Fitnesstracker messen über einen langen Zeitraum Gesundheitsdaten und sammeln sie an einem Ort, sodass Auffälligkeiten nicht lange unentdeckt bleiben.
Motivation für mehr Bewegung
Nutzerinnen und Nutzer von Fitnesstrackern machen nachweislich mehr Sport und gehen pro Tag mehr Schritte als Menschen, die keine Wearables verwenden.
Vorsicht vor Daten-Obsession
Für viele Menschen sind Gesundheitsdaten hilfreich, manche fokussieren sich jedoch zu stark darauf. Das kann zum Beispiel für Personen mit Essstörungen gefährlich werden.
Er ist immer dabei, zählt auf dem Weg zur Uni oder Arbeit jeden Schritt und schätzt verbrauchte Kalorien: Ein smarter Fitnesstracker ist für viele Menschen zum ständigen Begleiter geworden. Aber was können solche Wearables? Welche Vor- und Nachteile haben sie? Und wie verlässlich sind die Daten?
Von Puls bis Kalorienverbrauch: Was messen Fitnesstracker?
Welche Werte ein Fitnesstracker misst, hängt natürlich vom jeweiligen Modell ab. Das Angebot ist groß – von einfachen Trackern, die nur die Herzfrequenz und Schrittzahl messen, bis hin zu solchen, die sogar ein Elektrokardiogramm (EKG) aufzeichnen können, wobei letztere Funktion noch in den Kinderschuhen steckt. Es gibt Fitnesstracker für die verschiedensten Bedürfnisse. Was genau steckt hinter all den Werten und welche Messwerte sind normal? Das Wichtigste im Überblick.
Von Herzfrequenz bis Schlafqualität: Fitnesstracker können Gesundheits- und Fitnessdaten messen und aufzeichnen.
Messungen mit dem Fitnesstracker: Puls
Der Puls ist ein Abbild davon, wie schnell das Herz schlägt. Der Herzmuskel pumpt permanent Blut durch den Körper. Die Druckwellen, die dadurch in den Adern entstehen, können schließlich an einer anderen Körperstelle gemessen werden. Genau dort kommen Fitnesstracker ins Spiel: Etwa am Handgelenk oder am Finger können sie diese Druckwellen wahrnehmen und aufzeichnen. Diese Messungen gelten als recht genau. Bei Erwachsenen beträgt der Puls in Ruhe normalerweise 60 bis 80 Schläge pro Minute, durch Einflüsse wie Bewegung, Stress oder Koffein kann er abweichen.
Aufregung vor der beginnenden Prüfung, ausgelassenes Tanzen im Club oder ein kurzer Sprint über den Campus, um es noch rechtzeitig in die nächste Vorlesung zu schaffen – diese Situationen lassen den Puls in die Höhe schnellen. Das zeigt dann auch der Fitnesstracker. Aber keine Sorge: Kleine und kurzfristige Schwankungen sind in der Regel unbedenklich und während des Trainings kann der Puls auch mal deutlich höher steigen. Liegt er aber in Ruhe dauerhaft bei über 100 Schlägen pro Minute, sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.
Auch beim Training können Fitnesstracker den Puls sehr genau messen. Hier kann es sinnvoll sein, solche Messungen hinzuzuziehen, um das richtige Maß an Belastung zu finden.
