Ikonografische Abbildung vitruvianischer Mensch
Transparenzbericht

Reden wir über Ungleichbehandlung!

Lesedauer unter 5 Minuten

Redaktion

  • Christin Kaufmann

Manche Krankheiten äußern sich bei Frauen anders als bei Männern. Auch in der Therapie kann das Geschlecht die Heilungschancen beeinflussen. Zu oft gilt jedoch: eine Medizin für alle. Mit ihrer Kampagne #Ungleichbehandlung möchte die Barmer dafür sensibilisieren.

Gleicher Schulabschluss, vergleichbarer Karriereweg – und dennoch weniger Lohn als die männlichen Kollegen. So sieht die Realität für viele deutsche Arbeitnehmerinnen aus. Sechs Prozent verdienen diese im Durchschnitt weniger pro Stunde. Das ist nicht gerecht. Bei gleicher Leistung sollten Männer und Frauen auch gleich bezahlt werden.

Manchmal ist Gleichbehandlung aber auch ungerecht: zum Beispiel in der Medizin. Dort werden geschlechtsspezifische Unterschiede bislang noch zu wenig berücksichtigt. Im Herbst 2021 machte die Barmer mit einer deutschlandweiten Aufklärungskampagne auf dieses Defizit im Gesundheitswesen aufmerksam. Thesen wie „Die Gleichbehandlung von Männern und Frauen muss aufhören“ oder „Frauen haben keine Gleichbehandlung verdient“ gewährleisteten dabei die Aufmerksamkeit im Straßenbild und den Sozialen Medien. Der Nachsatz „Deshalb setzen wir uns für eine geschlechtersensible Medizin ein“ richtete den Fokus auf die Gendermedizin.

Dr_Ursula_Marschall_Freisteller_4000x2670px

Dr. Ursula Marschall ist die leitende Medizinerin bei der Barmer.

Diese bezieht bei der Behandlung das Geschlecht mit ein. Denn geschlechtsspezifische Unterschiede bestimmen mit, wie sich bestimmte Krankheiten manifestieren – in manchen Fällen aber auch, wie Therapien anschlagen oder wie stark Nebenwirkungen ausfallen. In der Gesundheitsversorgung blieb dies zu lange unbeachtet: „In Forschung und Lehre ist der Durchschnittsmensch in aller Regel immer noch männlich. Das muss sich ändern!“, sagt Dr. Ursula Marschall, leitende Medizinerin bei der Barmer. Zwar ist bekannt, dass Krankheitssymptome geschlechterbedingt variieren. Studien zeigen jedoch, dass eine Frau mit starken Schmerzen länger in der Notaufnahme warten muss als ein Mann. Sie erhält auch seltener wirksame Schmerzmittel. Ein Mann fortgeschrittenen Alters hingegen, der mit einem Knochenbruch eingeliefert wird, hat geringere Chancen auf eine rechtzeitige Osteoporose-Diagnose und angemessene Behandlung. In beiden Fällen kann dies schwere gesundheitliche Folgen haben.

Im Bereich „Gesundheit verstehen“ auf der Webseite der Barmer werden unter dem Schlagwort „Ungleichbehandlung“ Faktoren beleuchtet, die im Gesundheitssystem einen Unterschied machen: seien es geschlechtsspezifische Symptome, Vorurteile über angebliche „Männer-“ oder „Frauenkrankheiten“ oder Datenlücken in der Forschung. Diese müssen stärker berücksichtigt werden – auch in der medizinischen Ausbildung. Indem sie aufklärt und informiert, will die Barmer Patientinnen und Patienten ermutigen, sich aktiv mit der Gendermedizin auseinanderzusetzen. Es ist Zeit, über #Ungleichbehandlung zu sprechen. Damit sich die Versorgung verbessert – für Frauen, Männer und intergeschlechtliche Menschen.

Literatur:

Frau Grähn und Herr Hübner im Interview

Interview: Unsere Versicherten aktiv stärken

Wie die Barmer Transparenz lebt und fördert, erklären Mitarbeiterin Peggy Graehn und Bereichsleiter Michael Hübner im Interview.

