Rückengesundheit

Die "Neue Rückenschule" – alles für die Rückengesundheit

Lesedauer unter 5 Minuten
Eine junge Frau trainiert mit einer Faszienrolle auf einer Sportmatte

Autor

Barmer Internetredaktion

Qualitätssicherung

Klaus Möhlendick (Diplom-Sportwissenschaftler, Barmer)
Inhaltsverzeichnis

Eine der besten Maßnahmen für einen gesunden Rücken ist ein qualifizierter Rückenschulkurs. Hier lernen Sie rückengerechtes Verhalten und trainieren rückenfreundliche Gewohnheiten. Rückenschulkurse eignen sich, um Problemen mit dem Rücken vorzubeugen. Wenn Sie Rückenbeschwerden haben, kann ein Rückenschulkurs diese verbessern und verhindern, dass Schmerzen chronisch werden. Bei chronischen Schmerzen kann die Rückenschule Ihnen den Umgang damit erleichtern. Moderne Kurse verfolgen einen ganzheitlichen Ansatz und gehen neben dem Körper auch auf die Psyche und das soziale Umfeld der Teilnehmenden ein.

Die Neue Rückenschule kurz erklärt: Muskeln, Entspannung und Spaß

Ein Rückenschulkurs dient der Prävention und Behandlung von Rückenschmerzen. Bei der Rückenschule handelt es sich um ein klar definiertes Konzept. Darin sind Lerninhalte festgelegt. Außerdem wird beschrieben, wer einen Rückenschulkurs leiten darf oder welche Größe die Gruppen haben sollen.

Die Rückenschule als Konzept gibt es bereits seit den 1960er Jahren. Heutzutage fließen aktuelle Erkenntnisse aus der Wissenschaft in die Kurse ein. So hat die sportmedizinische Forschung gezeigt, dass krummes Sitzen oder falsches Heben den Rücken weniger stark belasten als gedacht. Zu Problemen führen eher eine reduzierte Basisfitness, ein zu schwaches Muskelkorsett und der Mangel an variantenreicher, die Gelenke geschmeidig erhaltender Bewegung.

Aspekte wie der Umgang mit Stress, Wege zu mehr Entspannung und die Veränderung von Gewohnheiten fließen ebenfalls in die Neue Rückenschule mit ein. Langfristige Umsetzung und Spaß an der Sache sind wichtig und finden große Beachtung.

Brauche ich eine Rückenschule?

Diese Frage können Sie sich am besten selbst beantworten. Wenn Sie mehr über Ihren Rücken lernen und Gewohnheit verändern möchten, ist ein Rückenschulkurs sicherlich ein guter Weg. Früher gab es viele Warnungen vor falschem Bücken oder Heben. Das ist aber offenbar sehr viel weniger schädlich, als gedacht. Es ist gar nicht so einfach, Wirbelsäule und Bandscheiben auf Dauer zu verärgern. Der Rücken ist weitaus stabiler als vermutet. Das Einzige, worauf Sie aufpassen sollten, sind Ihre körperlichen Grenzen. Wenn Sie nicht gut trainiert sind und einen schweren Gegenstand aus dem Kofferraum wuchten oder stundenlang Gartenarbeit verrichten, tut Ihnen möglicherweise danach das Kreuz weh. Das ist zwar unangenehm, führt aber in der Regel nicht zu nachhaltigen Problemen. Moderne Rückenschulen sollten daher auf keinen Fall Bewegungsangst fördern, sondern im Gegenteil zur Aktivität ermuntern und praktikable Wege zu mehr Bewegung aufzeigen.

Rückenschule nach einem Bandscheibenvorfall

Für einen Rückenschulkurs sollten Sie weitgehend schmerzfrei und belastbar sein. Fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt. Wenn Sie es ärztlich abgeklärt haben, können Sie auch mit Beschwerden an einem Kurs teilnehmen. Hier sollten Sie darauf achten, dass die Schmerzen sich nicht verschlimmern. Auch mit einem Bandscheibenvorfall können Sie an einem Kurs teilnehmen, sobald die akuten Beschwerden abgeklungen sind. Holen Sie sich ärztlichen Rat und Empfehlungen. Ihre Physiotherapeuten sind ebenfalls eine gute Anlaufstelle für Fragen.

