwankungen.
  • Im Blut wird nur die Vorstufe des aktiven Vitamin D bestimmt, das 25-Hydroxyvitamin-D (kurz 25(OH)D).

Was Vitamin D ist und wozu es benötigt wird

Vitamin D gehört zu den fettlöslichen Vitaminen. Eigentlich handelt es sich um eine ganze Gruppe von Vitaminen, die Calciferole. Die wichtigste Funktion von Vitamin D ist die Aufnahme von Calcium und Phosphat aus dem Darm und ihren Einbau in die Knochen, was Knochenmineralisierung genannt wird. 

Bei einem Mangel besteht ein erhöhtes Risiko für Mineralisierungsstörungen der Knochen. Vitamin D ist zudem an vielen Stoffwechselvorgängen im Körper beteiligt und hat damit auch Einfluss auf die Muskelkraft und das Immunsystem. Untersucht werden auch Zusammenhänge mit anderen Erkrankungen wie Diabetes mellitus, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Depressionen.

Interessanterweise ist Vitamin D3, eine Form der Calciferole, das einzige Vitamin, das der Körper selbst herstellen kann. Es wird zu 80 bis 90 Prozent mithilfe der UV-B-Strahlung aus dem Sonnenlicht in der Haut gebildet. Dazu ist der regelmäßige Aufenthalt im Freien notwendig, denn UV-B kann beispielsweise nicht durch Fensterscheiben in Räume gelangen. 

Über die Ernährung werden nur etwa 10 bis 20 Prozent des benötigten Vitamin D3 aufgenommen. Es ist vor allem in fettem Seefisch, Eiern und Speisepilzen enthalten. Vitamin D3 wird im letzten Schritt in der Leber und den Nieren in die aktive Form von Vitamin D, das Calcitriol, umgewandelt.

Symptome und Folgen eines Vitamin-D-Mangels

Die Symptome eines Vitamin-D-Mangels können vielfältig sein. Bei Erwachsenen kann sich ein Mangel an Vitamin D anders äußern als bei Kindern.

Anzeichen und Folgen eines Vitamin-D-Mangels bei Kindern

Bei Säuglingen und Kindern kann ein Mangel dazu führen, dass die Knochen nur unzureichend mineralisiert werden. Dadurch bleiben sie weich und können sich verformen. Dieses Krankheitsbild als Folge eines Vitamin-D-Mangels nennt sich Rachitis. 

Bei Kindern können dabei folgende Symptome an den Knochen auftreten: 

  • Knochenschmerzen
  • Verbiegung der langen Röhrenknochen, was zu O- oder X-Beinen führen kann
  • Rachitischer Rosenkranz, eine Verdickung der Knorpel-Knochen-Grenzen an den Rippen
  • Erweichung und Eindrückbarkeit des Hinterkopfs (Kraniotabes) 

Außerdem kann es bei Vitamin-D-Mangel zu Anzeichen wie Muskelschwäche, Muskelübererregbarkeit (Tetanie), Krampfanfällen und einer allgemeinen motorischen Entwicklungsverzögerung kommen. Eine erhöhte Infektanfälligkeit ist ebenfalls möglich.

Symptome und Folgen eines Vitamin-D-Mangels bei Erwachsenen

Auch im Erwachsenenalter kann es durch einen Vitamin-D-Mangel zu Störungen im Knochenstoffwechsel kommen: Der Knochen demineralisiert und wird weich. Das Krankheitsbild infolge eines Vitamin-D-Mangels bei Erwachsenen nennt sich Osteomalazie, Betroffene können ebenso an Knochen- und Muskelschmerzen sowie Muskelschwäche leiden. 

Ein Vater macht Liegestütze im Wohnzimmer mit seinem Sohn auf dem Rücken

Vitamin D sorgt für die Aufnahme von Calcium und Phosphat aus dem Darm und ihren Einbau in die Knochen. Es sorgt so für eine ausreichende Mineralisierung unserer Knochen.


Außerdem kann es zu Knochenbrüchen und sogenannten Pseudofrakturen kommen. Bei Pseudofrakturen handelt es sich um unvollständige Knochenbrüche, die im Röntgenbild aussehen wie ein Bruch, aber eigentlich demineralisierte Stellen im Knochen sind. 