Messungen mit dem Fitnesstracker: Herzfrequenzvariabilität
Viele Fitnesstracker messen die Herzfrequenzvariabilität, auch Herzratenvariabilität (HRV) genannt. So bezeichnen Fachleute die Veränderungen der Zeitintervalle zwischen den einzelnen Herzschlägen. Denn diese haben nicht immer exakt denselben zeitlichen Abstand zueinander, sondern variieren. Eine hohe Herzfrequenzvariabilität gilt als Zeichen dafür, dass das Herz-Kreislauf-System sehr anpassungsfähig ist und schnell auf äußere Umstände, psychische oder physische Belastungen reagieren kann. Eine niedrige Herzfrequenzvariabilität hingegen kann ein Zeichen dafür sein, dass eine Beeinträchtigung vorliegt. Über die Herzfrequenzvariabilität können Wearables wie Fitnesstracker also auch Anzeichen für Stress erkennen. Jede Person hat einen individuellen Bereich, in dem ihre Herzfrequenzvariabilität liegt. Ausschlaggebend ist deshalb nicht der Wert an und für sich, sondern starke Abweichungen von den persönlichen Normwerten, die ein Anzeichen für körperliche oder psychische Belastungen sein können. Messungen mit einem Fitnesstracker sind hier ein guter Anhaltspunkt, da die Messwerte allgemein als ziemlich genau eingeschätzt werden.
Gut zu wissen: Eine hohe Herzfrequenzvariabilität ist ein Anzeichen dafür, dass der Vagusnerv aktiv ist. Dieser Nerv spielt eine wichtige Rolle für die körperliche und psychische Entspannung und Ausgeglichenheit.
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Die Atemfrequenz misst die Anzahl der Atemzüge pro Minute. In Ruhe liegt sie bei Erwachsenen im Schnitt bei 12 bis 18. Dieser Wert kann viel über den Gesundheitszustand und Lebensstil verraten: Bei Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Lungenerkrankungen oder Diabetes konnten Forschende in Studien eine erhöhte Atemfrequenz feststellen. Auch Raucherinnen und Raucher machen mehr Atemzüge pro Minute als Personen, die nicht rauchen. Wie genau die Aufzeichnung der Atemfrequenz durch Fitnesstracker ist, wurde bisher nicht ausreichend untersucht.
Messungen mit dem Fitnesstracker: VO2max
Einige Fitnesstracker ermitteln einen Wert namens VO2max, der als Maß für die Leistungsfähigkeit und körperliche Fitness einer Person gilt. VO2max steht für das Volumen an Sauerstoff, das maximal vom Körper aufgenommen werden kann. Dabei kommt es allerdings nicht auf die körperliche Fitness allein an, denn die maximale Sauerstoffaufnahme ist auch abhängig von Faktoren wie Alter und Geschlecht. Während er sich im Lauf des Lebens ohnehin verändert, kann er durch regelmäßigen Sport deutlich verbessert werden. Und das lohnt sich, denn Expertinnen und Experten bringen einen höheren VO2max-Wert mit einer besseren Herz-Kreislauf-Gesundheit und einem verringerten Risiko für zahlreiche Erkrankungen in Verbindung.
Bei Fitnesstrackern wird üblicherweise der relative VO2max-Wert angegeben, das bedeutet, er wird bezogen auf das Körpergewicht. Bei den von Fitnesstrackern gemessenen Werten handelt es sich um eine Schätzung, die bei weniger trainierten Menschen oft zutrifft, Studien zufolge allerdings ungenauer wird, je sportlicher die Nutzerin oder der Nutzer ist.
Messungen mit dem Fitnesstracker: Schrittzahl
Viele Nutzerinnen und Nutzer haben ihren Fitnesstracker wortwörtlich auf Schritt und Tritt dabei und streben die häufig angepriesenen 10.000 Schritte am Tag an – das nicht ganz zu Unrecht, denn Bewegung im Alltag ist gesund.
Neueren Studien zufolge profitieren Menschen aber auch schon von deutlich geringeren täglichen Schrittzahlen. Schon etwa 7.000 Schritte pro Tag können das Risiko, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs oder Depressionen zu erkranken, deutlich senken. Klingt nach viel? Ist es eigentlich nicht: Beim ausgedehnten Tag an der Uni mit Vorlesungen in verschiedenen Gebäuden, auf dem Arbeitsweg zu Fuß statt mit dem Bus oder im Laufe eines entspannten Shoppingnachmittags kommen oft schon viele Schritte zusammen. Trotzdem ist hierzulande ist noch etwas Luft nach oben. In Deutschland legen Menschen Untersuchungen zufolge im Schnitt nur etwa 5.200 Schritte pro Tag zurück. Der Blick auf den Fitnesstracker ist ein guter Anhaltspunkt dafür, ob das tägliche Schrittziel schon erreicht ist, denn die Messwerte gelten unter Fachleuten als recht genau, können allerdings je nach Modell und Schrittgeschwindigkeit leicht abweichen.