Mentales Training für die Rückengesundheit

Die Neue Rückenschule nimmt stärker als früher üblich auch unser seelisches Wohlbefinden in den Blick. Denn Stress und psychischer Druck können sich im Körper niederschlagen und zu Rückenschmerzen führen. Solche Faktoren zu erkennen, ist wichtig, um ihnen entgegenwirken zu können.

Auch wie wir mit Rückenbeschwerden umgehen, spielt dabei eine wichtige Rolle. Die überwiegende Mehrheit aller Menschen mit akuten Rückenschmerzen ist nach vier Wochen auch ohne Behandlung wieder schmerzfrei. Rückenschmerzen sind damit meistens nur eine vorübergehende Befindlichkeitsstörung wie etwa ein Schnupfen. Das in einer Rückenschule vermittelte Wissen kann helfen, nicht zu viel Angst vor den Schmerzen zu haben und ihnen nicht die Kontrolle zu überlassen. Und wer die gelernten Inhalte halbwegs befolgt, hat gute Chancen, dass schmerzhafte Episoden von nun an seltener werden.

Wie finde ich einen geeigneten Rückenschulkurs?

"Rückenschullehrer" ist erst einmal keine geschützte Berufsbezeichnung, und der Begriff sagt im Zweifel nichts über die Qualifikation der Lehrenden aus. Daher sollten Sie unbedingt nachfragen, welche Ausbildung die lehrende Person absolviert hat und ob der Kurs zertifiziert ist. Das Angebot sollte seriös auf Sie wirken. Fragen Sie bei Ihren Ärzten, Ihren Physiotherapeuten oder bei Ihrer Krankenkasse nach, wenn Sie sich nicht sicher sind. Auch die Kurszeiten oder wie die Trainingsräume für Sie zu erreichen sind, können eine Rolle bei Ihrer Entscheidung spielen. Grundsätzlich sollten Sie sich in einem Rückenschulkurs gut beraten und wohl fühlen. Mit der Kurssuche der Zentralen Prüfstelle Prävention können Sie einfach nach einem Gesundheitskurs in Ihrer Nähe suchen.

Folgende Fragen können Ihnen helfen, ein Angebot einzuschätzen

  • Wie lange ist die Person, die den Kurs durchführt, schon als Rückenschullehrer tätig? (Erfahrung ist eine gute Voraussetzung)
  • Wie bildet sich die Person, die den Kurs durchführt, fort? (Aktuelle medizinische Erkenntnisse sollten berücksichtigt werden)
  • Welche Zertifikate hat die Person, die den Kurs durchführt? (Fragen Sie im Zweifel Ihre Krankenkasse, ob es sich um einen anerkannten Kurs handelt)
  • Was passiert, wenn ich bestimmte Übungen nicht machen kann? (Sie sollten die eigenen Grenzen nicht überschreiten)
  • Was benötige ich für den Kurs? (Lockere Kleidung, Yoga-Matte, Internet-Zugang etc.)

Barmer Rückenschule: Angebote und Kostenübernahme

Ein Rückenschulkurs umfasst üblicherweise acht bis zwölf Einheiten von je 60 bis 90 Minuten Dauer. Für den in Gruppen durchgeführten Kurs berechnen die Anbieter zwischen 40 und 120 Euro pro Person, wovon die gesetzlichen Kassen einen erheblichen Teil übernehmen.

So steuert etwa die Barmer gegenwärtig maximal 75 Euro pro Kurs bei. Voraussetzung für den Zuschuss ist allerdings, dass es sich um einen qualifizierten Kursanbieter handelt (bitte vorab erfragen) und eine Teilnahme zu mindestens 80 Prozent der Kurszeit erfolgt ist. Da es sich um eine Präventionsmaßnahme handelt, ist für die Teilnahme kein ärztliches Rezept erforderlich.

Wenn Sie bei der Barmer versichert sind, steht Ihnen zudem unsere kostenfreie Online-Rückenschule zur Verfügung. Alle Videos, Anleitungen und Downloads funktionieren auch gut mit Ihrem Mobilgerät. Der Kurs dauert etwa zehn Wochen und ist so konzipiert, dass Sie ihn optimal in Ihren Alltag einbauen können. Geben Sie Ihrem Rücken Kraft!

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