Ein junger Mann hilft einem Mädchen beim Skateboardfahren
Digitale Ethik

Solidarisch / Kooperativ

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Redaktion

  • Barmer Internetredaktion

Das Solidaritätsprinzip ist die strukturelle Basis der gesetzlichen Krankenversicherung. Wir unterstützen daher eine digital-unterstützte Forschung, die mithilfe solidarischer Datenspenden (z. B. für den Einsatz Künstlicher Intelligenz) Fortschritte in Diagnostik und Therapie zum Wohle aller erzielt. So können zum Beispiel schon heute Algorithmische Systeme einige Krebsarten zuverlässiger diagnostizieren als Ärzte.

Allerdings benötigen die Systeme für solche Erfolge Unmengen Daten. Denn nur mit vielen Daten lassen sie sich so „trainieren“, dass sie verlässliche Ergebnisse erzielen. Für eine solidarische Forschung werden Daten von Patienten benötigt, auch wenn diese vielleicht nicht direkt davon profitieren.

Sollten Versicherte also ihre Daten für die Forschung zum Wohle der Solidargemeinschaft spenden? Das ist die Kernfrage, die letztlich jeder für sich beantworten muss. Wir als Krankenversicherung beantworten sie mit „ja“. Daten können Leben retten! Deshalb werden wir unsere Kunden zur Datenspende ermutigen, klären auf und versuchen, Ängste zu nehmen.

Für uns gilt es, die großen Möglichkeiten unseres Datenschatzes nur dann zu nutzen, wenn es dem Wohl der Gesellschaft und der Gemeinschaft dient.

Gleichzeitig dürfen wir auch die vielen Schwierigkeiten nicht verschweigen, die sich aus dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz ergeben. Sind die Daten auch in Zukunft ausreichend geschützt? Anonymisierung und Pseudonymisierung von Daten, die heute funktioniert, kann zukünftig durch eine Künstliche Intelligenz möglicherweise wieder aufgehoben werden.

Gegen diese Befürchtungen müssen wir unsere Argumente pro Datenspende immer wieder testen und abwägen. Denn auch für uns gilt es, die großen Möglichkeiten unseres Datenschatzes nur dann zu nutzen, wenn es dem Wohl der Gesellschaft und der Gemeinschaft dient.

Stilisierte Darstellung: Fingerabdruck auf einem Microchip

Digitalbasierte Systeme ermöglichen medizinische Individualisierung

Lebensrettende Fortschritte

Wie es allerdings gelingen kann, mithilfe von Big Data schnell und systematisch lebensrettende Fortschritte zu erzielen, zeigt die DataBox. Dabei handelt es sich um eine Art digitale Patientenakte mit einem Fokus zunächst auf Krebspatienten.

Sie ist ein Gemeinschaftsprojekt verschiedener Akteure aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik. Die DataBox ermöglicht es Patienten, Daten wie Laborwerte, Röntgenbilder, EKGs oder Arztberichte formatunabhängig auf einer webbasierten Plattform zu sammeln sowie mit den Ärzten ihres Vertrauens zu teilen.

Die Barmer beteiligt sich hier mit der Bereitstellung anonymisierter Patientendaten, die es der medizinischen Forschung erlauben, schnell und systematisch lebensrettende Fortschritte zu erzielen. Ziel des Projekts ist es, Diagnosen und Therapieempfehlungen im Einzelfall anhand der Erfahrungen aus vorangegangenen Behandlungen für ähnlich gelagerte Fälle zu optimieren.

Nach der ersten Testphase mit Lungenkrebspatienten soll die Plattform, unter Ausweitung der Funktionalitäten, weiterentwickelt werden. Langfristiges Ziel ist der Übergang in die Regelversorgung.

Solche Projekte machen Mut. Medizinischer Fortschritt hilft allen und jeder kann dazu beitragen. 

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