Der tägliche Schritte-Count im Fitnesstracker: Schon etwa 7.000 Schritte täglich reichen laut Studien aus, um das Risiko für Krankheiten deutlich zu senken.
Messungen mit dem Fitnesstracker: Kalorienverbrauch
Wearables und Fitnesstracker locken häufig damit, den Kalorienverbrauch zu messen, also die Energie, die von Nutzerinnen und Nutzern über den Tag verbraucht wird. Dieser Wert setzt sich zusammen aus der Energie, die in vollständiger Ruhe verbraucht wird, und der Energie, die durch physische Aktivitäten zusätzlich verbrannt wird. Daraus ergibt sich dann auch der Kalorienbedarf für den Tag. Der Deutschen Gesellschaft für Ernährung zufolge sollen normalgewichtige erwachsene Frauen, die sich im Alltag wenig bewegen, etwa 1800 Kilokalorien pro Tag zu sich nehmen. Bei Männern sollen es rund 2300 Kilokalorien sein.
Allerdings ist der individuelle Bedarf von vielen Faktoren abhängig. Neben Alter, Körpergröße, Geschlecht und Aktivitätslevel beeinflussen auch die genaue Körperzusammensetzung, der allgemeine Gesundheitszustand, die Gene und sogar die Umgebungstemperatur, wie viel Energie ein Mensch über den Tag benötigt. Entsprechend schwierig ist es, eine genaue Aussage darüber zu treffen. Das zeigt sich auch in Untersuchungen darüber, wie präzise Fitnesstracker den Kalorienverbrauch messen. Fachleuten zufolge weicht der von Wearables angegebene Wert eines Menschen stark vom tatsächlichen Energieverbrauch ab. Daher können Fitnesstracker bestenfalls eine grobe Orientierung zum individuellen Kalorienverbrauch geben. Zu großen Einfluss sollte der Wert jedoch nicht auf das Essverhalten der Nutzenden haben.
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Auch nachts behalten viele ihre Fitnesstracker an, um ihren Schlaf aufzuzeichnen. Dabei sollen die Wearables nicht nur die Zeit erfassen, die geschlafen wird. Die Hersteller versprechen, dass ihre Tracker neben der reinen Schlafzeit auch die Qualität des Schlafs bewerten können. Damit das akkurat möglich ist, müssten die Geräte zwischen den einzelnen Schlafphasen unterscheiden können, etwa dem besonders erholsamen Tiefschlaf und der traumreichen REM--rapid eye movement-Phase. Die verschiedenen Phasen zeichnen sich jedoch durch bestimmte Vorgänge im Gehirn aus, die ein Fitnesstracker nicht messen kann. Deshalb handelt es sich bei diesen Angaben um Schätzungen, basierend auf anderen nächtlichen Messungen wie Puls, Herzfrequenzvariabilität und Körperbewegungen. Was Wearables aber exakt messen können: die Zeit, die Nutzerinnen und Nutzer im Bett verbringen, sowie die Zeit, in der sie tatsächlich schlafen.
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Vorteile und Nachteile: Was bringen Fitnesstracker wirklich?
Wearables wie Fitnesstracker messen also viele verschiedene Werte – mit mal höherer, mal geringerer Genauigkeit. Aber was bedeutet das nun alles? Sind solcher Tracker nur eine Spielerei oder bringen sie echten Nutzen? Was sollte bei der Entscheidung, sich einen Fitnesstracker zuzulegen, bedacht werden? Je drei Vor- und Nachteile.
