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Lieferengpässe bei Arzneimitteln: So bleiben Sie weiter gut versorgt

Lesedauer weniger als 3 Min
Redaktion:
Barmer
Qualitätssicherung:
Fachbereich Arzneimittel (Barmer)

Ihr Medikament ist nicht lieferbar? Diese Situation sorgt im Alltag oft für Unsicherheit, dabei gibt es in den meisten Fällen Lösungen, mit denen Sie weiterhin gut versorgt bleiben. Hier erfahren Sie, welche Möglichkeiten es gibt und was Sie bei Lieferengpässen konkret tun können.

Was bedeutet ein Lieferengpass bei Arzneimitteln?

Ein Lieferengpass bedeutet, dass ein bestimmtes Medikament zeitweise nicht oder nur eingeschränkt verfügbar ist. Das betrifft oft nur bestimmte Wirkstärken, Packungsgrößen oder Hersteller, nicht immer das gesamte Medikament.

Wichtig für Sie: Ein Lieferengpass bedeutet nicht automatisch, dass Ihre Behandlung unterbrochen werden muss. In vielen Fällen gibt es passende Alternativen.

Warum kommt es zu Lieferengpässen?

Die Gründe sind vielfältig und oft nicht direkt beeinflussbar:

  • Engpässe bei Wirkstoffen oder anderen Bestandteilen des Arzneimittels,
  • Probleme in der Produktion oder Qualitätssicherung,
  • Verzögerungen durch Umbauten oder Produktionsverlagerungen,
  • Rückrufe einzelner Chargen,
  • unerwartet hohe Nachfrage, z. B. bei Krankheitswellen oder
  • neue gesetzliche Vorgaben.

Da viele Medikamente global hergestellt werden, können schon kleine Störungen die Verfügbarkeit beeinflussen.

Was tun, wenn Ihr Medikament nicht verfügbar ist?

Hersteller sind bemüht, Lieferengpässe so schnell wie möglich zu beheben. Die Ursachen von Lieferproblemen sind sehr unterschiedlich. Daher gibt es leider keine allgemeine Lösung, mit der sich alle Probleme schnell beheben lassen. Stattdessen müssen für jede Situation individuelle Maßnahmen gefunden werden, die teilweise auch mit den Zulassungsbehörden abgestimmt werden müssen.

Wenn ein Hersteller beispielsweise wiederholt nicht ausreichend von einem Zulieferer beliefert wird, muss er nach anderen Bezugsquellen suchen. Bevor die Produkte eines neuen Lieferanten jedoch verwendet werden dürfen, sind umfangreiche Qualitätsprüfungen erforderlich.

Wenn Ihr Medikament nicht lieferbar ist, können Sie aber auch selbst aktiv etwas tun und sorgen so schnell wieder für Sicherheit.

Fragen Sie in Ihrer Apotheke nach Alternativen

Apotheken sind bei Lieferengpässen Ihre erste Anlaufstelle. Oft gibt es mehr Lösungsmöglichkeiten, als zunächst vermutet. Die Apotheke kann prüfen, ob

  • ein Präparat mit demselben Wirkstoff von einem anderen Hersteller verfügbar ist,
  • andere Packungsgrößen lieferbar sind, zum Beispiel zwei Packungen mit je 50 Tabletten statt einer Packung mit 100 Tabletten,
  • andere Wirkstärken verfügbar sind und die Tabletten gegebenenfalls geteilt werden können, zum Beispiel die Einnahme einer halben Tablette mit doppelter Wirkstärke statt einer ganzen Tablette der bisherigen Wirkstärke,
  • eine andere Darreichungsform erhältlich ist, zum Beispiel Tabletten statt Tropfen,
  • ein Austausch gegen ein geeignetes alternatives Präparat möglich ist, gegebenenfalls nach Rücksprache mit der Arztpraxis.

Die Apotheke kontaktiert Ihre Arztpraxis

Wenn die Apotheke Ihnen nicht direkt eine passende Alternative geben kann, nimmt sie in der Regel Kontakt mit Ihrer Arztpraxis auf.

  • Meist erhalten Sie dann ein neues Rezept für ein therapeutisch vergleichbares Medikament.
  • Falls nötig, wird Ihre Behandlung individuell angepasst.

Wichtig: Setzen Sie Medikamente nicht eigenständig ab. Gemeinsam mit Ihrer Apotheke und Ihrer Arztpraxis lässt sich in den meisten Fällen eine passende Lösung finden. Bei Lieferengpässen können Apotheke und Arztpraxis fast immer weiterhelfen.

Wo finden Sie aktuelle Informationen zu Lieferengpässen?

Die Verfügbarkeit von Medikamenten kann sich täglich ändern. Verlässliche Informationen finden Sie bei den Lieferengpassmeldungen des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte  (BfArM). Dort finden Sie eine stets aktuelle Übersicht über

  • Lieferengpässe, die von den Herstellern gemeldet wurden,
  • besonders wichtige Medikamente mit kritischen Lieferengpässen,
  • laufend aktualisierte Informationen zur aktuellen Versorgungssituation.

Für Ihre persönliche Situation bleibt Ihre Apotheke die wichtigste Anlaufstelle.