Ursachen eines Vitamin-D-Mangels

Wichtig ist: Bei der Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland liegt kein Vitamin-D-Mangel vor. 

Allerdings erreichen die meisten Menschen den gewünschten Spiegel von 50 nmol/l nicht, sodass sie das „präventive Potenzial von Vitamin D für ihre Knochengesundheit nicht nutzen“, so die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. und das Bundesinstitut für Risikobewertung. Das heißt, dass die meisten Menschen zwar keinen Vitamin-D-Mangel haben, die Versorgung mit Vitamin D jedoch besser sein könnte, um beispielsweise das Risiko für Stürze und Knochenfrakturen im höheren Lebensalter zu senken. 

Die ungenügende Versorgung kommt vor allem durch zwei Dinge zustande: 

  • Wir halten uns zu wenig im Freien auf. Dadurch kann der Körper nicht genug Vitamin D in der Haut bilden. Hinzu kommt, dass die Intensität und die Dauer der UV-B-Strahlung in unseren Breitengraden besonders im Winter niedrig sind – die Vitamin-D-Bildung ist somit abhängig von der Jahreszeit. Im Winterhalbjahr von Oktober bis März können wir kein Vitamin D in der Haut bilden. Der Körper nutzt dann die Speicher im Fett- und Muskelgewebe, die er in der warmen Jahreszeit gebildet hat. Deshalb kommt es im Winter zu niedrigeren Vitamin-D-Spiegeln.
  • Nur wenige Nahrungsmittel enthalten Vitamin D. Dazu gehören Seefisch, bestimmte Innereien, Speisepilze und Eier. Die meisten Menschen verzehren jedoch nur wenig davon. 

Im Alter nimmt zudem die Fähigkeit der Haut ab, Vitamin D zu bilden. Ein erhöhtes Risiko für einen Vitamin-D-Mangel haben damit Personen höheren Alters und Menschen, die sich kaum im Freien aufhalten oder ihren Körper dabei gänzlich bedecken. Gleiches gilt für Personen mit dunkler Hautfarbe, die weniger Vitamin D bilden können als Menschen mit heller Haut. Säuglinge haben ein Risiko für einen Mangel, da der Gehalt an Vitamin D in der Muttermilch nicht hoch ist und sie grundsätzlich nicht einer direkten Sonnenbestrahlung ausgesetzt werden sollen.

Darüber hinaus besteht bei chronischen Darmerkrankungen und bei chronischen Leber- und Nierenerkrankungen ein erhöhtes Risiko für einen Vitamin-D-Mangel. Menschen mit diesen Krankheiten können Vitamin D und Calcium nicht ausreichend über den Darm aufnehmen oder kein körpereigenes Vitamin D bilden, da das aktive Vitamin D über Zwischenschritte auch in der Leber und Niere fertiggestellt wird.

Vitamin-D-Mangel beheben 

Folgenden Personen wird die Substitution von Vitamin D aufgrund eines erhöhten Risikos für einen Mangel oder wegen Symptomen eines Vitamin-D-Mangels empfohlen: 

  • Gestillte und nicht gestillte Säuglinge sollten bis zum Ende des ersten Lebensjahres eine Vitamin-D-Prophylaxe erhalten. Die Dosis ist 400 IE (Internationale Einheiten) oder 10 Mikrogramm pro Tag. Die Prophylaxe sollte im zweiten Lebensjahr in den Wintermonaten weitergeführt werden.
  • Personen mit Rachitis oder Osteomalazie sollten Vitamin D und Calcium erhalten.
  • Menschen, die wahrscheinlich kaum selbst Vitamin D in der Haut produzieren können wie beispielsweise pflegebedürftige ältere Menschen, die sich nicht oder nur sehr wenig im Freien aufhalten.
  • Personen mit Osteoporose sollten je nach Behandlung Vitamin D und gegebenenfalls auch Calcium erhalten.
  • Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen wie einer Überfunktion der Nebenschilddrüsen. 

