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Akne: Symptome, Ursachen und Behandlung

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Redaktion:

Birte Lindner (Medical Writer, Content Fleet GmbH)

Qualitätssicherung:

Dr. med. Anja Braunwarth

Die Erkrankung betrifft vor allem Hautstellen mit vielen Talgdrüsen. Dazu gehören insbesondere das Gesicht, der obere Rücken, die Brust und die Oberarme. Für viele Betroffene ist Akne nicht nur ein Hautproblem: Sichtbare Hautveränderungen können auch die Lebensqualität beeinträchtigen und psychisch belasten. Welche Form von Akne vorliegt und wie stark sie ausgeprägt ist, entscheidet darüber, welche Behandlung sinnvoll ist.

Was ist Akne?

Akne ist ein Sammelbegriff für Erkrankungen der Talgdrüsenfollikel. Im Mittelpunkt steht dabei die sogenannte Akne vulgaris, die häufigste Form der Erkrankung. Sie entsteht durch ein Zusammenspiel mehrerer Prozesse in der Haut:

  • vermehrte Talgproduktion
  • gestörte Verhornung
  • verstopfte Poren
  • Entzündungsreaktionen

Typische Hautveränderungen sind:

  • Mitesser (Komedonen)
  • Knötchen (Papeln)
  • Eiterbläschen (Pusteln)

Papeln und Pusteln werden umgangssprachlich meist als Pickel bezeichnet. Je nach Verlauf kann Akne auch Narben oder dauerhafte Rötungen hinterlassen.

Woran erkennt man Akne?

Akne kann sich sehr unterschiedlich äußern. Das Erscheinungsbild reicht von wenigen Mitessern bis zu ausgeprägten entzündlichen Hautveränderungen.

Typische Anzeichen sind:

  • Mitesser
  • entzündete Pickel
  • fettige, zu Unreinheiten neigende Haut
  • Hautveränderungen im Gesicht, an Brust, Rücken und Oberarmen
  • bei schwereren Verläufen Knoten, Narben und anhaltende Rötungen

Die sichtbaren Hautveränderungen können für viele Betroffene eine große Belastung darstellen.

 

Welche Formen von Akne gibt es?

Akne lässt sich grundsätzlich in endogene und exogene Formen einteilen. Endogene Akne entsteht durch körpereigene Ursachen, exogene Akne wird durch äußere Einflüsse begünstigt.

Verlaufstypen der Akne vulgaris

Die häufigste Form, die Akne vulgaris, wird in drei typische Ausprägungen unterteilt:

  • Acne comedonica: vor allem Mitesser
  • Acne papulopustulosa: entzündete Pickel und Pusteln
  • Acne conglobata: schwere Form mit Knoten und Narben

Zusätzlich wird zwischen leichten, mittelschweren und schweren Verläufen unterschieden.

Akne nach Lebensalter

Je nach Lebensphase können unterschiedliche Formen auftreten:

  • Neugeborenen-Akne
  • Kleinkind-Akne
  • Pubertäts-Akne
  • Erwachsenen-Akne

Pubertäts- und Erwachsenen-Akne werden häufig als hormonelle Akne bezeichnet.

Zwei Mädchen im Teenageralter sitzen nebeneinander im Gras und lachen

Akne ist eine häufige Erkrankung der Haut und tritt besonders oft in der Pubertät auf.

Akne-ähnliche Hauterkrankungen

Nicht jede Hauterkrankung mit ähnlichen Symptomen ist klassische Akne. Dazu zählen unter anderem:

  • Akne inversa
  • Fungal-Akne
  • Mallorca-Akne
  • Rosazea

Wie entsteht Akne?

Die Entstehung von Akne beruht auf einem Zusammenspiel mehrerer Faktoren:

  • hormonelle Einflüsse
  • genetische Veranlagung
  • erhöhte Talgproduktion
  • Verhornungsstörungen
  • bakterielle Besiedlung
  • Entzündungs- und Immunreaktionen

Hormonelle Einflüsse

Besonders in der Pubertät verändern sich die Hormonspiegel. Das kann dazu führen, dass die Talgdrüsen mehr Fett produzieren.

Verhornungsstörung und verstopfte Poren

Abgestorbene Hautzellen lösen sich nicht richtig und verstopfen die Poren. In Kombination mit erhöhter Talgproduktion entsteht so ein idealer Nährboden für Hautunreinheiten.

Bakterien und Entzündungen

Das Bakterium Propionibacterium acnes gehört zur normalen Hautflora. Bei Akne vermehrt es sich jedoch stärker und kann Entzündungsreaktionen auslösen.

Ist Akne ansteckend?

Nein, Akne ist nicht ansteckend. Sie entsteht nicht durch Übertragung, sondern durch innere und äußere Einflussfaktoren.

Welche Faktoren können Akne verschlechtern?

Neben den eigentlichen Ursachen können verschiedene äußere Faktoren den Verlauf beeinflussen:

Einfluss der Ernährung

Bestimmte Ernährungsweisen können Akne begünstigen. Dazu zählen vor allem:

  • stark zuckerhaltige Lebensmittel
  • hochglykämische Produkte wie Fast Food oder Limonaden
  • Milchprodukte

Diese können Prozesse im Körper anstoßen, die die Talgproduktion erhöhen und Entzündungen fördern. Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Omega-3-Fettsäuren gilt als hautfreundlicher.

