Rückengesundheit

Rückenschule - Wann ein Rückenschulkurs sinnvoll ist

Lesedauer unter 2 Minuten
Eine junge Frau trainiert mit einer Faszienrolle auf einer Sportmatte

Autor

  • almeda GmbH

Qualitätssicherung

  • PD Dr. Med. Stephan Lorenz (Facharzt für Orthopädie, Unfallchirurgie und Sportmedizin),
  • Dr. med. Ursula Marschall (Fachärztin für Schmerztherapie),
  • Claudia Tobis (Barmer)

Eine erholsame Nachtruhe sowie die richtigen Schuhe können positive Auswirkungen auf den Rücken haben.

Die neue Rückenschule

Eine der wohl umfassendsten und vielversprechendsten Strategien für rückengerechtes Verhalten in Arbeit und Freizeit ist die Teilnahme an einem qualifizierten Rückenschulkurs.

Ein solcher Kurs empfiehlt sich nicht nur für Menschen, die schon öfter Probleme mit ihrem Rücken hatten und einer Chronifizierung ihres Leidens vorbeugen wollen. Auch wer bislang vom Kreuz mit dem Kreuz verschont war und will, dass es möglichst lange so bleibt, sollte sich den Gang in eine Rückenschule überlegen. Dies um so mehr, wenn Sport und Bewegung im bisherigen Leben eher einen geringen Stellenwert hatten.

Wie teuer ist die Teilnahme?

Ein Rückenschulkurs umfasst üblicherweise acht bis zwölf Einheiten von je 60 bis 90 Minuten Dauer. Für den in Gruppen durchgeführten Kurs berechnen die Anbieter zwischen 40 und 120 Euro pro Person, wovon die gesetzlichen Kassen einen erheblichen Teil übernehmen.

So steuert etwa die Barmer gegenwärtig maximal 75 Euro pro Rückenschulkurs bei. Voraussetzung für den Zuschuss ist allerdings, dass es sich um einen qualifizierten Kursanbieter handelt (bitte vorab erfragen) und eine Teilnahme zu mindestens 80 Prozent der Kurszeit erfolgt ist. Da es sich um eine Präventionsmaßnahme handelt, ist für die Teilnahme kein ärztliches Rezept erforderlich.

Was ist neu an der neuen Rückenschule?

Aus heutiger Sicht war die klassische Rückenschule zu theorielastig, zu sehr von Verboten bestimmt und sie hat zu wenig die psychosozialen Komponenten der Rückengesundheit berücksichtigt. Aus der Erkenntnis dieser Defizite haben die führenden deutschen Rückenschulen (Konföderation der deutschen Rückenschulen, KddR) ab 2005 das Konzept der "Neuen Rückenschule" entwickelt. In ihr wird aktuellen sportmedizinischen Erkenntnissen Rechnung getragen. So ist es eben nicht das krumme Sitzen oder das falsche Heben, das den Rücken krank macht, sondern eine reduzierte Basisfitness, ein zu schwaches Muskelkorsett, der Mangel an variantenreicher, die Gelenke gelenkig erhaltender Bewegung.

All diese Elemente werden in der Neuen Rückenschule gefördert, wobei für die langfristige Umsetzung der Spaß an der Sache wichtig ist. Neu ist auch die stärkere Betonung psychosozialer Elemente wie Stress- und mentale Schmerzbewältigung. Nicht zuletzt soll dabei den Kursteilnehmern auch eine übertriebene Angst vor Rückenschmerzen genommen werden. Die überwiegende Mehrheit aller Patienten mit akuten Rückenschmerzen ist nach vier Wochen auch ohne Behandlung wieder schmerzfrei. Rückenschmerzen sind damit meistens nur eine vorübergehende Befindlichkeitsstörung wie etwa ein Schnupfen. Und wer halbwegs die in der Neuen Rückenschule gelernten Inhalte befolgt, hat gute Chancen, dass schmerzhafte Episoden seltener statt häufiger werden.

Quellenangaben

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Redaktionelle Grundsätze
Webcode: s000730 Letzte Aktualisierung: 14.05.2019
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