Durch exzessive Sonnenbestrahlung ist keine Vitamin-D-Überdosierung möglich. Auch die üblichen Ernährungsgewohnheiten spielen für eine Überdosierung keine Rolle. Bei mit Vitamin D angereicherten Lebensmitteln hingegen empfiehlt es sich, nicht zu viel davon zu sich zu nehmen.
Fazit: Der Hype um den Vitamin-D-Mangel
Vitamin D hat Einfluss auf vielerlei Körperfunktionen. Es gibt aber bislang keine Belege, dass die Zufuhr von Vitamin D beispielsweise vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Krebs schützt. Auch in der Behandlung von COVID-19 ist Vitamin D nicht wirksam. Vitamin D ist somit keinesfalls ein Allheilmittel für alle Arten chronischer Erkrankungen und Beschwerden. Besonders wiederholte Spiegelbestimmungen im Blut ergeben medizinisch in den meisten Fällen keinen Sinn.
Für die Knochengesundheit ist es jedoch wichtig, einen Vitamin-D-Mangel zu vermeiden. Besonders für Erwachsene ab 65 Jahren mit einem hohen Risiko für Vitamin-D-Mangel und Osteoporose sollte eine Vitamin-D-Substitution erwogen werden.
In den USA empfiehlt eine neue Leitlinie der Gesellschaft für Endokrinologie inzwischen eine Gabe von Vitamin D für bestimmte Risikogruppen. Dazu zählen Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren, Menschen im Alter über 75 Jahre, Schwangere sowie Personen mit Prädiabetes. Menschen mit Prädiabetes haben erhöhte Blutzuckerwerte, die jedoch noch nicht so hoch sind wie bei einem Diabetes. In Deutschland wurde eine solche Empfehlung bislang nicht ausgesprochen.
Wenn Sie Vitamin D als Nahrungsergänzungsmittel einnehmen möchten, sollten Sie die genaue Dosierung zuvor mit Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem behandelnden Arzt besprechen. In über 97 Prozent der Fälle gleicht die tägliche Gabe von 600 bis 800 IE Vitamin D einen Mangel bei Erwachsenen aus. Diese Dosis ist sicher und auch ohne die vorherige Messung der Blutkonzentration anwendbar.
Vorsicht: Verzichten Sie auf Vitamin-D-Depot-Spritzen, die die Versorgung mit Vitamin D über Monate gewährleisten sollen, oder die eigenmächtige Einnahme von Tabletten mit hohen Dosen an Vitamin D. Hier steigt das Risiko für eine Überdosierung und zum Teil auch für Knochenbrüche.