BPA steht für Bisphenol A, das ist eine Industriechemikalie. Sie steckt im Kunststoff Polycarbonat, aus dem zum Beispiel Trinkflaschen, Aufbewahrungsboxen oder Geschirr bestehen. Außerdem wird BPA für Epoxidharze genutzt, mit denen Konservendosen von innen beschichtet werden, damit das Metall nicht rostet.
Das Tückische: Beide Materialien sind eigentlich stabil, trotzdem kann beim Herstellungsprozess BPA als winziger Rest zurückbleiben und sich lösen. Das passiert vor allem dann, wenn Wärme im Spiel ist. So landet der Stoff auch in deinem Essen.
So wirkt BPA im Körper
Chemie im Körper ist schon mal ein unguter Gedanke. Jetzt wird es noch ein bisschen wilder. BPA ist ein sogenannter endokriner Disruptor. Das hört sich krass an und bedeutet: BPA ahmt Östrogen nach und kann so in den Hormonhaushalt eingreifen, allerdings deutlich schwächer als das echte Hormon.
Die aktuelle Forschung zeigt, dass schon geringe Mengen BPA auf hormonempfindliche Organe wirken können.
Good to know: Handfeste Gesundheitsschäden durch die typische Alltagsaufnahme sind beim Menschen bisher nicht eindeutig belegt. Der EU-Grenzwert für BPA basiert auf einem Effekt aus einer Tierstudie, dessen Bedeutung für die Gesundheit noch nicht abschließend geklärt ist.
Aber: Bei langfristiger Aufnahme oder in großen Mengen kann BPA durchaus Folgen haben.
In Tierstudien beobachtet:
- Verfrühte Pubertät
- Veränderungen am Brustdrüsengewebe
- Nieren- und leberschädigende Wirkungen
- Spezifische Auswirkungen auf den Stoffwechsel und eine damit verbundene Gewichtszunahme
- Anstieg bestimmter Immunzellen, der mit Entzündungsreaktionen in Verbindung gebracht wird
Die Europäische Chemikalienagentur hat BPA deshalb als besonders besorgniserregende Substanz eingestuft.