Eine Seniorin spricht mit einer Pflegekraft
Leistungen der Pflegeversicherung

Vollstationäre Pflege - eine gute Alternative zur häuslichen oder teilstationären Pflege

Lesedauer unter 3 Minuten

Autor

  • Nina Henkels (Barmer Pflegekasse)

Qualitätssicherung

  • Ingrid Drolshagen (Barmer Pflegekasse)

Vollstationäre Pflege ist dann eine Alternative, wenn häusliche oder teilstationäre Pflege wie Tages- oder Nachtpflege nicht möglich sind.

Manchmal ist eine Pflege zu Hause nicht durchführbar. Dann ist der Umzug in ein Pflegeheim unumgänglich. Auch wenn der Schritt nicht leicht fällt, die Pflege im Heim muss keineswegs die schlechteste Lösung sein.

Die Barmer Pflegekasse beteiligt sich an den Kosten der Heimunterbringung. Je nach Pflegegrad ergibt sich monatlich folgender Höchstanspruch auf Leistungen der Pflegekasse:

Pflegegrad 1

   125 Euro

Pflegegrad 2

   770 Euro

Pflegegrad 3

1.262 Euro

Pflegegrad 4

1.775 Euro

Pflegegrad 5

2.005 Euro

Welche Kosten sind abgedeckt?

Die Pflegeversicherung übernimmt die Kosten für pflegebedingte Aufwendungen, Leistungen der medizinischen Behandlungspflege, der Betreuung und der Ausbildungsumlage in pauschalierter Form. Diese Pauschalen rechnet das Pflegeheim direkt mit der Barmer Pflegekasse ab. Die Kosten für Unterkunft und Verpflegung sowie Investitionskosten der Einrichtung sind selbst zu tragen und werden den Bewohnerinnen und Bewohnern in Rechnung gestellt.

Der Eigenanteil kann auf Antrag vom Sozialamt übernommen werden.

Eigenanteil für die pflegebedingten Aufwendungen

Innerhalb der gleichen Einrichtung sind die Eigenanteile für pflegebedingte Aufwendungen inklusive der Ausbildungsumlage für alle Bewohnerinnen und Bewohner gleich hoch. Unabhängig davon, ob Leistungen nach dem Pflegegrad 2 oder 5 bezogen werden: Der Eigenanteil bleibt der gleiche. Damit ist für Pflegebedürftige und ihre Familien eine bessere Planbarkeit ihrer finanziellen Belastung gewährleistet.

Ab dem 01.01.2022 leistet die Pflegekasse zu diesem Eigenanteil einen Zuschuss zwischen fünf und 70 Prozent. Dieser wird direkt an das Pflegeheim gezahlt. Wie hoch die Unterstützung konkret ist, hängt davon ab, wie lange die Bewohnerin oder der Bewohner bereits Leistungen der vollstationären Pflege erhält.

Dauer

Zuschuss

bis 12 Monate

5 %

mehr als 12 Monate

25 %

mehr als 24 Monate

45 %

mehr als 36 Monate

70 %

 Es werden alle Zeiträume berücksichtigt, für die jemand vollstationäre Pflegeleistungen erhalten hat. Ob es dabei Unterbrechungen gab, das Pflegeheim oder auch die Pflegekasse gewechselt wurde, spielt keine Rolle.

Ausgenommen von diesem Zuschuss sind die Kosten für Unterkunft, Verpflegung sowie Investitionskosten.

Wir werden etwa ab dem 20.12.2021 die Bewohnerinnen und Bewohner sowie das Pflegeheim über die Dauer der Leistungen für vollstationäre Pflege und den Prozentsatz des Zuschusses informieren, der sich daraus ergibt. Mit der Rechnung für den Monat Januar 2022 wird das Pflegeheim dann die Bewohnerinnen und Bewohner darüber informieren, wie hoch der noch verbleibende Eigenanteil zukünftig sein wird. Da die Umstellungen mit hohen Aufwänden verbunden sind, kann es vorkommen, dass diese Information erst mit der Rechnung im Februar 2022 mitgeteilt wird. In diesen Fällen wird für den Monat Januar 2022 nachträglich eine korrigierte Rechnung erstellt.

Wichtig: Lassen Sie sich vor der Auswahl einer stationären Einrichtung beraten. Die Unterbringung muss in einer zugelassenen Pflegeeinrichtung erfolgen. Bei der Suche nach einer geeigneten Einrichtung hilft Ihnen der Barmer Pflegelotse.

Vollstationäre Pflege in Einrichtungen der Hilfe für Menschen mit Behinderung

Einen Anspruch auf Leistungen der Pflegeversicherung gibt es für Pflegebedürftige mit Pflegegrad 2 bis 5 auch in Einrichtungen, bei denen die Teilhabe am Arbeitsleben und am Leben in der Gemeinschaft, die schulische Ausbildung oder die Erziehung von Menschen mit Behinderung im Vordergrund stehen. Die Barmer Pflegekasse übernimmt 15 Prozent des mit dem Sozialhilfeträger vereinbarten Heimentgeltes, jedoch maximal 266 Euro pro Monat.

Unter bestimmten Voraussetzungen besteht außerdem Anspruch auf anteiliges Pflegegeld - zum Beispiel bei einem Aufenthalt zu Hause, an Wochenenden oder während der Ferien.

Sie haben außerdem die Möglichkeit, für Ihre ausgewählte Einrichtung eine Zahlungsavise per E-Mail einzurichten. Wir erklären Ihnen gerne, wie das geht.

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