Vorteile von Wearables
Für viele Nutzerinnen und Nutzer sind Fitnesstracker als steter Begleiter ein fester Bestandteil ihrer sportlichen und gesundheitlichen Routine. Diese Vorteile können die Geräte haben:
Gesundheit stets im Überblick: Fitnesstracker halten über einen langen Zeitraum jeden Wert fest. So können Trends und Muster schnell erkannt werden und es kann entsprechend reagiert werden. Zyklusstörungen können sich frühzeitig zeigen, plötzliche Veränderungen in Herzfrequenz oder Atmung bleiben nicht lange unentdeckt. Auffälligkeiten und gesundheitliche Bedenken können Nutzerinnen und Nutzer dann in ihrer Arztpraxis abklären.
Mehr Motivation und Empowerment: Fitnesstracker können nachweislich zu einem aktiveren Lebensstil motivieren und dabei helfen, die eigene Gesundheit selbst in die Hand zu nehmen. Kurze Erinnerungen vom Gerät oder Belohnungen für besonders viele Schritte rufen die eigenen Bewegungsziele stets ins Gedächtnis. Einige Tracker bieten auch die Möglichkeit, sich mit anderen Nutzenden zu vernetzen und sich untereinander zu Challenges herauszufordern. So wird das tägliche Schrittziel zur spielerischen Herausforderung.
Aktiveres und gesünderes Leben: Aber auch über die erste Motivation hinaus können Fitnesstracker helfen. In Studien konnten Fachleute zeigen, dass Personen mit Wearables im Untersuchungszeitraum mehr Schritte gingen und häufiger Sport machten als Studienteilnehmende ohne Tracker. Es gibt sogar erste Hinweise darauf, dass solche Wearables dabei helfen könnten, Gewicht zu verlieren, und Blutwerte wie Cholesterin und Blutzucker zu verbessern, auch wenn die Effekte hier eher klein zu sein scheinen.
Nachteile von Wearables
Bei allen Vorteilen, die Fitnesstracker für die Gesundheit und das Wohlbefinden haben können, gibt es allerdings auch mögliche Nachteile, die bedacht werden sollten. Dazu gehören:
Falsche Rückschlüsse durch ungenaue Messwerte: Nicht jeder Wert wird von Fitnesstrackern gleich gut gemessen und nicht jedes Modell ist gleich genau. Solche Ungenauigkeiten können in die Irre führen. Versuchen Nutzerinnen und Nutzer zum Beispiel, die vom Fitnesstracker angezeigten verbrannten Kalorien durch ihre Ernährung exakt zu erreichen, können sie schnell zu viel oder zu wenig essen, da die Messwerte hier mitunter sehr ungenau sein können.
Besessenheit von Daten: Die ständige Kontrolle der eigenen Gesundheit kann auch zur Belastung werden. Fachleute warnen davor, sich zu stark auf Zahlen und Daten zu fokussieren. Besonders gefährlich kann das zum Beispiel für Menschen mit Essstörungen sein. Hier ist also etwas Reflexion gefragt: Tut es gut, die eigene Gesundheit aufzuzeichnen, oder entsteht dadurch ein unnötiger Druck zur Perfektion?
Datenschutzbedenken: Digital gespeicherte Daten sind zuweilen Ziel krimineller Angriffe. Auch von Fitnesstrackern aufgezeichnete Messwerte sind davor nicht gefeit. Dabei handelt es sich zusätzlich um besonders sensible Daten, die sonst nur medizinischem Fachpersonal anvertraut werden. Ein Auge auf die digitalen Sicherheitsmaßnahmen der Anbieter zu haben sowie regelmäßige Updates der Software durchzuführen, hilft dabei, die eigenen Daten zu schützen.
Wearables und Fitnesstracker: Was ist das?
