Hände einer Frau in einem grauen Mantel halten einen Matcha Latte
Ernährung

Ist Matcha gesund? Der ehrliche Check

Lesedauer weniger als 5 Min
Redaktion:
Miriam Frieß (Medical Writer, Content Fleet GmbH)
Qualitätssicherung:
Meike Günther (Diplom-Ökotrophologin)

Matcha: Der Quick-Check

Karussell mit 3 Elementen
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Koffein mal anders

Matcha enthält Koffein, und das nicht zu knapp. Aber durch das zusätzlich enthaltene L-Theanin wirkt das Koffein sanfter. Du bist meist wacher, ohne hibbelig zu sein.
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Antioxidantien on top

Antioxidative Stoffe im Matcha können sich positiv auf Herz-Kreislauf-Gesundheit, Stoffwechsel und geistige Fähigkeiten auswirken. Wie groß der Effekt ist, wird noch untersucht.
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Verunreinigungen mit Aluminium

In einigen Matcha-Proben wurden größere Mengen an Aluminium gefunden. Langfristig kann zu viel Aluminium im Körper für Nieren, Knochen und Nervensystem schädlich sein. 

Für den Iced Matcha Latte kommst du gern mal ein bisschen zu spät zum Pilates: erdiger Geschmack, erfrischend, dazu Antioxidantien und Koffein. Wie gesund ist Matcha tatsächlich und was ist Hype?

Was ist Matcha überhaupt?

Matcha: auf Social Media Symbol für einen gesunden Lifestyle schlechthin, in Japan fester Bestandteil traditioneller Teezeremonien. Dazwischen liegen Welten, doch das grüne Pulver ist das Gleiche.

Bei Matcha handelt es sich um fein gemahlenem Grüntee, der bei der Zubereitung in Getränke eingerührt wird. Als Tee oder Matcha Latte. 

Das bedeutet:

  • Beim üblichen Grüntee trinkst du nur den Aufguss.
  • Bei Matcha nimmst du das ganze Teeblatt auf.

Dadurch landen mehr Inhaltsstoffe in deiner Tasse: gute Stoffe, aber je nach Qualität des Matcha auch unerwünschte.

Wie gesund ist Matcha?

Auf TikTok, Instagram und Co gilt Matcha als Wundermittel für mentale Klarheit und körperliche Gesundheit. Was kann das grüne Pulver wirklich?

Koffein und L-Theanin: Das sanfte Wachmacher-Duo

Matcha enthält neben Koffein auch L-Theanin. Die Aminosäure kann in Kombination mit Koffein einen zusätzlichen positiven Effekt auf deinen Fokus und deine innere Balance haben.

Das kann bedeuten:

  • Du fühlst dich konzentrierter und wacher.
  • Du bist vielleicht weniger hibbelig als nach Kaffee.

Manche spüren die Effekte aber deutlicher als andere.

Matcha und Longevity: Antioxidantien-Power

Grüntee enthält besonders viele sogenannte Polyphenole, die antioxidativ wirken: Sie fangen freie Radikale im Körper ab und können so deine Zellen vor Schäden schützen. 

Laut Studien kann Matcha daher positive Effekte haben auf:

  • Herz-Kreislauf-System
  • Stoffwechsel
  • Entzündungsprozesse
  • Geistige Fähigkeiten 

Was kann Matcha nicht?

Matcha ist das Accessoire für „That Girl“ mit Yoga-Pants auf dem Weg zum Pilates, das ihr Leben voll im Griff hat. Damit steht das grüne Pulver auch für ein besonderes Image: Wer Matcha trinkt, ist schlank, sportlich, produktiv. Was davon ist mehr Schein als Sein?

Matcha: Kein Wundermittel zum Abnehmen

Beim Thema Abnehmen lohnt sich ein Reality-Check:

  • Grüntee kann zwar den Energieverbrauch positiv beeinflussen.
  • Dieser Effekt ist aber gering.
  • Matcha lässt also noch lange keine Kilos schmelzen.

Wenn du dir Matcha pur gibst, passt er gut in einen gesunden Alltag. 

Sobald Sirup, Zucker oder große Mengen gesüßte Pflanzenmilch dazukommen, sieht die Bilanz anders aus. Dann hat dein Getränk schnell viele Kalorien, was deiner Weight-Loss-Journey im Weg stehen kann.

Also: Wenn du abnehmen möchtest, hilft Matcha dir nicht unbedingt. Wichtiger sind eine ausgewogene, gesunde Ernährung, Bewegung und Ausdauer.

