Sucht

Welche Formen der Therapie gibt es bei einer Sucht?

Lesedauer unter 2 Minuten

Autor/in

Barmer Internetredaktion

Qualitätssicherung

Dirk Weller (Barmer Marktforschung)
Inhaltsverzeichnis

Grundsätzlich wird zwischen stationärer und ambulanter Behandlung unterschieden. Zudem gibt es Tageskliniken, in denen die Therapie tagsüber stattfindet, der Betroffene aber zu Hause wohnt. Auch Selbsthilfegruppen sind eine Form der Therapie.

Wie lange dauert eine Entgiftung bei einer stationären Suchttherapie? 

Die stationäre Therapie startet mit einem etwa einwöchigen, körperlichen Entzug, auch Entgiftung genannt. Dieser findet in einer Klinik statt und wird oft medikamentös begleitet, um Entzugserscheinungen zu lindern. Im Anschluss geht es idealerweise nahtlos in eine spezielle Sucht- oder Reha-Klinik. Die Betroffenen werden oft einer Klinik zugeteilt, die weit weg von zu Hause ist. Damit soll ihnen gelingen, aus dem Alltag aussteigen und wieder zu sich selbst finden zu können. Die Aufenthalte dauern meistens zwischen 8 und 15 Wochen (für Alkoholkranke und Medikamentenabhänge) bzw. 26 Wochen (Drogensüchtige). Zu einer ausführlichen Verhaltenstherapie kommen ergotherapeutische Maßnahmen, darunter zum Beispiel Gestaltungstherapie sowie Achtsamkeits- und Entspannungsübungen. Auch die Integration der Angehörigen kann Teil des Aufenthalts sein (Familientherapie).

Wie läuft eine ambulante Therapie bei Sucht ab? 

Die ambulante Therapie findet berufsbegleitend statt, pro Woche gibt es lediglich ein bis zwei Einzel- und Gruppentherapie-Sitzungen. Diese Therapieform dauert mindestens sechs Monate, häufig ein Jahr und nach Bedarf auch länger. Sie empfiehlt sich vor allem für Menschen, die ein unterstützendes Umfeld haben und fest im Berufsleben stehen.

Wie wird eine Sucht in der Tagesklinik therapiert? 

Eine Tagesklinik wiederum ermöglicht eine intensive Therapie, bei der die Betroffenen weiter zu Hause wohnen, aber werktags etwa sechs bis acht Wochen in Behandlung sind. Sie werden für diesen Zeitraum krankgeschrieben.

Ambulante Nachsorge bei allen Therapieformen wichtig 

Eine anschließende ambulante Nachsorge wird für alle Therapieformen dringend empfohlen. Sie erfolgt von zu Hause aus – in Form einer weiterführenden Verhaltenstherapie, Gesprächen in der Suchtberatung und/oder einer Selbsthilfegruppe. Das erhöht die Chance deutlich, nicht wieder in die Sucht zu rutschen.

Welches Angebot sich für wen am besten eignet, wissen Suchtberatungsstellen. Sie helfen auch bei allen weiteren Schritten. Adressen in der Nähe finden sich nach Bundesländern sortiert etwa im Verzeichnis der Suchtberatungsstellen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA).

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