Ob beim Workout im Fitnessstudio, beim entspannten Spaziergang mit der besten Freundin oder beim Chillen auf der Couch: Wearables wie Fitnesstracker oder Smartwatches begleiten ihre Trägerinnen und Träger durch den Alltag und messen Gesundheitswerte rund um die Uhr – hautnah. Vier von zehn Menschen in Deutschland besitzen ein solches Gerät. Der Begriff Wearable ist die Kurzform für „wearable device“, zu Deutsch „tragbares Gerät“, und bezeichnet ein kleines Computersystem, das am Körper getragen wird. Am häufigsten sind sie in Uhren- oder Armbandform zu sehen, aber auch Ringe, Brustgurte oder in der Kleidung verbaute Geräte gibt es auf dem Markt.
Dabei gibt es kleine, aber feine Unterschiede zwischen den Geräten: Während Fitnesstracker gezielt beim Sport und bei Gesundheitsthemen unterstützen sollen und über verschiedene Sensoren Gesundheitsdaten wie Puls, Atemfrequenz und Schrittzahl sammeln, haben zum Beispiel Smartwatches noch zusätzliche Funktionen. Auch sie zeichnen bisweilen gesundheitliche Daten auf, können aber darüber hinaus Nachrichten empfangen sowie zum Telefonieren oder zum kontaktlosen Bezahlen verwendet werden. Allerdings überschneiden sich mittlerweile viele Geräte in ihren Funktionen, die Übergänge sind oft fließend.
Häufig sind solche Tracker über eine App mit dem Smartphone verbunden, wo die gesammelten Daten gespeichert und ausgewertet werden. Dort können Nutzerinnen und Nutzer außerdem eigene Fitnessziele festlegen, ein Ernährungstagebuch führen oder Zyklus und Periode festhalten. So sind die verschiedensten Gesundheitswerte an einem Ort gebündelt und können leicht überblickt werden. Nutzerinnen und Nutzer versprechen sich davon mehr Motivation für ein gesünderes Leben im stressigen Uni- oder Berufsalltag.
Wie sinnvoll sind Fitnesstracker?
Wearables wie Fitnesstracker können interessante Einblicke in den eigenen Körper bieten, das Bewusstsein für die eigene Gesundheit schärfen und eine Quelle der Motivation für Menschen sein, die sich mehr bewegen möchten. Gleichzeitig können sie aber auch dazu führen, dass Nutzerinnen und Nutzer sich zu sehr auf Zahlen und Daten fokussieren. Ungenauigkeiten in den Messdaten können Ängste schüren, nicht gesund zu sein, oder einen falschen Eindruck von der eigenen Gesundheit vermitteln. Wie sinnvoll also ein Fitnesstracker ist, muss jeder für sich selbst entscheiden.
Gerade Herzpatientinnen und -patienten könnten von Fitnesstrackern profitieren: Einzelne Wearables ermöglichen es inzwischen, den Blutdruck zu messen oder ein EKG zu schreiben, wodurch Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern zuverlässig erkannt werden können. Dennoch ersetzen sie weder den Gang zur Arztpraxis noch medizinische Tests. Liefert der Fitnesstracker Hinweise auf gesundheitliche Probleme, sollten diese stets ärztlich abgeklärt werden.
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Wearables sind kleine Computersysteme, die direkt am Körper getragen werden – meist als Armband oder Uhr, aber auch als Ring oder Brustgurt. Fitnesstracker sind eine spezielle Art von Wearables, die hauptsächlich Sport- und Gesundheitswerte über verschiedene Sensoren aufzeichnen. Andere Arten von Wearables wie Smartwatches hingegen bieten zusätzliche Funktionen wie Nachrichten empfangen oder kontaktloses Bezahlen. Die meisten Geräte sind mit einer Smartphone-App verbunden, wo alle gesammelten Informationen gespeichert und ausgewertet werden. In Deutschland besitzen bereits vier von zehn Personen ein solches Gerät.
Je nach Modell erfassen Fitnesstracker unterschiedliche Körperwerte. Zu den häufigsten Messwerten gehören Puls, Herzfrequenzvariabilität, Atemzüge pro Minute und die Anzahl der Schritte. Außerdem schätzen viele Geräte den Kalorienverbrauch und die maximale Sauerstoffaufnahme (VO2max). Auch die Schlafdauer und -qualität sowie bei manchen Modellen der Blutdruck werden aufgezeichnet. In den verknüpften Apps können Nutzende zusätzlich ein Ernährungstagebuch führen oder ihren Zyklus dokumentieren.
