Ein Patient lässt einen Pricktest durchführen
Allergie

Allergietest: So findest du heraus, ob du eine Allergie hast

Lesedauer weniger als 5 Min

Redaktion:

Barmer

Qualitätssicherung:

Dr. med. Anja Braunwarth (Ärztin)

Allergietests: Drei wichtige Fakten

Anlaufstellen für Allergietests

Ärztinnen und Ärzte mit dem Zusatz Allergologie sind Fachleute für Allergietests. Ihre Hausarztpraxis informiert Sie gern, wo Sie mit Ihrer konkreten Frage zu Allergien am besten aufgehoben sind.

Verschiedene Arten von Allergietests

Ja, es kann etwas piksen: Bei Allergietests auf der Haut wird die Reaktion der Haut beobachtet. Bei Provokationstests wird der potenziell allergieauslösende Stoff direkt auf Schleimhäute gebracht.

Allergietest mittels Blutprobe

Auch das Blut kann Hinweise auf eine Allergie liefern und so andere Allergietests ergänzen: Im Labor wird untersucht, ob bestimmte Antikörper (IgE) erhöht sind.

Viele kennen diese Unsicherheit:
Ist das noch eine Erkältung oder schon eine Allergie? Genau hier kann ein Allergietest helfen. Er zeigt, ob dein Körper auf bestimmte Stoffe überreagiert. Doch welche Tests gibt es eigentlich? Und wann sind sie sinnvoll?

Wann ein Allergietest sinnvoll ist

Ein Allergietest kann sinnvoll sein, wenn Beschwerden immer wieder auftreten oder sich nicht eindeutig erklären lassen.

Typische Anzeichen können sein:

  • häufiges Niesen
  • juckende oder tränende Augen
  • Hautreaktionen
  • Atembeschwerden

Vor allem, wenn Symptome in bestimmten Situationen auftreten, etwa draußen, bei Tierkontakt oder nach bestimmten Lebensmitteln, kann ein Test helfen, die Ursache einzugrenzen.

Wie ein Allergietest funktioniert

Ein Allergietest überprüft, ob dein Immunsystem auf bestimmte Stoffe überempfindlich reagiert.

Dazu wird gezielt beobachtet, wie dein Körper auf mögliche Auslöser reagiert: über die Haut, das Blut oder durch direkte Auslösung einer Reaktion.

Wichtig dabei:
Ein einzelnes Testergebnis reicht oft nicht aus. Entscheidend ist immer das Zusammenspiel aus Beschwerden, Testergebnis und ärztlicher Einschätzung.

 

Welche Allergietests gibt es?

Es gibt verschiedene Testverfahren, die je nach Situation eingesetzt werden. Sie unterscheiden sich darin, wie die Reaktion des Körpers überprüft wird.

Hauttests: Reaktionen direkt sichtbar machen

Hauttests gehören zu den häufigsten Verfahren. Dabei wird getestet, ob die Haut auf bestimmte Allergene reagiert.

Prick-Test

Beim Prick-Test werden mögliche Allergene auf die Haut aufgetragen und die Haut leicht angeritzt.

Reagiert dein Körper darauf, zeigen sich typische Hautreaktionen wie:

Der Vorteil:
Die Reaktion ist schnell sichtbar und gut beurteilbar.

Intrakutantest

Beim Intrakutantest wird das Allergen direkt in die Haut gespritzt.

Diese Methode ist empfindlicher als der Prick-Test und kann auch schwächere Reaktionen sichtbar machen.

Reibtest und Scratchtest

Beim Reibtest oder Scratchtest wird das Allergen auf die Haut aufgetragen und anschließend leicht eingerieben oder die Haut oberflächlich angeritzt.

Auch hier wird beobachtet, ob eine Hautreaktion entsteht.

Epikutantest

Der Epikutantest wird vor allem bei Kontaktallergien eingesetzt.

Dabei werden Allergene auf Pflaster aufgetragen und über einen längeren Zeitraum auf der Haut belassen.

So lässt sich feststellen, ob verzögerte Hautreaktionen auftreten.

Bluttest (Labortest): Antikörper im Körper nachweisen

Beim Labortest wird dein Blut untersucht.

Dabei wird geprüft, ob dein Körper bestimmte Antikörper gegen Allergene gebildet hat. Diese zeigen, dass dein Immunsystem auf einen Stoff reagiert.

Ein Labortest kann vor allem dann sinnvoll sein, wenn Hauttests nicht möglich sind.

Provokationstest: Reaktion gezielt auslösen

Beim Provokationstest wird der mögliche Auslöser direkt angewendet, zum Beispiel über die Nase, die Atemwege oder den Magen-Darm-Trakt.

