Eine ältere Frau sitzt mit Tablet am Küchentisch
eCare

Angehörige unterstützen: Das bringt die elektronische Patientenakte

Lesedauer unter 4 Minuten

Autor

  • Barmer Internetredaktion

Qualitätssicherung

  • Bérengère Codjo

Wenn Angehörige erkranken oder gepflegt werden müssen, ist das für alle Beteiligten eine besondere Situation. Oft gibt es viel zu organisieren, damit alles gut ineinandergreift und die vertrauten Menschen gut versorgt werden. Hier erfahren Sie, wie die elektronische Patientenakte dazu beitragen kann.

Viele Menschen setzen bei Erkrankung auf den Rat und die Hilfe ihrer Angehörigen: Gemeinsam über Sorgen und Behandlungen zu sprechen, sich beim Arztbesuch begleiten und im Haushalt unterstützen zu lassen – das alles kann sehr helfen. Manchmal kommt Unterstützungsbedarf auch völlig unerwartet, wenn eine plötzliche Erkrankung oder ein Unfall das Leben auf den Kopf stellt.

Informationen spielen bei der Unterstützung eine wichtige Rolle – sei es, um über den gesundheitlichen Zustand einer vertrauten Person im Bilde zu sein, Entscheidungen zu treffen oder im Notfall richtig zu handeln. Auch Ärztinnen und Ärzte sind auf Hinweise zur medizinischen Vorgeschichte sowie zu eingenommenen Medikamenten angewiesen, um ihre Patientinnen und Patienten optimal behandeln zu können.

Dort setzt die elektronische Patientenakte an: Sie dient als  zentraler digitaler Speicher für Gesundheitsdokumente wie z.B. Arztbriefe, Laborergebnisse und den Medikationsplan. Auf die hochgeladenen Dokumente können Patientinnen und Patienten jederzeit per App zugreifen. Sie können aber auch Ärztinnen und Ärzte dazu berechtigen, Dokumente einzustellen oder einzusehen. Alle Krankenkassen bieten ihren Versicherten eine elektronische Patientenakte an. Die elektronische Patientenakte der Barmer heißt eCare.

Betreuer und Bevollmächtigte

Wenn Sie bei der Barmer als betreuende bzw. bevollmächtigte Person hinterlegt sind, können Sie die eCare stellvertretend für Ihren Angehörigen bzw. Ihre Angehörige einrichten und nutzen. Das Abspeichern aller wichtigen Dokumente in der eCare erleichtert Ihnen und den behandelnden Praxen den Überblick über die gesundheitliche Situation. So lässt sich die Behandlung besser koordinieren.

Vertretung der elektronischen Patientenakte

Doch auch wenn Sie weder betreuend noch bevollmächtigt sind, brauchen Sie nicht außen vor zu bleiben: Ihr Angehöriger bzw. Ihre Angehörige kann Sie nämlich per App als Vertretung für die elektronische Patientenakte hinterlegen. So können Sie ebenfalls per App auf die Akte zugreifen, Dokumente einsehen, hochladen oder diese für Arztpraxen freigeben. Sie können den Überblick über Behandlungen behalten und sogar bei der Pflege der Dokumente helfen, ohne selbst vor Ort sein zu müssen.

Ihr Angehöriger bzw. Ihre Angehörige oder Sie selbst haben noch keine elektronische Patientenakte?

  1. Unterstützen Sie Ihre Angehörige bzw. Ihren Angehörigen beim Anlegen einer elektronischen Patientenakte. Informationen dazu finden Sie auf der Website der jeweiligen Krankenkasse. 
  2. Legen Sie für sich selbst eine elektronische Patientenakte bei Ihrer Krankenkasse an. 
  3. Danach kann der bzw. die Angehörige Sie über die ePA-App als Vertretung hinterlegen.
  4. Loggen Sie sich in Ihrer eigenen ePA-App ein und wählen Sie aus, dass Sie eine Akte als Vertretung aufrufen möchten. Dann können Sie die vertretene Person eintragen und sich als Vertretung in deren Akte einloggen.

4 Tipps zur elektronischen Patientenakte

Schauen Sie gemeinsam, welche Nutzung am besten passt

Patientinnen und Patienten sind unterschiedlich: Einige möchten ihre ePA gerne selbst organisieren und setzen Angehörige als Vertretung ein, damit diese die Daten ebenfalls einsehen können.

Andere benötigen etwas Unterstützung beim Einrichten und lassen sich über die Vertretungsfunktion auch beim Organisieren der Dokumente helfen.

Wieder andere Patientinnen und Patienten möchten selbst keine digitale Anwendung nutzen. Aber auch sie können eine elektronische Patientenakte anlegen lassen. Anschließend können sie mit ihrer Gesundheitskarte und PIN beim Arztbesuch die Praxis für den Zugriff berechtigen. So haben Ärztinnen und Ärzte die Möglichkeit, Dokumente in der ePA abzulegen und einzusehen.

Mehr Informationen zum Einrichten der eCare

Sprechen Sie mit Ärztinnen und Ärzten

Die elektronische Patientenakte ist gerade dabei, sich im Behandlungsalltag zu etablieren. Noch bieten die wenigstens Praxen von sich aus an, die elektronische Patientenakte zu befüllen. Scheuen Sie sich deshalb nicht, Ärzte und Ärztinnen danach zu fragen. Gerade bei Patientinnen und Patienten, die in mehreren Praxen zugleich in Behandlung sind, kann eine gut befüllte ePA viel Arbeit ersparen, weil die Dokumente nicht mehr zwischen den Praxen hin- und hergetragen oder geschickt werden müssen. Stattdessen können sie – nach Freigabe durch Patientin oder Patient bzw. eine Vertretung – durch das Praxispersonal über das Praxisverwaltungssystem eingesehen werden.

Halten Sie die Daten aktuell

Die elektronische Patientenakte ist vor allem dann hilfreich, wenn die Informationen darin aktuell gehalten werden. Laden Sie deshalb neueste Dokumente hoch oder bitten Sie die behandelnden Arztpraxen darum, diese hochzuladen. Ein Medikationsplan beispielsweise sollte aktualisiert werden, wenn sich etwas an den Verschreibungen ändert.

Nutzen Sie den Notfallpass in der eCare-App

Barmer-Versicherte finden in der eCare-App die Zusatzfunktion Notfallpass. Dort können alle wichtigen Informationen für den Notfall hinterlegt werden, wie z.B. Notfallkontakte, Vorerkrankungen, eingenommene Medikamente, Allergien und Unverträglichkeiten. Der Notfallpass lässt sich ausdrucken, sodass er im Ernstfall schnell medizinischem Personal zur Verfügung gestellt werden kann.

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