Nächstes Thema

Weitere Themen des Transparenzberichtes:

Vorwort des Vorstandsvorsitzenden der Barmer Prof. Dr. Christoph Straub.
Weiterlesen

Ein ehrliches, offenes Gesundheitswesen ist die Voraussetzung für selbstbestimmte und starke Patientinnen und Patienten. Wie die Barmer Transparenz lebt und fördert, erklären Mitarbeiterin Peggy Graehn und Bereichsleiter Michael Hübner im Interview.
Weiterlesen

Ein Pilotprojekt der Barmer bietet Patientinnen mit Brustkrebs Orientierung und Halt auf dem Weg durch die Therapie – ein Serviceangebot, das die Bedürfnisse der Versicherten aufgreift. Es berücksichtigt, welche Hilfestellungen oder Informationen sie sich von ihrer Krankenkasse wünschen.
Weiterlesen

„Ehrlich währt am längsten“ heißt es. Ehrlichkeit ist aber auch gesund. Das zeigen wissenschaftliche Studien. Ein Grund mehr für die Barmer, sich für mehr Ehrlichkeit und Transparenz im Gesundheitswesen einzusetzen.
Weiterlesen

Die Gesundheitsversorgung in Deutschland gehört zu den besten der Welt. Das heißt aber nicht, dass alle Ärztinnen und Ärzte bei jeder Erkrankung immer optimal behandeln. Auch Krankenhaus ist nicht gleich Krankenhaus. Aber wie das passende finden? Die Barmer setzt sich für eine transparente Informationskultur und vergleichbare Parameter ein.
Weiterlesen

Eine Vorsorgeleistung hilft, die Gesundheit zu erhalten. Die Rehabilitation will diese wiederherstellen. Die Barmer unterstützt beides.
Weiterlesen

Zahnersatz ist teuer – und der Heil- und Kostenplan für Versicherte oft undurchsichtig. Ein neues digitales Angebot der Barmer schafft Transparenz. 
Weiterlesen

Wenn eine Krankheit oder Behinderung das Leben beeinträchtigt, unterstützt die Barmer mit Hilfsmitteln – von der Schuheinlage bis zum Blindenführhund.
Weiterlesen

Wenn Menschen Pflege benötigen, bedarf es kompetenter Hilfe – auch für Angehörige, die Außerordentliches leisten.
Weiterlesen

Versicherte sind im Krankheitsfall auch finanziell durch die Barmer abgesichert – eine wichtige Voraussetzung, um schnell wieder gesund zu werden.
Weiterlesen

Bruch übersehen, OP-Kompresse im Bauchraum vergessen: Die Barmer berät bei Verdacht auf Behandlungsfehler. Denn der Weg zur Entschädigung ist lang.
Weiterlesen

Können die Kosten für eine beantragte Leistung nicht übernommen werden, berät die Barmer Versicherte zu möglichen Alternativen und ihren rechtlichen Möglichkeiten. Dazu gehört auch, einen Widerspruch einzulegen.
Weiterlesen

Zufriedene Kundinnen und Kunden stehen für die Barmer im Mittelpunkt: Exzellenter Service und hohe Beratungsqualität sind für und das A und O.
Weiterlesen

Mit der Changemaker Community lässt die Barmer Versicherte an internen Entwicklungen teilhaben – und das aktiv.
Weiterlesen

Wer zum Hautarzt oder zur Orthopädin geht, weiß oft gar nicht, was die Leistungserbringenden für die Behandlung abrechnen. Ein digitales Angebot der Barmer gibt Einblick.
Weiterlesen

Die Barmer arbeitet daran, Versorgungslücken im Gesundheitswesen sichtbar zu machen. Mit dem von ihr gegründeten Institut für Gesundheitssystemforschung schafft sie die wissenschaftliche Datenbasis dafür.
Weiterlesen

Manche Krankheiten äußern sich bei Frauen anders als bei Männern. Zu oft gilt jedoch: eine Medizin für alle. Mit ihrer Kampagne #Ungleichbehandlung möchte die Barmer dafür sensibilisieren.
Weiterlesen

Nach oben