Dabei wird gezielt geprüft, ob und wie dein Körper reagiert.

Da bewusst eine Reaktion ausgelöst wird, erfolgt dieser Test unter ärztlicher Aufsicht.

Welcher Allergietest ist der richtige?

Welche Methode eingesetzt wird, hängt von mehreren Faktoren ab:

  • welche Beschwerden du hast
  • welcher Auslöser vermutet wird
  • wie dein Körper reagiert

In vielen Fällen werden verschiedene Tests kombiniert, um ein möglichst genaues Ergebnis zu erhalten.

Was die Testergebnisse bedeuten

Ein Testergebnis allein sagt noch nicht alles.

Ein positiver Test zeigt, dass dein Körper auf einen Stoff reagiert, aber nicht zwingend, dass dieser Stoff auch tatsächlich Beschwerden verursacht.

Entscheidend ist deshalb:

Passen Testergebnis und Symptome zusammen?

Erst dann lässt sich eine Allergie sicher einordnen.

Warum ein Allergietest nicht allein bewertet werden sollte

Ein Allergietest liefert wichtige Hinweise, ersetzt aber keine medizinische Diagnose.

Die richtige Einordnung ist entscheidend, um zu klären:

  • ob wirklich eine Allergie vorliegt
  • welche Auslöser relevant sind
  • welche nächsten Schritte sinnvoll sind

Häufige Fragen und Antworten zum Allergietest

Ein Allergietest ist eine medizinische Untersuchung, mit der Ärztinnen und Ärzte prüfen, ob dein Immunsystem auf bestimmte Stoffe (Allergene) reagiert. Diese Tests geben Hinweise darauf, ob eine Allergiebereitschaft vorliegt. Aber allein ein positiver Test beweist noch nicht automatisch eine klinisch relevante Allergie.
Ein Allergietest macht Sinn, wenn du wiederholt Symptome wie Niesen, Juckreiz, Hautausschlag oder Atemwegsprobleme hast, die auf eine Allergie hinweisen könnten. Er hilft dabei, die auslösenden Allergene zu identifizieren und den Verdacht abzuklären.
Allergietests werden in der Regel von Ärztinnen und Ärzten mit der Zusatzqualifikation Allergologie angeboten. Auch der Hausarzt oder die Hausärztin kann erste Hinweise geben und weitere Schritte empfehlen.
  • Prick-Test: Ein häufig genutzter Hauttest für Allergien vom Soforttyp (z. B. Pollen, Tierhaare).
  • Intrakutantest: Ähnlich, aber tiefere Hautschicht-Injektion.
  • Reibtest oder Scratch-Test: Allergen wird auf oder in die Haut eingerieben.
  • Epikutantest (Pflastertest): Für Spättyp-Allergien, bei denen Symptome erst Stunden bis Tage später auftreten.
  • Provokationstest: Direkter Test am Zielgewebe (z. B. Nase, Auge), wenn nötig.
  • Bluttest: Untersuchung des Bluts auf spezifische IgE-Antikörper, die auf Allergene reagieren.
Beim Prick-Test werden verdünnte Allergenlösungen auf die Haut (meist Unterarm) aufgetragen. Die Haut wird leicht angeritzt, damit die Lösung eindringen kann. Anschließend wird geprüft, ob es an den Teststellen zu einer typischen Hautreaktion (z. B. Quaddel) kommt, was auf eine Sensibilisierung hindeuten kann.
Ein Bluttest misst den Spiegel bestimmter IgE-Antikörper, die der Körper gegen Allergene bildet. Er liefert Hinweise auf eine Sensibilisierung gegenüber bestimmten Allergenen und kann andere Testergebnisse ergänzen oder präzisieren.
Nein, ein Allergietest zeigt lediglich eine Sensibilisierung gegen einen Stoff. Ob diese Sensibilisierung tatsächlich Beschwerden verursacht, muss ärztlich anhand der Symptome und Anamnese beurteilt werden. Ein positiver Test allein bedeutet also nicht automatisch, dass du eine Allergie hast.
Du kannst Allergietests in Praxen durchführen lassen, die Allergologie anbieten, zum Beispiel bei Hautärztinnen oder Hautärzten, HNO-Ärztinnen oder -Ärzten, Lungenärzten oder Kinderärztinnen bzw. -Ärzten. Auch dein Hausarztpraxis kann beraten und den passenden Weg empfehlen.
Vor einem Hauttest können bestimmte Medikamente (z. B. Antihistaminika) das Ergebnis beeinflussen. Gib vorab deinem Arzt oder Ärztin Bescheid, welche Medikamente du nimmst, damit er den Test entsprechend planen kann.

Weiterführende Links

Literatur

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