Zum gleichen Zeitpunkt ist aber entscheidend, die korrekte Dosierung an Vitamin D zuzuführen, damit es nicht zu einer potenziell gefährlichen Überdosierung kommt.

Vitamin-D-Mangel im Winter

Für die meisten Personen reicht es für eine ausreichende Vitamin-D-Zufuhr aus, von März bis Oktober zwei- bis dreimal pro Woche für ein wenig Sonne auf der Haut zu sorgen. Bei Menschen mit Hauttyp II (helle Haut, Neigung zu Sonnenbrand und Sommersprossen) reichen rund zwölf Minuten mit unbedecktem Gesicht, Händen und Armen in der Sonne. In dieser Zeit kann ausreichend Vitamin D gebildet werden.

In den Wintermonaten reicht die UV-Strahlung in unseren Breitengeraden nicht aus, um Vitamin D im Körper zu bilden. In dieser Zeit kann der Körper jedoch auf die Vitamin-D-Reserven zurückgreifen, die er während der Sommermonate gebildet hat. Zusätzlich empfiehlt es sich, ein- bis zweimal pro Woche fetten Seefisch zu verzehren. Er enthält neben Vitamin D auch Omega-3-Fettsäuren und Jod. 

Eine gesunde, abwechslungsreiche Ernährung und viel Bewegung an der frischen Luft machen die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln und Vitamin-D-Präparaten in den meisten Fällen unnötig.

Ernährung und Vitamin-D-Mangel

Die Ernährung spielt für die Vitamin-D-Versorgung eine viel geringere Rolle als die Eigenproduktion von Vitamin D3 in der Haut. Lediglich 10 bis 20 Prozent des benötigten Vitamin D3 gelangen über die Nahrung in den Körper. Nur wenige Lebensmittel enthalten nennenswerte Mengen an Vitamin D3, dazu gehören in absteigender Reihenfolge des Vitamin-D3-Gehalts: 

  • Fette Seefische, beispielsweise Hering, Lachs und Makrele
  • Hühnereier
  • Margarine
  • Pfifferlinge und Champignons
  • Rinderleber
  • Gouda und ähnlicher Hartkäse, Butter
  • Kalbsleber
  • Vollmilch 

Gegarter Fisch mit Zitrone

Pro Woche sollten ein- bis zweimal fetter Seefisch verzehrt werden, der Vitamin D enthält. 

Personen, die vegetarisch oder vegan leben, haben daher nur begrenzte Möglichkeiten, Vitamin D3 über die Nahrung zu sich zu nehmen.

Wie viel Vitamin D wir pro Tag brauchen

Kann der Organismus nachgewiesenermaßen selbst kein Vitamin D bilden, sollte eine Tagesdosis von 20 Mikrogramm Vitamin D (800 IE, Internationale Einheiten) eingenommen werden. Dieser Richtwert gilt für alle Personen ab dem ersten Lebensjahr und auch für Schwangere und Stillende. 

Wichtig ist: Die Einnahme wird nur dann empfohlen, falls eine unzureichende Vitamin-D-Versorgung nachgewiesen wurde und eine Verbesserung der Versorgung nicht durch die Ernährung oder die körpereigene Vitamin-D-Bildung durch Sonnenbestrahlung zu erreichen ist. Eine Überdosierung muss in jedem Fall vermieden werden, da sie lebensbedrohlich sein kann.

Achtung: Eine Vitamin-D-Überdosierung ist lebensgefährlich

Zu einer zu hohen Dosis an Vitamin D im Körper kann es nur kommen, wenn zu viel Vitamin D über Tabletten, Kapseln oder Tropfen eingenommen wird. 

Der Organismus speichert das Vitamin D im Fett- und Muskelgewebe, es wird nicht wie beispielsweise Vitamin C bei einem Überschuss einfach ausgeschieden. Im Körper werden dann sehr hohe Calciumspiegel erreicht, was zu Übelkeit, Appetitlosigkeit, Bauchkrämpfen und Erbrechen und in schweren Fällen zu Nierenschäden (Nierensteine und Nierenverkalkung), Herzrhythmusstörungen, Bewusstlosigkeit und sogar zum Tod führen kann.