Die Genauigkeit der Messungen unterscheidet sich je nach Modell und Messwert erheblich. Puls, Schrittzahl und Herzfrequenzvariabilität werden allgemein als ziemlich präzise eingeschätzt. Die Berechnung des Kalorienverbrauchs weicht hingegen oft stark von den tatsächlichen Werten ab und kann bestenfalls als grobe Orientierung dienen. Bei der Schlafqualität handelt es sich um Schätzungen, da die Geräte die Gehirnaktivität nicht messen können – nur die Schlafdauer wird exakt erfasst. Die VO2max-Schätzung trifft bei weniger trainierten Personen oft zu, wird aber bei sportlicheren Nutzenden ungenauer.
Fitnesstracker eignen sich besonders für Menschen, die sich mehr bewegen möchten und durch die Aufzeichnung ihrer Aktivitäten zusätzliche Motivation suchen. Personen mit Herzerkrankungen könnten ebenfalls profitieren, da einige Geräte Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern zuverlässig erkennen können. Auch für alle, die ihre Gesundheit bewusster im Blick behalten und Trends über einen längeren Zeitraum erkennen möchten, sind die Geräte sinnvoll. Allerdings sollte jeder für sich abwägen, ob die ständige Kontrolle der eigenen Werte guttut oder eher unter Druck setzt.
Fitnesstracker helfen nachweislich dabei, einen aktiveren Lebensstil zu führen. Studien zeigen, dass Nutzende mehr Schritte gehen und häufiger Sport treiben. Die Geräte ermöglichen es, Gesundheitswerte langfristig zu beobachten und Auffälligkeiten frühzeitig zu erkennen, die dann ärztlich abgeklärt werden können. Durch Erinnerungen, Belohnungen und die Möglichkeit, sich mit anderen zu messen, entsteht spielerische Motivation für mehr Bewegung. Es gibt erste Hinweise darauf, dass Wearables beim Abnehmen helfen und Blutwerte wie Cholesterin verbessern könnten. Die Geräte fördern insgesamt, dass Menschen ihre Gesundheit selbst aktiver in die Hand nehmen.
Ungenaue Messwerte können zu falschen Schlussfolgerungen führen, beispielsweise beim Kalorienverbrauch, was das Essverhalten negativ beeinflussen kann. Die ständige Kontrolle der eigenen Daten kann zur Belastung werden und einen unnötigen Druck zur Perfektion erzeugen, was besonders für Menschen mit Essstörungen gefährlich sein kann. Da es sich um sehr persönliche Gesundheitsinformationen handelt, bestehen zudem Datenschutzrisiken durch mögliche kriminelle Angriffe auf die digital gespeicherten Daten. Wichtig ist außerdem zu wissen, dass Fitnesstracker weder den Arztbesuch noch medizinische Untersuchungen ersetzen können.
Fitnesstracker können zur Vorbeugung von Erkrankungen beitragen, indem sie zu mehr Bewegung motivieren und so zum Beispiel dabei unterstützen können, das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs und Depressionen zu senken. Die Geräte helfen dabei, Veränderungen bei wichtigen Gesundheitswerten frühzeitig zu erkennen, sodass rechtzeitig reagiert werden kann. Studien deuten darauf hin, dass Wearables möglicherweise dabei helfen können, Gewicht zu verlieren und Blutwerte zu verbessern.
Um die eigenen Gesundheitsdaten zu schützen, sollte auf die digitalen Sicherheitsmaßnahmen der Anbieter geachtet werden. Wichtig sind regelmäßige Updates der Software, um Sicherheitslücken zu schließen. Digital gespeicherte Daten können grundsätzlich Ziel krimineller Angriffe sein und Fitnesstracker-Daten handelt es sich um besonders sensible Informationen, die es zu schützen gilt.
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