Wie häufig ist Akne?

Akne ist eine der häufigsten Hauterkrankungen weltweit. Besonders häufig tritt sie im Jugendalter zwischen dem 12. und 20. Lebensjahr auf.

Nahezu jeder Mensch ist im Laufe seines Lebens zumindest zeitweise von Akne betroffen. Im Erwachsenenalter sind Frauen häufiger betroffen als Männer.

Wie verläuft Akne?

Akne kann unterschiedlich verlaufen:

  • vorübergehend
  • schubweise
  • chronisch

In vielen Fällen klingt sie nach der Pubertät von selbst ab. Bei manchen Betroffenen bleibt sie jedoch bestehen oder tritt erstmals im Erwachsenenalter auf. Schwere Formen können Narben hinterlassen. Eine frühzeitige Behandlung kann helfen, solche Folgen zu vermeiden.

Wie wird Akne diagnostiziert?

Die Diagnose erfolgt in der Regel durch eine ärztliche Untersuchung der Haut.

Dabei werden beurteilt:

  • Art der Hautveränderungen
  • Anzahl und Ausprägung entzündlicher Stellen
  • vorhandene Narben

Zur Einschätzung des Schweregrades werden spezielle Bewertungsskalen eingesetzt. In Einzelfällen können zusätzliche Untersuchungen sinnvoll sein, etwa:

  • Hormonuntersuchungen
  • mikrobiologische Abstriche

Was hilft gegen Akne?

Die Behandlung richtet sich nach Schweregrad und Verlauf der Erkrankung. Häufig ist eine längerfristige Therapie notwendig.

Äußerliche Behandlung

Bei leichter bis mittelschwerer Akne werden häufig äußerliche Mittel eingesetzt:

  • Retinoide
  • Azelainsäure
  • antibiotikahaltige Cremes oder Lösungen

Diese wirken gegen Verhornungsstörungen, Bakterien und Entzündungen.

Systemische Behandlung

Bei schwereren Verläufen können zusätzlich Medikamente eingesetzt werden, die im ganzen Körper wirken:

  • Antibiotika
  • Isotretinoin
  • hormonelle Antiandrogene bei Frauen

Ergänzende Verfahren

Zusätzlich können weitere Verfahren helfen:

  • chemische Peelings
  • Blaulicht
  • Laserbehandlungen

Hausmittel

Hausmittel wie Teebaumöl werden häufig verwendet, sind jedoch wissenschaftlich weniger gut belegt und können Nebenwirkungen haben.

Was kann man selbst gegen Akne tun?

Neben der medizinischen Behandlung können auch Alltagsgewohnheiten den Hautzustand beeinflussen.

Ernährung

Eine ausgewogene Ernährung mit unverarbeiteten Lebensmitteln, Obst, Gemüse und Omega-3-Fettsäuren kann sich positiv auf die Haut auswirken.

Frau steht in Küche und schneidet Gemüse

Aktuelle Forschungsergebnisse zeigen: Eine ausgewogene Ernährung mit Omega-3-Fettsäuren, Obst und Gemüse ist für die Haut gesünder als zuckerreiche, verarbeitete Lebensmittel.

Hautpflege

Empfohlen werden:

  • milde, pH-hautneutrale Reinigungsprodukte
  • nicht komedogene Pflegeprodukte

Wichtig ist: Akne hat nichts mit mangelnder Hygiene zu tun.

Umgang mit der Erkrankung

Akne kann psychisch belasten. Es kann hilfreich sein, diese Belastung anzusprechen und bei Bedarf Unterstützung in Anspruch zu nehmen.

Wann sollte man mit Akne zum Arzt oder zur Ärztin?

Ein Arztbesuch ist sinnvoll, wenn:

  • die Akne stark ausgeprägt ist
  • Entzündungen oder Schmerzen auftreten
  • Narben entstehen
  • sich die Haut nicht verbessert

Eine frühzeitige Behandlung kann helfen, den Verlauf positiv zu beeinflussen.

Häufige Fragen zu Akne

Akne ist eine entzündliche Hauterkrankung der Talgdrüsenfollikel. Typisch sind Mitesser, Pickel und in schweren Fällen Narben.
Akne entsteht durch ein Zusammenspiel aus hormonellen Veränderungen, erhöhter Talgproduktion, Verhornungsstörungen, Bakterien und Entzündungsreaktionen.
Nein, Akne ist nicht ansteckend.
Die Behandlung hängt vom Schweregrad ab. Häufig werden Cremes, Medikamente und ergänzende Verfahren eingesetzt. Auch eine passende Hautpflege kann unterstützen.
Bestimmte Lebensmittel wie Zucker, Fast Food oder Milchprodukte können Akne verschlechtern. Eine ausgewogene Ernährung kann sich positiv auswirken.
Wenn die Akne stark ist, sich nicht bessert oder Narben entstehen, sollte sie ärztlich behandelt werden.
Ja, besonders bei schweren Verläufen kann Akne zu dauerhaften Hautveränderungen führen.

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