 

Durch exzessive Sonnenbestrahlung ist keine Vitamin-D-Überdosierung möglich. Auch die üblichen Ernährungsgewohnheiten spielen für eine Überdosierung keine Rolle. Bei mit Vitamin D angereicherten Lebensmitteln hingegen empfiehlt es sich, nicht zu viel davon zu sich zu nehmen.

Fazit: Der Hype um den Vitamin-D-Mangel

Vitamin D hat Einfluss auf vielerlei Körperfunktionen. Es gibt aber bislang keine Belege, dass die Zufuhr von Vitamin D beispielsweise vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Krebs schützt. Auch in der Behandlung von COVID-19 ist Vitamin D nicht wirksam. Vitamin D ist somit keinesfalls ein Allheilmittel für alle Arten chronischer Erkrankungen und Beschwerden. Besonders wiederholte Spiegelbestimmungen im Blut ergeben medizinisch in den meisten Fällen keinen Sinn. 

Für die Knochengesundheit ist es jedoch wichtig, einen Vitamin-D-Mangel zu vermeiden. Besonders für Erwachsene ab 65 Jahren mit einem hohen Risiko für Vitamin-D-Mangel und Osteoporose sollte eine Vitamin-D-Substitution erwogen werden. 

In den USA empfiehlt eine neue Leitlinie der Gesellschaft für Endokrinologie inzwischen eine Gabe von Vitamin D für bestimmte Risikogruppen. Dazu zählen Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren, Menschen im Alter über 75 Jahre, Schwangere sowie Personen mit Prädiabetes. Menschen mit Prädiabetes haben erhöhte Blutzuckerwerte, die jedoch noch nicht so hoch sind wie bei einem Diabetes. In Deutschland wurde eine solche Empfehlung bislang nicht ausgesprochen. 

Wenn Sie Vitamin D als Nahrungsergänzungsmittel einnehmen möchten, sollten Sie die genaue Dosierung zuvor mit Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem behandelnden Arzt besprechen. In über 97 Prozent der Fälle gleicht die tägliche Gabe von 600 bis 800 IE Vitamin D einen Mangel bei Erwachsenen aus. Diese Dosis ist sicher und auch ohne die vorherige Messung der Blutkonzentration anwendbar. 

Vorsicht: Verzichten Sie auf Vitamin-D-Depot-Spritzen, die die Versorgung mit Vitamin D über Monate gewährleisten sollen, oder die eigenmächtige Einnahme von Tabletten mit hohen Dosen an Vitamin D. Hier steigt das Risiko für eine Überdosierung und zum Teil auch für Knochenbrüche.

