Impfungen

Wie lange sollte ich nach einer Impfung keinen Sport treiben?

Lesedauer unter 5 Minuten
Zwei Jogger im Park trainieren mit Maske

Autor/in

Barmer Internetredaktion

Qualitätssicherung

Heidi Günther (Apothekerin bei der Barmer)
Inhaltsverzeichnis

Impfungen wirken: Viele Krankheiten wie die Kinderlähmung oder die Pocken gelten als ausgerottet, andere Erreger und Erkrankungen haben durch das Impfen und die vielen nationalen wie internationalen Kampagnen der vergangenen Jahrzehnte ihren Schrecken verloren. Unsere hohe Lebensqualität lässt sich zu einem guten Teil auch auf das Impfen zurückführen. Und Impfen geht wirklich einfach: Termin machen, piksen lassen, fertig.

Klar, dass viele von uns nach einer so einfachen Angelegenheit wie einer Impfung flugs zum Alltag übergehen wollen – und für viele gehört eben auch der Sport zum Alltag. Allerdings gibt es da ja noch den Rat, in den ersten Tagen nach der Impfung auf "Sport und große Anstrengungen" zu verzichten. Doch wie lange sollte man denn nach einer Impfung keinen Sport treiben?

Eine zufriedenstellende Patentantwort auf diese Frage kann wahrscheinlich niemand geben. Und für manchen kommt es jetzt vielleicht noch etwas arger: Die sogenannte Karenzzeit zwischen einer Impfung mit Lebendimpfstoffen und der empfohlenen Wiederaufnahme körperlich anstrengender Tätigkeit beziehungsweise von Sport liegt dann doch bei ganzen 7 Tagen - oder einer Woche.

Damit wären wir bei der zweiten kniffligen Angelegenheit unserer Ausgangsfrage: Was ist denn eigentlich Sport? In jedem Fall handelt es sich um eine motorische Aktivität. Doch das gilt auch für die körperliche Betätigung. Für den einen ist schon Sport, was für die andere vielleicht ein leichtes Aufwärmen darstellt. Oder um es noch ein wenig zuzuspitzen: Ist zum Beispiel e-Sport wirklich Sport? Oder Schach im Turnierwettkampf?

Nehmen wir an, es gelingt jedem einzelnen, für sich zwischen Sport und körperlicher Betätigung abzugrenzen. Im Leben der meisten Erwachsenen dürfte der Sport jedenfalls ein im Alltag zeitlich abgrenzbares Ereignis darstellen. Aber wie ist das bei unseren Kindern, die in jungen Jahren doch die Grundimmunisierung durchlaufen? Ihr Bewegungsdrang ist ganztägig ausgeprägt und da kann im Laufe eines ganz normalen Tages schon viel an Anstrengung zusammenkommen. Das ist eigentlich auch gut so. Wissenschaftlern zufolge haben Kinder jedenfalls die Fitness gut trainierter Ausdauersportler. Eltern werden diesen Befund aus eigener Anschauung wohl bestätigen können.

Langes Intro, kurzer Sinn: Mit etwas Ruhe und Gelassenheit lässt sich für die meisten von uns hoffentlich ein guter Kompromiss finden zwischen der Schutzwirkung einer Impfung und der Liebe zur Bewegung und zum Sport. Lesen Sie mehr in unserem Frage-Antwort-Block.

Warum sollte ich nach einer Impfung etwas kürzertreten?

Starke körperliche Belastung kann unerwünschte Impfreaktionen auslösen. Das können Schmerzen an der Einstichstelle, leichtes Fieber, Mattigkeit, Kopf- und Gliederschmerzen sein. Weniger Anstrengung ist nach einer Impfung also mehr, denn der Körper hat mit dem Impfstoff schon eine Aufgabe gestellt bekommen.

Der Erfolg einer Impfung wird durch Bewegung, Training oder Sport nicht beeinträchtigt, selbst wenn man es dann mit der Motorik doch etwas übertrieben hat.

Wie lange sollte ich nach einer Impfung gegen Erreger wie die Masern die körperliche Belastung etwas reduzieren?

