Sex ist mehr als nur körperliche Nähe. Unser Körper reagiert dabei von Kopf bis Fuß mit Hormonen, steigender Herzfrequenz und intensiven Sinneseindrücken. Aber was passiert eigentlich genau im Körper, wenn Menschen sexuell erregt sind?
Was ist Sex? Was im Körper passiert, wenn Menschen erregt sind
Redaktion:
Doreen Brumme (Medical Writer, Content Fleet GmbH)Qualitätssicherung:
Dr. med. Anja Braunwarth (Ärztin)Was bedeutet Sex eigentlich?
Sex beschreibt intime Handlungen zwischen Menschen, die sexuelle Erregung und Befriedigung auslösen können.
Dabei geht es nicht nur um körperliche Berührung. Auch emotionale Nähe, Sinneseindrücke und gegenseitige Anziehung spielen eine Rolle.
Sex kann auf unterschiedliche Weise stattfinden und gehört für viele Menschen zu Beziehungen und Intimität.
Wie entsteht sexuelle Erregung?
Sexuelle Erregung entsteht häufig durch Sinneseindrücke.
Zum Beispiel durch:
- Berührungen
- Gerüche
- Geräusche
- visuelle Reize
Diese Reize werden im Gehirn verarbeitet. Darauf reagiert der Körper mit verschiedenen körperlichen Veränderungen.
Was ist Sex? Sexuelle Orientierung und Anziehung sind vielfältig und sehr individuell.
Wie steuert das Gehirn die Erregung beim Sex?
Nur ein kleiner Teil des Gehirns ist dafür maßgeblich verantwortlich: der Hypothalamus. Er veranlasst, dass alle Hormone in der Reihenfolge und Dosis ausgeschüttet werden, die für einen Orgasmus nötig sind. Während des Orgasmus erreicht auch die Hirnaktivität ihren Höhepunkt.
Die folgenden Hormone sind wesentlich für das sexuelle Erlebnis verantwortlich, sowohl körperlich als auch psychisch:
- Adrenalin und Noradrenalin: Die beiden Hormone steigern den Herzschlag und damit die Durchblutung des Körpers.
- Testosteron: Das Hormon weckt sowohl bei Männern als auch bei Frauen die sexuelle Lust.
- Östrogen: Das Hormon sorgt unter anderem dafür, dass der Körper beider biologischer Geschlechter besser durchblutet wird.
- Dopamin: Es heißt auch Glückshormon – Dopamin überflutet den Körper bei einem Orgasmus regelrecht. Es sorgt für das oben genannte Rauschgefühl und macht glücklich.
- Oxytocin: Das sogenannte Kuschelhormon Oxytocin wird beim und nach dem Orgasmus freigesetzt. Unter seinem Einfluss ziehen sich die Gebärmutter im weiblichen und der Samenleiter im männlichen Körper zusammen. Nach dem Sex weckt Oxytocin Gefühle wie Vertrautheit und Bindung.
- Prolaktin: Das sogenannte Entspannungshormon schüttet der Körper ebenfalls nach dem Orgasmus aus. Es bremst die erregende Wirkung des Dopamins, indem es für Ruhe und Befriedigung sorgt.
- Serotonin: Auch das Hormon Serotonin ist als Glückshormon bekannt. Nach dem Sex macht es zufrieden und entspannt.
Was passiert im Körper bei sexueller Erregung?
Wenn Menschen sexuell erregt sind, verändert sich der Körper.
Typische körperliche Reaktionen können sein:
- der Puls steigt
- die Durchblutung nimmt zu
- die Pupillen können sich erweitern
- Hormone werden ausgeschüttet
Der Körper wird dadurch auf sexuelle Aktivität vorbereitet.
Warum spielen Sinne beim Sex eine große Rolle?
Sexuelle Erregung hängt stark mit unseren Sinnen zusammen.
Gerüche, Berührungen oder Geräusche können dabei eine wichtige Rolle spielen. Sie können Reize auslösen, die im Gehirn verarbeitet werden und sexuelle Erregung auslösen.
Sex ist daher nicht nur ein körperlicher, sondern auch ein emotionaler und sensorischer Prozess.
Warum ist Einvernehmlichkeit beim Sex wichtig?
Sex sollte immer einvernehmlich sein.
Das bedeutet:
Alle Beteiligten stimmen freiwillig zu, was beim Sex passiert.
Wichtig ist dabei:
- Zustimmung muss eindeutig sein
- alle Beteiligten müssen sich wohlfühlen
- Zustimmung kann jederzeit zurückgezogen werden
Einvernehmlichkeit ist eine zentrale Voraussetzung für respektvollen und sicheren Sex.
Sex ist ein Zusammenspiel aus Körper, Emotionen und Sinneseindrücken
Sex ist mehr als nur körperliche Aktivität.
Während sexueller Erregung laufen im Körper viele Prozesse gleichzeitig ab, von hormonellen Veränderungen bis zu körperlichen Reaktionen wie erhöhter Herzfrequenz oder stärkerer Durchblutung.
Gleichzeitig spielen Sinneseindrücke und emotionale Faktoren eine wichtige Rolle.
Ein entscheidender Bestandteil von Sex ist dabei immer die freiwillige Zustimmung aller Beteiligten.
Häufige Fragen rund um Sex
Literatur und weiterführende Informationen
- Die Bundesregierung (Abruf vom 07.07.2024): 75 Jahre Grundgesetz | Artikel 2
- Dorsch Lexikon der Psychologie (Abruf vom 13.08.2024): Sexualität
- Frauenärzte im Netz (Abruf vom 10.07.2024): Geschlechtsidentität und -Rolle
- Frauenärzte im Netz (Abruf vom 10.07.2024): Safer Sex
- Frauenärzte im Netz (Abruf vom 10.07.2024): Sexualität
- Julia Haversath u. a. (Abruf vom 07.07.2024): Sexualverhalten in Deutschland
- Katharina Maria Heberling (Abruf vom 05.06.2024): Effekte sexueller Stimulation auf immunologische Parameter bei Männern
- Marcel D. Waldinger u. a. (Abruf vom 07.07.2024): A multinational population survey of intravaginal ejaculation latency time
- Max-Planck-Gesellschaft (Abruf vom 05.06.2024): Sexuelle Erregung lässt sich in der ausgeatmeten Luft feststellen
- Nan J. Weis u. a. (Abruf vom 05.06.2024): Brain Activity Unique to Orgasm in Women: An fMRI Analysis
- Öffentliches Gesundheitsportal Österreichs (Abruf vom 01.08.2024): Libidoverlust
- Pro Familia (Abruf vom 10.07.2024): Sex
- Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (Abruf vom 05.06.2024): Ergebnisse der GeSiD-Studie – Gesundheit und Sexualität in Deutschland
- Valerie Voon u. a. (Abruf vom 05.06.2024): Neural Correlates of Sexual Cue Reactivity in Individuals with and without Compulsive Sexual Behaviours
- WH Masters, VE Johnson, Little, Brown: Human Sexual Response (1966)