Häufige Fragen und Antworten zu Vitamin D-Mangel

Vitamin D zählt zu den fettlöslichen Vitaminen und umfasst eine ganze Gruppe von Stoffen, die Calciferole genannt werden. Besonders ist, dass der Körper Vitamin D3 als einziges Vitamin größtenteils selbst produzieren kann. Die Produktion erfolgt zu 80–90 Prozent mithilfe von UV-B-Strahlung der Sonne in der Haut. Nur 10–20 Prozent werden über die Nahrung aufgenommen. Die endgültige aktive Form entsteht durch Umwandlung in Leber und Nieren.
Die Hauptaufgabe von Vitamin D besteht darin, die Aufnahme von Calcium und Phosphat aus dem Darm zu ermöglichen und deren Einbau in die Knochen zu fördern. Außerdem spielt es bei zahlreichen Stoffwechselvorgängen eine Rolle, es beeinflusst die Muskelkraft und das Immunsystem. Zurzeit werden auch mögliche Zusammenhänge mit Erkrankungen wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Problemen und Depressionen erforscht.
Bei Erwachsenen können Knochen- und Muskelschmerzen sowie Muskelschwäche auftreten. Zudem besteht ein erhöhtes Risiko für Knochenbrüche und sogenannte Pseudofrakturen (unvollständige Knochenbrüche). Bei Kindern kann Vitamin-D-Mangel zu Rachitis führen, wobei die Knochen weich bleiben und sich verformen können – beispielsweise zu O- oder X-Beinen. Weitere mögliche Anzeichen sind Muskelschwäche, Krampfanfälle, motorische Entwicklungsverzögerungen und erhöhte Infektanfälligkeit.
Ein Mangel entsteht hauptsächlich durch zu wenig Aufenthalt im Freien, wodurch die Haut nicht genügend UV-B-Strahlung zur Vitamin-D-Bildung erhält. In den Wintermonaten von Oktober bis März ist die UV-B-Strahlung in unseren Breitengraden zudem zu schwach für die Produktion von Vitamin D. Erschwerend kommt hinzu, dass nur wenige Lebensmittel wie Seefisch, Eier und Speisepilze Vitamin D enthalten. Im Alter nimmt darüber hinaus die Fähigkeit der Haut ab, Vitamin D zu bilden.
Ältere Menschen haben ein erhöhtes Risiko, da ihre Haut weniger Vitamin D bildet. Gefährdet sind auch Personen, die sich kaum im Freien aufhalten oder ihren Körper dabei vollständig bedecken. Menschen mit dunkler Hautfarbe bilden weniger Vitamin D als hellhäutige Personen. Säuglinge sind gefährdet, da Muttermilch wenig Vitamin D enthält und sie keiner direkten Sonne ausgesetzt werden sollen. Bei chronischen Darm-, Leber- oder Nierenerkrankungen besteht ebenfalls ein höheres Risiko.
Im Blut wird die Vorstufe des aktiven Vitamin D gemessen, das 25-Hydroxyvitamin-D (25(OH)D). Werte unter 30 nmol/l oder 12 ng/ml sprechen für eine mangelhafte Versorgung. Wichtig ist: Ein einmalig niedriger Wert bedeutet nicht automatisch einen Mangel, da die Werte natürlichen saisonalen Schwankungen unterliegen. Von einem echten Mangel spricht man erst, wenn das Vitamin über längere Zeit fehlt und relevante Symptome vorliegen.
Bei Kindern kann ein langfristiger Mangel zu Rachitis führen, bei der die Knochen weich bleiben und sich verformen. Bei Erwachsenen entsteht Osteomalazie, eine Knochenerweichung durch Demineralisierung. Das Risiko für Knochenbrüche steigt erheblich. Ein Vitamin-D-Mangel kann außerdem das Risiko für Osteoporose erhöhen und bei bereits bestehender Osteoporose die Gefahr von Knochenbrüchen weiter steigern.
Von März bis Oktober reicht es aus, zwei- bis dreimal wöchentlich kurz Sonne auf Gesicht, Hände und Arme scheinen zu lassen. Bei hellem Hauttyp genügen bei hoher UV-Strahlung bereits rund zwölf Minuten für eine ausreichende Vitamin-D-Bildung. UV-B-Strahlung kann nicht durch Fensterscheiben dringen, daher ist der Aufenthalt im Freien notwendig. In den Wintermonaten reicht die UV-Strahlung nicht aus, dann nutzt der Körper seine im Sommer angelegten Speicher.
Fette Seefische wie Hering, Lachs und Makrele enthalten am meisten Vitamin D. Weitere Quellen sind Hühnereier, Margarine, Pfifferlinge und Champignons sowie Rinderleber. In geringeren Mengen ist Vitamin D auch in Hartkäse wie Gouda, in Butter, Kalbsleber und Vollmilch enthalten. Es wird empfohlen, ein- bis zweimal pro Woche fetten Seefisch zu verzehren. Für vegetarisch oder vegan lebende Menschen gibt es nur begrenzte Möglichkeiten der Vitamin-D-Aufnahme über die Nahrung.
Säuglinge sollten im ersten Lebensjahr und in den Wintermonaten des zweiten Lebensjahres Vitamin D erhalten. Empfohlen wird die Einnahme auch für pflegebedürftige ältere Menschen, die sich kaum im Freien aufhalten. Gleiches gilt für Personen mit Rachitis, Osteomalazie oder Osteoporose. Sinnvoll ist eine Substitution zudem bei bestimmten Vorerkrankungen wie chronischen Darm-, Leber- und Nierenerkrankungen Die Dosierung sollte unbedingt ärztlich besprochen werden, um gefährliche Überdosierungen zu vermeiden.

Literatur und weiterführende Informationen

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