Das hängt neben der individuellen körperlichen Fitness – und der Empfehlung der Ärztin oder des Arztes - auch von den verimpften Impfstoffen ab, die Ständige Impfkommission (STIKO) beim Robert-Koch-Institut empfiehlt:

Was ist Sport, was ist körperliche Betätigung?

Da hat wohl jeder seine eigene Meinung und eine allgemein gültige Antwort wird es wahrscheinlich auch nicht geben. Bewegung ist natürlich okay, aber in den ersten paar Tagen empfehlen Experten, eben keinen ausgeprägten Ausdauer-, Kraft- oder Leistungssport zu betreiben. Je nach Fitness lässt sich diese Empfehlung vielleicht so übersetzen: Spazieren: ja. Halbmarathon: nein. Treppe ins Büro: ja. Beinpresse an der Leistungsgrenze: nein. Es sich ‚Gutgehenlassen‘ im Schwimmbad: ja. Leistungsabzeichen in Gold: nein. Und auch dabei gilt: Immer auf die Signale des Körpers achten.

Was ist nach der Impfung von Kindern zu beachten?

Eltern tun gut daran, den Bewegungsdrang ihrer Kinder etwas zu zügeln und das Spielen und Tollen bis zur Erschöpfung vermeiden zu helfen, und das:

  • einige Tage bei Totimpfstoffen und
  • durchaus 7 Tage bei Lebendimpfstoffen.

Ermöglichen Sie Ihrem Kind nach einer von der Ständigen Impfkommission (STIKO) beim Robert-Koch-Institut (RKI) empfohlenen Impfung andere Erlebnisse, die etwas ablenken und ein paar Tage oder eine Woche überbrücken helfen. Diese Extraportion an Zuwendung tut den Kleinen bestimmt gut. Außerdem sollte der Piks bei der Ärztin oder dem Arzt dem Kind nicht in Erinnerung bleiben als ein Ereignis, das mit Fieber oder Schmerzen verbunden ist.

Was hat es beim Impfen immer mit der Sauna auf sich?

Die Impfung selbst verträgt sich mit Hitze, es wird natürlich auch in heißeren Ländern geimpft. Wer aber nach einer Impfung doch Fieber bekommt, verträgt die Hitze eines Saunagangs nicht mehr so gut wie sonst. Also lieber ein paar Tage kein Schwitzbad nehmen und keinen Kreislaufkollaps riskieren. Das steckt hinter der berühmten Sache mit der Sauna und der Impfung.

Was gilt für die COVID-19-Impfung?

Die in Deutschland eingesetzten COVID-19-Impfstoffe sind auf ihre Qualität, Wirksamkeit und Sicherheit geprüft worden und sind von der  Europäischen Arzneimittel-Agentur EMA zugelassen worden. Einige der COVID-19-Impfstoffe sind mRNA-Impfstoffe, andere Vektor-Impfstoffe.

Viele Millionen Menschen sind weltweit bereits geimpft und die Datenlage wird mit jedem Tag besser. Über einen geeigneten oder notwendigen zeitlichen Abstand zwischen einer Impfung gegen COVID-19 und sportlicher Aktivität gibt es unserer Kenntnis nach indes noch keine abschließende Datenlage. Das Robert-Koch-Institut (RKI) informiert laufend über die Corona-Pandemie.

Was kann ich tun, um eine Impfung in meinen sportlichen Alltag zu integrieren?

Eine Möglichkeit ist, Impftermine so zu legen, dass diese in den eigenen sportlichen Rhythmus passen:

  • Legen Sie genügend Karenzzeit zwischen eine Impfung und einen Wettkampf oder eine sonstige erhebliche körperliche Betätigung
  • Setzen Sie nach einer Impfung solche Schwerpunkte, die nicht auf Maximalkraft oder Maximalausdauer trainieren
  • Lassen Sie sich als Sportlerin oder Sportler bewusst in Regenerationsphasen impfen

Wo finde ich weitere Informationen rund ums Thema Impfen?

Wie Impfungen wirken, gegen welche Erkrankungen geimpft werden kann, welche Impfvarianten es gibt, welche Impfungen für welches Lebensalter empfohlen werden und welche Schutzimpfungen die Barmer übernimmt, all das lesen Sie in unserem umfassenden Themenspecial Impfen.

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