Matcha und Koffein: Aufputschen nicht ohne Limit

Für Matcha gilt dasselbe wie für Kaffee: Irgendwann wird es zu viel des Guten. Große Mengen an Koffein können Beschwerden auslösen, zum Beispiel:

  • Herzklopfen
  • Nervosität
  • Schlafprobleme
  • Magen-Darm-Beschwerden

Schwangere und Stillende sollten Koffein besonders im Blick behalten. Auch Kinder und Jugendliche nehmen besser nur wenig Koffein zu sich. Wenn du Medikamente einnimmst, ist eine Rücksprache mit dem Arzt oder der Ärztin ratsam.

Um langfristig voller Power sein, achte lieber auf eine gute Schlafhygiene, anstatt dir den fünften Matcha Latte zu genehmigen.

Junge lächelnde Frau trinkt einen Matcha

Matcha kann gesund sein, aber mit Sirup oder viel Zucker hat dein Lieblingsgetränk auch schnell viele Kalorien.

Gut zu wissen: Wie viel Koffein du verträgst, ist individuell. Etwa 400 Milligramm über den Tag verteilt gelten als unbedenklich. Der Koffeingehalt von Matcha beträgt je nach Pulver etwa 19 bis 44 Milligramm Koffein pro Gramm Matcha-Pulver. 

Das heißt: Machst du deinen Matcha mit etwa zwei Gramm Pulver, kannst du rund vier Tassen am Tag trinken, ohne die Koffein-Grenze zu reißen.

Kann Matcha auch schädlich sein?

Richtig schädlich ist Matcha an sich nach aktuellem Wissensstand nicht. Das Pulver kann aber mit hohen Leveln an Aluminium belastet sein. Langfristig kann das Leichtmetall die Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigen und Schäden verursachen, etwa an: 

  • Nieren
  • Knochen
  • Nervensystem

Das heißt aber nicht, dass dein morgendlicher Matcha direkt zum Gesundheitsrisiko wird. Die Verbraucherzentrale empfiehlt, nicht mehr als ein Gramm Matcha-Pulver pro Drink dreimal täglich zu sich zu nehmen. Genug also, um dich durch den Tag zu bringen.

Fazit: Echtes Power-Pulver oder doch Hype? 

Irgendwie ist schon was dran: Grüntee und damit auch Matcha kann dich konzentrierter und wacher machen und deine Gesundheit boosten.

Anders sieht es aber mit Drinks wie Matcha Latte aus, die oft nur wenig von dem grünen Pulver, aber dafür viel Zucker enthalten. Das kann auch schnell wieder ungesund werden.

Gegen einen Matcha in deiner Morgenroutine ist nichts einzuwenden. Einen gesunden Lebensstil mit ausgewogener Ernährung, ausreichend Sport und Bewegung und genügend Schlaf ersetzt der grüne Drink aber nicht.

Matcha: Häufige Fragen und Antworten

Matcha ist zu feinem Pulver vermahlener Grüntee, der ursprünglich aus Japan stammt und dort bei traditionellen Teezeremonien verwendet wird. Anders als bei normalem Grüntee, bei dem nur der Aufguss getrunken wird, nimmst du bei Matcha das komplette Teeblatt zu dir, indem du das Pulver in Flüssigkeit einrührst. Dadurch gelangen deutlich mehr Inhaltsstoffe in dein Getränk, sowohl wertvolle als auch möglicherweise unerwünschte. 
Matcha hat durchaus gesundheitliche Vorteile, ist aber kein Wundermittel. Die Kombination aus Koffein und der Aminosäure L-Theanin kann für bessere Konzentration und Wachheit sorgen, ohne dass du hibbelig wirst. Außerdem enthält Matcha viele antioxidative Polyphenole, die sich positiv auf Herz-Kreislauf-System, Stoffwechsel und geistige Leistung auswirken können. Allerdings wurden in manchen Proben hohe Werte von Aluminium gefunden, das bei sehr starker Aufnahme gesundheitsschädlich sein kann. Einen gesunden Lebensstil mit ausgewogener Ernährung, Sport und Schlaf kann Matcha nicht ersetzen.
Nein, Matcha ist kein Mittel für einen Turbo-Stoffwechsel. Zwar kann Grüntee den Energieverbrauch minimal beeinflussen, dieser Effekt ist aber so gering, dass keine Kilos purzeln werden. Besonders problematisch wird es bei Matcha-Drinks mit Sirup, Zucker und gesüßter Pflanzenmilch. Sie enthalten schnell viele Kalorien und erschweren das Abnehmen eher. Wer Gewicht verlieren möchte, kommt um eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung und Geduld nicht herum. 
Roter Matcha ist eigentlich überhaupt kein Matcha. Denn richtiger Matcha besteht aus fein gemahlenem Grüntee, während roter Matcha aus Hibiskus-, Rooibos- oder Rote-Bete-Pulver besteht. Dadurch erhält das Getränk seine rote Farbe. Zubereitet wird roter Matcha genauso wie der normale Matcha durch Aufschäumen des Pulvers mit warmem Wasser oder Milch. 

Weiterführende Informationen

Literatur

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